2
Inhaltsverzeichnis
1. Der Weg zur Währungsunion 3
1.1. Bretton-Woods 3
1.2. Werner-Plan 3
1.3. Europäischer Wechselkursverbund 3
1.4. Europäisches Währungssystem 4
2. Die drei Stufen zur Verwirklichung der Europäischen Wirtschafts- und
W ährungsunion (EWWU) 6
2.1. Erste Stufe der Einführung. 6
2.2. Zweite Stufe der Einführung 6
2.3. Dritte Stufe der Einführung. 6
3. Wirtschaftsunion 8
3.1. Koordinierung der Wirtschaftspolitik in der EU und ihren Mitgliedsstaaten. 8
3.2. Gremien der wirtschaftspolitischen Koordinierung 11
3.2.1. Der Europäische Rat. 11
3.2.2. Der Rat der Wirtschafs- und Finanzminister. 12
3.2.3. Die Eurogruppe 12
3.3. Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt. 12
4. Währungsunion 16
4.1. Der institutionelle Rahmen zur Durchführung der einheitlichen Geldpolitik (EZB,
nationale Zentralbanken) 16
4.1.1. EZB-Direktorium (Exekutivorgan) 16
4.1.2. EZB-Rat 16
4.1.3. Erweiterter Rat der EZB. 17
4.2. Außenvertretung und Wechselkurspolitik 19
5. Die Vor- und Nachteile der Währungsunion. 21
5.1. Vorteile der Währungsunion 21
5.2. Nachteile der Währungsunion 22
6. Bisherige Erfahrungen mit der Währungsunion: Bilanz nach den ersten
drei Jahren 23
7. Fazit. 25
8. Quellenverzeichnis. 26
9. Internet Quellen. 27
10. Abkürzungsverzeichnis 28
3
1. Der Weg zur Währungsunion
1.1. Bretton-Woods
Der Vorläufer unseres heutigen Währungssystems entstand bereits am 22. Juli 1944 auf der Konferenz von Bretton-Woods (New Hampshire, USA). Noch während des 2. Weltkrieges wurde ein stabiles Währungssystem beschlossen, mit dem Ziel ein Währungssystem für einen einfachen Ablauf des Welthandels mit festen Wechselkursen zu erschaffen. Alle Währungen waren durch feste Wechselkurse an den US-Dollar gekoppelt, während der US-Dollar an Gold gebunden war. Eine Unze Gold entsprach 35$, und die USA verpflichteten sich, Dollar in Gold umzutauschen. Solange die USA keine großen Außenhandelsdefizite aufwiesen, der Dollar also relativ knapp auf dem Weltmarkt war, arbeitete dieses System reibungslos. Als aber die USA begannen den Vietnam Krieg durch das Drucken von Geld zu finanzieren, wurde die restliche Welt mit Dollars überschwemmt. Die anderen Staaten waren gezwungen Dollar aufzukaufen, um Ihren Wechselkurs halten zu können, wodurch der Krieg indirekt durch die Mitgliedsländer finanziert wurde. Als dann 1969 Frankreich seine aufgekauften Dollars in Gold umtauschen wollte, waren die USA schon zahlungsunfähig. Präsident Nixon kündige daraufhin 1971 diese Einlösevereinbarung und 1973 brach das System komplett zusammen, wodurch es wieder zu freien Wechselkursen in der Weltwirtschaft kam. Der durch das Bretton-Woods System gegründete Internationale Währungsfond und die Weltbank blieben allerdings als Überbleibsel bis heute bestehen. 1
1.2. Werner-Plan
Die Grundidee des heutigen Währungssystems der Europäischen Union war bereits 1970 der Werner-Plan. Entwickelt wurde er von einer Kommission des damaligen luxemburgischen Ministerpräsidenten Pierre Werner. Dieser Plan sah vor, bis 1980 in der Europäischen Gemeinschaft eine Währungsunion, mit einer einheitlichen Währung, einzuführen. Der Werner-Plan war seiner Zeit weit voraus und scheiterte auch, weil durch den Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems die internationale Währungsordnung komplett in Umbruch geriet. 2
1.3. Europäischer Wechselkursverbund
Aufgrund des Zusammenbruchs des Bretton-Woods Abkommens wurde der Europäische Wechselkursverbund 1972 von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden gegründet. Es wurden stabile Wechselkurse mit einer Schwankungsbreite von + 1,25% und dem Dollar als Leitwährung festgelegt.
