Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 03
II. Hauptteil 03
II.1 Entstehung und Entwicklung des Europäischen
Wiederaufbauprogramms S. 04
II.2 Der Marshall-Plan in der Praxis 06
II.3 Die Bedeutung des Marshall-Plans für die wirtschaftliche
Entwicklung in Westdeutschland und Epilog 07
II.4 Die Bewertung des Marshall-Plans im Vergleich 08
III. Schlussbetrachtung 10
Literaturverzeichnis S. 11
2
I. Einleitung
„Wir wissen als Deutsche, wie wichtig die USA in der Phase des kalten Krieges für uns waren. Denken wir an die Aufbauhilfe nach dem Krieg. Ohne Marshall-Plan wäre das Wirtschaftswunder kaum gelungen.“, erklärte Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem Interview mit der 'Welt am Sonntag' vom 19. Mai 2002. Dieses kurze Zitat verdeutlicht, in welcher Weise sich der Marshall-Plan in der Wahrnehmung der Mehrheit der (West-) Deutschen manifestiert hat, insbesondere in der Perzeption der Zeitzeugen. Der Marburger Universitätsprofessor Gerd Hardach hat in seinem Buch „Der Marshall-Plan“ den Versuch unternommen, eine systematische, quellenkritische Untersuchung des Marshall-Plans in Deutschland vorzulegen, die nach Ansicht des Autors bisher fehlte. 1 „Der Marshall-Plan“ erschien 1994 im Deutschen Taschenbuc h Verlag, mit dem Anspruch sich an alle historisch interessierten Leserinnen und Leser zu wenden. Der Autor greift die vorangegangene Forschung auf, welche zunehmend das traditionelle Bild des Marshall-Plans in Frage stellt und deutlich zwischen wirtschaftlichem und politischem Erfolg unterscheidet. 2 Gerd Hardach nennt die Archivbestände in Deutschland und den USA als wichtigste Quellen seiner Untersuchung, darunter fallen auch Dokumente, die erst seit kürzerer Zeit der Forschung zugänglich sind. Die verwendete Literatur bildet ein breites Spektrum der Deutung und Bedeutung des Marshall-Plans ab und greift besonders, die in der jüngeren Literatur, kritisch betrachtete wirtschaftliche Bedeutung auf. Der Autor macht in seiner Untersuchung deutlich, dass nicht der Mythos oder die „[...]Linderung der individuellen Not, die dem Marshall-Plan eine gute Erinnerung sicherten [...]“ 3 , nachgezeichnet werden sollen, sondern welche Bedeutung er für Wiederaufbau, wirtschaftliche Entwicklung und Westintegration Westdeutschlands hatte.
II. Hauptteil
Gerd Hardach gliedert seine Arbeit in drei Schwerpunkte: 1. Die Entstehung und Entwicklung des Europäischen Wiederaufbauprogramms. 2. Der Marshall-Plan in der
1
Vgl Gerd Hardach, „Der Marshall-Plan“, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1994, S.15
2 Ebenda, S. 10 ff
3 Ebenda, S. 327
3
Praxis. 3. Die Bedeutung des Marshall-Plans für die wirtschaftliche Entwicklung in Westdeutschland, zusätzlich erweitert um den Epilog.
Der vorliegende Literaturbericht ist nach identischen Schwerpunkten gegliedert und vergleicht in einem vierten Teil die Arbeit Hardachs mit einem Aufsatz der Autoren Knut Borchardt und Christoph Buchheim, aus dem Buch „Marshallplan und Westdeutscher Wiederaufstieg.
II.1 Entstehung und Entwicklung des Europäischen
Wiederaufbauprogramms
Der US-amerikanische Außenminister George C. Marshall erklärte, auf die Frage nach den Ursachen der Entstehung des Europäischen Wiederaufbauprogramms, dass die Moskauer Außenministerkonferenz vom 10. März bis zum 24. April in Moskau ausschlaggebend war. Die Konferenzen von London, Paris, New York und letztendlich Moskau führten nicht zu einer Einigung der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über eine gemeinsame Deutschlandpolitik. Aus amerikanischer Sicht scheiterten die Verhandlungen unter anderem, an der Einrichtung zentraler Verwaltungen, am Umfang der Reparationen und der zukünftigen Wirtschaftspolitik in den vier Besatzungszonen. 4 In der Truman-Doktrin vom 12. März 1947 brachte der Präsident den globalen Führungsanspruch der USA zum Ausdruck und setzte ein deutliches Zeichen, dass die USA die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion aufgaben. Die nun von den USA betriebene Containment-Politik sollte, vor allem durch die wirtschaftliche Stabilisierung Westeuropas, den Einfluss der UdSSR eindämmen. 5 Im Frühjahr des gleichen Jahres begannen die Planungen zu einem Europäischen
Wiederaufbauprogramm. Aufstellung eines eigenen Wiederaufbauprogramms und die Gründung einer Wirtschaftsunion der europäischen Staaten, waren besonders wichtige Ziele der Auslandshilfe, die gegebenenfalls auch durch wirtschaftlichen Druck der amerikanischen Seite erreicht werden sollten. Außenminister Marshall nutzte eine Rede an der Harvard Universität am 5. Juni 1947, um der internationalen Öffentlichkeit das Europäische Wiederaufbauprogramm vorzustellen. Das Programm hatte zum Ziel die innereuropäische Arbeitsteilung wieder herzustellen und Europa in die amerikanische Weltwirtschaft zu integrieren. Bereits durch die Warnungen vor Hunger, Elend und
5 Ebenda, S. 39
4
Arbeit zitieren:
Till Martin Hogl, 2003, Gerd Hardach - Der Marshall Plan, München, GRIN Verlag GmbH
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