Die Marxsche Lohntheorie
Darstellung und Kritik
Zum historischen Kontext der Theoriebildung. 4
Der Stellenwert der Lohntheorie innerhalb der Marxschen Ökonomie 4
Elemente der Marxschen Lohntheorie. 5
1.Wert und Arbeit. 5
2. Die Arbeitskraft. 6
3. Die Produktion des Mehrwerts. 7
4. Der Wert der Arbeit 8
5. Profit wird gemacht durch Verkauf einer Ware zu ihrem Wert. 8
6. Die verschiedenen Teile, in die der Mehrwert zerfällt 9
7. Das allgemeine Verhältnis zwischen Profiten, Arbeitslöhnen und Preisen. 10
8. Die hauptsächlichsten Versuche, den Arbeitslohn zu heben oder seinem Sinken entgegenzuwirken. 10
9. Der Kampf zwischen Kapital und Arbeit und seine Resultate. 13
Kritik an der Lohntheorie von Karl Marx. 14
Fazit 17
Quellen 18
Im Jahr 1842/43, als Redakteur 'der Rheinischen Zeitung' , kam ich in die
Verlegenheit, über sogenannten materielle Interessen mitsprechen zu müssen"
3
Zum historischen Kontext der Theoriebildung
Am 28. September 1864 wurde die "Internationale Arbeiterassoziation (IAA) ins Leben gerufen. Marx war an den Aktivitäten dieser Organisation beteiligt und hat ihre erste "Adresse" mitverfasst. Die IAA konnte begründet einen Führungsanspruch innerhalb des kämpfenden europäischen Proletariats erheben. Sie veranstaltete eine Debatte zur Lohnfrage. Der unmittelbar Ablass bot sich durch die breiten, lang anhaltenden Arbeitskämpfen. Die Tendenz in der Arbeiterbewegung war kurzfristig gegen die Einführung und Etablierung des differenzierten Lohnsystem, langfristig gegen das Lohnsystem insgesamt gerichtet. Der Kampf gegen Lohndifferenzierung formierte sich unter den Forderungen "gerechter Lohn" und „gleicher Lohn für alle". Die Arbeiterbewegung war hingegen, ihre Front gegen das kapitalistische Differenzierungsdiktat aufzubauen und theoretisch zu untermauern. Als Kongressredner stellte sie einen ihrer führenden Mitglieder John Weston, der zu diesem Zeitpunkt die radikalen Fraktion mit ihren grundsätzlichen Forderungen vertrat. Er versuchte nachzuweisen, dass eine allgemeine Erhöhung des Arbeitslohns den Arbeitern nichts nutzte, weil jede Lohnerhöhung entsprechende Preiserhöhungen nach sich ziehe. Daraus hatte er abgeleitet, dass Gewerkschaften "schädlich" wirken. Eine Woche nach Westons Beitrag bekam Marx das Wort. In seinem Vortrag versucht Marx als „Gegentheoretiker“ seinerseits "die inneren Widersprüche und die innere Haltlosigkeit der Position John Westons nachzuweisen" 1 Er konstruierte John Weston als Vertreter einer vulgären Ökonomie. "Namentlich griff Marx ihn an, real hat er die gesamte Bewegung gegen den "gerechten" und "gleichen Lohn" gemeint, für die John Weston eigentlich nur der Sprecher war(....)" 2
Der Stellenwert der Lohntheorie innerhalb der
Marxschen Ökonomie
Seine lohntheoretischen Ansätzen lässt sich von seiner Monographie „Lohn, Preis und Profit“ ableiten; diese hat Marx in London in englischer Sprache vom Ende Mai bis zum 26. Juni 1865 geschrieben und als Vortrag am 27. Juni 1865 vor dem Generalrat der "Internationalen Arbeiterassoziation" gehalten. Es handelt sich um eine sehr ausgereifte Schrift, die die Kerngedanken des inzwischen wirtschaftstheoretisch ausgeprägten Marx widerspiegeln.
1 (Hg) KBW; Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus, Mannheim 1975, S.75
4
"Lohn, Preis und Profit" präsentiert die Grundthesen von ihm zu dem Kernthema der
politischen Ökonomie im letzten und bleibenden Erkenntnisstadium Marx. Schon damals waren die Klassenkämpfe weitgehend auf das Niveau von Tarifauseinander -setzungen reduziert. Da die Forderung nach Prozenten über diffizile ökonotmetrische Beziehungen berechnet werde, waren theoretisch, angewandte und empirische Preis und Profit" entstanden. "Lohn, Preis und Profit" ist zu einem Zeitpunkt zustande gekommen, als das Hauptwerk von Marx, "Das Kapital" inhaltlich abgeschlossen wurde. Beide Texte sind theoretisch und politisch gezwungen, sich kurz zu fassen, da das Manuskript für einen Debattenvortrag bestimmt war. Dadurch erlangte "Lohn, Preis und Profit" unter dem Aspekt eine zusätzliche didaktische Bedeutung. Sie ist für die Darstellung der Grundzüge und Hauptgedankengänge von Karl Marx stellenweise besser geeignet als andere politisch-ökonomische Schriften.
