Gliederung:
A. Einführung. 2
B. Hauptteil. 4
1 Streßkonzeption: Stressoren und Streßreaktionen. 4
1.1 Stressoren. 4
1.1.1 Das transaktionale Streßmodell von Lazarus. 4
1.1.2 Prüfungsbezug. 5
1.2 Streßreaktionen. 6
1.2.1 Kognitiv-emotionale Streßreaktionen. 7
1.2.2 Körperliche Streßreaktionen. 7
1.2.3 Behaviorale Streßreaktionen. 8
2 Instrumente zur Vermeidung und Rückführung von Streß. 9
2.1 Veränderung der primären Bewertung. 10
2.1.1 Neubewertung durch Erkennen von Schwächen von Prüfungen. 10
2.1.2 Neubewertung der eigenen oder angetragenen Anforderungen. 11
2.1.3 Neubewertung der Interessen des Lehrers in Bezug auf
Pr üfungen des Schülers. 11
2.2 Veränderung der sekundären Bewertung:
Steigerung der Selbstwirksamkeit. 12
2.2.1 Geistige und körperliche Entspannung. 12
2.2.1.1 Steigerung der Selbstwirksamkeit im kognitiv-emotionalen Bereich.
13
2.2.1.2 Steigerung der Selbstwirksamkeit im körperlichen Bereich. 14
2.2.2 Steigerung der Selbstwirksamkeit im behavioralen Bereich. 15
2.3 Art der gegenseitigen Beeinflussung von primärer und
sekund ärer Bewertung. 18
2.3.1 Leistungsförderderliche und leistungsschädliche Beeinflussung durch
prim äre und sekundäre Bewertung. 18
2.3.2 Gleichzeitige Beeinflussung von primärer und sekundärer Bewertung.
19
C Schlußbemerkung. 21
Literaturverzeichnis
1
Einführung
Prüfungen gewinnen im Schülerleben eine immer größere Bedeutung. Bei hoher Arbeitslosigkeit und zunehmenden Anforderungen im Berufsleben übernimmt die Schule eine Selektionsfunktion, d.h. sie bereitet spätere Bildungswegentscheidung durch die Ermittlung und Bewertung individueller Leistungen mit vor (vgl. Tillmann, K.-J. 1999, S.43). „Erfolg und Versagen in der Schullaufbahn werden heute als entscheidende Vorbedingungen zumindest für die Sicherung des sozialen Status´ der Herkunftsfamilie, möglichst für Prozesse des erwünschten sozialen Aufstiegs, gewertet“ (Hurrelmann 1991, S. 18). Die gestiegene Bedeutung von Prüfungen in der Schule bewirkt oft einen größeren Leistungsdruck, der dann wiederum einen Anstieg von Prüfungsstreß nach sich zieht. Es besteht die Möglichkeit, daß das eigentliche Leistungspotential des Schülers nicht bewertet werden kann, weil es durch Prüfungsstreß blockiert oder zumindest einschränkt wird. Dies führt unter Umständen zu einer Beeinträchtigung der Schulleistungen (vgl. Tausch 1993, S.26; Koeder 1998, S.117) und kann sich dann auch negativ auf das allgemeine Wohlbefinden des Schülers auswirken.
Aus Sicht des Verfassers ist es aus diesen Gründen für Lehrer wichtig zu wissen, welche Instrumente zur effektiven Streßbewältigung während der Prüfungsvorbereitung und in der Prüfungssituation für Schüler existieren, um ihnen bei der Überwindung von Prüfungsstreß Hilfestellungen geben zu können. Dies war auch die Motivation des Verfassers, sich mit dem Thema im Rahmen einer Hausarbeit intensiv auseinanderzusetzen.
Aufgabe und Ziel der Hausarbeit ist es, anhand der Fachliteratur eine Streßkonzeption zu entwickeln und Prüfungsvorbereitung und Prüfungssituation auf diese Konzeption zu übertragen. In Verbindung mit dieser Konzeption sollen einige effektive Bewältigungsmethoden vorgestellt werden, die dazu beitragen können, Prüfungsstreß für Schüler zu reduzieren oder zu vermeiden.
Die Hausarbeit stellt im Anschluß an diese Einführung im ersten Kapitel des Hauptteils mö gliche Auslöser von Streß und die daraus resultierenden Streßreaktionen in der Prüfungsvorbereitung und in der Prüfung selbst vor. Hier wird erörtert, welche Ursachen die Entstehung von Streß haben kann und wie der Schüler, der Prüfungsstreß empfindet, reagiert. Die Dar-
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stellung der Stressoren und der Streßreaktionen ist aus Sicht des Verfassers wichtig, um die in Kapitel Zwei dargestellten möglichen Bewältigungsmethoden herleiten und nachvollziehen zu können. Außerdem kann bereits die Erkenntnis, wie Streß entsteht und sich auswirkt dazu beitragen, Streß zu vermeiden oder zu vermindern.
Das zweite Kapitel stellt auf der Grundlage des ersten Kapitels Instrumente zur Vermeidung und Rückführung von Streß in der Prüfungsvorbereitung und in der Prüfungssituation an sich vor. Der Schwerpunkt liegt hierbei allerdings auf der Prüfungsvorbereitung, da diese entscheidend für die Entstehung von Streß und das Verhalten in der Prüfungssituation selbst ist und die dargestellten Bewältigungsmethoden zum Teil auf die eigentliche Prüfungssituation übertragen werden können.
