Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS
Seite
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
TABELLENVERZEICHNIS VII
ANHANGSVERZEICHNIS VIII
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS X
1 Einleitende Worte 1
1.1 Problemstellung: Veränderung der Finanzierungsbedingungen für
klein und mittelständische Unternehmen 1
1.2 Lösungsansatz: Moderne Finanzierungsinstrumente 1
1.3 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung 3
2.1 Begriffsklärung klein und mittelständische Unternehmen 3
2.1.1 Abgrenzungsmethodik durch quantitative und qualitative
Merkmale 3
2.1.2 Definition KMU 4
2.2 Basel II Umfang und Auswirkungen auf den Mittelstand 5
2.3 Insolvenzentwicklung (mittelständischer Unternehmen) 8
2.3.1 Insolvenzgeschehen in Deutschland 9
2.3.2 Folgen der Insolvenzentwicklung 11
2.4 Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen 12
2.4.1 Historische Entwicklung der Eigenkapitalausstattung 12
2.4.2 Individuelle Eigenkapitallösungen 14
2.5 Fazit 15
II
Inhaltsverzeichnis
Seite
3 Mezzanine Kapital als Alternative zum Bankkredit 16
3.1 Begriffliche Einordnung von Mezzanine 16
3.1.1 Definition Mezzanine 16
3.1.2 Abgrenzung zum Eigen bzw Fremdkapital 17
3.2 Historische Entwicklung der Mezzanine Finanzierung 18
3.2.1 Entwicklung im angelsächsischen Wirtschaftsraum 18
3.2.2 Entwicklung in Deutschland 20
3.3 Mezzanine i w S vs Mezzanine i e S 21
3.3.1 Mezzanine im weiteren Sinne 21
3.3.2 Mezzanine im engeren Sinne 22
3.4 Charakteristische Merkmale von Mezzanine Kapital 24
3.4.1 Nachrangigkeit vs Vorrangigkeit 24
3.4.2 Die Nähe zum Kapital und Unterscheidung nach ertrags
und wertsteigerungsorientierten Formen 25
3.4.3 Risiko und Rendite 26
3.4.4 Laufzeit Kündigung und Rückzahlungsmodalitäten 27
3.4.5 Betriebsausgabe und die typische Finanzstruktur 28
3.4.6 Cash Flow Lending und Verbriefung 29
3.4.7 Flexibilität und Rechte der Investoren 30
3.4.8 Sonstige Merkmale 31
3.5 Gestaltungsformen der Mezzanine Finanzierung 33
3.5.1 Allgemeine Kapitalmarktorientierung 33
3.5.2 Handelbare Mezzanine Instrumente 34
3.5.3 Nicht handelbare Mezzanine Beteiligungen 37
3.5.3.1 Nachrangige Darlehen 38
3.5.3.2 Partiarische Darlehen 40
3.5.3.3 Verkäuferdarlehen 42
3.5.3.4 Stille Beteiligungen 43
3.5.3.5 Genussrechte 46
3.5.4 Übergreifende Vermischungen 47
III
Inhaltsverzeichnis
Seite
3.6 Anlässe für die Aufnahme von Mezzanine Kapital 48
3.6.1 Mezzanine Finanzierungsanlässe für mittelständische
Unternehmen 49
3.6.2 Anwendungsgebiete für Großunternehmen 52
3.7 Anforderungen der Mezzanine Finanziers an die KMU 53
3.8 Mezzanine Geber: Anbieter von Mezzanine Kapital 55
3.8.1 Private Mezzanine Finanziers 55
3.8.2 Öffentliche Mezzanine Investoren 56
3.9 Marktentwicklung für Mezzanine Instrumente 58
3.9.1 Trends 58
3.9.2 Angebot vs Nachfrage und Financial Engineering 59
3.10 Mezzanine: Innovation oder Althergebrachtes 61
4 Gesetzesänderungen und Sparpläne: Auswirkungen auf Mezzanine 62
4.1 Aktuelle Rechtslage 62
4.2 Konsequenzen für die Mezzanine Finanzierung 63
5 Schlussbetrachtungen 64
5.1 Notwendigkeit von Mezzanine Kapital 64
5.2 Vorteile und Nachteile von Mezzanine 65
5.3 Zusammenfassung und Ausblick 67
ANHANG XIII
LITERATURVERZEICHNIS XXXVII
IV
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb 1 Unternehmensfinanzierungsstrukturen im internationalen
Vergleich
Abb 2 Unternehmensinsolvenzen von 1991 bis 2002 in
Deutschland
Abb 3 Entwicklung der Eigenkapitalausstattung westdeutscher
Unternehmen von 1971 bis 1996
Abb 4 Eigenkapitalausstattung im Mittelstand Herbst 2002
