Inhaltsverzeichnis:
1. EINLEITUNG 1
2. OFFENE WAHLRECHTE 2
2.1 AUSWEISWAHLRECHTE 2
2.2 BILANZIERUNGSWAHLRECHTE 3
2.3 BEWERTUNGSWAHLRECHTE 3
3. VERDECKTE WAHLRECHTE. 4
3.1 FEHLENDE REGELUNGEN. 5
3.2 UNSCHARFE REGELUNGEN 5
3.2.1 UNSCHARFE BEGRIFFE 6
3.2.2 UNSCHARFE GRENZEN 8
3.3 ERMESSENSREGELUNGEN 8
3.3.1 SCHÄTZUNGEN. 8
3.3.2 ECHTES ERMESSEN 10
4. FAZIT. 14
5. LITERATURVERZEICHNIS. I
6. ANHANG III
1
1. Einleitung
Auf den ersten Blick scheinen die bilanziellen Wahlrechte in den IAS/IFRS keine große Bedeutung zu haben. Gerade nach dem Comparability- and Improvement Project 2003 wurden viele Standards überarbeitet und Wahlrechte gestrichen. Betroffen waren allerdings vorwiegend sogenannte „offene“ Wahlrechte.
Unterschieden wird in dieser Arbeit zwischen „offenen“ und „verdeckten“ Wahlrechten. Die „offenen Wahlrechte“ unterteilen sich in Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechten. Im Bezug auf die „verdeckten“ Wahlrechten unterscheidet der Auto zwischen fehlenden, unscharfen und Ermessensregelungen. In der Gliederung der „verdeckten“ Wahlrechte stützt sich der Autor vor allem auf Joachim S. Tanski. Diese Aufteilung soll die Vielfalt der „verdeckten“ Wahlrechte widerspiegeln. Da auch für den Bilanzersteller ein großer Spielraum bei den „verdeckten“ Wahlrechten besteht, wurde hierauf der Schwerpunkt der Arbeit gelegt. Außerdem sind den „offenen“ und explizit genannten Wahlrechten nach Einschätzung des Autors keine große Bedeutung zuzumessen, da das Wahlrecht klar definiert ist. Vielmehr dominieren „unscharfe Begriffe“ und Ermessensregelungen die Wahlrechte innerhalb der IAS/IFRS.
Allerdings sind die „verdeckten“ Wahlrechte oft nur schwer in eine Gliederung zu pressen, da sie problemlos unter mehreren Punkten erscheinen könnten.
Ziel dieser Arbeit soll sein, dem Leser eine Vorstellung und einen kurzen, beispielhaften Abriss der Probleme vor allem der „verdeckten“ Wahlrechte zu geben.
2
2. Offene Wahlrechte
In den IAS gab es bis zum Comparability- and Improvement Project des IASB einige offene Wahlrechte, die vom IASB unterschiedlich gewichtet wurden. 1 Das IASB erklärte eine Vorgehensweise zur „bevorzugten Methode“ (benchmark treatment) und eine andere zur „alternativen Methode“ (allowed alternative treatment). Diese Methoden wurden in den jeweiligen Standards ausführlich dargestellt und mit Hinweisen und Einschränkungen versehen. Durch die Namensgebung „benchmark“ und „alternative“ sollte die Rangfolge der Wahlrechte ausgedrückt werden. Allerdings handelte es sich von Seiten des IASB lediglich um eine Empfehlung.
Von genannten Wahlrechten bleibt nur noch eines in den IAS, nämlich in IAS 23 die Fremdkapitalkosten.
Offene Wahlrechte zeichnen sich dadurch aus, dass sie explizit innerhalb der IAS benannt werden und man je nach Sachverhaltes zwischen verschiedenen Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsalternativen wählen kann.
2.1 Ausweiswahlrechte
In den IAS gibt es momentan nur ein spezielles Ausweiswahlrecht. Dies ist in IAS 20.24 verankert. Demnach können Subventionen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte entweder als passiver Abgrenzungsposten oder als Abzug beim Buchwert des Vermögenswertes ausgewiesen werden. Der Vorteil des Ausweises als passiver Abgrenzungsposten ist in einem höheren langfristigen Vermögensausweis und einem höheren Fremdkapital, also einer Bilanzverlängerung zu sehen. Des weiteren wird in IAS 20.39 a verlangt, dass im Anhang die Bilanzierungs- und Bewertungsmethode der Zuwendungen der öffentlichen Hand erläutert werden.