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1 Streßkonzeption: Stressoren und Streßreaktionen
Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Streßbegriff oft ungenau verwendet. Mit „Streß“ werden nämlich einerseits die Bedingungen bzw. Einflüsse bezeichnet, die eine mögliche Streßreaktion hervorrufen (z.B. Prüfung: „Die Prüfung in zwei Wochen ist der totale Streß“). Andererseits werden auch die Streßreaktionen an sich in der Umgangssprache als Streß bezeichnet (z.B. Herzklopfen, Anspannung etc.: „Die Prüfung streßt mich total.“). Um effektive Instrumente zur Streßvermeidung bzw. Streßminderung darstellen zu können, wird in der Fachliteratur zwischen Stressoren (=streßauslösenden Bedingungen) und Streßreaktionen unterschieden (vgl. Greif 1991, S.6; Kaluza 1996, S.14). Stressoren und Streßreaktionen werden im ersten Kapitel vorgestellt.
1.1 Stressoren
Kaluza definiert Stressoren wie folgt: „Als Stressoren werden alle die situativen Anforderungsbedingungen bezeichnet, in deren Folge es zu einer Auslösung einer Streßreaktion kommt (Kaluza 1996, S.15). Eine Prüfung könnte nach dieser Definition als Stressor bezeichnet werden, da sie eine situative Anforderungsbedingung darstellt, die oft Streßreaktionen hervorgerufen. Dieser Definition soll ein anderes Streßmodell entgegengestellt werden.
1.1.1 Das transaktionale Streßmodell von Lazarus
Das transaktionale Streßmodell von Lazarus verfolgt einen anderen Ansatz. Wesentliches Merkmal dieses Modells ist nämlich, daß Streßreaktionen nicht durch die Situation an sich provoziert werden . Vielmehr ist entscheidend, wie die Situation, die möglicherweise die Streßreaktion auslöst, eingeschätzt wird (=primäre Bewertung) und ob die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten als ausreichend beurteilt werden, um den Anforderungen der mögliche rweise streßauslösenden Situation zu entsprechen (=sekundäre Bewertung). Die Bewertung der Situation und die Bewertung der eigenen Bewältigungskompetenzen ist für die Entstehung von Streßreaktionen relevant und deswegen Stressor, nicht die Situation. Primäre und sekundäre Bewertung können von der Umgebung beeinflußt werden und zu Neubewertungen führen (vgl. Tausch 1993, S.49ff). „Nach Lazarus ist von Streß immer dann zu spreche n, wenn Umgebungsanforderungen oder innere Anforderungen (oder beide) die adaptiven Mittel einer
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Person beanspruchen oder übersteigen“ (Kaluza 1996, S. 27, zit. n. Lazarus 1981, S.213-259; Greif 1991, S.9).
Aus Sicht des Verfassers werden Streßreaktionen ausgelöst, wenn eine Situation als bedrohend für das eigene Wohlbefinden bewertet wird. Die eigenen Bewältigungsfähigkeiten werden als nicht ausreichend eingeschätzt, um den eigenen oder angetragenen Anforderungen und Erwartungen, die sich aus der Situation ergeben, zu genügen. (So gesehen haben auch eigene oder angetragene Anforderungen und Erwartungen einen Einfluß auf das Auslösen von Steßreaktionen: Je höher die Anforderungen sind, desto höher müssen die eigenen Bewältigungsfähigkeiten sein, um den Anforderungen zu entsprechen, desto bedrohlicher wird eine Situation bewertet, desto eher werden Streßreaktionen ausgelöst.) Dies würde auch erklären, warum in einer vergleichbaren Situation bei unterschiedlichen Personen unterschiedlich starke Streßreaktionen ausgelöst werden. Eine Situation, die bei dem einen starkes Unbehagen hervorruft, läßt den anderen kalt, obwohl die Situation für verschiedene Personen ähnlich ist. Stressor ist aus Sicht des Verfassers somit nicht die Situation an sich, sondern die Bewertung dieser Situation und die Bewertung der eigenen Fähigkeiten, den selbst gestellten oder von außen angetragenen Anforderungen an eine Situation gerecht zu werden.
Das transaktionale Streßmodell von Lazarus wird heute von der Fachwelt weitestgehe nd anerkannt (vgl. Greif 1991, S.9; Tausch 1993, S.39 ff; Kaluza 1996, S.27 ff).
1.1.2 Prüfungsbezug
Aus dem eben Gesagten läßt sich schließen, daß Prüfungen an sich keine Auslöser für Streßreaktionen sind. Erst durch die Bewertung der Prüfungssituation und der eigenen Bewältigungskompetenzen können Streßreaktionen erzeugt werden. Wird eine anstehende Prüfung als bedeutend für die Entwicklung des weiteren Werdegangs beurteilt (z.B.: Dritter Versuch der letzten für den Erhalt des Vordiploms erforderlichen Klausur; im Falle des Nichtbestehens erfolgt die Zwangsexmatrikulation) und werden die eigenen Bewältigungsfähigkeiten niedrig eingeschätzt (z.B. weil man den Stoff nicht beherrscht, weil man meint,dem Druck nicht gewachsen zu sein, weil man die Klausur mit Eins bestehen möchte etc.), so ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß Streßreaktionen ausgelöst werden.
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Arbeit zitieren:
Thorsten Gabbert, 1999, Darstellung von Methoden zur effektiven Streßbewältigung in Bezug auf Prüfungsvorbereitung und Prüfungssituation aus Sicht des Schülers, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Prüfungsangst - Auslöser, Symptome und wie man sie behandeln kann.
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 26 Seiten
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