Abb 5 Einordnung der Mezzanine Finanzierung
Abb 6 Rendite Risiko Struktur von Mezzanine Kapital
Abb 7 Sichtweisen des Mezzanine Begriffes
Abb 8 Einordnung von Mezzanine i e S in die Risiko Rendite
Struktur
Abb 9 Charakteristika von Mezzanine i e S
Abb 10 Möglichkeiten alternativer Finanzierungsformen für den
Mittelstand
Abb 11 Instrumente der Mezzanine Finanzierung
Abb 12 Vermögensverteilung bei Insolvenz
Abb 13 Verwendungsmöglichkeiten von Mezzanine
Finanzierungen
Anhang
Abb 14 Berechnung der Eigenkapitalanforderungen gem Basel I
Abb 15 Die drei Säulen von Basel II
Abb 16 Berechnung der Eigenkapitalquote nach Basel II
Abb 17 1 Säule von Basel II mit Methoden zur
Kreditrisikogewichtung
Abb 18 Eigenkapitalanforderungen für das Kreditrisiko gem
IRB Ansatz
Abb 19 Primär und Sekundärauswirkungen von Basel II
V
Abbildungsverzeichnis
Abb 20 Europäische Insolvenzentwicklung 2001
im Vorjahresvergleich
Abb 21 Gesamtinsolvenzen in Europa von 1997 bis 2002
Abb 22 Zinsaufwendungen in des Umsatzes von Unternehmen
im internationalen Vergleich (1999)
Abb 23 Struktur der Passivseite der Bilanzen deutscher
Unternehmen im Durchschnitt der Jahre 1995 bis 1999
Abb 24 Finanzierung im Bilanzstrukturmanagement
Abb 25 Gesellschafterverhältnisse Lankhorst
VI
Tabellenverzeichnis
TABELLENVERZEICHNIS
Tab. 1 Der Mittelstand in der deutschen Wirtschaft Tab. 2 Unterscheidungsmerkmale von Eigen-, Mezzanine-, Fremdkapital Tab. 3 Verteilung des Mezzanine- Marktvolumens in Europa Tab. 4 Verteilung nach Finanzierungsanlässen in Europa Tab. 5 Entwicklung der Finanzstrukturen in Europa Tab. 6 Gegenüberstellung verschiedener Mezzanine- Instrumente Anhang Tab. 7 Risikogewichte im Standardansatz (in %)
VII
Anhangsverzeichnis
ANHANGSVERZEICHNIS
Seite
Anhang 1: Weitere Unterschiede zu Großunternehmen.......................... XIII Anhang 2: Investoren- Noch eine Definition...........................................XIII Anhang 3: Von Basel I zu Basel II- Entwicklung, Gründe, Zeitplan...... XIV Anhang 4: Standard-, IRB- Ansatz....................................................... XVIII Anhang 5: Auswirkungen von Basel II auf die Banken........................... XX Anhang 6: Insolvenzentwicklung in europäischen Ländern.................. XXII Anhang 7: Insolvenzursachen............................................................... XXIII Anhang 8: Ursachen für die Entwicklung der Eigenkapitalausstattung.....................................................XXVII Anhang 9: Funktionen des Eigenkapitals............................................. XXIX Anhang 10: Eigenkapitalanteil an der Passivseite................................. XXX Anhang 11: Stille Beteiligung als Mezzanine schon in den 70er Jahren......................................................................... XXX Anhang 12: Floater, Nullkupon, Equity- Kicker.................................. XXXI Anhang 13: Keine Betriebsausgabe als atypische stille Beteiligung...XXXII
VIII
Anhangsverzeichnis
Seite Anhang 14: Alternative Finanzierungsformen...................................XXXIII Anhang 15: Business- Plan und Due Diligence................................. XXXIII Anhang 16: Bausteine des Unternehmerkapitals............................... XXXIV Anhang 17: Grundelemente bei Mezzanine- Finanzierungen.............XXXV Anhang 18: Lankhorst-Hohorst- Rechtssprechung des EuGH.......... XXXVI
IX
Abkürzungsverzeichnis
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
Abb. Abbildung
ABS Asset Backed Security
Abs. Absatz
AktG Aktiengesetz
