Gliederung Seite
1. Einleitung: Überblick über das Thema 3
2. Hauptteil
2.1 Wissen 5
2.1.1 Wissen und Erziehung 5
2.1.2 Wissen und Interesse 6
2.2 Epistemologische Überzeugungen 7
2.2.1 Forschungsansätze 8
2.2.2 Wirkungsweisen (Beispiele) 11
2.3 Konsequenzen für die Unterrichtspraxis 13
2.3.1 Konstruktives Lernen 13
2.3.2 Lernen anhand authentischer Beispiele 14
2.3.3 Lernmotivation 16
3. Resümee 18
4. Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
Als Einstieg in die Hausarbeit über das Thema „Epistemologische Überzeugungen und die Konsequenzen für die Unterrichtspraxis“ ist es ratsam, zunächst den Hauptaspekt, der nicht unbedingt zum gängigen Vokabular zählt, anhand einer Definition näher zu beleuchten:
Definition:
Epistemologische Überzeugungen sind jene Vorstellungen und subjektiven Theorien, die Personen über das Wissen und den Wissenserwerb generell oder in spezifischen Domänen entwickeln. 1
Hauptaussage dieser Definition ist sicherlich, dass jeder Mensch eigene Vorstellungen über Denken und Schlussfolgern, Informationsverarbeitung und Lernen besitzt, sowohl generell, als auch spezifisch. Diese Vorstellungen oder auch Überzeugungen von der Natur des Wissens können die Leistungen in der Schule und auch im eventuellen späteren Studium beeinflussen. So scheint es, besonders wichtig zu sein, schon im Schulalltag auf diese Überzeugungen zu achten, einzugehen und sie gegebenenfalls im Unterricht zu fördern oder zu behindern. Ziel ist es, eine möglichst positive Lerneinstellung zu entwickeln, die Schüler sollen das Lernen lernen.
1 Vgl. Jürgen Baumert, Wilfried Bos, Rainer Lehmann (Hrsg.): TIMSS/III . Dritte internationale Mathe-
matik- und Naturwissenschaftsstudie - Mathematische und naturwissenschaftliche Bildung am Ende der
Schullaufbahn, Opladen 2000 (Mathematische und physikalische Kompetenzen am Ende der gymnasialen
Oberstufe, 2), S. 230 .
3
Die Gliederung dieser Hausarbeit ist eng an oben genannter Definition angelehnt: Bevor auf verschiedene Ansätze zu „Epistemologischen Überzeugungen“ und ihre Auswirkungen auf das Lernen eingegangen wird, sollen verschiedene Aspekte über das Wissen kurz angerissen werden. Anschließend werden mögliche Konsequenzen für die Unterrichtspraxis aufgezeigt, konkret, wie Epistemologischen Überzeugungen begegnet werden kann.
4
2. Hauptteil
2.1 Wissen
Wissen 2 im wissenschaftlich philosophischen Zusammenhang bedeutet „die begründete und begründbare Erkenntnis im Unterschied zur Vermutung oder zum Glauben“ 3 . Besonders kennzeichnend ist die Allgemeingültigkeit von Wissen, wohingegen „meinen“ oder „glauben“ nur reine subjektive Überzeugung ist. Menschen erwerben im Laufe ihres Lebens in Konfrontation mit ihrer Umwelt Wissen über Sachverhalte und Handlungen, es befähigt sie darüber hinaus, Probleme zu lösen, Schlüsse zu ziehen und Denkstrukturen zu bilden. So sind sie dazu in der Lage, Wissen und Verhaltensweisen situativ anzuwenden und anzupassen 4 . Kaum eine menschliche Tätigkeit ist denkbar, die ohne bestimmte Kenntnisse durchführbar ist. Neben dem selbst erlernten Wissen steht das so genannte verordnete Wissen, das in Schulen oder Universitäten erlangt wird.
2.1.1 Wissen und Erziehung
Die Institution Schule hat vorrangig die Aufgabe der Wissensvermittlung in Form von Unterricht, Bildung ist ein Bürgerrecht für alle Individuen, zumindest hier in Deutschland. Dennoch ist damit ihre Rolle nicht ausgeschöpft, Schule ist vielmehr auch darin gefordert, Schüler auf das spätere Leben vorzubereiten und ihnen gewisse Wert- und Moralvorstellungen anzueignen:
2 etymologisch von dem indogermanischen Stamm „vid“, der „klar und gestalthaft sehen“ bedeutet (vgl.
lat. videre = sehen, griech. (v)idea = ursprüngliche Gestalt, altindisch „veda“ = er weiß).
3 [Art.] Wissen, in: Der Brockhaus: in fünf Bänden, Bd. 5, Mannheim, Leipzig 8 1994, S. 601f. .
4 vgl. Rainer Kluwe: Wissen und Denken: Modelle, empirische Befunde und Perspektiven für den Unter-
richt, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1979, S. 9 .
