Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen
Gliederung
Verzeichnis der Abbildungen. III
Verzeichnis der Tabellen. IV
Abk ürzungsverzeichnis. IV
1 Einleitung. 1
2 Die psychologischen Aspekte der Sinneserfahrungen. 3
2.1 Die Entwicklung der kognitiven Wahrnehmung. 3
2.2 Die psychologischen Aspekte der Motivation. 5
2.3 Gedächtnis und Verarbeitung im Alter. 8
2.4 Fazit der Sichtung für ältere Arbeitnehmer. 15
3 Sozialer Kontakt im Unternehmen. 16
3.1 Formen der Arbeitsorganisation. 16
3.2 Hierarchiestrukturen der heutigen Arbeitswelt. 17
3.3 Extreme Erscheinungen sozialer Kontakte. 20
3.3.1 Mobbing. 23
3.4 Fazit sozialer Gefüge für ältere Mitarbeiter. 25
4 Wissen und Erfahrungspotential älterer Mitarbeiter. 26
4.1 Ausbildung und Praxis. 26
4.2 Das Erlangen von Erfahrung und Wissen. 32
4.3 Ökonomisches Kapital durch Erfahrung. 34
4.4 Human Ressources älterer Mitarbeiter für die Unternehmen. 36
5 Informationstechnologien und die Praxis ihrer Nutzung. 39
5.1 Beschreibung der verbreiteten Softwareapplikationen. 39
5.2 Graphical User Interface in der Nutzung. 43
5.2.1 Gestaltungsregeln für grafische Benutzeroberflächen. 47
5.2.1.A Die Hervorhebung. 47
5.2.1.B Der Einsatz von Farben. 47
5.2.1.C Der Dialogaufbau und die Dialogführung. 48
5.2.1.D Geometrischer Aufbau von Fenstern. 48
5.3 GUI-Gestaltungsrichtlinien - Praxisvergleich Internet. 51
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in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen
5.3.1 Beispiel eins: „Internet Provider“ 52
5.3.2 Beispiel zwei: „Unternehmensauftritt“ 55
5.3.3 Beispiel drei: „Suchmaschine“ 59
5.3.4 Fazit. 61
5.4 Mächtigkeit gängiger Softwareapplikationen. 62
5.5 Fehlermeldungen. 65
5.6 Fazit zu Informationstechnologien und der Praxis ihrer Nutzung. 68
6 Ausbildung zur Nutzung von IT und Qualitätskriterien. 70
6.1 Formen der Ausbildung und Einweisung zur Nutzung von IT. 70
6.2 Qualitätskriterien für Motivation, Einführung und Anwendung von IT 72
6.2.1 Erläuterung zu den Grad- und Wertungsabstufungen der
Kriterienauswahl. 72
6.3 Fazit zu Ausbildung zur Nutzung von IT. 81
7 Schlussbetrachtung. 82
Quellenverzeichnis. 84
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Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
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Verzeichnis der Abbildungen
Abb. 2-1: Konturen-Tafeln des Reizmuster im Stimuli-Test für Neugeborene.
Abb. 2-2: Bedürfnispyramide nach Maslow 1996.
Abb. 2-3: Gleichung für die Leistungsmotivation.
Abb. 4-1: Beschäftigten- und Unternehmensstruktur von Erwerbstätigen,
die mit EDV arbeiten.
Abb. 4-2: Ausbildungs- und Qualifikationsstruktur von Erwerbstätigen,
die im Unternehmen mit EDV arbeiten.
Abb. 5-1: Darstellung der bekanntesten Anwendungselemente eines
Anwendungsfensters.
Abb. 5-2: Beispiele für Icons in einem Anwendungsfenster.
Abb. 5-3: Liste von Interaktionselementen im User-Anwendungsdialog.
Abb. 5-4: Proportionalität von Fensterelementen.
Abb. 5-5: Balance durch Spaltenbildung.
Abb. 5-6: Symetrie von Fensterelementen.
Abb. 5-7: Virtuelle Linien in Fensterelementen.
Abb. 5-8: Startseite eines Internet Providers.
Abb. 5-9: Selbstdarstellung eines Unternehmens im Internet.
Abb. 5-10: Startseite einer Suchmaschine im Internet.
Abb. 5-11: Tabelle zu der Entwicklung des Handbuches und der
Funktionen von „Word Perfect“
Abb. 5-12: Fehlermeldung des Programms Windows Explorer.
Abb. 5-13: Fehlermeldung bei der Installation eines Programms unter Windows.
Abb. 5-14: Fehlermeldung in der laufenden Sitzung unter Windows.
Abb. 6-1: Stärken und Schwächen des E-Learning.
