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Gliederung
Die Komponenten der Bevölkerungsentwicklung
Entwicklung und Prognose von Fertilität und Migration
Seite
Zusammenfassung 3
1. Einleitung 5
Bedeutung von Fertilität und Migration für die Bevölkerungsentwicklung
2. Methoden zur Messung von Fertilität und Migration 6
2.1 Rohe Geburtenrate 7
2.2 Allgemeine und Totale Fertilitätsrate 7
2.3 Brutto- und Nettoreproduktionsrate 8
2.4 Wanderungssaldo 10
3. Entwicklung von Fertilität und Migration 10
3.1 Entwicklung vo n Fertilität und Migration in Deutschland im 20. Jahrhundert 10
3.2 Folgen der sinkenden Fertilität 12
3.3 Gründe für die sinkende Fertilität in Deutschland 14
3.4 Wanderungssaldo als Ausgleich für die sinkende Fertilität? 15
4. Prognose von Fertilität und Migration in Deutschland 17
5. Fazit 20
Literaturverzeichnis 21
Zusamme nfassung Kristina Richartz
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Die Komponenten der Bevölkerungsentwicklung Entwicklung und Prognose von Fertilität und Migration
Im Rahmen dieser Arbeit wird die Bevölkerungsentwicklung an Hand von Fertilität und Migration insbesondere in Deutschland untersucht. Vorab werden verschiedene Maße zur Be rechnung von Fertilität und Migration dargestellt. Im Anschluss findet eine Auswertung ge eigneter Studien statt, die sowohl auf die Entwicklung von Fertilität und Migration in Deutschland in der Vergangenheit eingehen, als auch Prognosen für die Zukunft berechnen.
Im zweiten Kapitel werden sechs verschiedene Fertilitätsmaße sowie der Wanderungssaldo vorgestellt. Die Fertilitätsmaße bauen alle aufeinander auf. Die hier vorgestellten entsprechen den in der Literatur geläufigsten. Begonnen wird mit dem einfachsten und am meisten verbreiteten Maß, der rohen Geburtenrate. Diese wird in einem zweiten Schritt zur allgemeinen Fertilitätsrate erweitert, indem nicht mehr alle Personen, sondern nur noch Frauen im ge bärfähigen Alter als Bezugswert genommen werden. Anschließend findet die Einführung des ersten kumulierten Fertilitätsmaßes, der totalen Fertilitätsrate statt. Diese stellt sich als Addition einzelner allgemeiner Fertilitätsraten dar. Im letzten Schritt werden dann zwei Reproduk tions maße erläutert, die Brutto- und Nettoreproduktionsrate. Die Bruttoreproduktionsrate baut wie der auf der allgemeinen Fertilitätsrate auf. Dieses Mal wird allerdings die Einschränkung vorgenommen, dass nur weibliche Nachkommen von Bedeutung sind. Die Nettoreproduktions rate hingegen setzt sich anders zusammen. Sie hat den Vorteil, dass auch die Sterblichkeit Einfluss nimmt auf das Ergebnis, welches somit realitätsnäher ist. Im dritten Kapitel wird die Entwicklung von Fertilität und Migration in Deutschland in der Vergangenheit betrachtet und Gründe für die sinkende Fertilität und deren Folgen diskutiert.
Deutschland hat die typische Entwicklung eines Industriestaates durchlaufen. Bereits zu Be ginn des 20. Jahrhunderts fand der erste demographische Übergang statt. Nach dem
2. Welt krieg folgten dann die Merkmale eines wohlhabenden Industrielandes: sinkende Fertilität, alternde Bevölkerung, steigende Zuwanderungszahlen. Durch die Babyboom-Generation und deren Nachkommen, sowie den positiven Wanderungssaldo stieg die Be völkerungszahl bis Ende der 1990er Jahre weiter an. Doch seitdem stagniert sie. Die Fertilität sollte die Mortalität eines Landes übersteigen, so dass Generationen vollständig ersetzt werden können. Dies ist in Deutschland seit den 1970er Jahren nicht mehr der Fall. Seitdem ist die zusammengefasste Gebur tenziffer, die durchschnittliche
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Zahl Kinder, die eine Frau lebend zur Welt bringt, kleiner als 2,1, dem Wert der zur vollständigen Ersetzung einer Generation notwendig ist. Sie liegt heute bei 1,4 Kindern pro Frau. Die Folge dieser sinkenden Fertilität ist die Überalterung der Gesellschaft, da auch die Lebenserwartungen ständig ansteigen. Dies führt zu erheblichen wirtschaftlichen und politischen Problemen. Gerade die Rentenkassen tendieren gegen Null, da die Rentnergenerationen immer größer werden, aber keine jungen Beitragszahler nachwachsen. Ebenso leiden viele andere wirtschaftliche Zweige unter der alternden Bevölkerung.