„Für die Verortung der Aufgaben und Tätigkeiten heutiger Lehrerinnen und Lehrer ist mit dem Aufweis dieses tiefgründigeren, makrosozialen Problemfeldes gleichzeitig ein die Mikroebene betreffendes Spannungsfeld angesprochen nämlich das zwischen einem fachlich-wissenschaftlichen
Pol einerseits und einem sozial-pädagogisch-erzieherischen Pol andererseits“ 5 .
Als Schlagwort dafür steht der erziehende Unterricht, der Instruktion, Information, aber auch Edukation in sich vereinigt 6 . Aufgabe dieses Unterrichts ist, neben der Wissensvermittlung, die Charakterbildung und -festigung des Schülers, in sozialer, ethisch-moralischer und präventiver Hinsicht:
„...kein Zweifel kann daran bestehen, daß die in der Jugend erworbenen mannigfaltigen Wissens-
elemente im späteren Welt- und Selbstverständnis mitwirken. 7 “
Ein besonderes Augenmerk sollte der Unterricht auf gesellschaftliche Problemlagen und Veränderungsprozesse haben: So besitzen Themen wie Gewalt- und Suchtprävention, Gesundheits- und Verkehrserziehung, Aidsprophylaxe, Sozial-und Friedenserziehung, sowie Medienkompetenzentwicklung gegenwärtig einen hohen Stellenwert und d ürfen keinesfalls vernachlässigt werden 8 .
2.1.2 Wissen und Interesse
Wissen hängt in seinem Wesen eng mit Interesse zusammen, denn wer sich für etwas interessiert, strebt danach, Informationen zu erhalten und sich tiefer damit zu beschäftigen 9 .
5 Hartmut Wenzel: Unterrichten - was sonst ? LehrerInnen zwischen Fach- und Erziehungskompetenz, in:
H.-U. Otto, T. Rauschenbach, P. Vogel (Hrsg.): Erziehungswissenschaft: Professionalität und Kompetenz
(S. 183-195), Opladen 2002, S. 186 .
6 vgl. Gerhard Steindorf: Lernen und Wissen. Theorie des Wissens und der Wissensvermittlung, Bad
Heilbrunn 1985, S. 207f. .
7 P. Schulz-Hageleit: Wie lehrt man Geschichte heute ?, Heidelberg 1973, S. 113 .
8 vgl. Wenzel: Unterrichten, S. 185f. .
9 vgl. S.L. Rubinstein: Die Interessen, in: H. Thomae (Hrsg.): Die Motivation menschlichen Handelns (S.
136-144), Köln 5 1969, S. 136 .
6
Arbeit zitieren:
Martin Schnurr, 2004, Epistemologische Überzeugungen und ihre Konsequenzen für die Unterrichtspraxis, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Hör doch einfach zu! - Von den Schwierigkeiten, Zuhören zu lernen und ...
Examensarbeit, 44 Seiten
Kommunikationsprobleme im schulischen Kontext und Lösungsmöglichkeiten...
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Seminararbeit, 27 Seiten
Arthur Schnitzlers Traumnovelle: Das Unbewusste in der Literatur - Die...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Unterrichtsentwurf, 16 Seiten
Das Lesetagebuch im Deutschunterricht
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 18 Seiten
Siegfried - der Inbegriff eines Helden?
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 22 Seiten
Schuld und Scham in Hans-Ulrich Treichels "Der Verlorene" un...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 29 Seiten
Cornelia Funkes "Drachenreiter" und die Verwendung im Litera...
Seminararbeit, 15 Seiten
Gesetzliche Mindestlöhne aus der Sicht der Neoklassik und des Keynesia...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Seminararbeit, 13 Seiten
Schulreife und Schulfähigkeit - Über das Kieler Einschulungsverfahren
Hausarbeit, 26 Seiten
Pro und Contra Mindestlohn als arbeitsmarktpolitische Maßnahme
Seminararbeit, 19 Seiten
Mindestlöhne und ihre Effekte auf dem Arbeitsmarkt
Zwischen der klassischen sowie...
Hausarbeit, 17 Seiten
Allgemeinbildung in kritisch-konstruktiver Perspektive - Wolfgang Klaf...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit, 21 Seiten
Martin Schnurr hat den Text Epistemologische Überzeugungen und ihre Konsequenzen für die Unterrichtspraxis veröffentlicht
Martin Schnurr hat einen neuen Text hochgeladen
Die Psychologie des Überzeugens
Ein Lehrbuch für alle, die ihr...
Robert B. Cialdini, Matthias Wengenroth
Morton Rhue: Asphalt Tribe. Materialien zur Unterrichtspraxis
Materialien zur Unterrichtspra...
Birgitta Reddig-Korn
Marlene Röder: Zebraland. Materialien zur Unterrichtspraxis
Materialien zur Unterrichtspra...
Birgitta Reddig-Korn
Karsten Stollwerck: Mia, Meik und die Mauerspechte. Materialien zur Un...
Materialien zur Unterrichtspra...
Birgitta Reddig-Korn
Jan Simoen: Weil es mir Spaß macht. Materialien zur Unterrichtspraxis
Materialien zur Unterrichtspra...
Birgitta Reddig-Korn
0 Kommentare