INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Veränderungen im 19. Jahrhundert und die gesellschaftliche Position der Frau 2
3 Der Wandel der Institution Krankenhaus im 19. Jhd. 4
3.1 Verschiedene Pflegeklassen 4
3.2 Sanitätspolizeiliche Vorschriften 5
3.3 Medizinisch-therapeutische Kräfte 5
3.3.1 Die katholische Ordenspflege 6
3.3.2 Die evangelische Diakonie 7
3.3.3 Das Rote Kreuz 9
3.3.4 Die freiberufliche Krankenpflege 10
4 Fazit 13
Abbildungsverzeichnis 15
Literatur 16
Andreas Worch, 2004 c 1
1 Einleitung
Das 19. Jahrhundert war geprägt von bedeutenden medizinischen Fortschritten und gewaltigen politischen Veränderungen. Die Frauen organisierten sich in Vereinen um dem bis dahin geltenden Rollenbild und der geschlechtsspezifischen Spaltung der Arbeitswelt geschlossen entgegenzutreten. Wie wandelte sich ihre gesellschaftliche Position? Haben diese Veränderungen den Weg von der Armenkrankenpflege zur heutigen Pflege geebnet und beschleunigte dieser Umstand die Umgestaltung vom Armenspital zum frühmodernen Krankenhaus? Wie waresumdieAusbildungssituationbestellt?
Die vorliegende Hausarbeit stellt sich diesen Fragen. Dabei werden unter hauptsächlicher Verwendung der Arbeiten von Möller (1984) im Kapitel Eins grundlegend auf die gesellschaftlichen und sozialen Gegebenheiten des 19. Jahrhunderts hingewiesen, sowie anschließend die Stellung der Frau in dieser Epoche fokussiert.
Im dritten Kapitel werden die das Krankenhaus des 19. Jahrhunderts maßgeblich verändernden Faktoren aufgezeigt. Intensive Beachtung wird dabei den medizinisch therapeutischen Kräften und ihrer Ausbildung geschenkt. Die Literatur von Seidler/Leven (2003) und Möller/Hesselbarth (1996) waren dabei sehr hilfreich. Abschliessend folgt eine kurze Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse.
2 Veränderungen im 19. Jahrhundert und die gesellschaft-
liche Position der Frau
Mit der Industrialisierung veränderten sich in wachsendem Umfang die Arbeitsverhältnisse und die Arbeitsbedingungen für die breite Masse der Bevölkerung. Entgegen der vorindustriellen Zeit, in der die Hausgemeinschaft und die Arbeitsstätte in der Regel miteinander verschmolzen waren, müssen erwerbstätige Personen der Frühkapitalismus die Hausgemeinschaft verlassen, um für sich und die Familie zu verdienen. „Die Lohnarbeit, d.h. die außerhäusliche, bezahlte Arbeit, setzte sich (. . . ) als dominierende Arbeitsform durch“ (Möller 1984, S.67).
c Andreas Worch, 2004 2
2 VERÄNDERUNGEN IM 19. JAHRHUNDERT UND DIE GESELLSCHAFTLICHE
Das Bild der Frau und ihre Stellung innerhalb der Gesellschaft, auf diese Frage soll im kommenden Abschnitt näher eingegangen werden.
Im 19. Jahrhundert begannen die Frauen den Kampf um ihre Gleichberechtigung. Zu Beginn dieser Epoche erstreckte sich ihr Dasein hauptsächlich in Unterwürfigkeit, der Rolle als Mutter und der im Haushalt fungierender Person. Erst das frühkapitalistische 19. Jahr-hundert mit seinen maßgeblichen Umwandlungsprozessen veränderte auch entscheidend die Rolle der Frau innerhalb der Gesellschaft. Ob, und wie sich ihre gesellschaftliche Position, und vor allem ihr Erwerbsdasein im Verlauf dieser Epoche wandelte, ist Inhalt der kommenden Abschnitte. Wie sich herausstellen wird, muss strikt zwischen den existierenden Klassen unterschieden werden.