Im vierten Kapitel werden Prognosen über die zukünftige Bevölkerungsentwicklung Deutschlands analysiert. Für die Zukunft wird eine sinkende Be völkerungszahl prognostiziert, da auch der positive Wanderungssaldo langfristig diese ge ringe Geburtenziffer nicht ausgleichen kann. Die Folgen der sinkenden Fertilität nehmen immer weiter zu. Die Bevölkerung Deutschlands wird immer älter und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Probleme, insbesondere Rentenprobleme verschärfen sich. Selbst im besten prognostizierten Fall schrumpft die Bevölkerung. Es müssen also Lösungen gefunden werden, um diese Probleme aufzuhalten. Man muss jetzt schon der zukünftigen Entwicklung entgegen arbeiten, da sie unvermeid bar ist. Statistische Prognosen sind viel zu zuverlässig, als dass auf eine andere Entwicklung der Bevölkerungszahlen gehofft werden könnte.
In dieser Arbeit wird deutlich wie wichtig die Bevölkerungsvorausberechnungen sind. Nur wenn frühzeitig verlässliche Entwicklungsprognosen zur Verfügung stehen, können recht zeitig wichtige Schritte zur Problembekämpfung eingeleitet werden. Gerade Politik und Wirtschaft sind von diesen Prognosen abhängig. Die Rentenkassen können langfristig nur ausge glichen sein, wenn schon vor der tatsächlichen Überalterung der Be völkerung nach Lösungen ge sucht wird. Doch dazu muss diese Überalterung durch Prognosen offensichtlich werden. Gerade statistische Maße sind in diesem Zusammenhang uner- lässlich.
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Die Komponenten der Bevölkerungsentwicklung Entwicklung und Prognose von Fertilität und Migration
1. Einleitung
Im Rahmen dieser Arbeit wird die Bevölkerungsentwicklung an Hand von Fertilität und Migration insbesondere i n Deutschland untersucht. Vorab werden verschiedene Maße zur Berechnung von Fertilität und Migration dargestellt. Im Anschluss findet eine Auswertung geeigneter Studien statt, die sowohl auf die Entwicklung von Fertilität und Migration in Deutschland in der Vergangenheit eingehen, als auch Prognosen für die Zukunft berechnen.
Bevölkerungsentwicklung ist in der Literatur gerade seit Mitte des 20. Jahrhunderts ein viel diskutiertes Thema, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die natürliche Bevölkerungsbewegung wird durch die zwei wesentlichen Komponenten Fertilität (Fruchtbarkeit) und Mortalität (Sterblichkeit) definiert (vgl. Bähr 1997, S. 174). Doch gerade in den Industriestaaten und auch in Deutschland trägt diese natürliche Be völkerungs bewegung seit den Babyboom-Jahren kaum noch zur Veränderung der Bevölkerungszahl bei. Viel mehr ist eine dritte Komponente wesentlich entscheidend, der Migrationssaldo (vgl. Bähr 1997, S. 10). Industriestaaten stellen begehrte Einwanderungsländer für Arbeitsmigranten, Asylbewerber und Flüchtlinge dar. In (West-)Deutschland herrscht seit dem zweiten Weltkrieg überwiegend ein positiver Migrationssaldo, d. h. die Zahl der Einwanderer überwiegt die Zahl der Auswanderer (vgl. Münz u. a. 1997, S. 38). Dieser positive Migrationssaldo hat eine wichtige Bedeutung für Deutschland, da er die sinkende Fertilität teilweise ausgleicht. Somit wird das Eintreten der mit sinkender Fertilität verbundenen Probleme verlangsamt. Man hat mehr Zeit nach Lösungen zu suc hen.