Elemente der Marxschen Lohntheorie.
1.Wert und Arbeit.
Der "Wert" der Ware, so das Fundament des wirtschaftstheoretischen Gedankengebäudes von Marx, ist die gemeinsame Substanz aller Waren - sowohl der Ware Arbeitskraft als auch der Güter. Durch Vermittlung von Geld werden Waren als Tauschwerte verkauft. In einem Fall gegen Lohn, im anderen Fall gegen den Ladenpreis einer Ware, so dass ein gemeinsames Maß für den Tauschwert besteht. Alle Waren lassen sich auf das gemeinsame Maß "Tauschwert" reduzieren. Waren unterscheiden sich nur noch nach ihrem Wert, d.h. nach dem in ihnen vergegenständlichten Arbeitsmenge. Marx: "In der Tat, wenn wir vom Wert, vom Tauschwert einer Ware sprechen, meinen wir die quantitativen Proportionen, worin sie sich mit allen anderen Waren austauschen," 3 Damit werden die Kernbegriffe der Marxschen politischen Ökonomie geprägt:
"Ware" ,"Wert", "Mehrwert": "Eine Ware hat Wert, weil sie Kristallisation gesellschaftlicher Arbeit ist." 4 D.h., die Arbeit macht den Wert. Marx: " Wenn wir Waren als Werte betrachten, so betrachten wir sie ausschließlich unter dem einzigen Gesichtspunkten in ihnen vergegenständlichten, dargestellten oder, wenn es bleibt, kristallisierten gesellschaftlichen Arbeit. In dieser Hinsicht können sie sich nur unterscheiden durch die in einem seidenen
2 K. Khella, Die erfundene Realität, Kritik der Kritik der politischen Ökonomie. Hamburg1997. S.61
3 MEW 16, 122
4 MEW 16, 123
5
Schnupftuch eine größere Arbeitsquanta? Nach der Dauer der Arbeitszeit, indem man die Arbeit nach Stunde, Tag etc. misst. Um dieses Maß anzuwenden, reduziert man natürlich alle Arbeitsarten auf durchschnittliche oder einfache Arbeit als ihre Einheit" 5 . Der Wert einer Ware bestimmt durch die Menge an Arbeit, die notwendig ist, um sie herzustellen; wobei diese Arbeitsmenge gemessen wurde durch die Dauer der Arbeitszeit, in der die Ware hergestellt worden ist. Präziser wird der Wert der Arbeit nicht nur dadurch erfasst, sondern durch die Menge an Arbeit , die gesellschaftlich notwendig ist, um sie zu produzieren. „Der Ausdruck „gesellschaftlich notwendig“ bedeutet die Quantität an Arbeit, die unter durchschnittlichen Bedingungen der Arbeitsproduktivität in einer bestimmten Epoche und in einem bestimmten Epoche und in einem bestimmten Land nötig ist“ 6 . Am Präzisteen hängt der Wert einer Ware von der „Arbeitsquantum“ ab. Arbeitsquantum im marxistischen Sinn bedeutet nicht anders als die Qualifikation der Arbeiter(....); „die qualifizierte Arbeit wird als ein Vielfaches der einfachen Arbeit angesehen, multipliziert mit einem mehr oder minder messbaren Koeffizienten“ 7 .
2. Die Arbeitskraft
Die Arbeitskraft ist in der kapitalistischen Gesellschaft eine Ware; und wie der Wert jeder anderen Ware besteht ihr Wert in der Quantität an Arbeit, die gesellschaftlich notwendig ist, um sie produzieren und reproduzieren zu können.
Einer der ältesten Ökonomen und originellsten Philosophen England - Thomas Hobbes - sagt: "Der Wert eines Menschen ist wie der aller anderen Dinge sein Preis: das heißt soviel, als für die Benutzung seiner Kraft gegeben würde." 8
Ausgehend von dieser Basis war Marx imstande, den Wert der Arbeit wie den aller andern Waren zu bestimmen, ebenso auch imstande sein die scheinbare oder bloß "die phänomenale Bewegung der Himmelskörper" zu erkennen, nachdem er einmal ihre wirkliche Bewegung erkannt. Marx: "Was der Arbeiter verkauft, ist nicht direkt seine Arbeit, sondern seine Arbeitskraft über die er dem Kapitalisten Vorübergehend die Verfügung überlässt" 9 Also die menschliche Arbeitskraft wie (Marx sieht) ist eine Ware wie jede andere auch. Sie hat einen Gebrauchswert, der darin besteht, dass sie Produkte herstellen kann, die vom Kapitalisten als Waren verkauft werden . und sie hat einen Wert. Dieser Wert der Arbeitskraft
5 MEW 16, 123
6 Ernest Mandel, Einführung in die marxistische Wirtschaftstheorie, S. 13
7 A. a. O. ,S. 15
8 (Hg) KBW; Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus, Mannheim 1975, S.86
9 A. a. O. ,S.86
6
Arbeit zitieren:
Abdelmajid Layadi, 2002, Die Marxsche Lohntheorie, Darstellung und Kritik, München, GRIN Verlag GmbH
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