Differenziertes Üben im Leseunterricht der Grundschule
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1 Einleitung. 3
2 Theoretische Grundzüge 4
2.1 Differenzierung im Unterricht 4
2.2 Üben im Unterricht. 6
2.2.1 Zum Begriff „Üben“ 6
2.2.2 Kriterien zur Gestaltung von Übungen 7
2.3 Lesen im Unterricht 8
2.3.1 Der Leseprozess. 8
2.3.2 Aufgaben und Lernziele des Leseunterrichtes. 9
2.3.3 Üben im Leseunterricht 10
3 Schlussgedanke 14
Literaturverzeichnis 15
2
Differenziertes Üben im Leseunterricht der Grundschule
1 Einleitung
Seit die Ergebnisse der Pisa-Studie veröffentlicht sind, ist auch der breiten Öffentlichkeit die Bedeutung des Lesens als zentrale Kulturtechnik sehr bewusst. Lesekompetenz ist mehr als einfach nur lesen zu können. Unter Lesekompetenz versteht PISA „die Fähigkeit, geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer formalen Struktur zu ve rstehen und in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können sowie in der Lage zu sein, Texte für verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen. Nach diesem Verständnis ist Lesekomp etenz nicht nur ein wichtiges Hilfsmittel für das Erreichen persönlicher Ziele, sondern eine Bedingung für die Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten - also für jede Art selbstständigen Lernens - und eine Voraussetzung für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.“ (http://www.lesekompetenz.th.schule.de.10.03.04).
In der zunehmend komplexer werdenden Welt, der sogenannten Informations- und Wissensgesellschaft, ist Lesekompetenz daher unverzichtbare Voraussetzung für selbständiges lebenslanges Lernen, für selbstbestimmtes, mündiges Handeln und für die Entwicklung der Persönlichkeit. Schüler zum Lesen zu ermuntern ist von daher nicht nur ein bildungspolitisches Ziel, sondern muss gesamtgesellschaftliches Anliegen sein.
Pisa zeigt zudem sehr deutlich den engen Zusammenhang zwischen Leseleistung auf der einen Seite und Leseinteresse bzw. Lesegewohnheiten auf der anderen Seite, auf. So ist es sehr problematisch, dass bei Pisa in Deutschland 42% der 15jährigen angegeben haben, nicht zum Vergnügen zu lesen (www.uni-essen.de/zlb/archiv/dokumente/02-04-10_leutner.pdf.10.03.04). Daraus folgt für die Schule, dass mit Einfallsreichtum und Konsequenz die Lesemotivation der Kinder und Jugendlichen gefö rdert und die Leselust geweckt werden muss. Lesekompetenz zu stärken ist allerdings oft leichter gesagt als getan, zumal der in der Pisa-Studie zu Grunde gelegte Lesebegriff für den Unterricht durchaus neue Aspekte beinhaltet und einen veränderten Leseunterricht verlangt. Das soll nicht heißen, dass alle Traditionen im Umgang mit Te xten verworfen, aber doch in dreierlei Hinsicht überdacht werden sollten:
• „durch konsequentere Hinwendung zur Leseperspektive: → Lesebiografie, Selbstreflexion... haben maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung individue ller Lesekompetenz; • durch eine konsequente Erweiterung des Textangebotes: → literarische Textformen müssen durch Texte des Alltags, Texte grafischer und tabellarischer Art, sowie Sachtexte erweitert werden;
• durch eine konsequente Leseerziehung in allen Fächern, wobei dem Deutschunterricht eine zentrale , aber nicht ausschließliche Bedeutung zukommt.“ (Kleinschmidt-Bräutigam, S. 2).
3
Differenziertes Üben im Leseunterricht der Grundschule
Um zusätzlich der Verschiedenartigkeit der Schüler bezüglich ihrer Fähigkeiten, Fertigkeiten, Bedürfnisse, etc. „gerecht zu werden, muss die differenzierte Gestaltung des Unterrichts didaktisches Prinzip der Arbeit sein. Unterschiedliche Formen der Differenzierung geben Freiraum zur angemessenen Förderung und Forderung jedes Schülers. Übungen sind [demnach] so zu gestalten, dass sie verschiedene Zugriffsweisen herausfordern können.“ (Lehrplan Grundschule Deutsch, S. 16).
