Absicherung von Zinsrisiken der Unternehmensfinanzierung von KMU WS 04/05
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
1. EINFÜHRUNG - 1 -
2. ZINSÄNDERUNGSRISIKO. - 2 -
2.1 BEGRIFFLICHE DEFINITION. - 2 -
2.2 OFFENE POSITIONEN. - 2 -
2.3 HEDGING - 3 -
2.4 DARSTELLUNG VON ZINSÄNDERUNGSRISIKEN - 3 -
2.5 DIMENSIONEN DES ZINSÄNDERUNGSRISIKO - 5 -
3. DERIVATE. - 6 -
3.1 BEGRIFFLICHE DEFINITION. - 6 -
3.2 EINTEILUNGSMÖGLICHKEITEN DER DERIVATE - 6 -
3.2.1 Kassa und Termingeschäfte - 6 -
3.2.2 Börsengehandelte und nichtbörsengehandelte Derivate. - 8 -
3.3 MÖGLICHKEITEN ZUR BEENDIGUNG VON DERIVATGESCHÄFTEN - 10 -
3.3.1 Der Abschluss eines Gegengeschäftes (Glattstellung) - 10 -
3.3.2 Die vorzeitige Vertragsauflösung (Close Out) - 10 -
3.3.3 Die entgeltliche Übertragung eines Derivates (Assignment) - 10 -
4. DIE GRUNDFORMEN VON OTC-INSTRUMENTEN - 11 -
4.1 ZINSSWAP. - 11 -
4.1.1 Basisswap. - 13 -
4.1.2 Kuponswap - 13 -
4.1.3 Geldmarktswap (EONIA-Swap) - 14 -
4.2 FORWARD RATE AGREEMENT (FRA) - 14 -
4.3 CAP - 17 -
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN. - 19 -
LITERATURVERZEICHNIS. - 20 -
II
Absicherung von Zinsrisiken der Unternehmensfinanzierung von KMU WS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1: Offene Positionen - 2 -
Abb. 2: Auswirkungen einer Zinsänderung auf variabel verzinste Grundgeschäfte - 3 -
Abb. 3: Auswirkungen einer Zinsänderung auf fest verzinste Grundgeschäfte - 4 -
Abb. 4: Zusammenfassung der Zinsänderungsrisiken - 4 -
Abb. 5: Dimensionen des Zinsänderungsrisiko - 5 -
Abb. 6: Unterteilung in Kassa- und Termingeschäfte - 7 -
Abb. 7: Terminbörsen in Europa - 9 -
Abb. 8: Außerbörslicher Derivatehandel - 9 -
Abb. 9: Prinzipielle Funktionsweise von Zinsswaps - 11 -
Abb. 10: Zusammenfassung wichtiger Merkmale eines Zinsswaps - 12 -
Abb. 11: Einssatzmöglichkeiten eines Kuponswaps auf der Passivseite - 13 -
Abb. 12: Ausgleichszahlungen bei einem FRA - 15 -
Abb. 13: Teilperioden des 3 x 9 FRA - 15 -
Abb. 14: Ausgleichszahlung und Abhängigkeit von der Zinsentwicklung - 16 -
Abb. 15: Zusammenfassung wichtiger Merkmale eines FRA - 16 -
Abb. 16: Verlustbegrenzung bei einem Cap aus Sicht des Käufers - 18 -
Abb. 17: Zusammenfassung wichtiger Merkmale eines Caps - 18 -
III
Absicherung von Zinsrisiken der Unternehmensfinanzierung von KMU WS 04/05
1. Einführung
Die Globalisierung hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten für eine Öffnung der Märkte gesorgt. Neben nationalen Chancen und Risiken sind die Märkte nun vermehrt auch internationalen Chancen und Risiken ausgesetzt. Auch Finanzmärkte sind von dieser Entwicklung betroffen. Das Zinsniveau auf nationaler Ebene wird nun vermehrt abhängig von internationalen Faktoren; Schwankungen an Zinsmärkten in aller Welt spiegeln sich in den nationalen Märkten. Die Folge ist eine erhöhte Volatilität, was ein erhöhtes Zinsänderungsrisiko mit sich bringt.
Seit dem Ende der 70er Jahre gibt es Möglichkeiten, sich gegen das Zinsände-
rungsrisiko durch Zinsderivate abzusichern. 1 Diese Finanzinstrumente gewinnen, auch durch die zuletzt verstärkt auftretenden Finanzkrisen in aller Welt, zunehmend an Bedeutung. Durch sie ist es möglich, Zinszahlungen auf einen mittel- bis langfristigen Zeitraum festzuschreiben und dem Unternehmen dadurch einen wirksamen Schutz gegen das Risiko steigender Zinsen und dadurch Planungssicherheit sowie eine erhöhte Bonität zu gewährleisten. Dies ist auch für ein Rating im Hinblick auf Basel II ein wert-voller Tatbestand. 2 Weiterhin ist es dem Unternehmen möglich, das Zinsänderungsrisiko als ein vom Grundgeschäft abgetrenntes Risiko selbständig zu steuern und von sich bietenden Chancen am Finanzmarkt zu profitieren.