1 Vgl.: http://www.wsws.org/de/index.shtml
2 Vgl.: http://userpage.fu-berlin.de/~tmuehle/europa/euro/euroart09.htm#werner
4
Durch die anhaltenden Probleme in dem System, es traten Mitglieder wieder aus, Nicht-EG Mitglieder traten ein, konnte eine Stabilität nicht erreicht werden. Durch diese Schwierigkeiten veranlasst, kam es 1977 zu Überlegungen einer noch engeren Form der Zusammenarbeit. 3
1.4. Europäisches Währungssystem
Der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt und der französische Präsident Valery Giscard D’Estaing arbeiteten deshalb 1977 einen Vorschlag für ein europäisches Währungssystem aus. Hauptziel dieses Systems war es in Europa eine Zone der Währungsstabilität zu schaffen, von der alle teilnehmenden Länder aufgrund geringerer Wechselkursrisiken profitieren würden. Ein weiteres Ziel war es, den Weg für ein Europäisches Wahrungssystem zu ebnen.
Im Sommer 1978 wurde dieser Vorschlag dem Europäischen Rat vorgelegt, und bereits am 13. März 1979 trat der Europäische Wechselkursverbund (EWS) rückwirkend zum 1. Januar 1979 in Kraft.
Formal gehörten alle EG-Mitglieder auch dem Europäischen Währungssystem an, jedoch wendeten nicht alle Mitglieder die Regeln des Wechselkursmechanismus (WKM) an. Von Anfang an waren 8 Staaten dabei:
Später traten dann noch Spanien (1990), Großbritannien (1990), und Portugal (1992) bei. Im September 1992 kam es zu massiven Störungen auf den Devisenmärkten und Italien und Großbritannien verließen den WKM wieder. Österreich und Finnland traten nach dem EU-Beitritt 1995 auch dem WKM bei. Italien trat 1997 wieder bei und Griechenland 1999. Grundlage des EWS waren für alle Mitglieder festgelegte ECU-Leitkurse, aus denen sich dann die bilateralen Kurse zwischen zwei Ländern bestimmen ließen, die alle zusammen ein so genanntes Paritätengitter bilden, in dem die Wechselkurse aller beteiligten Staaten untereinander festgelegt wurden. Von diesen Wechselkursen darf der Wechselkurs um + 2,25% abweichen. Gab es eine stärkere Abweichung, so mussten die Notenbanken beider Länder auf dem Devisenmarkt eingreifen bis der Kurs wieder innerhalb der Bandbreit lag.
3 Vgl.: http://www.oenb.at
War der Kurs auch durch Eingreifen der Notenbanken nicht mehr zu halten, so konnte man in einem „Realignment“ neue Wechselkurse festlegen. Realignments sind Neufestsetzungen der Wechselkurse, die alle 5 Jahre neu überprüft wurden. Auf Antrag eines Mitglieds konnte ein Realignment durchgeführt werden, jedoch bedarf es der Zustimmung aller anderen Mitglieder. Wurde eine Währung aufgewertet, so musste eine andere Währung abgewertet werden, um das Gleichgewicht im ECU-Währungskorb zu gewährleisten. Im Jahr 1993 kam es zu einer Krise im EWS, da an den Devisenmärkten eine starke Spekulation eingesetzt hatte, und deswegen wurden die Bandbreiten auf +/- 15% erweitert. Mit Einführung des Euro am 1. Januar 1999 hörte der EWS auf zu existieren. Für alle Länder die noch nicht Mitglieder der Währungsunion sind, wurde der Wechselkursmechanismus II (WKM II) eingeführt. 4 5
4 Vgl.: http://de.encarta.msn.com 5 Vgl. : Görgens, Egon : Europäische Geldpolitik
6
2. Die drei Stufen zur Verwirklichung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU)
2.1. Erste Stufe der Einführung
Die erste Stufe des EWWU begann am 01. Juli 1990, und enthielt folgende wichtige Punkte:
2.2. Zweite Stufe der Einführung
Die 2. Stufe begann am 1. Januar 1994 mit der Gründung des Europäischen Währungsinstituts, dem Vorläufer der EZB.
