GLIEDERUNG
I. TEIL EINLEITUNG. 1
II. TEIL GRUNDLAGEN. 2
A. Die leitungsgebundene Energieversorgung 2
B. Begrifflichkeiten. 3
III. TEIL DER VERHANDELTE NETZZUGANG. 4
A. Gesetzliche Ausgangslage. 4
B. Vertragliche Gestaltung der Netznutzung Dritter. 4
I. Verbändevereinbarung II Plus Strom 5
II. Verbändevereinbarung II Gas 6
C. Verweigerung des Netzzugangs 7
D. Netzzugangsalternative, § 7 EnWG 8
I. Materielle Voraussetzungen 8
II. Vertragsbeziehungen 9
E. Unbundling 9
F. Staatliche Aufsicht und Missbrauchskontrolle 10
I. Energieaufsichtsbehörden. 10
II. Kartellbehörden 11
IV. TEIL DER REGULIERTE NETZZUGANG 12
A. Gesetzliche Ausgangslage. 12
B. Die Regulierungsbehörde 13
I. Handlungsinstrumente für eine ex-ante Regulierung 13
1. Ex-ante Regulierung durch Einzelfallentscheidung 14
2. Ex-ante Regulierung durch administrative Normsetzung
14
II. Befugnisse im Bereich der Netznutzung 16
1. Regulierung der Netzzugangsbedingungen. 16
2. Besondere und allgemeine Missbrauchsaufsicht 17
3. Vorteilsabschöpfung und Monitoring. 17
III. Befugnisse im Bereich der Netzzugangsentgelte 17
C. Verweigerung des Netzzugangs 18
D. Legal Unbundling 19
V. TEIL FAZIT 20
I
Literaturverzeichnis
Baur, Jürgen F.
Der Regulator, Befugnisse, Kontrollen - Einige Überlegungen zum künftigen Energierecht In: ZNER 2004, Heft 4, S. 318 - 325 (zit.: Baur, ZNER 2004, 318)
Becker, Peter / Faber, Martina
Verletzung des kommunalen Selbstverwaltungsrechts durch das System des verhandelten Netzzugangs In: NVwZ 2002, Heft 2, S. 156 - 162 (zit.: Becker/Faber, NVwZ 2002, 156)
Böwing, Andreas / Nissen, Joachim
Die Energierechtsnovelle - ein schlüssiges Konzept zur Kontrolle von Netzzugangsentgelten
In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen 2004, Heft 11, S. 712 - 717 (zit.: Böwing/Nissen, ET 2004, 712)
Breuer, Rüdiger
Umsetzung von EG-Richtlinien im neuen Energiewirtschaftsrecht In: NVwZ 2004, Heft 5, S. 520 - 530 (zit.: Breuer, NVwZ 2004, 520)
Britz, Gabriele
Erweiterung des Instrumentariums administrativer Normsetzung zur Realisierung gemeinschaftsrechtlicher Regulierungsaufträge In: EuZW 2004, Heft 15, S. 462 - 465 (zit.: Britz, EuZW 2004, 462)
Finger, Thorsten
Die Energiemarktregulierung in der Diskussion In: EUZW 2005, Heft 3, S. 78 - 80 (zit.: Finger, EUZW 2005, 78)
Fuchs, Christiane
Die Verwirklichung des Elektrizitätsbinnenmarktes Regensburg 2000 (zit.: Fuchs)
Holznagel, Bernd / Göge, Marc - Stefan
II
Die Befugnisse der REGTP zur Regulierung des Netzzugangs nach dem EnWG - KE 2004 In: ZNER 2004, Heft 3, S. 218 - 224 (zit.: Holznagel/Göge, ZNER 2004, 218)
Koenig, Christian / Rasbach, Winfried
Methodenregulierung in der Energiewirtschaft In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen 2004, Heft 11, S. 702 - 704 (zit.: Koenig/Rasbach, ET 2004, 702)
Koenig, Christian / Rasbach, Winfried
Trilogie komplementärer Regulierungsinstrumente: Netzzugang, Unbundling, Sofortvollzug
In: Die öffentliche Verwaltung 2004, Heft 17, S. 733 - 739 (zit.: Koenig/Rasbach, DÖV 2004, 733)
Krieglstein, Felix
Die staatliche Aufsicht über die Elektrizitätswirtschaft nach dem Energiewirtschaftsrecht Berlin 2002 (zit.: Krieglstein)
Kühne, Gunther / Brodowski, Christian
Die Reform des Energiewirtschaftsrechts nach der Novelle 2003 In: NVwZ 2003, Heft 7, S. 769 - 777 (zit.: Kühne/Brodowski, NVwZ 2003, 769)
Kühne, Gunther / Scholtka, Boris
Das neue Energiewirtschaftsrecht In: NJW 1998, Heft 27, S. 1902 - 1910 (zit.: Kühne/Scholtka, NJW 1998, 1902)
Leprich, Uwe / Georgi, Hanspeter / Evers, Elfried (Hrsg) Strommarktliberalisierung durch Netzregulierung Berlin 2004
(zit.: Bearbeiter in Leprich/Georgi/Evers)
Lippert, Michael
Energiewirtschaftsrecht: Gesamtdarstellung für Wissenschaft und Praxis Köln 2002 (zit.: Lippert)
III
Nill- Theobald, Christiane / Theobald, Christian Grundzüge des Energiewirtschaftsrechts München 2001 (zit.: Nill- Theobald/Theobald)
Rayermann, Marcus / Loibl, Helmut (Hrsg. )
Energierecht Berlin 2003
(zit.: Bearbeiter in Rayermann/Loibl)
Röger, Ralf
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post als zukünftiger Energiemarktregulierer
In: Die öffentliche Verwaltung 2004, Heft 24, S. 1025 - 1035 (zit.: Röger, DÖV 2004, 1025)
Säcker, Franz Jürgen (Hrsg.)
