INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS 3
EINLEITUNG 3
DAS OSMANISCHE REICH IM 14. UND 15. JAHRHUNDERT 5
DIE ENTSTEHUNG 7
DER STAAT UND DIE GES ELLSCHAFT 8
DIE EROBERUNGEN IN EUROPA 9
DIE CHRISTLICHEN MINDERHEITEN IN KLEINASIEN 14
ARMENIEN 16
DIE RECHTLICHE STELLUNG 17
DIE CHRISTEN IN DEN EROBERTEN GEBIETEN 18
GRIECHEN 21
BULGAREN 22
SERBEN 22
ALBANER 23
SCHLUSSWORT 23
LITERATURVERZEICHNIS 24
EINLEITUNG
Das Osmanische Reich war über 600 Jahre lang ein Vielvölkerstaat, der sich über drei
Kontinente erstreckte und der verschiedenste Völker und Religionen vereinigte. Juden,
Christen und Moslems lebten ohne schwerwiegende religiöse Konflikte zusammen, was
aus heutiger Sicht kaum vo rstellbar ist. Vor allem auf dem Balkan und im Nahen Osten
lebten die Konfessionen in einem friedlichen Miteinander, wo heute religiöse und
politische Konflikte das Leben der Menschen bestimmen.
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Dies war der ausschlaggebende Grund, warum ich mich entschlossen habe, „die Christen im Osmanischen Reich des Spätmittelalters“ zum Thema meiner Proseminararbeit zu machen, da es mir aus heutiger Sicht schwerverständlich erschien, wie das Zusammenleben verschiedener Konfessionen möglich war.
Ein weiterer Grund für die Wahl dieses Themas war der offensichtliche Unterschied zwischen dem christlichen Abendland und dem Osmanischen Reich, denn während im Osmanischen Reich die Herrscher versuchten im Namen der religiösen Toleranz und eines friedlichen Zusammenlebens Religionskonflikte zu vermeiden und die jüdische und christliche Religion in das Reich integrierten, herrschten in Europa religiöse Intoleranz gegenüber Andersdenkenden vor.
Meine Arbeit wird sich mit den Anfängen des Osmanischen Reiches befassen und die Situation der Christen innerhalb dieses Reiches beleuchten. Ich werde nicht nur versuchen die Eroberungen der Osmanischen Herrscher in Europa und Asien im Spätmittelalter zu behandeln, sondern auch die politischen, gesellschaftlichen und religiösen Konsequenze n der Osmanenherrschaft auf die christliche Bevölkerung einbeziehen.
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DAS OSMANISCHE REICH IM 14. UND 15.
Die Teilung des Römischen Imperiums in ein oströmisches und ein weströmisches Reich 395 n. Chr. war das Geburtsjahr des Byzantinischen Reiches und die von Kaiser Konstantin 330 n. Chr. ausgebaute Hauptstadt Konstantinopel wurde zum Mittelpunkt des byzantinischen Imperiums. Im 6. Jahrhundert hatte es unter Kaiser Justinian seine größte Ausdehnung, und umfasste Italien, den Balkan, Kleinasien, die Levante, Ägypten, die nordafrikanische Küste und Südspanien, die Eroberungen im Westen gingen unter seinen Nachfolgern wieder verloren. Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches 476 n. Chr. betrachtete sich das Byzantinische Reich als einziger legitimer Rechtsnachfolger des Römischen Imperiums. Schon unter Kaiser Konstantin war die christliche Religion ein wichtiger Faktor im Römischen Reich geworden, doch erst durch die Anerkennung des Christentums als Staatsreligion unter Kaiser Theodosius 380 wurde die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die christliche Lebensführung möglich. Die Religion wurde ein
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bestimmender Faktor in der byzantinischen Politik, durch die Verlagerung der Interessen und durch den Einflussverlust des Weströmischen Reiches distanzierten sich die weströmische und oströmische Kirche von einander, was im Schisma von 1054 gipfelte.
Außenpolitisch musste sich das Reich nach der Reichsteilung mit Überfällen der Perser, Hunnen, Germanen, Goten und Awaren auseinandersetzen, doch die Reichsgrenzen konnten verteidigt werden und Kaiser Justinian schaffte es im 6. Jahrhundert sogar kurzfristig das Römische Reich in seiner alten Größe wiederherzustellen. Doch unter seinen Nachfolgern ging Italien an die Langobarden verloren, der Balkan wurde von den Awaren und Slawen erobert. Die Levante fiel im 7. Jahrhundert an die Araber, Spanien wurde von den Westgoten zurückerobert.
Der Höhepunkt der byzantinischen Macht konnte unter der Makedonischen Dynastie erreicht werden, die vom 9. bis ins 11. Jahrhunderte das Reich regierten, sowie Kreta, Zypern, den Osten Kleinasiens und Bulgarien ins Reich eingegliedert konnten. Mitte des 11. Jahrhunderts drangen mohammedanische Seldschuken, Angehörige der Turkstämme, in Kleinasien ein und errichteten im 12. und 13. Jahrhundert das Sultanat Rum, das Anatolien beherrschte. Es sollte ein Sultanat nach dem Vorbild von Bagdad entstehen, doch da die große Anzahl der in diesem Gebiet lebenden Christen zu einer Verschmelzung von christlichen und islamischen Traditionen führte, entstand eine Sozialstruktur, die sich deutlich von der and erer islamischer Staaten unterschied. Es bildete in weiterer Folge die Grundlage für das Regierungs- und Sozialsystem der Osmanen.
Das Christentum des Ostens wurde nicht islamisiert, bis heute haben sich christliche Gemeinden im Länderdreieck Türkei, Irak und Syrien erhalten können, denn die Glaubensfreiheit im Osmanischen Reich wurde von den islamischen Herrschern nicht eingeschränkt, 1 um Religionskonflikte im Inneren des Vielvölkerstaates zu verhindern.
1 Vgl. Michael Neumann-Adrian, Christoph K. Neumann, Die Türkei. Ein Land und 9000 Jahre
Geschichte, München 1990, 144f.
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DIE ENTSTEHUNG
Im 13. Jahrhundert wurde das Seldschukenreich von den Mongolen bedroht. Das Reich zerfiel in kleinere Fürstentümer, die zwar weiterhin unter der Oberherrschaft der Rum -Seldschuken standen, doch ihre Gebiete weitestgehend selbstständig regieren konnten. Diese Fürstentümer hatten sich vor allem auf die Bekämpfung der noch im Westen Anatoliens vorhandenen Byzantiner verlagert, eine führende Rolle in diesen Auseinandersetzungen mit den byzantinischen Adeligen übernahm das nordwestanatolische Fürstentum der Osmanen.
Osman I. Ghasi übernahm 1288 das Fürstentum seines Vater Ertogrul, das ein kleines, ca. 1.500 km² großes Gebiet am Marmarameer umfasste und bei seinem Tod auf ca. 18.000 km² angewachsen war. Nachdem der letzte Seldschukensultan Alaeddin II. um 1300 ermordet worden war, zerfiel das Seldschukenreich endgültig in kleinere Einheiten und Osman wurde selbstständiger Herrscher in seinem Gebiet. 2 Die ersten außenpolitischen Aktionen Osmans richteten sich gegen die christlichen Gebiete der
2 Vgl. Ferenc Majoros, Bernd Rill, Das Osmanische Reich 1300 - 1922. Die Geschichte einer
Großmacht, Augsburg 1999, 93.
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Arbeit zitieren:
Karin Wieser, 2001, Die christlichen Minderheiten im osmanischen Reich, München, GRIN Verlag GmbH
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