Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S 2
1.1 Motivation zur Themenwahl S 2
1.2. Fragestellungen und Zielsetzung S 3
1.3. Eingrenzung der Thematik S 4
1.4. Aufbau der Arbeit S 4
2. Systemtheoretische Aspekte der Familientherapie S 6
2.1. Die Entwicklung der systemischen Familientherapie S 6
2.2. Verschiedenen Schulen und Modelle der systemischen Familientherapie S 8
2.3. Definition des Begriffes systemische Familientherapie S 9
3. Grundlagen der systemischen Familientherapie S 12
3.1. Hypothetisieren S 12
3.2. Zirkularität S 14
3.2.1. Formen der zirkulären Befragung S 15
A) Fragen nach Unterschieden S 16
B) Fragen nach der Wirklichkeitskonstruktion S 17
)C Fragen nach der Möglichkeitskonstruktion S 17
3.3. Neutralität S 19
4. Das Erstgespräch S 21
5. Persönliche Reflexion S 22
Literaturverze ichnis S 24
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1. Einleitung
1. 1 Motivation zur Themenwahl
Zum ersten Mal begegnete ich der Thematik der systemischen Familientherapie, während meiner Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin, im Fach Hort- und Heimpädagogik. Schon damals faszinierte mich die systemische Betrachtungsweise sowie der entsprechende Erklärungsansatz und das daraus resultierende Verständnis. Während meiner Ausbildung hatte ich die Möglichkeit den systemischen Ansatz in der Eltern- und Familienarbeit nicht nur theoretisch/faktisch zu erfahren, sondern in der direkten Begegnung mit den unterschiedlichsten Familien praktisch umzusetzen. Somit wurde ich mit dieser interessanten und wichtigen Sichtweise im pädagogischen und therapeutischen Arbeiten sehr schnell vertraut und konfrontiert und habe diese in mein berufliches Arbeiten mehr und mehr integriert.
Der Bericht von Dr. Marie-Luise Conen „Wenn Heimerzieher zu nett sind... Heimkinder im Loyalitätskonflikt zwischen Eltern und Erziehern“, welchen ich im Rahmen des Faches Hort- und Heimpädagogik bearbeitet habe, verdeutlichte mir sehr eindrucksvoll, wie bedeutend es von Seiten des Therapeuten oder auch Pädagogen ist, die Familie als ein soziales System zu betrachten, in dem alle Familienmitglieder über Kommunikation und Interaktion miteinander verbunden sind. Gerade in meinem Anerkennungsjahr habe ich sehr viele unterschiedliche Familien und ihre Art zu kommunizieren sowie interagieren kennen gelernt. Da ich in einer Rehabilitationsklinik für krebskranke Kinder- und Jugendliche, sowie deren Familien für ein ganzes Jahr gearbeitet habe, war es mir möglich zu erfahren, wie sich die Krebserkrankung eines Kindes auf das gesamte Familiensystem auswirkt und welche Verhaltensmuster damit verbunden sind. Die Geschwister des krebserkrankten Kindes zeigten sehr häufig auffällige Verhaltensweisen, wie regressive Verhaltenszüge (wieder einnässen, einkoten...) oder depressive Verstimmungen, welches sie vor der Erkrankung des Geschwisters nicht gezeigt hatten. Somit kann gesagt werden, dass die lebensbedrohliche Krankheit nicht nur für das unmittelbar betroffenen Kind oder den Jugendlichen eine sehr große Lebenskrise darstellte, sondern ebenso auf die anderen Familienmitglieder immense Auswirkungen hatte. In meiner Hausarbeit werde ich mich intensiv mit dem Thema der systemischen Familientherapie befassen, da ich mein Wissen und meine bisherigen praktischen Erfahrungen erweitern und ausbauen möchte. Da ich mir vorstellen kann, später in diesem therapeutischen
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Feld zu arbeiten ist meine Motivation zum Bearbeiten dieser Thematik recht hoch. Außerdem halte ich es für meine weitere berufliche Laufbahn im Allgemeinen sehr förderlich, die Mechanismen im Familiensystem zu erfassen sowie diese mit der Familie gemeinsam zu deuten und adäquat mit dem System in eine konstruktive therapeutische Beziehung zu treten.
1. 2 Fragestellungen und Zielsetzung
Meine Hausarbeit beschäftigt sich eingehend mit dem Thema der systemischen Familientherapie. In den weiteren Kapiteln lege ich einen besonderen Augenmerk auf die Beantwortung und Bearbeitung folgender wichtiger Fragen im Zusammenhang mit meiner Thematik:
• Wie und woraus entwickelte sich die systemische Familientherapie?
• Welche Schulen und Modelle dieser Therapie gibt es?
• Was wird unter dem B egriff der „systemische Familientherapie“ genau verstanden und welche Funktion hat sie?
• Was sind die wesentlichen methodischen Grundlagen und Prinzipien der systemischen Familientherapie und Beratung?
• Welche Erfahrungen habe ich im Umgang und in der Auseinandersetzung mit dieser Thematik gemacht (Persönliche Reflexion)?
Ziel meine Hausarbeit ist es, wie bereits in Punkt 1.1 erwähnt, mein vorhandenes Wissen - in Bezug auf die gewählte Thematik - zu erweitern und neue wesentliche Erkenntnisse in der Auseinandersetzung mit der systemischen Familientherapie zu gewinnen.