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Verzeichnis der Tabellen
Tab. 5-A:
Abkürzungsverzeichnis
CAD Computer Aided Design
CPU Central Processing Unit
DV Datenverarbeitung
EDV elektronische Datenverarbeitung
FuE Forschung und Entwicklung
GUI Grafical User Interface
HTML Hyper Text Markup Language
IAB Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung
IT Informationstechnologie
WWW World Wide Web
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in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen
1 Einleitung
Das Wesen der Arbeit befindet sich im Umbruch. Rascher technischer Fortschritt, der Wandel von Strukturen und Organisationsformen der Arbeit, üben nachhaltigen Einfluss auf sozial und politisch tradierte Prinzipien der Gesellschaft aus. Vor dem Hintergrund steigender nationaler und zunehmender internationaler Konkurrenz wird Arbeit verstärkt rationellökonomischen Kriterien unterworfen. Der Zwang der postindustriellen, neo-liberal globalisierten Ökonomie zur effizientesten Leistung, hat mit Resultaten in Form von Rationalisierung, Outsourcing und Lean-Production den Druck auf Arbeitnehmer und auf den Arbeitsmarkt insgesamt erhöht. Die Unternehmen in der Bundesrepublik Deutsch-land stehen im internationalen Vergleich mit industriellen Wettbewerbern, deren Wissen und die Nutzbarmachung der neuesten Technologien Garanten des wirtschaftlichen Überlebens darstellen. Diese Anforderungen gehen im Unternehmen auf die Mitarbeiter von der Führung, bis hin zu den nicht ausgebildeten Hilfskräften der Belegschaft über. Aktuell geprägt von einer schwachen Binnenmarkt-Nachfrage hält die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2004 ihren Wohlstand vor allem durch den Export aufrecht. Jedoch kränkelt eine Erholung, also ein nachhaltiger Aufschwung, an der mangelnden Innlands-Nachfrage, die im Kern in der hohen Arbeitslosenquote zu begründen ist. Diese stellt eine kaum mehr zu bewältigende Belastung der Sozialsysteme und der öffentlichen Haushalte dar. Parallel existiert für Unternehmenssegmente, welche aufgrund internationaler Wett-bewerbsstrukturen rasch expandieren müssen, ein Fachkräftemangel, der für die schnelllebigen Bereiche der industriellen Hochtechnologie, aber auch bereits für Sektoren des Handwerks als bedrohlich empfunden wird. Die Geburtenrate in der Bundesrepublik sinkt kontinuierlich und eine rasche Versorgung des Arbeitsmarktes mit Mitarbeitern, welche über die benötigten Schlüsselqualifikationen verfügen, ist angesichts leerer Kassen der öffentlichen Haushalte, sowie konzeptioneller Versäumnisse im Bildungssektor kaum zu bewerkstelligen. Ein Pauschalrezept zur Lösung dieser komplexen Probleme kann diese Arbeit nicht leisten. Daher widmet sie sich einem Teilbereich der Betrachtungsebene, der Bevölkerungsschicht der älteren Arbeitnehmer, die in hohem Maße ungewollt Anteil an der Arbeitslosigkeit haben. Der Frage, ob ältere Arbeitnehmer vor dem Hintergrund des Mangels an qualifizierten Mitarbeitern für Unternehmen unattraktiv sind, soll Aufschluss gegeben werden. Darüber hinaus widmet sich diese Arbeit der Fragestellung, ob und gegebenenfalls warum ältere
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in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen Arbeitnehmer in Unternehmen, deren Basis die Arbeit mit der Informationstechnologie darstellt, unterrepräsentiert sind und deren Potentiale nicht genutzt werden. Die Leistungs- und Lernpotentiale älterer Mitarbeiter werden hierzu näher eingegrenzt und auch unter psychologischen Aspekten betrachtet. Um hierzu Aussagen treffen zu können, werden die Arten der Schulungs- und Qualifizierungsmethoden in den Unternehmen erörtert und aus der Sicht älterer Mitarbeiter kritisch gewürdigt. Neben der qualitativ-fachlichen Struktur der Beschäftigung in Unternehmen, müssen auch hierarchische und soziale Komponenten charakterisiert werden. Schließlich ist, um den gewünschten Zusammenhang herstellen zu können, eine Darstellung der aktuellen Ausprägung der Informations- und Datenverarbeitungstechnologien wiederzugeben.
In der Schlussbetrachtung werden die gewonnenen Ergebnisse zusammengeführt und ein Ansatz konzeptioneller Postulate formuliert.
