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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - Was ist Wissen?
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2. Wissensschaffung
Seite 4
2.1. Implizites und explizites Wissen
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2.2. Intention
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2.3. Autonomie
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2.4. Fluktuation und kreatives Chaos
Seite 8
2.5. Metapher, Analogie und Modell
Seite 9
2.6. Redundanz
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2.7. Notwendige Vielfalt
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3. Anwendung und Fazit: Beispiele aus dem Seminar
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4. Quellenverzeichnis
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1. Einleitung - Was ist Wissen?
»Wissen ist Macht.« - dieser Ausspruch symbolisiert die neue Bedeutung Wissen generierender Prozesse in Unternehmen. Dieser hohe Stellenwert resultiert aus dem Versuch von Firmen, Wissensprozesse entstehen zu lassen und Lernen in der Arbeit unter den vielfältigsten Ansätzen, Modellen und Methoden zu ermöglichen. Im Bewusstsein um ihre Bedeutsamkeit waren diese - neuartig oder altbewährt - Inhalt des Seminars »Generierung und Organisation betrieblichen Wissens«. Angelegt an die verschiedensten Varianten des Wissensmanagements warfen die Seminarteilnehmer dabei auch einen Blick nach Fernost, wo - eingeläutet durch den jahrzehntelang andauernden Erfolg asiatischer Firmen - die Wurzeln (auch) im Umgang mit Wissen liegen.
Japanische Unternehmen definieren dabei grundsätzlich ihr Kapital anders als europäische: Nicht technisches Know-how bildet für sie »das« Kapital einer Firma, sondern Wissen ist für sie die einzig sichere Quelle für dauerhafte Wettbewerbsvorteile. Folglich steigen in diesen Unternehmen auch die damit verbundenen Prozesse der Wissensorganisation- und Gestaltung in ihrem Stellenwert. Innovationen sollen dabei nicht länger ein Zufallsprodukt sein, sondern auf Basis gezielter Wissens - und Lernprozesse entstehen, we lche durch die Managementebene angestoßen werden. Da dies über das herkömmliche Modell des Lernens am Arbeitsplatz hinausgeht, ist hier ein »Blick über den Tellerrand« in Richtung Nippon lehrreich, denn die »Generierung und Organisation betrieblichen Wissens« in Japan unterscheidet sich von der europäischen gänzlich. Deutlich wird dies durch Unterschiede zu uns bekannten oder im Seminar vermittelten Wissensgenerierungsmodellen; basierend auf ihrer Kultur und Tradition hat der Ferne Osten ein komplett anderes Modell entwickelt: Dies lässt Begriffe wie »implizites und explizites Wissen« in einem neuen Licht erstrahlen und verknüpft Wissensgenerierung bildhaft mit »Metaphern« und »Analogien«. Wie und mit welchen Mitteln das geschieht, das soll diese Ausarbeitung aufzeigen. Ähnlich der bildhaften fernöstlichen Sprache möchte ich mich hierbei auch auf einige Beispiele aus dem Seminar berufen, welche gemäß dem Ausspruch "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" die Einfachheit und Effizienz dieses Modells deutlich machen werden. Die daraus resultierenden vielfältigen Möglichkeiten der japanischen Wissensgenerierung aufzuzeigen ist nunmehr das Ziel meiner Ausarbeitung; ähnlich
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dem nipponschen Prinzip bietet es aber keine Leitlösungen, es soll vielmehr die Phantasie anregen und für neue Ideen öffnen. Auch wenn diese Prozesse stark von der asiatischen Sprache und Kultur beeinflusst sind, können dennoch übertragbare Ansätze gefunden werden, was ich im Rahmen der Ausarbeitung mit Beispielen aus der Gruppenarbeit im Seminar unterstreichen möchte.
