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Günter Wallraff hat in der deutschen Öffentlichkeit den Ruf des „Enthüllers“, der schonungslos Mißstände aufdeckt und von Niemandem käuflich ist. Seine Aktionen als Türke oder Fließbandarbeiter sind ebenso unvergessen, wie seine Tätigkeit „für“ die Bildzeitung..
In dieser Hausarbeit wird ausschließlich diese legendärste Recherche als BILD-Reporter Hans Esser untersucht. Es ist natürlich notwendig, Wallraffs weitere Arbeiten nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Schließlich ist Wissen über seine Biographie und journalistischen Arbeiten nicht unwichtig, um festzustellen welcher Arbeitstechniken sich Wallraff bedient.
Im ersten Teil dieser Hausarbeit wird Wallraffs Leben kurz dargestellt. Außerdem wird seine Rolle als BILD-Reporter „Hans Esser“ eingehend untersucht. Es wird gezeigt, welchen Tätigkeiten Wallraff im Rahmen seiner kritischen Reportage nachging (nachgehen mußte?). Wallraffs Kritik der „Bild“ wird dargestellt; außerdem wird an Beispielen erläutert, worin Wallraff der Boulevardzeitung ganz konkret die Problematik Deutschlands größter Boulevardzeitung sieht.
Anschließend wird deutlich gemacht, wie die Reaktion auf Wallraffs „Aufmacher“ in der Bundesrepublik verlief. Natürlich wird insbesondere die Reaktion die Axel Springer Verlages genauer untersucht. Es wird aber auch gezeigt, daß Wallraff auch von anderen Seiten kritisiert wird.
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Hans Günter Wallraff wurde am 1.10.1942 in Burscheid bei Köln als Sohn eines Angestellten geboren. Nachdem er ein Gymnasium bis zur mittleren Reife besucht hatte, absolvierte er eine Buchhändlerlehre und wurde Buchhändler (1957-1961). Später war er als Journalist und Schriftsteller tätig. 1963-66 war er Fabrikarbeiter, 1966-67 Mitarbeiter bei „Pardon“ und dann bei „konkret“.
1966 ist Günter Wallraff als Redakteur der „Hamburger Morgenpost“ tätig. Unter dem Titel „Wir brauchen Dich - als Arbeiter in Deutschen Großbetrieben“ veröffentlichte Wallraff im gleichen Jahr einen Band mit Industriereportagen. Das Werk machte Günter Wallraff bekannt. Nach Max von der Grün ist er der wichtigste Autor der Dortmunder „Gruppe 61“. 1968 setzte er sich unter dem Titel „Nachspiele“ mit Praktiken der politischen Justiz in der BRD auseinander. 1969 veröffentlichte Wallraff „13 unerwünschte Reportagen“, eine umfassende publizistische Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft. Um in die zahlreichen Taburäume einzelner Interessengruppen einzudringen, arbeitete Wallraff unter anderem als Hilfsarbeiter, Spitzel oder Selbstschutzhelfer. Die Tatsache daß Wallraff 1967 als „Ministerialrat Kröver“ vom „Zivilausschuß des Bundesinnenministeriums“ von verschiedenen Großbetrieben Einzelheiten über einen nicht legalen Werkschutzaufbau, über Schießübungen und Waffenhaltungen entlockt - und dabei eine erschreckend militante Haltung aufgedeckt hatte - brache Wallraff eine Anzeige wegen Amtsanmaßung und unbefugter Titelführung ein. Das Gericht sprach ihn jedoch frei 1970 erschien „Von einem, der auszog und das Fürchten lernte“; 1972 folgte „Neue Reportagen, Untersuchungen, Lehrbeispiele“. Sein Buch „Ihr da oben - wir da unten“ erregte wegen seiner Enthüllungen über den „Gerling-Konzern“ die Öffentlichkeit. Es folgte eine Beschwerde beim Deutschen Presserat über Wallraff.
1 Munzinger Archiv/Internationales Biographisches Archiv 5/94
Arbeit zitieren:
Mag. Klaus Storm, 2000, Zu: Der Aufmacher - Wallraffs Kritik der BILD-Zeitung, München, GRIN Verlag GmbH
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