Zwangsarbeiterinnen im 3. Reich
von: Karin Wieser
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. ARBEITSEINSATZ VON ZIVILEN ZWANGSARBEITERINNEN IM 3. REICH 3
2.1 WIRTSCHAFTLICHE VORAUSSETZUNGEN FÜR DEN EINSATZ VON ZWANGSARBEITERN 5
2.2 ARBEITSKRÄFTEBESCHAFFUNG 6
3. LEBENSBEDINGUNGEN IN DEN LAGERN 7
3.1 DIE BARACKENLAGER 13
3.2 SITUATION DER FRAUEN UND KINDER IM LAGER 14
4. SCHLUSSBETRACHTUNG 18
5. ZAHLEN UND STATISTIKEN 19
6. LITERATUR 21
1. EINLEITUNG
Mit meine Arbeit werde ich versuchen die Situation der Zwangsarbeiterinnen zu skizzieren, die während des 2. Weltkrieges im Dritten Reich beschäftigt wurden. Zu diesen Zwangsarbeiterinnen zählten Frauen aus Tschechien, Polen, Weißrussland, der Ukraine und der Sowjetunion, wobei in der Zwangsarbeiterhierarchie die sowjetischen „Ostarbeiterinnen“ auf der untersten Stufe standen. Ich werde mich vor allem auf die Lebensbedingungen der Arbeiterinnen konzentrieren, wobei zu bemerken ist, dass die NS-Führung nur sehr geringe Unterschiede in der Behandlung der männlichen und weiblichen Zwangsarbeiter kannte. Darum wird meine Arbeit in der Charakterisierung der Lebensumstände beide Geschlechter betreffen, ein Schwerpunkt wird aber auf den Themen Schwangerschaft und Kinder in den Zivilarbeiterlagern liegen.
2. ARBEITSEINSATZ VON ZIVILEN ZWANGSARBEITERINNEN IM 3. REICH
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hatte sich die historische Forschung vor allem auf die Aufarbeitung des Holocaust konzentriert, das Schicksal der im Deutschen Reich eingesetzten ZwangsarbeiterInnen aus ganz Europa wurde vernachlässigt. Sowohl die Öffentlichkeit als auch die wissenschaftliche Forschung in Deutschland und Österreich wurde erst durch Sammelklagen ehemaliger ZwangsarbeiterInnen und deren Entschädigungsforderung auf diese vergessenen Opfergruppe des Nationalsozialismus aufmerksam.
Zur Zwangsarbeit wurden nicht nur Kriegsgefangene aus den eroberten Gebieten und Insassen der Konzentrationslager verpflichtet, sondern auch zivile ArbeiterInnen aus den besetzten Gebieten, die in der Anfangszeit des massiven Ausländereinsatzes in der reichsdeutschen Wirtschaft sich noch freiwillig zum Arbeitsdienst im Reich meldeten. Als bekannt wurde, welch unmenschliche Arbeitsbedingungen vor allem für aus dem Osten stammende ArbeiterInnen herrschten, mussten die Arbeitskräfte zwangsrekrutiert werden. Allgemein unterscheidet man zwischen vier Gruppen, deren Arbeitseinsatz im Dritten Reich Zwangscharakter hatten:
1) Zivile Arbeitskräfte, die aus den besetzten Gebieten zunächst freiwillig für den Arbeitseinsatz in Deutschland verpflichtet worden sind, später nach Rückgang der freiwilligen Meldungen zwangsrekrutiert wurden.
2) Kriegsgefangene des Dritten Reiches wurden als Arbeitskräfte vor allem in der Schwer- und Rüstungsindustrie eingesetzt. Dabei wurden jedoch auf die Bestimmungen der Genfer Konventionen1 seitens der NS – Führung keine Rücksicht genommen.
3) KZ-Häftlinge wurden entsprechend dem Motto „Vernichtung durch Arbeit“ von der SS-Führung zunehmend als Arbeitskräfte eingesetzt, in der zweiten Kriegshälfte nicht mehr ausschließlich in SS-eigenen Betrieben, sondern auch in der privaten Rüstungsindustrie.
4) Ungarische Juden wurden ab 1944 in Deutschland aus Mangel an zivilen Arbeitskräften eingesetzt und entgingen damit vorerst den Tötungsaktionen in den Vernichtungslagern. 2
Die Behandlung und Lebenssituation der ZwangsarbeiterInnen war abhängig von ihrer Nationalität. Westarbeiter aus Frankreich, Italien, Belgien oder den Niederlanden waren in der Arbeitshierarchie des NS - Regimes bessergestellt als die slawischen Arbeiter, von denen die sowjetischen ArbeiterInnen die unterste Stufe in der Hierarchie der Zwangsarbeiter darstellten.
2.1 WIRTSCHAFTLICHE VORAUSSETZUNGEN FÜR DEN EINSATZ VON ZWANGSARBEITERN
[...]
1 Die Genfer Konventionen von 1929 sahen vor, dass gefangengenommene einfache Soldaten zum Arbeitseinsatz herangezogen werden durften, Unteroffiziere nur Aufsichtsdiensten leisten sollten und Offiziere gänzlich von jedweder Arbeit befreit sein sollten. Die Arbeitsbedingungen der einfachen Soldaten sollten denen der zivilen Arbeiter angeglichen sein..
2 Florian Freund, Bertrand Perz, Zwangsarbeit von zivilen AusländerInnen, Kriegsgefangenen, KZHäftlingen und ungarischen Juden in Österreich. In: Emmerich Tálos, Ernst Hanisch, Wolgang Neugebauer [u.a.] (Hg.), NS-Herrschaft in Österreich. Ein Handbuch, Wien 2000, 647.
Arbeit zitieren:
Karin Wieser, 2001, Zwangsarbeiterinnen im 3. Reich, München, GRIN Verlag GmbH
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