INHALTSVERZEICHNIS
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1. Einleitung 3
2. Allgemeine Grundlagen und Probleme der pädagogischen
Anthropologie 4
3. Allgemeine Grundlagen der Pädagogik bei
Friedrich Schleiermacher 6
4. Theorie der Erziehung 10
4.1 Erziehungsbegriff 10
4.2 Erziehungsziel 11
4.2.1 Individualität 12
4.2.2 Universalität 13
4.3 Fazit 15
5. Gegenstände der Erziehung 16
5.1 Fertigkeiten 16
5.1.1 Spontaneität 17
5.1.2 Rezeptivität 18
5.2 Gesinnung 18
5.3 Fazit 19
6. Maßnahmen der Erziehung 20
6.1 Behütung 20
6.2 Gegenwirkung 21
6.3 Unterstützung 23
6.4 Fazit 24
7. Schlussbetrachtung 25
8. Literaturangaben 27
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1. EINLEITUNG
Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher geboren 1768 beschäftigte sich als Theologe und Pädagoge in erster Linie, stets motiviert durch seinen eigenen Werdegang, mit der Ausbildung der Individualität in Abhängigkeit eines sich, in wandelnder Lebensanschauung, entwickelnden sozialen Willens als Ziel einer neuen gesellschaftlichen Ordnung.
Vor diesem Hintergrund setzte er sich mit der Frage auseinander, welchen Beitrag Pädagogik zur Entwicklung des Menschen als Persönlichkeit, individuell und universell in die Gesellschaft integriert, leisten kann und soll. Dabei ist zunächst die genauere Betrachtung der allgemeinen Grundlagen und Probleme der pädagogischen Anthropologie von Bedeutung, der sich eine Erörterung der allgemeinen Grundlagen der Pädagogik bei Friedrich Schleiermacher anschließt und die Basis für weitere Überlegungen und Ausführungen bilden.
An diese Darstellung schließt sich die Klärung der Thematik an, wie Friedrich Schleiermacher seine Theorie der Erziehung definiert und welche Bedeutung sie für das pädagogische Handeln einnimmt.
Ausgehend von dieser Fragestellung sollen Kapitel 5 und Kapitel 6 die Themen und Methoden der Erziehung näher beleuchten, wie sie sich für Friedrich Schleiermacher aus seiner Theorie der Erziehung ableiten, und inwieweit sie für die Natur und die gesellschaftliche Entwicklung des Menschen von Bedeutung sind.
Eine abschließende Bewertung der wichtigsten Themenschwerpunkte erfolgt in der Schlussbetrachtung (Kapitel 7).
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2. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN UND PROBLEME DER PÄDAGOGISCHEN ANTHROPOLOGIE
Anthropologie als die `Lehre vom Menschen´ ist wesentlich für alle wissenschaftlichen Untersuchungen bezüglich der Ganzheit des Menschen. „Die Anthropologie versucht, die Feststellungen der empirischen
Wissenschaften vom Menschen (Humanbiologie, Tiefenpsychologie,
Psychosomatik; Ethologie; Ethnologie; Soziologie; Sprachwissenschaft usw.)
mit seinen vielfältigen Determiniertheiten in Einklang zu bringen mit der
Behauptung der „Freiheit“ und schöpferischen Leistungsfähigkeit des
Menschen. Durch den Versuch der wissenschaftlichen Absicherung ihrer
Thesen unterscheidet sich die moderne Anthropologie von früheren, meist
theologischen oder metaphysisch begründeten Versuchen, das „Wesen“ des
Menschen zu bestimmen.“(MEYERS 1990).
Durch die Vielfalt wissenschaftlicher Aussagen über pädagogische Probleme, als Ergebnis einer Betrachtung und Auseinandersetzung hinsichtlich der individuellen Persönlichkeitsentwicklung im Zusammenwirken mit den jeweils vorherrschenden kulturell-historischen, politischen und institutionellen Einflüssen, formuliert Dietmar Kamper die „(pädagogische) Anthropologie als eine Wissenschaft der `Differenz´, als Wissenschaft eines `beziehungsreichen Unterschiedes´“(KAMPER 1998, S. 82), da es nicht möglich ist, „ einen `einheitlichen Gegenstand´“(ebd.) als Ausgangsbasis zu definieren. Daraus resultierend sieht sich die pädagogische Anthropologie mit vielfältigen Problemen konfrontiert, die sich zum einen aus der Beschreibung der „Stellung des Menschen in der Welt und seine [r, Anm. d. Verf.] `Natur´ im Verhältnis zur außermenschlichen Natur“(ebd.) und zum anderen aus einem Basiskonstrukt zur Integration der Resultate unterschiedlicher Humanwissenschaften ergeben.
Des weiteren sollten Theorie und Praxis des Untersuchungsgegenstandes durch umsetzbare Handlungsgrundsätze näher zusammengeführt werden, wie auch zuletzt eine Betrachtung des Verstehens über die Selbstdeutung des Menschen
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im Sinne eines Vergleiches seiner eigenen Kultur mit anderen Kulturen wesentlich wäre. (Vgl. ebd.).
Was das `Wesen´, die `Natur´ des Menschen als solches unabhängig von „seiner biologischen Determination, der Prägung durch seine soziale Umwelt und durch seine eigene Lebensaktivität“(GIESECKE 1969, S. 22) betrifft, ist es für das pädagogische Handeln kaum denkbar, Rückschlüsse einzig aus der `Natur´ des Menschen zu ziehen (vgl. ebd.).