Art. Artikel
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
BMF Bundesministerium für Finanzen
BMWi Bundesministerium für Wirtschaft
bspw. beispielsweise
BTU Beteiligungskapital für kleine Technologieunternehmen
bzw. beziehungsweise
ca. zirka
DEM Deutsche Mark
Diss. Dissertation
DtA Deutsche Ausgleichsbank
d.h. das heißt
EAD Exposure at Default (Kreditbetrag zum Zeitpunkt des
Ausfalls)
EBITDA Earning before Interest, Taxes, Depreciation and
Amortization (operativer Gewinn vor Fremdkapital-
zinsen, Steuern und Abschreibungen)
EG Europäische Gemeinschaft
EGV EG- Vertrag
EK Eigenkapital
EKH Eigenkapitalhilfe
ERP European Recovery Program
EStG Einkommensteuergesetz
etc. etcetera
EU Europäische Union
X
Abkürzungsverzeichnis
EuGH Europäischer Gerichtshof
evtl. eventuell
FA Finanzamt
f. folgende
ff. fortfolgende
GA Gemeinschaftsaufgabe
GB Großbritannien
gem. gemäß
GewStG Gewerbesteuergesetz
ggf. gegebenenfalls
ggü. gegenüber
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GmbHG GmbH- Gesetz
HGB Handelsgesetzbuch
Hrsg. Herausgeber
IHK Industrie- und Handelskammer
IKB Deutsche Industriebank
IPO Initial Public Offering (Börsengang)
IRB- Ansatz Internal Rating Based- Approach (interner Ratingansatz)
i.d.R. in der Regel
i.e.S. im eng(er)en Sinn(e)
i.H.d./v. in Höhe der (des)/ von
i.S.d. im Sinne des
i.V.m. in Verbindung mit
i.w.S. im weit(er)en Sinn(e)
KAGG Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften
KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
KMU klein- und mittelständige Unternehmen oder
kleine und mittlere Unternehmen
KStG Körperschaftsteuergesetz
k.A. keine Angabe(n)
XI
Abkürzungsverzeichnis
LBO Leveraged Buy Out
LGD Loss Given Default (Verlust bei Ausfall in Prozent)
M Maturity (Laufzeit)
max. maximal
MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft
MBI Management Buy In
MBO Management Buy Out
Mia. Milliarde(n)
Mio. Million(en)
Nr. Nummer
o.V. ohne Verfasser
PD Probability of Default (Kreditausfallwahrscheinlichkeit)
PE Private Equity
p.a. pro anno/ per annum (jährlich, pro Jahr)
S. Seite
so. sonstige
Tab. Tabelle
Tz. Textziffer
UBG Unternehmensbeteiligungsgesellschaft
u. und
USA United States of America
usw. und so weiter
u.e.m. und einige mehr
VC Venture Capital (Wagnis-, Risikokapital)
Verb. Verbindlichkeit(en)
vGA verdeckte Gewinnausschüttung
vgl. vergleiche
vs. versus (im Gegensatz zu)
z.B. zum Beispiel
z.T. zum Teil
z.Z. zur Zeit
XII
1 Einleitende Worte
1 Einleitende Worte
1.1 Problemstellung: Veränderung der Finanzierungsbedingungen für
klein- und mittelständische Unternehmen
Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Thema Mezzanine- Kapital sind die derzeit viel diskutierten Turbulenzen hinsichtlich der Finanzierungsmöglichkeiten von klein- und mittelständischen Unternehmen. Diese resultieren aus einer merklich restriktiven Kreditvergabepolitik der Banken infolge zahlreicher Insolvenzen deutscher Unternehmen. Andererseits werfen die angekündigten Neuregelungen des Baseler Ausschusses zur Eigenkapitalvereinbarung, unter dem Schlagwort ‚Basel II’ bekannt, ihre Schatten voraus. Befürchtungen, dass sich notwendige Finanzierungsmittel verteuern oder ganz verloren gehen, treffen in besonderem Maße die KMU aufgrund ihrer traditionell hohen Abhängigkeit von Fremdfinanzierungen. In der Praxis bedeutet dies, dass vor allem die mittelständischen Unternehmen den Ansprüchen von Basel II hinsichtlich Rating, Eigenkapitalanteil und den daraus resultierenden erhöhten Kreditmargen nicht mehr gewachsen sein werden.