Berliner Kommentar zum Energierecht München 2004 (zit.: Bearbeiter in Säcker)
Salje, Peter
Das Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts In: NVwZ 1998, Heft 9, S. 916 - 923 (zit.: Salje, NVwZ 1998, 916)
Sche llberg, Margret / Schreiber, Kristina
Entgeltregulierung in der EnWG-Novelle - Energiegespräche in Bonn am 7. Mai 2004 In: ZNER 2004, Heft 3, S. 216 - 263 (zit.: Schellberg / Schreiber, ZNER 2004, 261)
Schneider, Jens-Peter / Theobald, Christian (Hrsg.) Handbuch zum Recht der Energiewirtschaft München 2003
(zit.: Bearbeiter in Schneider/Theobald)
Scholtka, Boris
Die Entwicklung des Energierechts in den Jahren 2000 und 2001 In: NJW 2002, Heft 7, S. 483 - 490 (zit.: Scholtka, NJW 2002, 483)
Schulze zur Wiesche, Jens
Eckpfeiler der Regulierung von Netznutzungsentgelten In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen 2004, Heft 11, S. 708 - 711 (zit.: Schulze zur Wiesche, ET 2004, 708)
IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
BT-Drucks……………………... Bundestagsdrucksache EnWG………………………….. Energiewirtschaftsgesetz vom
des Ersten Gesetzes zur
Änderung des Gesetzes zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts vom 20. Mai 2003 EnWG- E……………………….. Entwurf des Energiewirtschaftsgesetzes, Artikel 1 des Entwurfs eines zweiten Gesetzes zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts vom 14.10.2004
EVU……………………………. Energieversorgungsunternehmen GasNEV-E……………………... Regierungsentwurf der
für den Zugang zu
Gasversorgungsnetzen GasNZV-E……………………... Regierungsentwurf der Verordnung über den Zugang zu Gasversorgungsnetzen
GG……………………………... Grundgesetz REGTP………………………… Bundesregulierungsbehörde für
Telekommunikation und Post
REGTPG-E……………………. Gesetz über die Bundesregulierungsbehörde für Elektrizität, Gas, Telekommunikation und Post, Artikel 2 des Entwurfs eines zweiten Gesetzes zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts vom 14.10.2004
StromNEV-E…………………... Regierungsentwurf der Verordnung über die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen StromNZV-E…………………... Regierungsentwurf der Verordnung über den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen VwVfG………………………… Verwaltungsverfahrensgesetz
V
I. Teil Einleitung
Das Recht der leitungsgebundenen Energiewirtschaft befindet sich zur Zeit im Umbruch. Während der Energiemarkt in Deutschland bis 1998 noch monopolartig gestaltet war, wurde aufgrund der Errichtung eines europäischen Binnenmarktes 1 dieser liberalisiert. 2003 wurde das Energiewirtschaftsgesetz nochmals geändert wegen der notwendigen Anpassung an die Vorgaben der Gasbinnenmarktrichtlinie 98/30/EG, deren Umsetzungsfrist schon abgelaufen war. Während dessen existierten bereits neue von der EG-Komission vorgelegte Richtlinienentwürfe zur Änderung der Gas- und Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinien. 2 Durch die folgende Billigung der Entwürfe durch das Europäische Parlament wurden diese als neue Richtlinien vom Rat verabschiedet und traten am 16.07.2003 in Kraft. 3 Ziel dieser sog. Beschleunigungsrichtlinien ist die völlige Öffnung des europäischen Binnenmarktes für Strom und Gas. Diese war bis zum 01.07.2004 in nationales Recht umzusetzen. Deutschland kam dieser Pflicht bislang nicht nach. Vor diesem Hintergrund wird das Energiewirtschaftsrecht in Deutschland abermals geändert und revolutioniert. Insbesondere der in Deutschland im Energiewirtschaftsgesetz geregelte verhandelte Netzzugang wird einem regulierten Netzzugang weichen und somit wohl insgesamt abgeschafft. 4 Die Regulierung des Netzzugangs, sowie alle weiteren notwendigen Änderungen sind bereits in einem Entwurf für ein neues Energiewirtschaftsgesetz berücksichtigt worden. 5 Dieser Entwurf wurde, nach vielen heftigen politischen Diskussionen und Kritiken 6 , teilweise geändert und wird derzeit im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens vom Vermittlungsausschuss des Bundesrates überprüft und vermutlich nochmals geändert 7 .