So dienten bereits seit der Antike „philosophische Konstruktionen“(ebd.) dem Versuch einer Antwort auf die Frage nach dieser `Natur´ des Menschen. Sie blieben jedoch ohne eindeutige Antwort zu der Frage einer gültigen pädagogischen Theorie bezüglich auftretender Probleme in der Erziehung (vgl. ebd., S. 22f).
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3. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN PÄDAGOGIK FRIEDRICH DER BEI
SCHLEIERMACHER
Für Schleiermachers Pädagogik besteht eine Allgemeingültigkeit der pädagogischen Theorie - im Sinne einheitlicher Normen - nicht. Pädagogische Ziele ändern sich entsprechend einer, durch Traditionen geprägten, kulturellen Situation und sind infolgedessen geschichtlich bedingt. Eine pädagogische Theorie kann nicht nur spekulativ und aus dem theoretischen Zusammenhang entwickelt werden, sie muss sich ebenso auf die gegebene Praxis, auf die vorfindbare Realität beziehen. Erst die Theorie einer Praxis -als das Nachdenken über ein Handeln für ein Handeln- wird zur wissenschaftlichen Pädagogik (vgl. LAIST 1965, S. 140). In seinem Vergleich des sehr früh ausgebildeten Gemeinwesens des jüdischen und griechischen Volkes (vgl. SCHLEIERMACHER 1957, S. 10) gelangt er zu der Erkenntnis, dass primär die „äußeren Einwirkungen“(ebd.) im Vordergrund stehen, und sich erst später die Theorie über die Ursachen der unterschiedlichen kulturellen Ausformungen entwickelte, wobei er diesen „äußeren Einwirkungen“(ebd.), als Erziehungsvorgängen den „Charakter der Kunst“(ebd., S. 11) einräumt.
„Ist doch überhaupt auf jedem Gebiete, das Kunst heißt im engeren Sinne,
die Praxis viel älter als die Theorie, so daß man nicht einmal sagen kann,
die Praxis bekomme ihren bestimmten Charakter erst mit der Theorie. Die
Dignität der Praxis ist unabhängig von der Theorie; die Praxis wird nur mit
der Theorie eine bewußtere.“(Ebd.).
Des weiteren ist die Pädagogik Schleiermachers eine von der Ethik abhängige Disziplin. Diese Aussage jedoch wird durch die Tatsache eingeschränkt, dass es „kein von allen anerkanntes ethisches System gibt“(ebd., S. 13). Für Schleiermacher bedeutet dies in der Konsequenz, dass die Pädagogik nicht aus der Ethik abgeleitet werden kann, sondern aus sich selbst heraus zur Ethik hingeführt werden muss (vgl. ebd., S. 420).
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Zugrunde liegt dieser These die „Idee des Guten“(ebd., S. 22). Wenn jedoch „die Idee des Guten als vollkommen bekannt vorausgesetzt werden könnte, so bedürfte doch diese Formel in der Anwendung einer näheren Bestimmung in Beziehung auf den jedesmaligen Zustand, in welchen der Erzogene hineintreten soll“(ebd.).
Der pädagogische Diskurs braucht demzufolge das sittliche Handeln, um sich selbst zu konstituieren, da sie „eine von der Sittenlehre ausgehende Disziplin, von dieser abhängig auf der einen Seite, ihre Realität selbst begründend auf der anderen“(ebd., S. 371) Seite ist.
Zudem muss sich das Sittliche auch am Pädagogischen bewähren, um einen Charakter der Wirklichkeit zu erhalten.
So wird Pädagogik zur „angewandten Wissenschaft“(ebd., S. 12) der Ethik. Diese oben beschriebene Verhältnismäßigkeit lässt sich laut Benner auch auf die Beziehung von Pädagogik und Anthropologie übertragen, in der sich keine Feststellung „über die Möglichkeiten und Grenzen der Erziehung“(BENNER 1978, S. 48) treffen lässt.
Es ist noch nicht gelungen die Frage zu beantworten, „ob beim Lebensanfang alle Menschen in Beziehung auf ihre Entwicklung völlig gleich seien, oder ob der Einzelne immer eine Bestimmtheit [als Anlage seiner Persönlichkeit, Anm. d. Verf.] mitbringe“(SCHLEIERMACHER 1957, S. 17).
Schleiermacher stellt in diesem Zusammenhang die These von „der Allmacht und der Beschränktheit der Erziehung“(ebd., S. 16) auf. Die Allmacht der Erziehung setzt voraus, dass allen Menschen eine natürliche Gleichheit gegeben ist, die jedoch mittels Erziehung und der Existenz sozialer Unterschiede in ihrer Ursprünglichkeit gestört wird (vgl. SÜNKEL 1964, S. 25). Die äußere Einwirkung auf den Menschen ist zu Beginn dominant, während „die innere Tätigkeit“(SCHLEIERMACHER 1957, S. 16) schwächer ausgeprägt ist. Infolgedessen trägt der erzieherische Prozess die Verantwortung für die Entwicklung der `inneren Tätigkeiten´ des Menschen (vgl., S. 16f).
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Arbeit zitieren:
Wolfram Pauls, 2001, Die Pädagogik Friedrich Schleiermachers, München, GRIN Verlag GmbH
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