1.2 Lösungsansatz: Moderne Finanzierungsinstrumente
Für die klein- und mittelständischen Unternehmen stellt sich somit die Frage nach alternativen Finanzierungsformen zum klassischen Bankkredit. Im Spannungsfeld einer derzeit schon bestehenden Unterkapitalisierung vieler
KMU und den verschärften Anforderungen von Basel II bieten die derzeit als
innovative Finanzierungsinstrumente in aller Munde als Heilsbringer gesehenen Mezzanine- Produkte einen möglichen Ausweg.
1
1 Einleitende Worte
Die Kapitalsuche des Mittelstands geht im Gleichschritt mit dem am Markt vorhandenen Investitionskapital. Die Anlageentscheidung von Mezzanine- Investoren wird in erster Linie geprägt von den Renditevorstellungen für das eingesetzte Kapital, die direkt vom Risiko des jeweiligen Investments abhängig sind. Beide Größen, Kapital und Risiko, treten in den Mittelpunkt der Entscheidung pro oder contra Mezzanine- Finanzierung.
1.3 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Mit der vorliegenden Arbeit soll das alternative Finanzierungsinstrument Mezzanine als möglichen Ausweg aus der Finanzmisere von kleinen und mittleren Unternehmen analysiert und systematisch aufbereitet werden. Ziel ist es hierbei, die Grundtechnik und den Wirkungsmechanismus dieses Finanzproduktes zu verstehen, die Vor- und Nachteile zu erkennen und diese als Mittel zur Schließung der Kapitallücken von KMU einzusetzen.
In Textziffer 2 werden die Probleme in der Finanzierung des Mittelstandes analysiert, aber nicht abschließend erörtert und versucht, als Ursachen für den Trend zur Finanzierung mit Mezzanine- Kapital festzumachen.
Aufbauend auf der Ursachenforschung wird im Kapitel 3 diese neue Finanzierungsmöglichkeit in ihrer Entwicklung, Ausgestaltung und Charakteristik dargestellt und ein strukturiertes Bild von Mezzanine- Mitteln entwickelt.
Dem grundlegenden Verständnis von Mezzanine im Hauptteil dieser Arbeit folgt in Textziffer 4 die Aufarbeitung eines möglichen Hindernisses von Seiten des Gesetzgebers für diese Finanzierungsart.
2
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
Abschließend werden im letzten Kapitel die Ergebnisse der Analyse und der Systematisierung von Mezzanine- Finanzierungen zusammengefasst und kritisch betrachtet, um sie anhand eines weiterführenden Ausblickes eventuell als Alternative zu würdigen.
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
2.1 Begriffsklärung ‚klein- und mittelständische Unternehmen’
In der gesamten Arbeit wird ‚Mittelstand’ oder ‚mittelständisch’ als Synonym für ‚klein- und mittelständische Unternehmen’ verwendet. Sollte dennoch einmal nur den ‚Mittelstand’ für Betrachtungen in Erwägung gezogen und die kleinen Unternehmen außen vor gelassen werden, wird an gegebener Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen.
2.1.1 Abgrenzungsmethodik durch quantitative und qualitative Merkmale
Die Abgrenzung kleiner, mittlerer und großer Unternehmen anhand von Größenmerkmalen stellt sich zunächst als Problem des geeigneten Maßstabes dar. Theoretisch kommen die verschiedensten betrieblichen Parameter in Betracht: Mitarbeiterzahl, Umsatz, Lohn- und Gehaltssumme, Gewinn, An- lagevermögen, Bilanzsumme, Marktanteile u.e.m. Bei vielen statistischen Erhebungen wurde sich auf den Maßstab Umsatz und/oder Beschäftigtenzahl festgelegt.