1 vgl. Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie 96/92/EG und Gasbinnenmarktrichtlinie 98/30/EG.
2 EG-Komission, Vorschlag für eine Richtlinie zur Änderung der RL 96/92/EG und RL 98/30/EG über gemeinsame Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt und den Erdgasbinnenmarkt, KOM (2001) 125.
3 RL 2003/54/EG und RL 2003/55/EG.
4 vgl. Kapitel 7, Artikel 20 RL 2003/54/EG.
5 Am 14.10.2004 wurde von der Bundesregierung der Entwurf für das „Zweite Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts“ vorgelegt.
6 vgl. Finger, EuZW 2005, 78 ff.; Breuer, NVwZ 2004, 520, 529 ; Böwing/Nissen, ET 2004, 712, 717 ; www.udo-leuschner.de, Stand: Mai 2005 ; www.bmwa.bund.de/Navigation/Presse/reden-und-statements,did=57152.html, Stand: Mai 2005.
7 vgl.
http://www1.bundesrat.de/Site/Inhalt/DE/1_20Aktuelles/1.2_20Presse/1.2.1_20P ressemitteilungen/1.2.1.5_20Pressemitteilungen_202005/HI/67,templateId=rend erUnterseiteKomplett.html, Stand: Mai 2005; http://www.udoleuschner.de/energie-chronik/chframe.htm, Stand: Mai 2005.
1
Der Zugang zu Energieversorgungsnetzen muss geregelt werden, um eine monopolartige leitungsgebundene Energiewirtschaftsstruktur zu verhindern.
Ziel dieser Arbeit ist es zwei unterschiedliche Regelungen über den Zugang von Dritten an Energieversorgungsnetze vorzustellen, und zwar einerseits den verhandelten Netzzugang und zum anderen den regulierten Netzzugang.
Zunächst werden die Grundlagen des Energiewirtschaftsrechts beschrieben, sowie grundlegende Begriffe definiert. Danach folgen zwei weitere Abschnitte, in denen die beiden Netzzugangsregelungen vorgestellt werden. Abschließend werden die Ergebnisse kurz wiedergegeben und ein Ausblick in das deutsche Energierecht formuliert.
II. Teil Grundlagen
Die Rechtsmaterie der Energiewirtschaft ist komplex und vielschichtig, da Regelungen verschiedenster Rechtsgebiete zusammen wirken. 8 Technische, wirtschaftliche und politische Wechselwirkungen sind gleichzeitig Rahmenbedingungen für das Energierecht. 9
A. Die leitungsgebundene Energieversorgung
Die leitungsgebundene Energieversorgung ist hauptsächlich im EnWG geregelt und bezieht sich auf die Energiearten Strom und Gas. 10 Durch besondere technische und physikalische Eigenschaften können elektrische Energie und Gas nur über spezielle Übertragungssysteme transportiert werden und sind nur begrenzt oder nicht speicherbar. 11 Aufgrund dieser Leitungsgebundenheit bilden die Netze ein natürliches Monopol, welches nicht verhindert werden kann. Es ist Aufgabe des Staates die Infrastruktur der Übertragungsnetze zumindest mittels Rahmenbedingungen zu regeln und Dritten Zugang zu diesen zu verschaffen. Insbesondere muss eine Energiebelieferung aller Haushalte garantiert werden. 12
8 z.B. Regelungen aus dem Umweltrecht, Kartellrecht und sogar Börsenrecht.
9 vgl. Lippert, S. 69 f. ; Nill-Theobald/Theobald, S. 1.
10 vgl. § 3 nr.12 EnWG.
11 vgl. Theobald in Schneider/Theobald, §1 / Rn. 20ff. Strom lässt sich praktisch gar nicht (wirtschaftlich effektiv) speichern, so dass er dann produziert werden muss wenn er verbraucht wird.
12 vgl. § 18 EnWG ; da Energie ein Gemeinschaftsgut ist muss die Energieversorgung als Daseinsvorsorge vom Staat sichergestellt werden, vgl. BverfGE 30, 292, 323f. ; BverfGE 66, 248, 258.
2
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Katharina Kirbach, 2005, Vom verhandelten zum regulierten Netzzugang im Energiewirtschaftsrecht, München, GRIN Verlag GmbH
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