Gliederung
A. Einleitung: Die Tetrarchie Diokletians und die Krise des dritten Jahrhunderts
3
B. Hauptteil: Die Christenverfolgung unter Diokletian
4
I. Das Christentum vor den ersten Edikten
a) Aufstieg in die höheren Ämter des Staates
b) Befreiung von Opferpflichten
c) Ausbreitung und Entfaltung im gesamten Reich 5
II. Der späte Beginn der Verfolgung
a) Festigung der Kirche in der Friedenszeit
b) Äußere Bedrohung durch die Perser 6
III. Der Verlauf der Verfolgung
a) Erste Maßnahmen gegen die Christen
b) Die vier Edikte des Diokletians 7
1. Das erste Edikt vom 23 02 303
2. Weitere Edikte im Sommer und Herbst 303 8
3. Das vierte Edikt im Frühjahr 304
c) Fortsetzung der Verfolgung unter Galerius 9
d) Das Ende der Verfolgung durch das Toleranzedikt am 30 04 311
IV. Die Ursachen für die Verfolgung 10
a) Der verschwörerische Charakter der Christen aus Sicht Diokletians
1. Ablehnung der römischen Gesetze
2. Vereinigung verschiedener Völker zu einer Gemeinschaft
b) Theologie des Kaisertums 11
1. Sakrale Überhöhung des Herrschers
2. Verehrung des Kaisers in religiöser Form
c) Die Unantastbarkeit des römischen Gesetzes und der Religion 12
1. Rückführung der Christen
2. Verehrungswürdigkeit durch alte Überlieferungen
d) Die Sicherung des Imperiums 13
1. Bestand des Reiches durch die Gunst der Götter
2. Fehlendes Mitwirken der Christen
3. Verschärfung des altrömischen Reformkurses 14
C. Schluss: Das Scheitern der Tetrarchie und die Tolerierung des Christentums
15
Bibliographie
2
A: Einleitung
Die Tetrarchie Diokletians und die Krise des dritten Jahrhunderts
Fünfzig Jahre vor dem Regierungsantritt Diokletians war das römische Reich durch äußere und innere Spannungen destabilisiert worden. Im März 235 begann mit der Ermordung des letzten Kaisers aus der Severer Dynastie, Severus Alexander, die Zeit der Soldatenkaiser. Das Imperium kämpfte am Rhein gegen die Franken und Alamannen, an der Donau gegen die Goten und Carpen und am Euphrat gegen die persischen Sassaniden. Im Inneren dagegen kämpften nach und nach siebzig Kandidaten um den kaiserlichen Purpur. Viele Kaiser unterlagen den Feinden oder wurden Opfer von Attentaten. Auch eine hohe Geldentwertung schwächte die römische Wirtschaft. Der andauernde Bürgerkrieg kostete einem Kaiser nach dem anderen das Leben und verhinderte somit eine dauerhafte Stabilisierung. Erst die Ernennung Diokletians im November 284 brachte eine Wende in der Krise des dritten Jahrhunderts. 1
Im Jahre 286 proklamierte er Maximianus zum Augustus, also zu seinem Mitkaiser und 293 wurde das Reich durch die Einführung der Tetrarchie, der Viererherrschaft, mit den Caesaren Constantius und Chlorus, neu geordnet. 2
Aufgrund der Verschärfung des altrömischen Reformkurses und der Förderung des Staatskultes führte seine Politik zur letzten großen Christenverfolgung, die schon 299 n. Chr. mit der Säuberung des Heeres und des Hofes begann und schließlich in den vier Edikten aus den Jahren 303/304 gipfelte und erst durch das Toleranzedikt des Galerius vom 30. April 311 ein Ende fand.