2. Wissensschaffung 2.1 Implizites und explizites Wissen
Bevor man die wissensgenerierenden Prozesse japanischer Unternehmen genauer untersucht und versucht, sie möglichst unkompliziert auf »einheimische« Problemstellungen zu übernehmen, muss der Begriff »Wissen« im Kontext des Referates erläutert und abgegrenzt werden. Nonaka und Takeuchi machen bereits vor dem Vorwort Ihres Buches deutlich, worin sich für sie der Wissensgenerierungsprozess der Japaner von dem westlichen Manager unterscheidet: Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Unterschied von expliziten zu impliziten Wissen. 1
Doch was verstehen die beiden Professoren der Hitotsubashi Universität unter »explizitem« und »implizitem« Wissen? Der deutsche Duden bezeichnet die genannten Adjektive als ein Gegensatzpaar: »Explizit« bedeutet "ausführlich und differenziert dargestellt" 2 , »implizit« hingegen "nicht aus sich selbst zu verstehen, sondern logisch zu erschließen" 3 . Explizites Wissen ist von Methodik und Systematik geprägt; leicht vermittelbar und in schriftlicher oder audio-visueller Form kann es Wissen via Produktbeschreibungen, wissenschaftlichen Texten, grammatikalischen Aussagen, mathematischen Formeln und Filmen oder PC-Programmen weiterverbreiten. Diese Form der Wissensweitergabe ist uns aus Schule, Aus - und Weiterbildung sowie Studium eng vertraut; jahrzehntelang haben wir unser Wissen dort »explizit« erworben, weil diese Prägung auch der Sichtweise unserer europäischen bzw. westlich-philosophischen Tradition entsprach. Durch seine abstrakte Form kann explizites Wissen mittels Satzstrukturen zusammenhängende Aussagen bilden, welche hinterfragt und diskutiert werden können. Dieser Prozess
1 Vgl. Nonaka/ Takeuchi (1997), S.2
2 Dudenredaktion (2001)
3 Dudenredaktion (2001)
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führt zur Neukombination von Gedanken bzw. neuen Gedanken, welche wiederum Ansätze für neue Nachfragen bilden.
Implizites Wissen ist hingegen »still«, d.h. es kann oder wird nicht vollständig in Worten ausgedrückt. Dieses Wissen ist meist personen- und aktionsgebunden, sein Inhalt ist ohne diese direkten Bezüge folglich schwierig zu formulieren und zu vermitteln. Es basiert auf individuellen Erfahrungen, Perspektiven, persönlichen Vorstellungen, Glauben, Werten und Emotionen. Vorwiegend in einem spezifischen Kontext verwurzelt, wie einem Beruf, einer Technik oder einem Produkt, bildet implizites Wissen etwas mit Worten Unbeschreibbares aus . Doch der Mangel an Worten, sein Wissen mitzuteilen, bedeutet nicht zwangsläufig auch einen Mangel an Wissen: "Wir wissen mehr, als wir fähig sind mitzuteilen." 1 . Somit formt implizites Wissen für uns einen notwendigen Bestandteil unseres Erkennens und Verstehens, welcher für alle Formen des theoretischen und praktischen Wissens grundlegend ist. Allgemein gesehen stellt es somit subjektive Einblicke dar, das individuelle Verständnis (einer Person) für ein Thema, ein Gefühl bzw. eine Intuition oder auch nur einen Verdacht. Speziell betrachtet umfasst implizites Wissen jedoch zwei Dimensionen: Die technische Dimension umfasst informelle und schwer beschreibbare Fertigkeiten, welche uns weitgehend unter dem umgangssprachlichen Begriff »Know-how« bekannt sind. Sie enthält Können, Handlungsroutinen und motorische Fertigkeiten, welche sich kaum verbalisieren lassen. Die kognitive Dimension besteht aus mentalen Modellen und geistigen Schemata, welche wir aufgrund unseres Alltagslebens für selbstverständlich halten. Sie wird widergespiegelt durch unsere Auffassung der Wirklichkeit und Zukunft, welche zusammen die Wahrnehmung unserer Welt formen.
Doch wie gestaltet sich das Verhältnis von expliziertem und implizitem Wissen? Ewald Jarz beschreibt diesen Zusammenhang wie folgt: "Explizites Wissen ist ein expliziertes Wissen, kann jedoch durch Routinehandlungen impliziert werden." 2 Ferner kann gemäß Jarz implizites Wissen auch "... durch Reflexion expliziert werden, explizites Wissen kann durch Routinehandlungen implizit integriert werden." 3 Folglich sind (Selbst)Reflexion der Beteiligten über ihr (implizites) Wissen und Routine beim Umgang mit (explizitem) Wissen notwendig, um den Austausch von ex-und impliziten Wissen zu steuern. Grundvoraussetzung zur Entstehung dieses
1 Polanyi, Michael in Nonaka, I. (1992), S. 88
2 Jarz (1997), S. 84
3 Jarz (1997), S. 89
Arbeit zitieren:
Christian Kunze, 2004, Wie japanische Unternehmen Wissen generieren, München, GRIN Verlag GmbH
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