Ziel dieser Stufe war es, eine stärkere Koordinierung der Geldpolitik der EU-Mitgliedsländer zu erreichen, da zu dieser Zeit für die Geldpolitik noch die nationalen Zentralbanken zuständig waren. Die Mitgliedsstaaten mussten weiterhin dafür sorgen, dass ihre nationalen Rechtsvorschriften mit der ESZB Satzung in Einklang stehen, vor allem in Bezug auf die Unabhängigkeit der Zentralbanken. Des Weiteren trat das Verbot der Kreditvergabe an staatliche Haushalte in Kraft, auch die Vorstellung der neuen Banknoten und Münzen fiel in diesen Zeitraum. 6
2.3. Dritte Stufe der Einführung
Am 1. Januar 1999 wurde die 3. Stufe der Währungsunion wirksam. Die Vorarbeiten dafür fanden allerdings schon in den Jahren zuvor statt. Als wichtigstes ist hier die Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahr 1998 zu nennen. In dieser Stufe übertrugen die Staaten die Geld- und Währungspolitik auf das Europäische System der Zentralbanken (ESZB), dass sich aus der EZB und den nationalen Notenbanken zusammensetzt. Es erfolgte die unwiderrufliche Fixierung der Wechselkurse der nationalen Währungen untereinander und zum Euro. Der Euro wurde als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt, dabei wurde allerdings der Euro als Bargeld erst 3 Jahre später wegen einer Ausnahmegenehmigung eingeführt. 7
6 Vgl.: http://europa.eu.int/scadplus
7 Vgl.: http://europa.eu.int/scadplus
Arbeit zitieren:
Sebastian Ellerbeck, Corinna Harant, 2005, Europäische Wirtschafts- und Währungsunion - von den Anfängen europäischer Geldpolitik bis zur Einführung des Euro, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Wirtschafts- und Währungsunion
Entstehungsgründe und Entwickl...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit, 20 Seiten
Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Referat (Ausarbeitung), 29 Seiten
Globalisierungskritiker im Aufwind
Das Beispiel ATTAC
Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
Seminararbeit, 15 Seiten
Kurzvortrag Regierungssysteme im Vergleich: Schwerpunkt U.S.A. und Fra...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Referat (Ausarbeitung), 17 Seiten
Aristoteles über Staatstheorien und die beste Verfassung einer Polis
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Die Austauschtheorie im Rahmen der Familiensoziologie
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Seminararbeit, 21 Seiten
Migration in Deutschland - ein Kurzvortrag
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Referat (Ausarbeitung), 13 Seiten
Währungsunion Europa - Erfahrungen und Perspektiven
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 17 Seiten
Die Gesellschaftsschichten der antiken Polis in der Sicht Aristoteles
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 15 Seiten
Ausschneiden von Buchstaben, Schriften und Zeichen aus einer Schneidef...
AdA Handwerk / Produktion / Gewerbe - Maler, Lackierer, Fliesenleger
Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 12 Seiten
Jugend in der DDR - Alltagsleben Jugendlicher und Jugendpolitik
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Vordiplomarbeit, 24 Seiten
Ein kompakter Überblick
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Referat (Handout), 22 Seiten
Ein Land im Wandel der Erziehungsstile
Sozialistische Erziehung der D...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Studienarbeit, 43 Seiten
Aristoteles` Polisgedanke, die Suche nach dem besten Leben und ein Bli...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 16 Seiten
Sebastian Ellerbeck's Text Europäische Wirtschafts- und Währungsunion - von den Anfängen europäischer Geldpolitik bis zur Einführung des Euro ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sebastian Ellerbeck hat den Text Europäische Wirtschafts- und Währungsunion - von den Anfängen europäischer Geldpolitik bis zur Einführung des Euro veröffentlicht
Sebastian Ellerbeck hat einen neuen Text hochgeladen
The Euro, the Eurosystem and the European Economic and Monetary Union....
Reviews and Prospects of a Uni...
Detlev Ehrig, Uwe Staroske, Otto Steiger
Staatsverschuldung und Glaubwürdigkeit der Geldpolitik in der Europäis...
Christiana Ratcheva
Rechtsfragen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
Stefan Griller, Heinz Peter Rill
Theorie - Empirie - Praxis
Egon Görgens, Karlheinz Ruckriegel, Franz Seitz
Deutsche Kolonial- und Wirtschaftspolitik in China 1840 bis 1914
Unter besonderer Berücksichtig...
Heiko Herold
Simon
Echt sein Geld wert.
Ich habe das Buch für eine Arbeit an der Uni verwendet, und ich muss sagen es ist echt sein Geld wert. Es ist alles sehr gut zusammengefasst, hat aber trotzdem noch die nötige detaillierung, so das man auch in die Tiefe gehen kann! Also mir hat es sehr geholfen!
am Sunday, June 08, 2008-