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Kritische Analyse der Anwendbarkeit des konstitutionenökonomischen Ansatzes am Beispiel der sozialen Sicherung

Title: Kritische Analyse der Anwendbarkeit des konstitutionenökonomischen Ansatzes am Beispiel der sozialen Sicherung

Seminar Paper , 2003 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Schilling (Author)

Economics - Finance
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In der aktuellen politischen Diskussion wird eine Reform der sozialen Sicherungssysteme für unabdingbar gehalten. Durch die demographische Entwicklung in Deutschland ist eine grundlegende Reform der Sozialsysteme notwendig geworden. Ziel der Bundesregierung ist es, mit zehn Gesetzen, die bis Weihnachten beschlossen werden sollen, die sozialen Sicherungssysteme kurzfristig zu retten und langfristig zu stabilisieren. Wie dringend Reformen sind, um den Kollaps der Sozialversicherungssysteme zu vermeiden, lässt sich am Beispiel der Schwankungsreserve der Rentenversicherung aufzeigen. Diese betrug ehemals 3,6 Monatsausgaben und ist mittlerweile auf 0,5 Monatsausgaben reduziert worden. Um den Beitragssatz im kommenden Jahr bei 19,5 % stabil zu halten, soll die Finanzreserve auf 0,2 Monatsausgaben reduziert werden. Sollte sich die Konjunktur im nächsten Jahr entgegen den Prognosen nicht erholen, wäre die Rentenversicherung auf Überbrückungsgelder seitens des Finanzministers angewiesen.
Viele Vorschläge zur Reform der sozialen Sicherungssysteme werden von der Politik vielfach aus Gerechtigkeitsgründen nicht oder nur moderat umgesetzt. Mit Hilfe der Konstitutionenökonomik sollen Reformvorschläge dargestellt werden, die neue Regeln in den sozialen Sicherungssysteme installieren.
Im folgenden Kapital wird kurz das System der sozialen Sicherung in Deutschland skizziert. Der folgende Abschnitt stellt die Grundüberlegungen zur Konstitutionenökonomik dar. Das Hauptkapitel dieser Arbeit beschäftigt sich mit möglichen Reformen der sozialen Sicherung aus konstitutionenökonomischer Sicht. Zuerst werden Grundüberlegungen als Voraussetzung für notwendige Reformen getroffen. Anschließend werden einzelne Reformvorschläge zu den jeweiligen Versicherungen vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf Reformen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung gelegt wurde. Das abschließende Fazit bewertet kurz die vorgestellten Reformmöglichkeiten hinsichtlich der praktischen Umsetzbarkeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland

3. Der konstitutionenökonomische Ansatz

4. Reformen zur sozialen Sicherung aus konstitutionenökonomischer Sicht

4.1 Grundüberlegungen

4.2 Reformmodelle zur gesetzlichen Rentenversicherung

4.2.1 Reformmodell I zur gesetzlichen Rentenversicherung

4.2.2 Reformmodell II zur gesetzlichen Rentenversicherung

4.3 Reformmodell zur Arbeitslosenversicherung

4.4 Leitlinien für Reformen zur Krankenversicherung bzw. Pflegeversicherung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch die Anwendbarkeit des konstitutionenökonomischen Ansatzes auf das deutsche System der sozialen Sicherung. Dabei wird untersucht, wie strukturelle Reformen durch neue regelbasierte Ansätze, wie etwa die Einrichtung unabhängiger Kammern, zur langfristigen Stabilisierung der Sozialsysteme beitragen können.

  • Konstitutionenökonomische Grundlagen und Verfassungsversagen
  • Reformstrategien für die gesetzliche Rentenversicherung
  • Optimierung von Anreizstrukturen in der Arbeitslosenversicherung
  • Wettbewerbsstärkung im Kranken- und Pflegeversicherungssystem
  • Bewertung der praktischen Umsetzbarkeit theoretischer Reformansätze

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Reformmodell I zur gesetzlichen Rentenversicherung

Ziel dieses Abschnittes ist es aufzuzeigen, wie die rationalen Mitglieder einer Gesellschaft sich für ein System der Altersvorsorge unter dem Schleier der Unsicherheit entscheiden würden. Dazu ist zu überprüfen, inwiefern der Staat legitimiert ist, Altersvorsorge zu betreiben, bevor die Ausgestaltung der Altersvorsorge vorgestellt wird.

