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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
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2. Definitionen
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3. Ein Blick über den Tellerrand: Das 360-Grad-Feedback
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4. Selbstevaluation am Beispiel des Modellversuchs KUS
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4.1. Entstehung
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4.2. Konzept
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4.3. Methoden
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5. Fazit - Probleme
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6. Quellenverzeichnis
Seite 15
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1. Einleitung
Das Seminar "Erfolgskontrollen und Prüfungen in der Berufsbildung" steht im Kontext mit einem Umbruch in der Gliederung der Berufsausbildung, der sich seit Jahren durch unser (Berufs-)Bildungssystem zieht. Neue berufliche Aufgaben und Herausforderungen, ein stetig steigendes technisches Niveau und fast täglich Fortschritte und Innovationen in allen Berufszweigen, verlang(t)en von den Auszubildenden Flexibilität und Anpassungsgabe, um in der neuen Berufswelt zu bestehen. Doch nicht nur für Auszubildende wandel ten sich die Lerninha lte, auch der Meister und die Ausbilder in Berufsschulen und Weiterbildungseinrichtungen unterschiedlichster Trägerschaften waren davon betroffen. Zuletzt blieb im Rahmen dieser Reformen bei Auszubildenden/ Ausbildern und Prüflingen/ Prüfern nur ein Bereich von Neuerungen weitestgehend verschont - die Prüfungen an sich, der Indikator schlechthin für den Arbeitserfolg beider Seiten. Im Oktober 1999 wurde im Rahmen des Bündnisses für Arbeit festgestellt, dass die neu gestaltete handlungsorientierte Berufsausbildung auch in den Abschlussprüfungen Beachtung finden muss. Ein deutliches Zeichen für die Divergenz von Berufsausbildungen und deren Prüfungen waren und sind dabei stets die Zwischenprüfungen, welche im Allgemeinen (zeit-) aufwendig, teuer und damit ineffektiv sind. Folglich werden meist "stumpf" theoretische und praktische Kenntnisse und Fertigkeiten des Prüflings abgefragt, wohingegen die Ausbildungsverordnungen weitaus mehr fordern: Sie wollen, dass der Prüfling zielgerichtet und eigenverantwortlich handelt; Projekte plant, durchführt und kontrolliert; sein eigenes Handeln reflektiert uvm. Kernaussage ist hierbei, dass nicht die Prüfung Ziel und Art der Ausbildung bestimmt, sondern umgekehrt - ändert sich die Berufsausbildung, muss sich die Prüfung (daran orientiert) ebenfalls ändern! Dies erkannten auch Pütz und Brosi, die vor vier Jahren feststellten, dass "das Prüfungswesen in unserem beruflichen Aus- und Weiterbildungssystem [...] umfassend neu gestaltet werden" 1 muss. Will man nun dieser Anforderungen gerecht werden, hat es in diesem Sinne eine weitläufige Umgestaltung der Abschlussprüfungen zur Folge: 2
Die oftmals programmiert scheinenden Prüfungsteile müssen mehr freien Aufgabenstellungen weichen. Anstatt Prüfungsteile punktuell auf festgelegte
1 Zit. nach Schmidt, Jens U. (2000), S.3
2 Vgl. Schmidt, F. (2000), S.2
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Zeiträume zu fixieren, sollten sie prozessorientiert und ausbildungsbegleitend erfolgen. Die Prüfungen sollten weniger schriftlicher und mündliche r Natur sein, sondern in projektorientierter Form stattfinden. Wenn dann doch einmal Wissen abgefragt werden sollte, dann weniger Detailwissen, sondern mehr Strukturwissen. Bei all diesen Veränderungen dürfte n jedoch bestimmte Eckpunkte von Prüfungen nicht verändert werden: Die Bundeseinheitlichkeit der Prüfungen muss weiter gewahrt bleiben, damit deren Ergebnisse auch zukünftig vergleichbar sind und aus "Made in Germany" nicht "Made in Bavaria" wird. Ferner muss - trotz aller Umstrukturierungen - alles im Rahmen einer vernünftigen und zumutbaren Prüfungsökonomie bleiben, d.h. vorgeschlagene Prüfungsinstrumente müssen finanzierbar und realisierbar sein. Sie sollen dabei jedoch ausschließlich nur dem Überprüfen der beruflichen Handlungsfähigkeit dienen und dabei gültige, verlässliche und objektive Prüfungsergebnisse liefern.