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in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen
2 Die psychologischen Aspekte der Sinneserfahrungen
2.1 Die Entwicklung der kognitiven Wahrnehmung
„Ich denke - also bin ich“, so knapp und klar lässt sich die menschliche Existenz seit dieser Formulierung durch Descartes eingrenzen. Doch woher rührt dieses Denken? Ist es nicht von der ersten biochemischen Reaktion in unserem embryonalen Hirn an, geprägt von den Eindrücken, die uns unsere Sinne vermitteln? Unser Denken und Handeln spiegelt die Erfahrung gewonnener Sinneseindrücke und deren Verarbeitung durch die Leistung unserer Gehirne, im Wechselspiel des Denkens und Handelns mit den anderen Menschen und Dingen unsere Umwelt wieder. Wir nehmen wahr und speichern, wir verarbeiten und reagieren, wir erkennen und handeln konzeptionell, wir erinnern und lassen diese Erfahrungen in unsere Handlungskonzepte einfließen.
Die Wahrnehmung stimuliert uns von unserer Geburt an. Ging man noch bis zu den Sechziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts davon aus, dass Säuglinge in den ersten drei Lebensmonaten von einer chaotischen, konfusen und undifferenzierten Wahrnehmungsentwicklung geprägt sind 1 , ergaben spätere, differenzierte Versuche zur kognitiven Leistung von Säuglingen, dass diese bereits ab der 17. Lebensstunde zu einer Verarbeitung von Sinneseindrücken in der Lage sind 2 . Mittels der Präferenztechnik, einer Untersuchungsmethode, in deren Verlauf Säuglingen gerade und kurvenlineare Konturen zur visuellen Wahrnehmung angeboten wurden, stellte man eine Präferenz zu den komplexeren Konturenmustern hin, fest 3 . Auch bei Versuchen der Habituations-Dishabituations-Methode, die Frantz, Saayman, Ames und Moffett erstmals 1964 durchführten, wurden diese Erkenntnisse bestätigt und erweitert. Säuglinge wurden durch einen Reiz stimuliert, die Wiederholung dieses Reizes führte zur Habituation, also zur verinnerlichten Erinnerung des Wahrgenommenen.
Im Laufe der Wiederholung desselben Reizes wurde eine verlangsamte Orientierungsreaktion festgestellt, der Reiz verlor also durch die Erfahrung an Stimulus. Wurde ein neuer
1 Vgl. Kavsek, Michael J.: „ Berichte aus dem Psychologischen Institut der Universität Bonn“; 1996, S. 4.
2 Vgl. Kavsek, M.; a.a.O.; S. 8, 9.
3 Vgl. Kavsek, M.; a.a.O.; S.6.
8
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in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen Reiz präsentiert, fand eine Erholung der Orientierungsreaktion statt, der neue Reiz wurde präferiert. Säuglinge diskriminierten Reize, unterschieden also zwischen bekannten und neuen Stimuli und präferierten die neuen Reize 4 . Der Säugling baut während der Habituationsphase ein Gedächtnismodell des Reizes auf. Der geringere Zeitaufwand des Vergleichsprozesses zwischen sensorischer Information und Enkodierung, also Rückgriff auf den Gedächtnisinhalt, erwies die Anlage einer Gedächtnisspur, also einer vollständigen, internen Repräsentation im Gehirn der Säuglinge 5 . Bereits Neugeborene sind in der Lage die tatsächliche Form und Größe von Objekten, wie sie z.B. in Abbildung 2-1 dargestellt sind, zu erkennen und zu unterscheiden 6 .
Aufgrund dieser Erkenntnisse spricht die moderne Terminologie, der Psychologie von dem „kognitiven Neugeborenen“ oder dem „kompetenten Säugling“ 7 .
Abb. 2-1: Konturen-Tafeln des Reizmuster im Stimuli-Test für Neugeborene.
Quelle: Kavsek, Michael J.: „ Berichte aus dem Psychologischen Institut der Universität Bonn“; Band 22,
Heft 3; Bonn 1996; S. 9.
Diese Untersuchungen zeigten, dass wir also bereits ab der ersten Lebensphase die Eindrücke unserer Umwelt erfassen, speichern und darauf zurückgreifen, um sich wiederholende und neue Eindrücke zu verarbeiten. In den Beschreibungen der Berichte des Psychologischen