In unserer Gesellschaft mit funktionierenden Kapitalmärkten besteht für jedes Mitglied der Gesellschaft die Möglichkeit sich privat abzusichern. Folglich ist ein Eingriff des Staates nicht legitimiert. Allerdings ist es rational, Individuen staatliche Transfers zu zahlen, um eine Mindestsicherung zu erreichen. Um das mögliche Trittbrettfahrer-Verhalten zu vermeiden, hat die Gesellschaft auf konstitutioneller Ebene die Individuen zu einer Zahlung von Vorsorgeleistungen, die ein Mindesteinkommen im Alter garantieren soll, zu verpflichten. Die Zahlung der Vorsorgebeiträge kann im Rahmen der Umlagenfinanzierung oder des Kapitaldeckungsverfahrens erfolgen. Hierüber haben die Individuen eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Dringlichkeit einer Reform der sozialen Sicherungssysteme angesichts demographischer Herausforderungen und skizziert den konstitutionenökonomischen Lösungsansatz.

2. Soziale Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehenden Sozialversicherungssysteme und deren Funktionsweise auf Basis des Subsidiaritätsprinzips.

3. Der konstitutionenökonomische Ansatz: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Rechtsschutz- und Leistungsstaates sowie die Rolle des Verfassungsvertrags erläutert.

4. Reformen zur sozialen Sicherung aus konstitutionenökonomischer Sicht: Das Hauptkapitel diskutiert konkrete Reformmodelle für Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung unter Anwendung ökonomischer Vertragsmodelle.

4.1 Grundüberlegungen: Es wird analysiert, wie durch die Beseitigung von Verfassungsversagen und den Einsatz von Initiativrechten politische Blockaden bei Reformen gelöst werden können.

4.2 Reformmodelle zur gesetzlichen Rentenversicherung: Dieser Teil widmet sich der Reform der Altersvorsorge durch Kapitaldeckung und institutionelle Neuordnungen.

4.2.1 Reformmodell I zur gesetzlichen Rentenversicherung: Fokus auf eine gemischte Finanzierung durch Umlageverfahren und private Kapitaldeckung sowie die Sicherung eines Mindesteinkommens.

4.2.2 Reformmodell II zur gesetzlichen Rentenversicherung: Vorstellung einer Rentenversammlung und Rentenkammer zur langfristigen, von politischer Kurzfristorientierung unabhängigen Entscheidungsfindung.

4.3 Reformmodell zur Arbeitslosenversicherung: Untersuchung von Reformen zur Steigerung der Arbeitsanreize durch veränderte Bezugsfristen und das Äquivalenzprinzip.

4.4 Leitlinien für Reformen zur Krankenversicherung bzw. Pflegeversicherung: Erörterung der Stärkung des Wettbewerbs und der Einführung von Selbstbehalten zur Steigerung der Effizienz im Gesundheitswesen.

5. Fazit: Das Fazit bewertet die Konstitutionenökonomik als wertvolles Instrumentarium zur Problemanalyse, weist jedoch auf die schwierige praktische Umsetzbarkeit hin.

Schlüsselwörter

Konstitutionenökonomik, soziale Sicherung, Altersvorsorge, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Verfassungsversagen, Umlageverfahren, Kapitaldeckungsverfahren, Wettbewerb, Reformpolitik, Mindestabsicherung, Äquivalenzprinzip, Leistungsstaat, Sozialpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit konstitutionenökonomische Ansätze dazu beitragen können, das deutsche System der sozialen Sicherung zukunftsfähig zu reformieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie die übergeordneten theoretischen Bedingungen für erfolgreiche politische Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine konstitutionenökonomische Neugestaltung der Regeln – etwa durch die Einführung neuer Entscheidungsebenen – Reformen effizienter und langfristiger gestaltet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird der konstitutionenökonomische Ansatz verwendet, der die Legitimation von Staatshandeln auf einen theoretischen Verfassungsvertrag zwischen rationalen Individuen stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Reformmodelle, wie die Rentenkammer oder die Umstellung auf kapitalgedeckte Vorsorgekomponenten, detailliert ausgearbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Konstitutionenökonomik, Altersvorsorge, Rentenversicherung, Verfassungsversagen und Wettbewerbsstärkung.

Warum wird im Modell II eine "Rentenkammer" vorgeschlagen?

Die Rentenkammer soll sicherstellen, dass Entscheidungen über die Altersvorsorge langfristig getroffen werden und sich der kurzfristigen Wiederwahlorientierung von Politikern entziehen.

Welches Problem identifiziert die Arbeit in der Arbeitslosenversicherung?

Die Arbeit kritisiert eine fehlende Anreizstruktur und das Verwischen von Sozial- und Familienpolitik, weshalb sie eine Rückbesinnung auf das Äquivalenzprinzip vorschlägt.

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Details

Title
Kritische Analyse der Anwendbarkeit des konstitutionenökonomischen Ansatzes am Beispiel der sozialen Sicherung
College
University of Marburg
Grade
2,0
Author
Michael Schilling (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V34660
ISBN (eBook)
9783638348188
Language
German
Tags
Kritische Analyse Anwendbarkeit Ansatzes Beispiel Sicherung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Schilling (Author), 2003, Kritische Analyse der Anwendbarkeit des konstitutionenökonomischen Ansatzes am Beispiel der sozialen Sicherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34660
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