Qualitative Merkmalsbeschreibungen unterscheiden sich zu ihrem Pendant in ihrem soziologischen Bezug auf die Stellung des Betriebsinhabers und die Berücksichtigung organisatorischer und rechtlicher Besonderheiten. Folgende qualitative Abgrenzungsmerkmale sind als die wichtigsten anerkannt:
3
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
Tab. 1: Der Mittelstand in der deutschen Wirtschaft 2
1 Arndt, Kapitalversorgung, S. 15 ff.
2 Eigene Darstellung in Anlehnung an Wolf/ Hill/ Pfaue, Struktur, S. 5.
4
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
Ein Blick auf die Anzahl der KMU und deren Anteil am Umsatz verdeutlicht, dass der Mittelstand das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bildet (siehe Tab. 1). Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 50 Mio. € machen 99,8% der deutschen Unternehmen aus und sind für zwei Drittel des Gesamtumsatzes verantwortlich. 3 Weitere Definitionen und Einschränkungen des Begriffes Mittelstand werden in Anhang 1 und 2 erörtert.
2.2 Basel II- Umfang und Auswirkungen auf den Mittelstand
Der ‚Baseler Akkord II’ (Basel II) steht für gravierende Veränderungen im Kreditgeschäft. Die Kreditkonditionen sollen künftig stärker nach der Bonität des Kreditnehmers differenziert werden. Ziel der Reform ist es, das internationale Finanzsystem zu stabilisieren und Wettbewerbsgleichheit zu erreichen. Ausführlich werden diese Entwicklung, die Gründe dafür und der zeitliche Rahmen in Anhang 3 geschildert. Die Unternehmen sind gefordert, den Kreditinstituten zeitnah Informationen zur Verfügung zu stellen und dabei Einblick in ihre Planungs- und Steuerungsinstrumente zu gewährleisten. Insgesamt erhöht dies die Transparenz im Verhältnis zwischen Unternehmen und Kreditinstituten. 4
Es gibt wesentliche Indikatoren, die eine signifikante Veränderung der bisherigen Finanzstruktur, Unternehmenskultur und Informationspolitik in kleinen und mittelständischen Unternehmen erforderlich machen. Die Auswirkungen von Basel II auf die Kreditinstitute können in Anhang 5 nachgelesen werden.
3 Wolf/ Hill/ Pfaue, Struktur, S. 4 f.
4 Keiner, Rating Mittelstand, S. 22.
5
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
Mittelständische Unternehmen zeichnen sich aus Finanzierungsgesichts- punkten vor allem dadurch aus, dass sie sich traditionell in hohem Maße durch Bankkredite finanzieren (vgl. hierzu Abb. 1). Die intensive und langfristig angelegte Beziehung zur Hausbank (Relationship Banking) war bisher für beide Parteien, sowohl für den Kreditnehmer als auch für den Kreditgeber, durchaus von Vorteil. Durch Informationsgewinnung über die Bonität des Schuldners aus einer über Jahre anhaltenden Geschäftsbeziehung steigt die Bereitschaft zur langfristigen Finanzierung der klein- und mittelständischen Unternehmen. Die KMU erhalten dafür Planungssicherheit und Stabilität in der Unternehmensfinanzierung. Diese Konzentration auf eine Fremdkapital- finanzierung macht den Mittelstand aber besonders anfällig für die Regelungen von Basel II.
Abb. 1: Unternehmensfinanzierungsstrukturen im internationalen Vergleich 5
Basel II ist also keine reine Bankenangelegenheit. Es zieht für nahezu alle Unternehmen (also auch für KMU) ein Rating nach sich, welches die klassische Kreditvergabe auf den Prüfstand stellt und die zukünftigen Kreditkonditionen festlegt. Insbesondere kleine Unternehmen müssen damit
5 Nelles/ Klusemann, Finanzierungsalternative, S. 6.
6
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
rechnen, durch die starke Ausprägung der Eigentümer-ist-gleich-Unternehmer- Verhältnisse tendenziell höhere Risiken unterstellt zu bekommen.
