Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung „Kommunikation“
2.1. Kommunikation im Pflegealltag
3. Begriffsdefinition „Wahrnehmung“
3.1. Beeinflussende Faktoren
4. Professionelle Gesprächsführung
4.1. Gesprächsfördernde Reaktionsweisen
5. Historische Betrachtung des Sterbens
6. Entwicklung der Hospizidee
6.1. Konzeptionelle Entwicklung der modernen Hospizarbeit
7. Grundlagen der professionellen Sterbebegleitung
8. Pflegekundliche Intervention am Beispiel des Phasenmodells von
Elisabeth Kübler-Ross
9. Die verbale und nonverbale Symbolsprache der Sterbenden
10. Fazit
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1. Einleitung
Der seit einigen Jahren im Gesundheitsbereich stattfindende Wertewandel weist bei allen beteiligten Berufsgruppen eine zunehmende Orientierung an den Bedürfnissen und Wünschen der Patienten/Klienten auf.
In immer stärkerem Masse entwickelt sich ein Selbstverständnis als Dienstleistungs-Sektor, in dem die Exploration von Patienteninteressen und die Sicherung von Qualitätsstandards als wichtigste Ziele neben der Konsolidierung bzw. Dämpfung der Betriebskosten betrachtet werden. Auf diesem Hintergrund hat die Profession der Pflegenden realisiert, dass eine Aus-/ Weiterbildung der Pflegekräfte im Bereich „Kommunikation“ und „Beratung“ erforderlich ist. Die Bedeutung professioneller Gesprächsführung als Grundvoraussetzung für patientenorientierte Pflege soll hier am Beispiel von „Sterbebegleitung“ aufgezeigt werden.
Der vorliegende Text beschreibt exemplarisch den Pflegealltag in der Krankenpflege, möchte sich aber darüber hinaus auch auf den Bereich der Altenpflege beziehen und verstanden wissen, da diese Arbeitsbereiche nicht scharf voneinander zu trennen sind und Sterbebegleitung in beiden Arbeitsbereichen stattfindet.
2. Begriffsklärung „Kommunikation“
In der Alltagssprache versteht man unter Kommunikation den verbalen Austausch von Informationen.
In der Kommunikationswissenschaft wird dieser Begriff um den nonverbalen Bereich erweitert, d.h. jede Mimik, Gestik, Körperhaltung usw. enthält eine Aussage, die das Verhalten des Gegenübers beeinflusst und selbst durch das Verhalten anderer beeinflusst wird.
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„Verhalten ist eine Eigenschaft, die so grundlegend ist, dass sie oft übersehen wird. Verhalten hat kein Gegenteil, d.h. man kann sich nicht nichtverhalten.“ (Watzlawick, P. in Bachmair S. et al., 1989, S.98) Der Begriff „Kommunikation“ ist neutral zu betrachten, da er sowohl das „sich - verstehen“ als auch das „sich - nicht - verstehen“ beinhaltet.
2.1 Kommunikation im Pflegealltag
Die Pflege von alten und kranken Menschen stellt sehr komplexe Anforderungen an das in diesem Bereich tätige Personal. Neben einer fundierten medizinisch - pflegerischen Fachkompetenz wird gleichmäßige Freundlichkeit, Anteilnahme, ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Echtheit und emotionaler Wärme erwartet. (Bischoff-Wanner, 2002, S. 79) Die Krankenpflege - Ausbildung, die traditionell in den Händen der Krankenhaus - Träger liegt, vermittelt jene Kenntnisse, die eine gute medizinisch-pflegerische sowie technischinstrumentelle Grundversorgung der Patienten sicherstellen. Es wird erwartet, dass das Personal für einen reibungslosen Ablauf des Stationsalltags sorgt, die ärztlichen Anordnungen ausführt und deren Einhaltung überwacht.