4 Vgl. Kavsek, Michael J.: „ Berichte aus dem Psychologischen Institut der Universität Bonn“; 1996, S. 7.
5 Vgl. Kavsek, M.; a.a.O.; S. 8.
6 Vgl. Kavsek, M.; a.a.O.; S. 16.
7 Vgl. Kavsek, M.; a.a.O.; S. 5.
9
Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen Instituts Bonn 8 , ist bereits die Verwandtschaft der Terminologie zwischen Versuchen zur Erfahrungsentwicklung von Säuglingen und dem technischen Aufbau von Personal-Computern (PC), in Hinblick auf das Konstrukt der Mehrspeichermodelle, augenscheinlich. Hier kann eine Verbindung der Versuche von Frantz, Saayman, Ames und Moffett 9 in den sechziger Jahren, zu der Basis der Entwicklung der ersten Personal-Computer geschlossen werden. Die Konzeption von Speicher und Verarbeitung, die Anwendung von grafischen Mustern als Bilder (Icons), zur Anlage der Gedächtnisspur und Enkodierung im Gehirn, also zum angeglichenen und erweiterten Dialog zwischen Mensch und PC, haben den Siegeszug in der massenhaften, globalen Nutzung dieses technischen Hilfsmittels begründet.
2.2 Die psychologischen Aspekte der Motivation
In der Lehre der Psychologie gilt Motivation als Erklärung für Verhalten. In der Klassifikation, ist in der Einteilung von Motiven, die Bedürfnispyramide von Maslow, trotz Mängel in der empirischen Fundierung 10 , weit verbreitet.
Gemäß Maslow stellen sich die niederen Bedürfnisse als Defizitärbedürfnisse dar, die durch einen Mangel an bedürfnisreduzierenden Reizen bestehen. Die höheren Bedürfnisse wie Wertschätzung und Selbstverwirklichung seien jedoch durch ein aktives Streben des Individuums gekennzeichnet (siehe hierzu Abbildung 2-2, Seite 6).
Abb. 2-2: Bedürfnispyramide nach Maslow 1996.
8 Vgl. Kavsek, Michael J.: „ Berichte aus dem Psychologischen Institut der Universität Bonn“; 1996.
9 Vgl. Kavsek, M.; a.a.O.; S. 4.
10 Vgl. Mayer, Horst O.: „Einführung in die Wahrnehmungs-, Lern- und Werbe-Psychologie“; 2000, S. 83, 84.
10
Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen Dieses aktive Streben des Individuums wird in der näheren Betrachtung durch Leistungsmotive begleitet, die sich auf die Handlungen auswirken. Kurt Lewin erweiterte dieses Bedürfnismodell, um seine Definition für die Motivation, der Erreichung dieser höheren Bedürfnisse, mit der Gleichung 11 : Motivation = Motiv x Anreiz x Erfolgswahrscheinlichkeit.
Mit dieser Gleichsetzung hat Lewin den Begriff der Erfolgswahrscheinlichkeit einbezogen, der die Motivation zu einer Handlung entscheidend prägt. Soweit ein Individuum die Erfolgswahrscheinlichkeit gering erachtet, müssen Anreiz und Motiv entsprechend höher sein, um eine maximale Motivation zu bewirken.
Atkinson hat den Begriff des Motivs näher untersucht und diese in extrinsische und intrinsische Motive untergliedert. Als extrinsische Motive sieht Atkinson z.B. den Wunsch nach sozialem Anschluss oder die Furcht vor Strafe an 12 . Diese Motive können nicht als leistungsbezogen eingestuft werden. Die intrinsischen Motive basieren auf der Annahme, dass die Hoffnung auf Erfolg die Furcht vor Misserfolg überwiegt 13 . Insoweit kann, gerade auch bezogen auf eine Leistungsmotivation im Unternehmen, die Kombination extrinsischer und intrinsischer Motivation als kombinierte Formel 14 aufge-stellt werden.
Abb. 2-3: Gleichung für die Leistungsmotivation
Quelle: Mayer, Horst O.: „Einführung in die Wahrnehmungs-, Lern- und Werbe-Psychologie“;
München u.a. 2000; S. 90.
11 Mayer, Horst O.: „Einführung in die Wahrnehmungs-, Lern- und Werbe-Psychologie“; 2000, S. 88.
12 Mayer, H.; a.a.O.; S. 89.
13 Mayer, H.; a.a.O.; S. 90.
14 Mayer, Horst O.: „Einführung in die Wahrnehmungs-, Lern- und Werbe-Psychologie“; 2000, S. 90.
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Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen Auf Dauer wird eine Leistungsmotivation nur bestehen, wenn die intrinsische Motivation die extrinsische überwiegt. D.h. häufige Misserfolge und Überforderungen werden das Leistungsbemühen hemmen.