Für Mitglieder der proletarischen Schicht stand es außer Frage, dass auch die Frau Lohnarbeit verrichtete um die Existenz aller Familienmitglieder wenigstens einigermaßen zu sichern. Damit wandelte sich ihre Rolle im Laufe dieses Jahrhunderts vom „reinen Hausfrauendasein zur Mitverdienerin“ (Möller/Hesselbarth 1996, S. 58).
hen innerhalb der Gesellschaft dieser Zeit zu ergrün- Abbildung1: Ideologisch gefärbte Eigenschaften
von Mann und Frau im 19. Jahrhundert; Quelle:
den, wagt Bischoff (1992). Im Mittelalter, so die Au-
Möller1984, S.67
torin, lösten Vernunft und Wissenschaft das bis dahin
bestehende „magische Weltbild“ des Menschen ab. „Natur erscheint ihm fortan nur noch als Objekt der Beherrschung und Ausbeutung (. . . )“ und die bis dahin Unergründliche, Angsteinflössende und nicht Beherrschbare, wandelt sich zum Objekt der „Verachtung“. Die Kluft zwischen rationalem (Mann) und emotionalem Denken (Frau) wurde zunehmend größer. Nach Bischoff (1992) „wird die Frau [als Objekt der Aneignung und Ausbeutung] mit der Natur identifiziert. Die Verachtung und Unterdrückung hat hier ihren Ursprung“ und hielt bis ins 19. Jahrhundert an. Hausarbeit und Krankenpflege als naturgebundene Arbeiten wurden
c 3 Andreas Worch, 2004
von den Männern an die Frauen abgegeben (Bischoff 1992, S.94f).
Letzte wurden in der kapitalistischen Gesellschaft somit doppelt unterdrückt. Diese Diskriminierung kann einerseits durch ihre wirtschaftliche Ab-
hängigkeit im Bereich des Arbeitslebens und andererseits durch ihre soziale Abhängigkeit von den Männern im Privaten verdeutlicht werden. Im Bürgertum waren die geschlechtsspezifische Spaltung der Arbeitswelt und die Geschlechtsrollen innerhalb der Gesellschaft stark ausgeprägt (vgl. Abbildung 2). Die konservativ denkende Klasse gestattete daher den Frauen in der Regel nur die Haushaltsführung. Diese war beschränkt auf den „familiären Bereich und orientierte sich an den Bedürfnissen der Familienmitglieder“. Die Hausarbeit wurde nicht mit den amMarktvorhandenenTauschmittelnentlohnt,sondernmit„AnerkennungundZuneigung“ (Möller 1984, S.67).
3 Der Wandel der Institution Krankenhaus im 19. Jhd.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts kam es zu einem gravierendem Wandel der Institution Krankenhaus. Hierzu sind vier Einflussfaktoren erwähnenswert, die nachfolgend erläutert werden sollen.
3.1 Verschiedene Pflegeklassen
Hatte die Institution Krankenhaus noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Aufgabe der Ar-menfürsorge, war also eine Armenstätte mit einer eher abschreckenden Wirkung auf große Teile der Bevölkerung, lockte es jetzt durch das Angebot an verschiedenen Pflegeklassen auch finanziell Bessergestellte zur stationären Behandlung (vgl. Jütte/Labisch 1996). Die Geschichte der Pflegeklassen wurde genauer von Stollberg (1996) untersucht. Eine Bevorzugung dieses Klientel fand sich beispielsweise in der Art der Unterbringung und der Qualität der Speisen. In vielen Krankenhäusern, u.a. dem Osnabrücker Krankenhaus, wurden eigens kleinere Einzelzimmer für Wohlhabende geschaffen. Die Einführung der drei Klassen, so der
c Andreas Worch, 2004 4
Arbeit zitieren:
Andreas Worch, 2005, Die Umgestaltung des Krankenwesens und deren Ursachen unter genauerer Betrachtung der Rolle der Frau im 'langen' 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Gewindeschneiden von Hand (Unterweisung Industriemechaniker / -in)
AdA Handwerk / Produktion / Gewerbe - Mechanische Berufe, Metall und Kunststoff
Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 12 Seiten
Fachgerechtes Gewindeschneiden (Regelgewinde) eines Flachstahls (Unter...
AdA Handwerk / Produktion / Gewerbe - Mechanische Berufe, Metall und Kunststoff
Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 13 Seiten
Vorlage für eine Unterweisung / einen Unterweisungsentwurf zur Ausbild...
AdA Sonstige Berufe, Übergreifendes
Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 13 Seiten
Andreas Worch's Text Die Umgestaltung des Krankenwesens und deren Ursachen unter genauerer Betrachtung der Rolle der Frau im 'langen' 19. Jahrhundert ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Andreas Worch hat den Text Die Umgestaltung des Krankenwesens und deren Ursachen unter genauerer Betrachtung der Rolle der Frau im 'langen' 19. Jahrhundert veröffentlicht
Andreas Worch hat einen neuen Text hochgeladen
Das waren Zeiten 3 C. Das ' lange' 19. Jahrhundert
Geschichte für die Sekundarstu...
Dieter Brückner, Harald Focke
Lateinamerika und die USA im »langen« 19. Jahrhundert
Unterschiede und Gemeinsamkeit...
Hans Werner Tobler, Peter Waldmann
0 Kommentare