Durch die extreme Spreizung der Kreditkonditionen (vgl. Anhang 5) befürchten viele KMU eine Verschlechterung ihrer Finanzierungsbedingungen im Zuge von Basel II. Diese Neuordnung hat aber auch eine zweite Seite: Für Unternehmen mit guter Bonität werden sich die Kreditzinsen durch die präzisere Risikomessung und deren Berücksichtigung bei der Mindesteigenkapitalbestimmung verringern.
Für Mittelständler mit schlechter Bonität ergibt dies im Wesentlichen zwei negative Konsequenzen:
• Ablehnung oder Kündigung von Krediten, die den erhöhten Bonitätsanforderungen nicht (mehr) genügen und
• Kreditvergabe zu höheren Konditionen, welche die angespannte Liquiditätslage weiter verschlechtert und in der Folge eine grundsätzliche Stärkung der Finanzkraft großer Unternehmen bzw. Konzerne zu Lasten der KMU bewirkt.
Hieraus resultiert für KMU ein zusätzliches Dilemma: Eigenfinanzierung durch weitere Einlagen scheidet aus, weil das Vermögen der Gesellschafter überwiegend schon im Unternehmen gebunden und eine neuere Kreditaufnahme durch fehlende Sicherheiten so gut wie ausgeschlossen ist. Der Mittelstand gerät dadurch verstärkt unter finanziellen Druck, weil immer kürzer werdende Produktlebens- und Technologiezyklen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen notwendig machen.
Es empfiehlt sich für mittelständische Unternehmen in mehreren Richtungen zu agieren. Entscheidende Handlungsalternativen als Reaktion auf die neue Eigenkapitalverordnung werden im Nachfolgenden kurz beschrieben. Grundsätzlich sollten kleine und mittlere Unternehmen ihre Eigenkapital-
7
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
basis nachhaltig stärken (vgl. dazu Tz. 2.4). Des Weiteren werden KMU zu einer Veränderung in der gesamten Struktur der Unternehmensfinanzierung tendieren. In Deutschland ist die Bedeutung einer Kapitalmarktfinanzierung im Vergleich zum klassischen Bankkredit sehr gering, was wiederum die Fähigkeit zur Eigenfinanzierung belastet und eine starke Abhängigkeit von den entsprechenden kreditgebenden Banken zur Folge hat. Zusätzlich sollte die Hausbankbeziehung intensiviert werden, da die klassische Kreditfinanzierung unabdingbar bleibt. Dies sollte anhand transparenterer Informationspolitik geschehen, z.B. durch Bereitstellung von Planbilanzen, -ergebnisrechnungen, -mittelflussrechnungen, aber auch von strategischen Konzepten, um das Vertrauen der Banken zu gewinnen und Bonität zu signalisieren. Ist das Kreditpotenzial trotz zusätzlicher Anstrengungen ausgeschöpft, sind Alternativen zum Bankkredit zu suchen. Neben Factoring, Leasing und den sogenannten Asset Backed Securities (ABS) kommen vor allem immer mehr Mezzanine- Finanzierungsarten in Betracht (Tz. 3). 6
2.3 Insolvenzentwicklung (mittelständischer Unternehmen)
Marktaustritte sind in einer Marktwirtschaft normale Vorgänge. Unternehmen scheiden aus dem Markt aus, andere werden neu gegründet. Das sind Folgen des Strukturwandels (z.B. Änderung der Nachfrage, der Produktionsfaktoren oder der Unternehmensorganisation) und des Wettbewerbs. Unternehmen, die im Wettbewerb nicht bestehen können, werden durch andere ersetzt. So sieht das ideale Bild eines vollkommenen Marktes aus, in dem es keine Marktmacht, keinen Zahlungsverzug, keine Konjunkturschwankungen und keine unerwarteten Ereignisse gibt.