Trotzdem bleibt die Fertilität einer Bevölkerung weiterhin die wichtigste Komponente in der Bevölkerungsentwicklung. Die Fertilität sollte die Mortalität eines Landes übersteigen, so dass Generationen vollständig ersetzt werden können. Dies ist in Deutsch-land seit den 1970er Jahren nicht mehr der Fall. Seitdem ist die zusammengefasste Gebur tenziffer, die durchschnittliche Zahl Kinder, die eine Frau lebend zur Welt bringt, kleiner als 2,1, dem Wert der zur vollständigen Ersetzung einer Generation notwendig ist (vgl. Statistisches Bundesamt 2003, S.11). Nach Wood (1994) ist es wichtig Fertilität von Fruchtbarkeit zu unterscheiden. Fertilität ist demnach die Geburt eines lebenden
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Kindes, während Fruchtbarkeit die biologische Fähigkeit einer Schwangerschaftsempfängnis darstellt 1 .
2. Methoden zur Messung von Fertilität und Migration
Zur Prognose zukünftiger Bevölkerungszahlen ist das Verhältnis zwischen Fertilität, Mortalität und Migration zu berechnen. Dies lässt sich am besten in einer demo graphischen Grundgleichung festhalten: PPBDIE +++++ =+−+− ,,,, tntttnttnttnttn P wobei: t = Bevölkerung zum Zeitpunkt t P + = Bevölkerung zum Zeitpunkt t+n tn
B + = Zahl der Geburten zwischen t und t+n , ttn
D + = Zahl der Sterbefälle zwischen t und t+n , ttn
I + = Zuwanderungen zwischen t und t+n , ttn
E + = Abwanderungen zwischen t und t+n (vgl. Bähr 1997, S. 173). , ttn
Hier ist es besonders wichtig die Maße mit denen Fertilität ( , B + ) und Mortalität ttn ( , D + ) berechnet werden, sowie die Definitionen für Zuwanderungen und Ab wander- ttn
ungen zu kennen, um verschiedene Prognosen miteinander vergleichbar zu machen. Fertilität ist komplizierter zu berechnen als Mortalität, da es ein multidimensionaler und kumulativer Prozess ist. Gebären von Kindern ist ein wiederholbares Ereignis, welches selbst in einem Jahr häufiger erfolgen kann. Es gibt viele verschiedene Maße zur Berechnung von Fertilität. Dennoch überschneiden sie sich in der Literatur weitestgehend. Grund sätzlich gibt es zwei Formen der direkten Fruchtbarkeitsmessung: „1. Die Ermit tlung von Fertilitätsraten: Dabei werden die Anzahl der in einem Kalenderjahr le bend ge borenen Personen auf die Gesamtbevölkerung oder auf Teilgruppen der Bevölkerung bezogen.
2. Die kumulative Betrachtung der Fertilität: Dabei wird für eine fiktive Ausgangsmasse die Anzahl der lebendgeborenen Kinder bis zu einem bestimmten Lebensalter oder während des ganzen Lebens betrachtet.“ (vgl. Bähr 1997, S. 182) Viele Autoren legen großen Wert auf den Unterschied zwischen verheirateten und unverheirateten Frauen (vgl. Wood 1994, S. 27; Bähr 1997, S. 184-185). Es ist nicht zu leugnen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine verheiratete Frau ein Kind zu bekommen
1 „Fertility is defined by demographers as the production of a live birth, that is, a child born alive (Pressat,
1985). As such, it is to be distinguished from fecundity, which is defined as the biological capacity to reproduce.” (Wood 1997, S. 3)
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Kristina Richartz, 2005, Die Komponenten der Bevölkerungsentwicklung: Entwicklung und Prognose von Fertilität und Migration, Munich, GRIN Publishing GmbH
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