Die alleinige Erwartung von Belohnung oder Strafe als extrinsische Motivation können dazu führen, dass die lernende Person durch Umgehung des Lernzieles sucht, das Geforderte zu erlangen. Besonders niedrig leistungsmotivierte Personen müssen durch Erfolge zu intrinsischer Motivation geführt werden. Das Lernen muss der Person Spaß machen, da sie an der Problemlösung interessiert ist. Sie muss um der Sache willen lernen, nicht, weil sie sich etwas Sachfremdes davon verspricht. Das Erreichen der Zielsetzung muss mit der Bedürfnisbefriedigung und dem Erfolgsgefühl verbunden sein 15 . Bezogen auf die Arbeit mit den modernen IT und Multimedia-Anwendungen im Unternehmen, lässt sich hieraus folgern, das die Nutzung für den Mitarbeiter mit überwiegenden Erfolgen verbunden sein muss, um eine kontinuierliche Initiative zur Automotivation zu beinhalten. Auch in unternehmensinternen Schulungen wird sich demnach ein Erfolg aus Sicht der Unternehmen nur einstellen, wenn die Schulung neuer Software-Applikationen eine permanente Erfolgserwartung für die Teilnehmer wahrscheinlich macht.
2.3 Gedächtnis und Verarbeitung im Alter
Die Aufnahme von Informationen und deren Verarbeitung verändern sich unumstritten, unter dem Einfluss biologischer und chemischer Reaktionen des Körpers, mit der Zunahme des Lebensalters. Hierbei kann jedoch keine eindeutige Grenze festgelegt werden, ab welchem Lebensjahr eine Veränderung eintritt. Zu unterschiedlich sind hierzu die genetisch und individuell durch die Vita der Menschen entstandenen Differenzen. Vielmehr wird in grundlegenden, einschlägigen Untersuchungen hierzu, eine allmähliche Entwicklung beschrieben, die sich individuell unterschiedlich in Art, Form und Umfang ausprägt. Daher kann der in Folge angewandte Terminus des „ älteren Menschen “ nicht explizit mit einer Altersangabe verknüpft werden.
15 Mayer, H.; a.a.O.; S. 91.
12
Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen Eine allmähliche Veränderung der Leistungen des Gehirns ist in Bezug auf das Alter nicht eindeutig kategorisierbar. Die Forschungen der Psychologischen und Physiologischen Lehre müssen daher auf die Altersphasen eines durchschnittlichen, aktiven Erwerbslebens, also etwa von dem 20. Lebensjahr bis zum 70. Lebensjahr transferiert werden. Hierbei kann eine Veränderung der Leistungen des Gehirns, welche keinesfalls eindeutig, als sich verschlechternd vorausgesetzt werden darf, durchschnittlich ab etwa dem 30. Lebensjahr angenommen werden.
Den Kern kognitiver Leistung bildet das Gedächtnis. Die Erinnerung an Handlungen, der Rückgriff auf früher erworbene Information, stellen das Gerüst jeglicher Transferleistung zwischen Gehirnaktivität und dessen Ausführung durch den physischen Körper dar. Somit kann eine tiefergehende Betrachtung von Veränderungen in diesem System nur erfolgreich sein, insoweit die Gedächtnis- bzw. Speicherleistungen des Gehirns einbezogen werden. In ihrem Buch „ Entwicklung des Handlungsgedächtnisses im Alter: Konzeptuelle Aspekte “ 16 schildert Eva Neidhardt zu der Fragestellung, wie sich das Gedächtnis, Handlungsgedächtnis und kognitive Leistungen mit zunehmendem Lebensalter verändern, umfangreiche Versuchsreihen, bisherige Theorien und Erkenntnisse und fundiert, darauf basierend, eigene Thesen, welche Aussagen zu Gedächtnisleistungen älterer Menschen erlauben. Neidhardt zieht darüber hinaus Schlüsse über Konzepte einer erfolgreichen Optimierung der Gedächtnisleistung älterer Menschen.
Als Prämisse wird eine Einteilung des Gedächtnisses in ein Zwei- oder Drei-Speicher-Modell geschildert. In der Einteilung dieser Speichermodelle, welche die Gehirnaktivität dimensionieren, wird zudem der physiologische und psychologische Lehransatz zur Untersuchung unterschieden 17 . Eine Definition in der Unterscheidung zwischen Gedächtnis und Speicher findet bei Neidhardt hierzu nicht statt.
Bekannt sei die Einteilung des Gedächtnisses in das Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis. Gemäß Neidhardt habe Hebb, der sich in seinen Untersuchungen diesem Modell intensiv gewidmet habe, angenommen, dass die kurzfristige Informationsaufnahme als elektrischer
16 Vgl. Neidhardt, Eva: „Entwicklung des Handlungsgedächtnisses im Alter: konzeptuelle Aspekte“; 1995.
17 Neidhardt, Eva: „Entwicklung des Handlungsgedächtnisses im Alter: konzeptuelle Aspekte“; 1995, S. 26.
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Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen Impuls stattfände, während die längerfristige Speicherung mit einer Änderung der neuralen Struktur des Gehirns einhergehe 18 .
