Inhaltsverzeichnis
1 Einführung Seite 3
1.1 Der Begriff des Subjekts Seite 3
1.2 Die Lebenskunst Seite 4
2 Die Beziehung zu Anderen Seite 4
2.1 Die Sorge um Andere
Seite 6
2.2 Die Frage der Gerechtigkeit
Seite 7
2.3 Macht und Machtverhältnisse
Seite 10
3 Fazit: Die Frage des Maßes Seite 12
Literaturverzeichnis Seite 14
2
1 Einführung
Das Subjekt der Lebenskunst sieht die Beziehung zu Anderen als das Wesentliche des Daseins. Eingebettet in unterschiedliche gesellschaftliche Strukturen hat für das Subjekt der Lebenskunst die Gestaltung durch Andere in gleichem Maße Bedeutung wie die eigenmächtige Selbstgestaltung.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen verschiedene Beziehungsformen kurz erläutert und anschließend vor dem Hintergrund von Sorge, Gerechtigkeit und Machtverhältnissen betrachtet werden. Die Herausnahme gerade dieser Faktoren orientiert sich an Wilhelm Schmids Subjekt der Lebenskunst und seiner Beziehung zu Anderen. Die Analyse weiterer ebenso elementarer Aspekte würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Im abschließenden Fazit soll die Notwendigkeit einer globalen Betrachtung hervorgehoben werden.
1.1 Der Begriff des Subjekts
Das Subjekt, zum Einen ein leibliches, zum Anderen ein denkendes und wahrnehmendes Wesen kommt zu Erkenntnissen über sich selbst, besitzt ein Selbstverständnis und erört ert Fragen wie Wer bin ich?, Was hat für mein Selbst Bedeutung?, Wie organisiere ich mein Selbst 1 ‘. Diese psychologische Betrachtung schafft den Zusammenhang zwischen Subjekt und Selbst.
Im Gegensatz zum Ich, welches spontan aus einer Situation heraus handelt, reflektiert das Selbst seine Handlungen. Diese Betrachtung von außen geschieht aus dem Selbstbewusstsein heraus und kann vom bloßen Erkennen zum gezielten Eingreifen des Selbst führen. In dem Maße, wie es über sich erfahren hat, bleibt es nicht das Gleiche. Ebenso können genau diese Erfahrungswerte das Bedürfnis nach bewusster Weiter- 1 Schmid, Wilhelm: „Philosphie der Lebenskunst“, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main,
1998, S. 91.
3
entwicklung und Formung An diesem Punkt der
Lebensgestaltung setzt die Lebenskunst an.
1.2 Die Lebenskunst
Lebensphilosophie ist die Gestaltung von Lebenswe isheit und
Lebensanschauung. Auslöser ist die Sorge des Subjekts um sich selbst, die Gesellschaft, unsere Weit, unsere Zukunft. Doch was macht den Lebensphilosophen zum Lebenskünstler? Er strebt nach Glück, Liebe, Harmonie, Freude, Er strebt nach Schutz der Leiblichkeit, Schutz der Umwelt, dem Fort‘ bestehen unserer Erde,
Er strebt nach Gleichheit, Geben und Nehmen, Helfen und sich helfen lassen, Ausgewogenheit auf unserer Erde, Er strebt nach dem wahren Leben, der Erkenntnis, dem Glauben, dem Leben im Hier und Jetzt, Ohne die Aufzählungen fortzusetzen: der Lebenskünstler schafft es, an den für das heutige Zeitalter relevanten Werten sein Streben zu orientieren, ohne dabei jedoch seine Individualität und das notwendige Maß an Weitsicht zu verlieren. Er hält Distanz zu sich selbst, ist bereit, seine Werte zu ändern und begegnet offen anderen Vorstellungen. Doch das Wichtigste ist die Einsicht, dass es eine wahre Formel der Lebenskunst nicht geben kann.
2 Die Beziehung zu Anderen
Beziehungen können nach dem Grad der Distanz zwischen den Beteiligten unterschieden werden.
Eine große Nähe besteht in der erotischen Beziehung. Der Faktor Liebe lässt die Beteiligten einerseits verschmelzen, andererseits die Distanz
2 Schmid, Wilhelm: „Philosphie der Lebenskunst“, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main,
1998, S. 244.
4
wahren, die idealerweise die Beziehung durch ein erotisches Prickeln frisch hält. Die freundschaftliche Beziehung besteht um ihrer selbst Willen, ohne „die Wechselseitigkeit zur Forderung zu erheben“, wogegen eine kooperative Beziehung durch die Ausrichtung auf einen gemeinsamen Nutzen gekennzeichnet ist und diese Ziele ohne engere Bindung verwirklicht werden. Die Mehrzahl unserer Begegnungen finden auf funktionaler Ebene statt. 3 Dabei entstehen durch die Fülle keinerlei Emotionen und es ist erschreckend, wie sehr diese Beziehungsform das Erfahren der anderen Arten einschränkt und gar zurück drängt. Im Gegensatz zur ausschlieI3enden Beziehung, die auf vollkommener Ignoranz beruht und der Andere nicht einmal mehr den Streit wert ist, trägt in einer agonalen Beziehung im besseren Fall die
Auseinandersetzung zur optimalen Problemlösung bei und wird dabei sogar gesucht oder beeinträchtigt anderenfalls die Harmonie. 4
Eine andere Form der Unterscheidung kann in der Ausprägung sog. „sozialpsychologischer Bindemittel“ 5 getroffen werden. Der Austauschprozess soll die Verlässlichkeit auf Belohnung, welcher hier noch auf Vertrauensbasis stattfindet, jedoch auch durch Zuschreibungen, z. B. aus Verwandschaftsverhältnissen, und durch Verpflichtungen, z. B. durch Verträge, gesichert werden. Diese Bindemittel, deren Grenzen fließend sind, werden vom Faktor des Einsatzes gerahmt. Seine Tiefe wird durch die uns selbst auferlegten und vermittelten Moralvorstellungen bestimmt. Was eine Beziehung individuell und unübertragbar macht, ist die Zuneigung. Sie steht für das Selbst im Vordergrund, tritt jedoch im globaleren gesellschaftlichen Austauschprozess in den Hintergrund. 6
3 6Schmid, Wilhelm: „Philosphie der Lebenskunst“, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main,
1998, S. 264.
4 Schmid, Wilhelm: „Philosphie der Lebenskunst“, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main,
1998, S. 262-263.
5 McCall, George und Simmons, 3. L.: „Identität und Interaktion“, Pädagogischer Verlag
Schann, Düsseldorf, 1974, S. 187.
6 Mc call, George und Simmons, 3. L.: „Identität und Interaktion“, Pädagogischer Verlag
Schann, Düsseldorf, 1974, S. 183-187.
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Arbeit zitieren:
Kati Schulz, 2003, Das Subjekt der Lebenskunst und seine Beziehung zu anderen, München, GRIN Verlag GmbH
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