Die Notwendigkeit, Leseförderung zu verstärken, wird kaum bestritten. Offen sind eher die Fragen des Wie. Demnach soll die vorliegende Arbeit methodische Hinweise sowie ausgewählte praktische Beispiele für einen differenzierten Leseunterricht in der Grundschule geben. Auf-grund des Umfangs an Möglichkeiten erhebt diese Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Größtenteils werde ich mich auf die Theorie aus der Literatur stützen. In der Belegarbeit werden die Begriffe der Differenzierung, des Übens und des Lesens allgemein und in Bezug auf das Lesen definiert. Ebenso wird auf den Leseprozess sowie auf die Lernziele des Leseunterrichtes und dementsprechende Übungsbereiche näher eingegangen.
2 Theoretische Grundzüge
2.1 Differenzierung im Unterricht
Menschen sind Individualisten, niemand gleicht dem anderen haargenau. Jeder hat Besonderhe iten, sowohl Stärken, als auch Schwächen, damit ist jeder eine einzigartige Persönlichkeit. Demnach wäre es falsch zu denken, alle Kinder „zur gleichen Zeit mit gleichen Verfahren zum gle ichen Ziel zu bringen“ (Meyer-Willner, S.11).
Auch im Leseunterricht ist die Lehrperson mit unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder konfrontiert. Eine unterschiedliche Entwicklung der während der Vorschulzeit sowie während der Schulzeit aufgrund unterschiedlicher Begabungspotentiale und unterschiedlicher Entwicklungsanreize aus der Umwelt kann der Grund sein. Aber auch subjektive Bedingungen des Lesers selbst, der Auge, Ohr und Denken, also Wahrnehmung, Reproduktion, Sprachgedächtnis und Sinndeutung, einsetzen muss, um mit diesen ineinandergreifenden Leistungsvollzügen den Leseprozess zu steuern, können diesen verschieden beeinflussen. Diese Heterogenität im Leseverha lten lässt sich in besonderem Maße zu Beginn des zweiten Schuljahres, aber auch in den folgenden Jahrgangsklassen beobachten. So gibt es Kinder,
4
Differenziertes Üben im Leseunterricht der Grundschule
→ „die selbständig und flüssig fremde und zunehmend schwierige Texte lesen können und Freude am Lesen haben (...);
→ die einen Text zwar relativ flüssig vorlesen können, aber nicht ve rstehen, was sie lesen. Sie lesen rein mechanisch ohne Sinnentnahme, sind also „Rekodierer“ (...); → die ungern lesen, weil ihnen Lesen noch sehr schwer fällt. Sie mühen sich mit jedem Text ab, lesen häufig noch buchstabenweise und haben auch daher auch Schwierigkeiten mit der Sinnentnahme (...);
→ die meist schnell lesen, dabei aber gelegentlich Wörter ersetzen und ergänzen, die gar nicht dastehen. Sie lesen mit Sinnbezug, aber sie überprüfen nicht am Schriftbild, was sie lesen.“ (Wedel-Wolff, S. 18).
Die „Verschiedenheit der Köpfe“ (Johann Friedrich Herbart) macht also eine stetige Differenzierung und Individualisierung in der Bildung und Erziehung der Kinder demnach auch im Leseunterricht notwendig.
Differenzierung meint die Bemühungen entsprechend der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler und unterschiedlicher gesellschaftlicher Anforderungen durch eine Gruppierung nach bestimmten Kriterien und durch didaktische Maßnahmen den Unterricht so zu gestalten, dass die für das schulische Lernen gesetzten Ziele möglichst weitgehend erreicht werden (Schittko, S. 23). Man muss also bestrebt sein, den Unterricht (externe Bedingungen) an die internen Bedingungen des Schülers oder einer Lerngruppe durch Variation von Lehr- und Lernziele, Lehr- und Lernmethoden, Lernmaterialien, Lernhilfen und Lernzeit anzupassen (Meyer-Willner, S. 24).
Dabei stehen zwei Hauptaufgaben im Vordergrund.
Zum einen soll die Differenzierung helfen, allen Schülern einen gemeinsamen Grundbestand an Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Haltungen zu sichern, um das spätere Leben kritisch und selbstverantwortlich gestalten zu können und somit das Bestehen und die Weit erentwicklung der Gesellschaft zu gewährleisten.