Nach Neidhardt entwickelte Broadbent hierzu 1958 ein wegweisendes psychologisches Mehrspeichermodell, der sogenannten „Filtertheorie“. Ein Teil von aufgenommenen Informationen gehe demnach sofort verloren, während ein anderer im Kurzzeitspeicher abgelegt werde. Dieser Kurzzeitspeicher sei seriell organisiert und die Informationen gingen nach der Reihenfolge ihres Einganges in den Langzeitspeicher über. Nach Broadbent bestünden jedoch zeitliche und mengenmäßige Kapazitätsbeschränkungen, die im Übergang einem Filterprozess unterworfen seien 19 .
Im Informations-Prozess-Modell, einem Dreispeichermodell, gingen Atkinson und Shiffrin 1968 zusätzlich noch von dem sensorischen Speicher, einem Echogedächtnis als Ultrakurzzeitspeicher aus, welcher große Mengen von Informationen auf reiznahem Niveau aufnehmen kann, wie z.B. visuelle Eindrücke bei einer Autofahrt 20 .
Dieses Gedächtnis sei nicht optimierbar und eine zunehmende Schwächung, u.a. durch Einbußen der sensorischen Aufnahmekapazität, z.B. der Augen oder Ohren, im Alter relativ klar zu bestimmen 21 . Hierzu beschreibt Rainer Guski, dass ältere Menschen mehr Zeit benötigten, um visuelle Stimuli im peripheren Gesichtsfeld zu entdecken, ihre Aufmerksamkeit schlechter mehreren visuellen Aufgaben gleichzeitig widmen könnten und die Kontrastempfindlichkeit ihrer Augen abnähme 22 . Bekannt sei auch die Ein-schränkung der Hörfähigkeit für hohe Frequenzen und jüngere Forschungsergebnisse, die eine Verminderung der Spracherkennung, aufgrund einer Veränderung der Diskrimi-nationsfähigkeit von Sprache, unter sprachähnlichen Störgeräuschen ergaben 23 .
Der Kurzzeitspeicher gelte durch Versuche von Atkinson und Shiffrin als Arbeitsgedächtnis mit Kontroll- und Hilfsfunktionen. Dieser Speicher memorisiere, kodiere und erstelle Abruf-
18 Vgl.ebd.
19 Vgl. Neidhardt, E.; a.a.O.; S. 27.
20 Vgl. Neidhardt, E.; a.a.O.; S. 28.
21 Vgl. Neidhardt, Eva: „Entwicklung des Handlungsgedächtnisses im Alter: konzeptuelle Aspekte“; 1995, S. 29.
22 Vgl. Guski, Rainer: „Wahrnehmen - ein Lehrbuch“; 1996, S. 131.
23 Vgl. Guski, R.; a.a.O; S. 133.
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Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen und Suchstrategien für die Ablage im Langzeitspeicher. Dieser Speicher unterliege bis zum Siebten, in verschiedenen Versuchen, z.B. durch Zahlen-Nachsprechen bestätigt, sogar bis zum neunten Lebensjahrzehnt keinen erkennbaren, altersbedingten Leistungseinbußen 24 . Psychologische Untersuchungen z.B. durch Intelligenztests hätten relativierte Ergebnisse einer differenziert, qualitativen Einteilung der Gedächtnismodelle erbracht. Gemäß Untersuchungen von Tulving aus dem Jahre 1985 könne das Gedächtnis in ein episodisches, ein semantisches und ein prozedurales System eingeteilt werden. Demnach spiegele das episodische Gedächtnis die Informationen wieder, an die man sich bewusst erinnern könne, sei dies innerhalb einer Aufgabe oder durch persönliche Erlebnisse. Das semantische Gedächtnis hingegen beträfe das Wissen, von dessen Erlangung man keine Kenntnis habe, also der Erwerb nicht erinnert werden könne.
Als prozedurales Gedächtnis schließlich, seien Fähigkeiten als Erwerb von Fertigkeiten, z.B. im motorischen Bereich zu verstehen 25 .
Baddeley und Hitch haben, gemäß Neidhardt, 1974 eine erweiterte Differenzierung des Kurzzeitgedächtnisses als Arbeitsgedächtnis oder Arbeitsspeicher vorgenommen. Innerhalb dieser Erinnerungsspanne würden demnach die Informationen nicht nur gehalten, sondern es fände eine Bearbeitung, z.B. als Strategie zur Schematisierung und Ablage im Langzeitspeicher statt 26 .