Diese Ausgangssituation läutet(e) ohne Zweifel einen Wechsel in der berufsbildenden Prüfungslandschaft ein, deren Lösungsansätze nunmehr Thema unseres Seminars waren: " Wie kann man Abschlussprüfungen neu gestalten?" Hierbei lag der Schwerpunkt besonders darauf, welche Kompetenzen zukünftig prüfungsrelevant sind und wie man diese erfassen und beurteilen kann. Dabei wurden u.a. neben handlungsorientierten Ansätzen, welche alle Phasen einer bestimmten Situation abprüfen (Planung - Durchführung - Kontrolle), auch der Gedanke von der Normierung von Prüfungen in Frage gestellt. Da man sich in diesem Rahmen auch mit der Fremdeinschätzung der Auszubildenden durch Prüfer bzw. Ausbilder beschäftigte, lag ein Sprung zur Selbsteinschätzung der Auszubildenden nahe . Warum sollte nicht auch die Selbstreflexion des Auszubildenden bzw. seiner Leistungen für eine Prüfung relevant sein, warum bezieht man ihn nicht ein in die Leistungsfeststellung? Und wenn man die Selbsteinschätzung für gewichtig erklärt, wie kann man Über- und Unterschätzung durch den Auszubildenden vermeiden - wie kann man ein objektives Bewertungsinstrument gestalten?
Wie ist die Objektivierung der Selbsteinschätzung von Auszubildenden zu gewährleisten? Dies Frage möchte ich - angelehnt an den Modellversuch KUS - im Zuge dieses ausgearbeiteten Referates beantworten. Nach einer kurzen Definition
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der Begriffe »Objektivierung« und »Selbsteinschätzung« möchte ich im Anschluss dann anhand des 360-Grad-Feedbacks eine Einführung in das KUS - Modell geben, bevor ich daran abschließend Methoden der Selbstevaluation erläutere.
Doch schon im Vorfeld sei auf die Vorteile für die Auszubildenden hingewiesen: Selbstreflexion ist in keinem Abschnitt von Prüfungen bisher von Relevanz; sie wird nicht unterdrückt, aber auch nicht gefördert und ist dennoch von enormer Wichtigkeit. Durch Selbsteinschätzung lernen Auszubildende, sich ihrer Verhaltensweisen bewusst zu werden. Sie lernen es einzuschätzen, wie ihr Verhalten auf andere wirkt und sie sehen, was sie bei anderen Personen auslösen. Dadurch erfolgt letztendlich der wichtige Vergleich von Selbstbild und Fremdbild, durch den überhaupt Denk-oder Lernprozesse angeregt werden.
2. Definitionen
»Objektivierung« und »Selbsteinschätzung« schließen sich auf den ersten Blick von Ihrer Begrifflichkeit eigentlich gegenseitig aus. Dennoch ist ein Zusammenhang im Bezug auf die Thematik gegeben - ja sogar zwingend notwendig. Denn wenn man sich selbst bewertet oder einordnet unterliegt man meist dem Fehler, sich zu über-oder unterschätzen, weil man z.B. eigene Fehler kaum oder zu sehr wahrnimmt. Folglich ist diese Selbsteinschätzung nur zweckmäßig, wenn sie ein objektives Bild des Einzuschätzenden - in unserem Fall dem Auszubildenden - wiedergibt. Doch was ist hierbei "objektiv"?
Der Duden versteht unter »Objektivierung« einen Inhalt, der "in eine bestimmte, der objektiven Betrachtung zugängliche Form" 1 gebracht wird, der " von subjektiven, emotionalen Einflüssen befreit ist" 2 . Doch wie kann man bei der Beurteilung seiner Selbst - zumal es dabei um die berufliche Zukunft gehen kann - frei von Emotionen sein, wie kann man sich selbst unbefangen bewerten? Ziel ist es, " etwas so darzustellen, wie es wirklich ist, unbeeinflusst vom Messinstrument oder vom Beobachter" 3 . Da wir den Beobachter, in diesem Fall der Auszubildende selbst, aber
1 Dudenredaktion (2001)
2 Dudenredaktion (2001)
3 Dudenredaktion (2001)
Arbeit zitieren:
Christian Kunze, 2004, Objektivierung der Selbsteinschätzung von Auszubildenden, München, GRIN Verlag GmbH
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