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Instrumenten, sie alle aufzuzählen würde den Rahmen einer Seminararbeit bei weitem überschreiten. Waren sie früher vor allen Dingen für große Unternehmen interessant, gewinnen sie mittlerweile auch für Klein-und Mittelständische Unternehmen (KMU) zunehmend an Bedeutung. Dies spiegelt sich auch in der Öffnung von Mittelstandsbanken für solche Instrumente wieder. Dort
werden Instrumente ab einem Basiswert von 500.000 € angeboten. 3 In dieser Seminararbeit sollen vorwiegend Grundkenntnisse und Instrumentenspezifische Besonderheiten zu den für Klein- und Mittelständischen Unternehmen interessanten Absicherungsmöglichkeiten vorgestellt werden. Auf Berechnungen zur Fungibilität dieser Instrumente soll verzichtet werden. Weiterhin sollen vorwiegend die Absicherungsmöglichkeiten der Passiv-Seite der Bilanz besprochen werden, da KMU in der Regel keine Aktivposten besitzen, die von Zinsänderungsrisiken betroffen sind.
1 Vgl. Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Januar 2003, Die Bedeutung von Zinsderivaten, S. 31.
2 Vgl. Gespräch mit Jürgen Gärtner, Vorstandsassistent der Volksbank Rhein Neckar eG am 29.09.2004.
3 Vgl. Gespräch mit Jürgen Gärtner, Vorstandsassistent der Volksbank Rhein Neckar eG am 29.09.2004.
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Absicherung von Zinsrisiken der Unternehmensfinanzierung von KMU WS 04/05
2. Zinsänderungsrisiko
2.1 Begriffliche Definition
Das Zinsänderungsrisiko ist die Gefahr negativer Auswirkungen unerwarteter Änderungen der Zinssätze auf das (Finanz-)Ergebnis und die Bilanz. Demgegenüber steht die
Chance einer positiven Auswirkung bei einer günstigen Entwicklung. 4
2.2 Offene Positionen
Einem Zinsänderungsrisiko unterliegen dabei nur offene Positionen in einer Bilanz. Offene Positionen sind solche risikotragenden Aktiva und Passiva, die hinsichtlich ihrer Höhe und ihrer Fristigkeit keine entsprechende Gegenposition haben, die das Zinsänderungsrisiko kompensiert. So gleicht bspw. die positive Zinsänderungschance eines variabel verzinsten Guthabenkontos das entgegengesetzte Zinsänderungsrisiko eines variabel verzinsten Kredites mit gleicher Höhe und gleicher Fristigkeit aus. Besteht hinsichtlich der Fristigkeit eine Differenz, so ist zumindest der übereinstimmende Zeitraum abgesichert.
Offene Positionen sind in zwei Typen einteilbar: die Plusposition und die Minusposition. Bei einer Plusposition überwiegen die risikotragenden Aktiva die risikotragenden Passiva, bei einer Minusposition überwiegen die risikotragenden Passiva die risikotragenden Aktiva. Das Zinsänderungsrisiko der offenen Positionen wird durch den Einsatz von Finanzinstrumenten mit dem Aufbau einer Gegenposition (Hedge) ausge-glichen. 5
Abb. 1: Offene Positionen
Quelle: eigene Zeichnung
4 Vgl. Breit, Claus: Finanzierung der Unternehmung: Zinsmanagement, 1998, S. 4.
5 Vgl. Eilenberger, Lexikon der Finanzinnovationen, 1996, S. 300.
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Absicherung von Zinsrisiken der Unternehmensfinanzierung von KMU WS 04/05
2.3 Hedging
Ein Hedge ist eine „Gegenposition zu einer offenen Position zur Reduzierung, bzw.
zum Ausschluss von Zins-, Kurs- und Preisrisiken“. 6 Hedging kann also als Absicherung von Zins-, Kurs- und Preisrisiken verstanden werden. Werden Einzelgeschäfte abgesichert, spricht man von einem Micro-Hedge. Erfolgt die Absicherung auf Grund-
lage einer Vielzahl von Instrumenten, spricht man hingegen von einem Macro-Hedge. 7 Ein Einsatz von Macro-Hedges ist jedoch bei KMU auf Grund der Einzelfallproblematik kaum vorstellbar.
2.4 Darstellung von Zinsänderungsrisiken
Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten einer Zinsänderung: Zinsen können steigen oder fallen. Je nachdem, welche Seite der Bilanz betroffen ist, und je nachdem, ob variable oder fest verzinste Grundgeschäfte vorliegen, kann diese Änderung positive oder negative Auswirkungen haben.
Beispiel 1: Variable Zinsänderung auf der Passivseite:
Ein Unternehmen hat Kreditverbindlichkeiten gegenüber Banken in Höhe von 1.000.000 €. Diese Verbindlichkeit ist variabel verzinst. Im Jahr 01 betrug der Zinssatz 6 %. Dies bedeutet eine Zinsverbindlichkeit in Höhe von 60.000 € pro Jahr. Im Jahr 02 senkte die Bank den Zinssatz auf 5,5 %. Die Zinsverbindlichkeiten betragen nunmehr 55.000 € pro Jahr. Das Unternehmen profitierte auf der Passivsseite durch die Zinssenkung in Höhe von 5.000 €.
Abb. 2: Auswirkungen einer Zinsänderung auf variabel verzinste Grundgeschäfte
Quelle: eigene Zeichnung
6 Vgl. Eilenberger, Lexikon der Finanzinnovationen, 1996, S. 213.
7 Vgl. Deutsche Bank AG, Basisinformation über Finanzderivate, 1999, S. 9.
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Arbeit zitieren:
Stefan Steinhoff, 2004, Absicherung von Zinsrisiken bei der Unternehmensfinanzierung von KMU, München, GRIN Verlag GmbH
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