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1.3 Eingrenzung der Thematik
Die Familientherapie und die damit verbundenen Aspekte kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Obwohl sicher alle spannend zu bearbeiten wären, habe ich mich für die systemische Sichtweise im Rahmen der Familientherapie entschieden und somit die Bearbeitung des Themas eingeschränkt. Ich begrenze mich bei der Erläuterung dieser Therapieform auf einige der wichtigsten methodischen Grundbegriffe und Überlegungen. Die Gesamtheit der systemischen Familientherapie darzustellen, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Somit kann gesagt werden, dass es mir in der Bearbeitung hauptsächlich darum geht, die systemische Therapieform und deren Verständnis so zu erläutern, dass sie gut zu verstehen und auch adäquat in die Praxis umzusetzen ist. Da es sehr viele verschiedene Bücher zum Thema „systemische Familientherapie“ gibt, habe ich mich bewusst für diejenigen Bücher entschieden, welche einen wesentlichen Überblick über die Thematik liefern und zudem auch gut zu bearbeiten sind.
1.4 Aufbau der Arbeit
Um eine Einführung in das weite Feld der systemische Familientherapie zu liefern, werde ich meine Hausarbeit so aufbauen, dass stets der „rote Faden“ gegeben ist.
Zu Beginn gebe ich einen kurzen Überblick über die Entstehung und Ursprünge, sowie über einzelne Richtungen der systemischen Familientherapie. In diesem Zusammenhang soll auf die begriffliche Definition dieser Therapieform näher eingegangen werden.
Im Weiteren geht es mir darum, verschiedene grundlegende Begriffe der systemischen Familientherapie, explizit zu erläutern und beispielhaft einige Techniken aufzeigen (Hypothetisieren, zirkuläres Fragen...).
Anschließend werde ich mich mit dem Erstgespräch in der systemischen Familientherapie befassen, da ich der Meinung bin, dass das methodische Vorgehen in diesem Gespräch, einen bedeutenden Aspekt für einen konstruktiven Therapieverlauf darstellt. Da ich jedoch den rahmen meiner Hausarbeit nicht sprengen möchte, werde ich nur die wesentlichsten Prinzipien näher erläutern Abschließend setze ich mich mit der bearbeiteten Thematik kritisch auseinander und gehe explizit auf meine Erfahrungen hinsichtlich der Auseinandersetzung mit diesem Thema ein. Es soll transparent werden, welche Aspekte der systemischen Familientherapie für das
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konstruktive Arbeiten von wesentlicher Bedeutung sind und worauf im therapeutischen Gespräch ein besonderes Augenmerk gelegt werden muss.
Zum Aufbau der Hausarbeit möchte ich noch erwähnen, dass ich zur Vereinfachung bewusst darauf verzichte, jedes Mal die weibliche und die männliche Schreibweise zu verwenden. Deshalb beschränke ich mich in meiner Hausarbeit auf die „übliche“ männliche Form. Die Leserin ist jedoch in jedem Fall genauso angesprochen wie der Leser.
2. Systemtheoretische Aspekte der Familientherapie
2.1 Die Entwicklung der systemischen Familientherapie
In den fünfziger Jahren begannen erste Pioniere, das gewohnte Feld der Einzel- oder Gruppentherapie zu verlassen und mit Familien zu arbeiten. Somit war der Anfang für die Entwicklung der Familientherapie gelegt.
Allerdings mag Historikern vorbehalten bleiben herauszufinden, wer den Begriff „Familientherapie“ erfunden hat. Als einer der wichtigsten Mentoren der Familientherapie gilt jedoch Bateson. Der historische Markstein kann mit der Publikation „Toward a theory of schizophrenia“ ( Bateson et al., 1956; in: Ewald Johannes Brunner: Grundfragen der Familientherapie, 1985) bezeichnet werden. Die systemische Denkweise findet sich bei Bateson jedoch schon vor diesem Datum, etwa, als er in Zusammenhang mit ethnologischen Studien in den dreißiger Jahren symmetrische und komplementäre Kommunikationsmuster beschrieb. Die Verbreitung des systemischen Familientherapiekonzeptes hängt jedoch nicht nur mit Batesons Entdeckungen zusammen. Gleichzeitig begannen eine Reihe von Psychotherapeuten in den Vereinigten Staaten, mit Familien statt mit einzelnen Individuen zu arbeiten. Gerade von der Psychoanalyse kommende Therapeuten, fingen in den 40-er und 50- er Jahren damit an, die innerpsychischen Konflikte ihrer Patienten als Spiegelbild der innerfamiliären Konflikte des Einzelnen zu verstehen und ihre Patienten dahingehend zu behandeln. Es entstand das Kausalitätsprinzip, d.h. der Grundsatz, nachdem jedes Geschehen eine Ursache voraussetzt. Demnach sind persönliche Probleme sehr stark von familiären Beziehungsmustern interdependent. Wichtige Vertreter der Psychoanalyse sind z.B. Lyman Wynne, Theodore Lidz, Ronald D. Laing und Carl Whitaker.
Aufgrund der für die Familientherapie immer bedeutungsvoller werdenden Modelle der Systemtheorie, deren Ursprünge aus der Mathematik, Physik und ähnlichen Fachrichtungen stammen, wurde die Kausalität (lineare Sichtweise von Ursache und Wirkung) nach und nach
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Arbeit zitieren:
Sarikaya Arzu, 2003, Systemische Familientherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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