Eine Erkrankung, die eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich macht, löst bei den meisten Menschen Sorge und Beunruhigung aus. Viele Patienten gehen bereits mit einem unguten Gefühl ins Krankenhaus, da sie - oft auf der Basis früherer Erfahrungen - den Verlust ihrer Individualität und Privatsphäre fürchten. Die fremde Umgebung, die Preisgabe von Intimität durch die unfreiwillige Unterbringung in Mehrbettzimmern gemeinsam mit fremden Menschen, ein Stationsalltag, der ihnen einen fremdbestimmten
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Tagesrhythmus aufoktroyiert und die Furcht vor unangenehmen oder schmerzhaften Untersuchungen fördern eine starke Verunsicherung der Patienten.
Der Umzug in ein Alten- bzw. Pflegeheim ist sehr oft mit ähnlichen Gefühlen behaftet. Auch hier kommt es zu einer - dauerhaften -Störung der Privatsphäre, bedingt durch den Verlust vieler persönlicher Kontakte, der eigenen Wohnung und der allermeisten Privatgegenstände (Möbel, Hausrat etc.) Möglicherweise musste sich der/die Betroffene von einem Haustier trennen, was häufig als besonders schmerzhaft empfunden wird.
Kommt neben der „äußeren Bedrohung“ noch eine „innere Bedrohung“ durch eine letale Erkrankung hinzu, bedarf es neben der somatischen Versorgung einer intensiven seelischen bzw. seelsorgerischen Begleitung der Patienten. Diese emotional schwierige Situation erfordert ein besonders einfühlsames, respektvolles und
partnerschaftliches Verhalten des Pflegepersonals, welches im Pflegealltag nur selten zu beobachten ist.
Die Kommunikation zwischen Patienten und Pflegenden ist - verursacht durch Personalnot und Mängel in der Ausbildung - meist sachreduziert und auf ein Minimum beschränkt. Sogenannte „Kommunikationsstörer“ werden - in der Regel unbewusst - von den Pflegenden eingesetzt, um „zeitraubende“ Gespräche zu verkürzen und das Zimmer des Patienten möglichst schnell wieder verlassen zu können. Zu den
Kommunikationsstörern aus dem verbalen Bereich gehören : Herunterspielen oder Bagatellisieren, Überreden, Drohen bzw. Warnen, positive oder negative Bewertung, Ratschläge geben, Vorwürfe machen, von sich reden, usw. (Weisbach, 1999, S. 125-148).
Das Spektrum der Kommunikationsstörer auf der nonverbalen Ebene ist ebenfalls vielfältig:
hektische Sprache oder Bewegungen, wenig oder kein Blickkontakt,
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sich abwenden, während des Redens zur Tür gehen, Türklinke in die Hand nehmen usw. ( Beispiele aus der persönlichen Erfahrung d. Verfasserin ).
Dieses Verhalten beinhaltet die Botschaft, dass der Handelnde nicht bereit ist, sich auf sein Gegenüber einzulassen, zuzuhören oder als Person wahrzunehmen. Dies steht in krassem Widerspruch zum Anspruch der Patientenorientiertheit , den die Pflege für sich erhebt.
Professionelle Pflege beinhaltet ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Pflegekundigen und Patienten, geprägt von dem Bemühen, jeden Kranken in seiner Gesamtheit als Person mit seiner individuellen Biografie wahrzunehmen, ihn als „Experten seiner Selbst“ bei der Exploration seiner Bedürfnisse und Ressourcen zu begleiten und zu unterstützen. Die Entwicklung und Formulierung von Pflegezielen istso weit wie möglich - mit ihm gemeinsam zu erarbeiten. Dies erfordert auf der Seite der Pflegenden, neben einer geschulten Wahrnehmungsfähigkeit, die Entwicklung einer kognitiv-empathischen Grundhaltung und die sichere Beherrschung bzw. Anwendung von Gesprächsführungstechniken.
3. Definition „Wahrnehmung“
„Wahrnehmung ist ein sozial-selektiver Prozess, der u.a. durch die Interaktion von Gruppenmitgliedern, durch Rollen- und Normeinflüsse, durch kulturelle Einflüsse, wie z.B. Sprache, durch die individuelle Entwicklung des Wahrnehmenden beeinflusst wird.“ (Bachmair et.al., 1989, S.22)
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Arbeit zitieren:
Beate Scheffler, 2005, Professionelle Gesprächsführung in der Pflege im Kontext von Sterbebegleitung/ Hospizarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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