Weiterführend hätte Minsky 1975 seine „frame-Theorie“ entwickelt, nach der „frames“, also Rahmen im semantischen Gedächtnis gebildet würden, die als generelle Informationen im Gedächtnis gespeichert sind. Daneben existierten „slots“, also Lücken, die mit Detail-Informationen zu den „frames“ gefüllt würden. Für diese „slots“ gäbe es Voreinstellungen, d.h. Erwartungen, je nachdem, zu welchen „frames“ die „slots“ gehören würden 27 .
24 Vgl. Neidhardt, E.; a.a.O.; S. 29 und 30.
25 Vgl. Neidhardt, Eva: „Entwicklung des Handlungsgedächtnisses im Alter: konzeptuelle Aspekte“; 1995, S. 28, 29.
26 Vgl. Neidhard, E.; a.a.O.; S. 30.
27 Vgl. Neidhard, E.; a.a.O.; S. 46.
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Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen Anlehnend an diese Theorie hätten Schank und Abelson 1977 den Begriff des Skripts, als Ereignis-Schema definiert. Skripts seien demnach Erwartungen über Ereignisketten als stereotype Handlungsfolgen. Dem zur Folge würden neue Informationen, während des Übergangs von Kurzzeit- in den Langzeitspeicher, durch das Arbeitsgedächtnis den Skripts zugeordnet 28 .
Dieses Modell hätte Kintsch 1977 noch dahin erweitert, dass sehr typische Details der Skripts durch Kopie und nicht durch Neuanlage im Langzeitspeicher abgelegt werden. Für das Skript untypische Informationen würden dagegen in spezifischen „tags“ (Taschen) platziert und aufgrund dieser exponierten Position besser behalten 29 .
Der Langzeitspeicher schließlich beginne mit der langfristigen Ablage von Informationen, nach wenigen Minuten Erinnerungsfähigkeit, undifferenziert bis hin zu vielen Jahren. Der Verlust von Informationen innerhalb des Langzeitspeichers unterliege dabei z.B. Prozessen der inneren Wiederholung, also einer Verknüpfung der Aufrufshäufigkeit und Anwendung mit der Qualität der gespeicherten Information. Diesen Prozessen seien Veränderungen mit dem Alter zuzuschreiben 30 .
Eva Neidhardt äußert die These, dass sich nach einer motorischen Enkodierung von strukturierbaren Handlungen, geringere altersdifferentielle Leistungsunterschiede im freien Abruf zeigen, als nach verbalem Lernen oder nach dem Lernen schwer strukturierbaren Materials 31 . Hierzu beschreibt sie zu der Entwicklung der Gedächtnis- und Verarbeitungsleistung des Gehirns mit zunehmendem Lebensalter verschiedene, umfangreiche Versuche, die hierzu stattgefunden haben.
Um ihre These zu belegen, schildert Neidhardt Versuche, die
- Erinnerungsmuster in Abhängigkeit von der Struktur der zu erinnernden Information behandeln.
- verschiedene Lern- und Erinnerungsebenen unterscheiden.
28 Vgl. Neidhard, E.; a.a.O.; S. 47.
29 Vgl. Neidhard, E.; a.a.O.; S. 48, 49.
30 Vgl. Neidhardt, Eva: „Entwicklung des Handlungsgedächtnisses im Alter: konzeptuelle Aspekte“; 1995, S. 37.
31 Vgl. Neidhardt, E.; a.a.O.; S. 22.
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Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen
- unterschiedliche Verarbeitungsprozesse, wie z.B. automatische vs. Aufmerksamkeit erfordernde, tiefe vs. oberflächliche, relationale vs. itemspezifische Informationsverarbeitung, beschreiben.
- den Forschungsstand zur Einordnung des Gedächtnisses für strukturierbare Handlungen, die verbal beschrieben werden können, wiedergeben 32 . Als Versuchsanordnungen und Untersuchungsmethoden innerhalb der psychologischen Forschung benennt Neidhardt hier u.a. Lesespannentests, Rechenspanntests und Alphabetspannentests, die den Probanden der Altersklassen verschiedene Quantitäten und Qualitäten gegebener Information zur Erinnerung bzw. Speicherung und erneutem Abruf vorgaben.
Wortkategorie-Tests wurden u.A. eingesetzt, um Struktur und Schemata der Speicherung nachzuweisen. Bild-Reaktions-Tests dienten zur Messung von Reaktion und Verarbeitungsvorgängen innerhalb der Speicherungssequenzen.