6 Broda, KMU, S. 467 f. i.V.m. Nelles/ Klusemann, Finanzierungsalternative, S. 5 f.
8
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
Insolvenzen wirken gesamtwirtschaftlich in einer solch idealen Welt uneingeschränkt positiv: Sie führen nicht zu Kapitalvernichtung, Arbeitslosigkeit und negativen Effekten für Lieferanten und Kunden, sondern dazu, dass die freiwerdenden Produktionsfaktoren für die Herstellung eher nachgefragter, besserer Güter und Dienstleistungen zur Verfügung stehen. Leider ist die Welt nicht so ideal: Konjunkturschwankungen, Reibungsverluste und Interdependenzen machen es wirtschaftspolitisch wünschenswert, Insolvenzen zu vermeiden, soweit sie leistungsfähige und wirtschaftlich gesunde Unternehmen betreffen. 7
2.3.1 Insolvenzgeschehen in Deutschland
Die Gründe für die gesetzlich vorgeschriebene Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sind: (Drohende) Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. 8 Insolvenzen machen aber nur einen kleinen Teil (ca. 5-10%) der Marktaustritte aus. Die große Mehrheit erfolgt durch freiwillige Schließung bzw. Geschäftsaufgabe, Verkauf, Fusion oder Ähnliches.
In den 90er Jahren ist die Zahl der Insolvenzen in Deutschland stark ange- stiegen. Von 1997 bis 2000 hielt sich in etwa das Niveau. In den Jahren 2000 bis 2002 beschleunigte sich der Anstieg der Unternehmensinsolvenzen jedoch wieder- von mehr als 28.000 über 32.000 bis hin zu 37.500 (vgl. dazu Abb. 2). In Ostdeutschland besonders betroffen war im Jahr 1998 die Baubranche (Anteil von rund 40%). In den alten Bundesländern betraf es neben dem Bau vor allem den Handel. Der größte Teil der Unternehmensinsolvenzen betrifft GmbHs- ca. 60% der insolventen Unternehmen in 1998 und etwa 57% in 2001.
7 Plattner, Pleite, S. 37.
8 Olfert/ Reichel, Finanzierung, S. 49.
9
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
Aber auch Einzelunternehmen (und Freie Berufe) waren 2001 stark am Insolvenzgeschehen beteiligt (23%). 9
Abb. 2: Unternehmensinsolvenzen von 1991 bis 2002 in Deutschland 10
Der Existenzgründerboom der 90er Jahre verschärfte die Zunahme der Insolvenzen noch, da Unternehmen bekanntlich in den ersten Jahren nach ihrer Gründung am labilsten sind 11 , mit der Folge, dass 1998 rund 80% der insolventen Unternehmen jünger als acht Jahre waren (Ost: 95%, West: 70%). 2001 waren es immerhin noch zwei Drittel.
Mehr als ein Viertel aller Insolvenzen (8.500) ereigneten sich 2001 in den neuen Bundesländern (1998 waren es noch 9.000 = ein Drittel). Die Quote ist dort deutlich höher als in Westdeutschland, weil nur rund ein Siebtel aller bundesdeutschen Unternehmen ihren Sitz im ‚Osten’ haben. Über 80% der insolventen Unternehmen weisen einen Jahresumsatz von weniger als 2,5 Mio. € aus; von diesen wiederum haben fast drei Fünftel einen Umsatz von max. 0,5 Mio. € 12 .
9 Plattner, Pleite, S. 37 ff.
10 Keiner, Rating Mittelstand, S. 50 i.V.m. Plattner, Pleite, S. 38 und o.V., Internet Destatis, Stand: 06.02.2004.
11 Pape, Unternehmensrating, S. 637.
12 Zahlenmaterial umgerechnet von DEM in €.
10
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
Zusammenfassend stellt sich das empirische Bild für Deutschland folgendermaßen dar: Der Gründungsboom in den 90er Jahren führte zu einem enormen Wachstum der Insolvenzzahlen. Vornehmlich betroffen sind Unternehmen in Branchen, die eine Strukturanpassung durchlaufen, kleine Unternehmen, ostdeutsche Unternehmen und GmbHs.
Das Insolvenzgeschehen zeigt in Europa im Durchschnitt eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland (vgl. dazu Anhang 6). 13 Die Ursachen einer solchen Entwicklung lassen sich anhand einiger einflussreicher Faktoren festmachen, die in Anhang 7 aufgearbeitet werden.