1 Vgl. Alexander Demandt, Diokletian als Reformer, in: Diokletian und die Tetrarchie, Berlin 2004, S. 1
2 Vgl. Clauss Manfred, Einführung in die alte Geschichte, München1993, S. 156
3
Mit der Alleinherrschaft des Gallienus im Jahre 206 n. Chr., der die Edikte seines Vaters Valerian gegen die Christen aufgehoben hatte, brach für die Christen eine Friedenszeit von beinahe 40 Jahren an. 3 Auch in den knapp 20 Jahren nach dem Regierungsantritt des Diokletians im Jahre 284 n. Chr. wurde das Christentum geduldet. Unter seiner Regierung stiegen Christen in die höchsten Ämter des Staates auf. Sie wurden unter anderem mit der Verwaltung von Provinzen betraut oder befanden sich in großer Zahl am kaiserlichen Hof. 4
Des Weiteren hatte Diokletian Lactanz als christlichen Redner in die Hauptstadt Nikomedien berufen. 5
Ferner taten viele Christen im Heer Dienst und wurden dort nicht in die Kulthandlungen miteinbezogen oder dazu gezwungen. 6
b) Befreiung von den Opferpflichten
Neben diesem Aufstieg der Christen ist auch eine weitere positive Entwicklung zu erwähnen. „Ihnen wurde ausdrücklich eine Sonderstellung gewährt, indem sie, um ihr Gewissen nicht beflecken zu müssen, von den Opferhandlungen ausgenommen waren.“ 7 Hier zeigt sich besonders das damalige römische Prinzip der Toleranz gegenüber den Christen.
Wie schon erwähnt wurden nicht nur Christen am kaiserlichen Hof und in den Städten von den Opferpflichten und den übrigen Kulthandlungen befreit, sondern auch die Christen die im römischen Heer ihren Dienst leisteten.
3 Vgl. Karl Christ Geschichte der römischen Kaiserzeit, München 1988, S. 684
4 Vgl. Joachim Molthagen, Der römische Staat und die Christen im zweiten und dritten Jahrhundert, Göttingen 1970, S. 102
5 Vgl. Alexander Demandt, Diokletian als Reformer, in: Diokletian und die Tetrarchie, Berlin 2004, S. 7
6 Vgl. Joachim Molthagen, Der römische Staat und die Christen im zweiten und dritten Jahrhundert, Göttingen 1970, S. 102
7 Vgl. Joachim Molthagen, Der römische Staat und die Christen im zweiten und dritten Jahrhundert,
c) Ausbreitung und Entfaltung im gesamten Reich Besonders bedeutsam war die Ausbreitung des Christentums im gesamten römischen Reich. „In vielen Städten reichten die alten Versammlungsstätten nicht mehr aus, so dass an ihrer Stelle neue, größere gebaut wurden. 8
Ein bedeutendes, sichtbares Zeichen für die ungestörte Entfaltung des Christentums stellt sicherlich die große christliche Kirche in Nikomedien, in unmittelbarer Sichtweite des kaiserlichen Palastes, dar. 9 Diese 40 Jahre kann man somit durchaus als Blütezeit des Christentums bezeichnen, in welcher es sich ungestört entfalten konnte, welche jedoch mit dem ersten Verfolgungsedikt am 23.02.303 ein unerwartetes Ende fand.
a) Festigung der Kirche in der Friedenszeit Die lange Bewährung der Kirche hatte die Gemeinden und Bischöfe selbstsicher gemacht. Laut Eusebius wurde es am kaiserlichen Hof sogar zugelassen, dass die Bediensteten sich offen in Wort und Tat zu ihrem Glauben bekannten. 10
Seit Gallienus hatte die Kirche somit an Größe und Festigkeit stark zugenommen. Die anfängliche Toleranz und die somit starke Verbreitung des Christentums besonders in den höheren Ämtern des Staates machten eine sofortige Verfolgung unmöglich. Das wusste Diokletian natürlich und musste somit schrittweise gegen die Christen vorgehen und nicht sofort gegen die ganze Kirche. Die folgenden Maßnahmen zeigen einen planmäßig gesteigerten Kampf gegen die Kirche. 11
8 Vgl. Joachim Molthagen, Der römische Staat und die Christen im zweiten und dritten Jahrhundert, Göttingen 1970, S. 102
9 Vgl. Alexander Demandt, Diokletian als Reformer, in: Diokletian und die Tetrarchie, Berlin 2004, S. 7
10 Vgl. Karl Suso Frank, Grundzüge der Geschichte der alten Kirche, Darmstadt 1984, S. 70
11 Vgl. Joachim Molthagen, Der römische Staat und die Christen im zweiten und dritten Jahrhundert,
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Christian Lübke, 2005, Die Christenverfolgung unter Diokletian, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Daniel Müller
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Daniel
on Monday, December 05, 2005-