Zum anderen soll sie durch ein vielfältiges Angebot an Inhalten, Zielen und Methoden entsprechend der individuellen Unterschiede Hilfe zur Selbstverwirklichung sein. Wie schon angedeutet bedarf es sowohl bei der Differenzierung als auch bei der Individualisierung einer Umgruppierung der Schülerschaft zu Beispiel in Lerngruppen, Abteilungen, Kleingruppen, Paare, Einzellerner etc. . Gruppierungsmöglichkeiten allein bewirken aber noch keine ganzheitliche und ge winnbringende Differenzierung. So muss die Variation des unterrichtlichen Angebots noch hinzukommen.
In der Fachliteratur findet man unterschiedlichste Arten der Einteilung der Differenzierung. Dabei kommen die Begriffe innere und äußere Differenzierung am häufigsten vor. Im Vordergrund des Unterrichts steht dabei die innere Differenzierung, die den individuellen Lernvoraussetzun-
5
Arbeit zitieren:
Susan Grüßner, 2004, Differenziertes Üben im Leseunterricht der Grundschule, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Eine Unterrichtsstunde für eine dritte Klasse: Übende Elemente zur Erw...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 22 Seiten
Unterrichtsstunde, katholische Religion: Mose wird durch Gott gerettet
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 11 Seiten
Unterrichtsstunde: Leiter und Nichtleiter
Ausführlicher Unterrichtsentwu...
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Unterrichtsentwurf, 14 Seiten
Unterrichtsreihe: Psalm 104- ein Loblied an die Schöpfung (3. Klasse)
Eine vertiefende Auseinanderse...
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 15 Seiten
Christen in der Gemeinde (Religionsunterricht in der Klasse 5)
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 8 Seiten
Bewertung mündlicher Leistungen im Deutschunterricht
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 24 Seiten
Das Experimentieren im Sachunterricht eines zweiten Schuljahres, darge...
Die Schülerinnen und Schüler l...
Examensarbeit, 80 Seiten
Unterrichtsstunde: Adjektive - Gegensätzliche Adjektive
Deutsch / Pädagogik, 2. Klasse
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 11 Seiten
Innere Differenzierung an der Schule für Lernbehinderte
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit, 16 Seiten
"Lichtsetzen" für Hoffnungsmomente von Josef und Maria - Nac...
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 17 Seiten
Todesvorstellungen von Kindern - Darstellung und theologische Diskussi...
Theologie - Systematische Theologie
Examensarbeit, 132 Seiten
Motivierende Möglichkeiten im Rahmen des Werkstattunterrichts bei der ...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 40 Seiten
Kreative Leseförderung in der Grundschule
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Studienarbeit, 46 Seiten
Emil und die Detektive - Handelnder Umgang mit dem Roman für Kinder ...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 7 Seiten
Szenische Interpretation von Gedichten - Unterrichtsentwurf und Reflex...
Unterrichtsentwurf, 24 Seiten
Einsatz des Lesetagebuchs zur Förderung der Lesemotivation
Untersucht im Deutschunterrich...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 67 Seiten
Lehrbuchkapitelvergleich: Der barmherzige Samariter
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Hausarbeit, 25 Seiten
Integration von behinderten Kindern im Elementarbereich
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Seminararbeit, 22 Seiten
Ermöglicht der Umgang mit dem Lesetagebuch literarische Lernprozesse?
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 27 Seiten
Susan Grüßner's Text Differenziertes Üben im Leseunterricht der Grundschule ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Susan Grüßner hat den Text Differenziertes Üben im Leseunterricht der Grundschule veröffentlicht
Susan Grüßner hat einen neuen Text hochgeladen
Qualität von Grundschulunterricht
Entwickeln, erfassen und bewer...
Kornelia Möller, Petra Hanke, Christina Beinbrech, Anna Katharina Hein, Thilo Kleickmann, Ruth Schages
Emotionale Kompetenz im Grundschulunterricht
Soziale Faktoren als Förderpot...
Sylvia Fratton-Meusel
Diagnostik und Förderung im Elementarbereich und Grundschulunterricht
Lernprozesse wahrnehmebn, deut...
Ulrike Graf, Elisabeth Moser Opitz
Konfekt - Anregungen für guten Grundschulunterricht
Rhythmisierung als Unterrichts...
Birgitta Reddig-Korn, Beate Weiß
Sprachfreunde 2. Arbeitsheft. Differenzieren und Fördern. Östliche Bun...
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüri...
0 Kommentare