Die Informationen, welche die Versuchsteilnehmer erinnern sollten, wurden dabei strukturiert und unstrukturiert präsentiert. Die Informationen waren teilweise trivial, wie z.B. Zahlenreihen von 1-6 oder anspruchsvoll, wie z.B. Wortkategorie-Zuordnungen. Die Vermittlung der Information wurde hierbei rein verbal, bzw. visuell kommuniziert oder war für die Probanden mit motorischen Mustern, also einer Handlungsausführung verknüpft. Innerhalb der Versuche für auszuführende Handlungen, wurden Aufgaben mit konkreten und imaginären Objekten vorgegeben. Die Anweisungen zur Aufgabenstellung waren dabei in Grade der Schwierigkeit abgestuft und hierin wiederum mit oder ohne Kontexthilfen versehen.
Eva Neidhardt zieht aus den Befunden zum Handlungsgedächtnis im Alter das Fazit, dass das Gedächtnis für ausgeführte Handlungen als „eher Strategiefrei“ einzustufen sei. Das heißt, es gäbe keine alterskorrelierten Leistungsunterschiede, in der Erinnerung von Handlungen, welche die Probanden ausgeführt haben. Die Erinnerungsleistung sei darüber hinaus nicht an konkrete Objekte geknüpft, da Handlungsausführungen für imaginäre Objekte ebenso gut erinnert würden. Leistungsabfälle des Gedächtnisses im Alter bestünden allerdings für
32 Vgl. Neidhardt, E.; a.a.O.; S. 20, 21, 22.
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Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer
in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen Handlungen mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad. Hierbei hätten sich die Leistungen der Altersgruppen bei schwereren Aufgaben deutlicher unterschieden, als bei leichteren 33 . Aus detaillierten, empirischen Untersuchungen folgert Eva Neidhardt, dass bei jüngeren Menschen die gedächtnisfördernde Wirkung strukturierbaren Lernmaterials durch die Handlungsausführung eingeschränkt wird. Bei älteren Menschen bewirke die Handlungsausführung hingegen keinen Unterschied hinsichtlich relationaler Informationsverarbeitung.
So sei die Hypothese zu vertreten, das sich bei ausgeführten, strukturierbaren Handlungen die Erinnerungsleistungen jüngerer und älterer Menschen annähern, vielleicht sogar angleichen können 34 .
Gemäß Neidhardt gibt es also keine altersspezifischen Informationsverarbeitungs-prozesse 35 . Das heißt Form und Strategie, nach der jüngere und ältere Versuchsteilnehmer Wissen und Informationen speichern, sind grundsätzlich als identisch zu bewerten. Ein messbarer Leistungsunterschied bestünde bei Wiedererkennungsleistungen des Gedächtnisses, sowie relationalen Verarbeitungsprozessen 36 , welche sich bei älteren Probanden als ineffektiver erwiesen hätten. Ein altersbedingter Unterschied auf der Ebene der Verarbeitungsprozesse des Gehirns könne nicht gefunden werden. Daher könne man Vermuten, dass andere potentielle Faktoren, wie z.B. der neuronalen Verlangsamung gemäß Salthouse 37 , als biochemische Komponente hierfür Rechnung trügen. Ebenso käme eine verminderte, bzw. verlangsamte Aufnahmekapazität, durch veränderte Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsprozesse, als Ursache für verminderte Gedächtnis-leistungen im Alter in Frage 38 . Eva Neidhardt postuliert daher geänderte Lernbedingungen für ältere Menschen. Die Erinnerungsleistungen der Älteren für ausgeführte Handlungen und die Gedächtnisleistung der Jüngeren, für verbal enkodierte Handlungsbeschreibungen, unterschieden sich kaum, seien entgegen der Erwartung, bei Älteren oftmals besser. Dies gelte synonym auch in
33 Vgl. Neidhardt, Eva: „Entwicklung des Handlungsgedächtnisses im Alter: konzeptuelle Aspekte“; 1995, S. 152.
34 Vgl. Neidhardt, Eva: „Entwicklung des Handlungsgedächtnisses im Alter: konzeptuelle Aspekte“; 1995, S. 303.
35 Vgl. Neidhardt, E.; a.a.O.; S. 310.
36 Vgl. Neidhardt, E.; ebd.
37 Vgl. Neidhardt, E.; a.a.O.; S. 312.
38 Vgl. Neidhardt, E.; ebd.
18
Arbeit zitieren:
Diplom Betriebswirt Lothar Mohrmann, 2004, Human Ressources und Informationstechnologie - Die kognitive Erfahrungswelt und das Wissenspotential älterer Arbeitnehmer in Beziehung zu der Anwendung multimedialer Softwareapplikationen im Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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