2.3.2 Folgen der Insolvenzentwicklung
Beträchtliche Folgen für die deutsche Kreditwirtschaft entstehen aus dieser Entwicklung des Insolvenzgeschehens. So betrug der Gläubigerschaden durch Forderungsausfälle aufgrund von Insolvenzen im Jahr 1998 allein 30 Mia. € 14 . Durch die Insolvenzrisiken erhöhen sich auch die Gefahren eines eventuellen Kreditausfalles für die Banken. Angesichts dieser Risikosteigerung erklärt es sich von selbst, dass private Großbanken sich immer mehr aus dem Kreditgeschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen zurückziehen und der Mittelstand wiederum die Kreditversorgung zunehmend gefährdet sieht. Auch bei der Förderung von Existenzgründern sind die Großbanken aufgrund von Erfahrungswerten des letzten Jahrzehnts praktisch nicht mehr anzutreffen. 15 Diese Entwicklung lässt vermuten, dass gerade KMU intensiv auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur alternativen Finanzierung ihrer Unternehmen sind und sie in Mezzanine- Kapital (ab Tz. 3) gegebenenfalls fündig werden.
13 Plattner, Pleite, S. 37 ff.
14 Zahlenmaterial umgerechnet von DEM in €.
15 Keiner, Rating Mittelstand, S. 55.
11
Quote paper:
Andreas Hirschfeld, 2004, Mezzanine-Kapital: Neue Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand?, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Das Internet als Instrument der Kundenbindung
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Diploma Thesis, 84 Pages
Bilanzierung eigener Anteile nach HGB und IFRS
Business economics - Accounting and Taxes
Termpaper, 23 Pages
Vergleichende Analyse der Eigenkapitalschwäche deutscher Mittelstands-...
Business economics - Investment and Finance
Diploma Thesis, 110 Pages
Innovative Ansätze der Kundenbindung mit Hilfe neuer Informations- und...
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
Finanzierungslösungen für den Mittelstand - Klassische Mezzanine-Darle...
Business economics - Investment and Finance
Bachelor Thesis, 75 Pages
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Diploma Thesis, 35 Pages
Mezzanine Finance – äquivalente Finanzierungsmöglichkeit im Mittelstan...
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Scholary Paper (Seminar), 33 Pages
Alternative Finanzierungsformen für den deutschen Mittelstand
Business economics - Investment and Finance
Scholarly Research Paper, 85 Pages
Möglichkeiten und Grenzen der Unternehmenssteuerung mit Kennzahlen
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Mezzanine-Kapital für den Mittelstand - Ein wirksames Mittel zur Siche...
Business economics - Investment and Finance
Diploma Thesis, 122 Pages
Equity Mezzanine - Genussrechte im Rahmen eigenkapitalnaher Mezzanine ...
Business economics - Investment and Finance
Diploma Thesis, 89 Pages
Mezzanine-Kapital als alternative Finanzierungsform für den deutschen ...
Business economics - Investment and Finance
Diploma Thesis, 97 Pages
Ursachen der aktuellen Private Equity-Entwicklung an den deutschen und...
Business economics - Investment and Finance
Diploma Thesis, 108 Pages
Andreas Hirschfeld's text Mezzanine-Kapital: Neue Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand? is now available as a printed book
Andreas Hirschfeld has published the text Mezzanine-Kapital: Neue Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand?
Andreas Hirschfeld has uploaded a new text
Mezzanine-Kapital für den Mittelstand
Finanzierungsinstrumente, Proz...
Eberhard Brezski, Holger Böge, Thomas Lübbehüsen, Thilo Rohde, Oliver Tomat
Mezzanine-Kapital in der HGB- und IFRS-Rechnungslegung
Ausprägungsformen, Bilanzierun...
Ulrike L. Dürr
Bilanz und Lehren der Standard...
Arno Lehmann Tolkmitt, Norman Elmers, André Knöll
Das Kapital neue lesen - Beiträge zur radikalen Philosophie
Jan Hoff, Alexis Petrioli, Ingo Stützle, Frieder Otto Wolf
Mezzanine Finanzierungsinstrumente
Stille Gesellschaft - Nachrang...
Michael Häger, Manfred Elkemann-Reusch
Helden für den Mittelstand / Business Heroes in SMBs
Herbert Vogel, Jürgen Kieser, Uwe Kalmer, Heike Hornung, Andreas Leidloff, Volker Eils, Dieter Schoon, Ferran Delmás, Tanja Faulhaber
0 comments