1 Vgl. Kirsch, Einführung in die internationale Rechnungslegung nach IAS/IFRS, 2005, S. 40
3
2.2 Bilanzierungswahlrechte
Ein Beispiel für Bilanzierungswahlrechte sind die Fremdkapitalkosten in IAS 23. Hier findet man auch noch die ansonsten abgeschaffte Regelung der „Benchmark-Methode“ 2 und „alternativ zulässigen Methode“ 3 .
Nach der Benchmark-Methode sind die Fremdkapitalkosten als Aufwand sofort erfolgswirksam zu erfassen.
Alternativ ist es möglich, sofern sie dem Erwerb, Bau oder Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, sie als Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten zu aktivieren. Eine weitere Bedingung leitet sich aus den allgemeinen Bilanzierungsgrundsätzen ab, wonach es wahrscheinlich sein muss, dass dem Unternehmen aus dem Vermögenswert ein wirtschaftlicher Nutzen erwächst. 4 Ein weiteres explizit benanntes Wahlrecht ist in IAS 16 verankert. So wird lediglich gefordert, dass das Abschreibungsvolumen auf systematische Grundlagen über die Nutzungsdauer zu verteilen ist. 5 Dabei kommen eine „Vielzahl von Methoden in Betracht“. 6
Außerdem gibt es auch noch das Wahlrecht zwischen der Fifo-Methode und der Durchschnittsbewertung in IAS 2.25 oder auch IAS 7.33, das offen lässt, ob Zinsen und Dividenden im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit oder aus Finanztätigkeit auszuweisen sind.
2.3 Bewertungswahlrechte
IAS 16.29 ff. und IAS 38.72 ff. nennen im Bezug auf Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte folgende explizite Wahlrechte für die Folgebewertung: Bewertung zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen oder zum höheren Zeitwert der Neubewertung, korrigiert um danach angefallene Abschreibungen. Bei immateriellen Vermögenswerten hat dieses Wahlrecht jedoch kaum Bedeutung, da nach IAS 38.7 die Kriterien eines aktiven Marktes eine notwendige Bedingung für die
2 Vgl. IAS 23.7 ff.
3 Vgl. IAS 23.10 ff.
4 Vgl. Bohl, Beck´sches IFRS-Handbuch, 2004, S. 1181
5 Vgl. IAS 16.50
6 Vgl. IAS 16.62
Arbeit zitieren:
Marc Lory, 2005, Bestehende bilanzielle Wahlrechte in IAS/IFRS, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial durch Ermessensspielräume und v...
(Accounting policies design po...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Diplomarbeit, 93 Seiten
Bilanzierung von Forschungs- und Entwicklungskosten nach HGB, IFRS und...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Bachelorarbeit, 61 Seiten
Bilanzierungs-und Bewertungswahlrechte nach IAS/IFRS
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Seminararbeit, 22 Seiten
§ 7g EStG, Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibung für kleine...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Studienarbeit, 32 Seiten
Die Prüfung der Kapitalflussrechnung
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
Bilanzierung und Bewertung von Goodwill nach HGB, IAS und US-GAAP
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hausarbeit, 30 Seiten
Bilanzpolitische Möglichkeiten der IAS/IFRS-Rechnungslegung
Referat (Ausarbeitung), 32 Seiten
Kundenintegration im Key Account Management
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 98 Seiten
Cross Selling - Vor- und Nachteile sowie erfolgreiche Beispiele
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Projektarbeit, 11 Seiten
Die Bilanzierung immateriellen Vermögens nach HGB und IFRS
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Bachelorarbeit, 59 Seiten
Die Zukunft von Agrarsubventionen in der EU: Herausforderungen durch a...
Diplomarbeit, 96 Seiten
Marc Lory hat den Text Bestehende bilanzielle Wahlrechte in IAS/IFRS veröffentlicht
Marc Lory hat einen neuen Text hochgeladen
Rechnungslegung von Treasury-Instrumenten nach IAS/IFRS und HGB
Ein Umsetzungsleitfaden mit Fa...
Knut Henkel, Roland Eller, Markus Heinrich, René Perrot, Markus Reif
Immaterielle Güter in der Rechnungslegung nach HGB, IAS/IFRS und US-GA...
Aktuelle Rechtslage und neue W...
Sascha Dawo, Karlheinz Küting, Claus-Peter Weber
Internationale Rechnungslegung
IFRS 1 bis 8, IAS 1 bis 41, IF...
Bernhard Pellens, Rolf Uwe Fülbier, Joachim Gassen, Thorsten Sellhorn
Die Bilanzierung von kundenspezifischen Entwicklungen nach IAS/IFRS
am Beispiel der Zulieferindust...
Matthias Ferneschild
0 Kommentare