Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Der Begriff Kultur 3
3. Was ist Migration? 4
3.1. Verschiedene Ausprägungen der Migration 4
4. Kulturelle Aspekte des Pflegens 5
4.1. Aspekte der Pflegekultur 5
4.2. Kulturelle Alltagstheorien in der Pflegepraxis 6
5. Die Theorie von M. Leininger 6
5.1. Menschliche Fürsorge 7
5.2. Leiningers Kulturbegriff 7
5.3. Entwicklung der Theorie 8
5.4. Konzepte in Leiningers Theorie 9
5.5. Das Sunrise- Modell 13
5.6. Kritikpunkte an Leiningers Theorie 16
6. Probleme der interkulturellen Pflegesituation 17
7. Warum Transkulturelle Pflege? 17
8. Literaturverzeichnis 19
2
1. Einleitung
Die Pflege und die in Deutschland noch sehr junge Pflegewissenschaft hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Mit ihr wuchs und wächst der Anspruch eine bessere, bedürfnisgerechtere und professionellere Pflege zu leisten und zu entwickeln. Die alltägliche Konfrontation mit anderen Kulturen ist in der Pflege dagegen nichts Ne ues, wohl aber das breiter werdende Bewusstsein dieser Anforderung nicht zu genügen. Insbesondere die Anforderung auf die spezifischen Belange von Migranten angepasster, situations - und kontextgerechter eingehen zu wollen, kann oft nicht erfüllt werden und führt bei den meisten Pflegekräften zu Frustration und Verunsicherung.
Die Theorie der transkulturellen Pflege umschreibt die Berücksichtigung des kulturellen Hintergrundes eines Patienten, der auf pflegerische Hilfe angewiesen ist. Madeleine Leininger beschäftigte sich seit Mitte der 50er Jahre mit der transkulturellen Pflege; sie gilt als Pionierin auf diesem Gebiet.
In den folgenden Kapiteln versuche ich die Begriffe Kultur und Migration zu erläutern und kulturelle Aspekte des Pflegens zu beleuchten. Des Weiteren stelle ich die Theorie Leiningers vor und möchte zum Schluss Probleme der interkulturellen Pflegesituation aufzeigen.
2. Der Begriff Kultur
Kultur ist ein komplexer Begriff. Dazu gehörte bis heute die Vorstellung vom „Eigenen" und „Fremden". Es zeigt sich aber bei meiner Recherche der Literatur, dass es „das Fremde" nicht gibt, sondern dass es in Beziehung steht zu etwas, was wir „Eigen" nennen. Wir konstruieren also das so genannte „Fremde" selbst. 1 Kultur wird von Werten und Normen, politischen, religiösen, philosophischen sowie technischen Faktoren beeinflusst. Auch hat sich der Kulturbegriff im Laufe der Zeit gewandelt. Früher hatte man die Auffassung von Kultur als komplexem Ganzen, verschiedene r Nationen mit ihren Traditionen, Werten und Normen. Heute , im Zeitalter der Globalisierung , sind diese Vorstellungen überholt. 2 So gibt es in den Nationen selbst unterschiedliche kulturelle Vorstellungen oder auch verschiedene Nationen bzw. Kontinente haben dieselben Normen und Werte .
1 Vgl. Dagmar Domenig 2001, S.43
2 Vgl. Dagmar Domenig 2001, S.29
3
Kultur ist ein schwieriger Begriff, jeder kann für sich diesen Begriff erklären aber es gibt doch verschiedene Vorstellungen und Erklärungen. Bis heute gibt es noch keine eindeutige Definition für Kultur. Eine der Ursachen hierfür ist, dass Kulturbegriffe stets von Menschen gemacht werden, die selbst aus kulturellen Gefügen kommen und den Begriff „Kultur" vor dem Hintergrund ihres Wissen und den gelernten Werten und Normen formulieren. 3
3. Was ist Migration?
Laut „Brockhaus“ bedeutet Migration ein Begriff der Prozesse räumlicher Bewegung von Menschen bezeichnet.
Migration bedeutet „Wanderung" und kann verstanden werden als ein dauerhaft, freiwilliger Wechsel einzelner Menschen oder ganzer Gruppen, in eine andere Region oder Gesellschaft. In der Vergangenheit wurde Migration wesentlich von so genannter Landflucht und der zunehmenden Verstädterung hervorgerufen. Heute wechseln M enschen meist ihre Heimat aufgrund wirtschaftlicher, politischer und sozialer Not oder wegen ökologischer Katastrophen. 4
3.1. Die verschiedenen Ausprägungen der Migration
Migration hat verschiedene Facetten, die nachstehende Aufzählung zeigt Faktoren die Menschen zur Wanderung bewegen.
Arbeitsmigration: z. B. Marokkaner, die auf südspanischen Plantagen, Polen die auf deutschen Baustellen, Philippinerinnen die in schweizerischen Spitälern und Afrikanerinnen die in Diplomatenhaushalten als Dienstpersonal arbeiten. Remigration: Die Rückkehr von Arbeitsmigrant/innen in ihre Ursprungsländer,
nachdem sie einige Zeit, manchmal viele Jahre, in den Ländern gearbeitet haben. Zirkuläre Migration: Kurzfristige Arbeitseinsätze in fremden Ländern mit anschließender Rückkehr in die Heimat. Diese Art der transnationalen Wanderung entsteht oft dort, wo saisonal billige Arbeitskraft gesucht ist. Brain-Drain: Das rekrutieren hoch qualifizierter Fachkräfte oder
Wissenschaftler/innen aus Dritte-Welt-Ländern durch westliche Firmen oder Forschungsinstitute.
3 Vgl. Visser u. de Jong 2002, S.24
4 Vgl. Bizeul/Bliesener/Prawda 1997, S.20
4
Heiratsmigration: Bei binationalen Ehen muss mindestens ein Ehepartner sein Land
Familiennachzug: Das heute in allen europäischen Staaten verbriefte R echt von Arbeitsmigrant/innen, ihre Ehepartner/innen sowie Kinder nachkommen zu lassen. Illegaler Aufenthalt: Die klandestine Zuwanderung, die in den Industrieländern umso mehr an Bedeutung gewinnt, je höher die Zuwanderungsschranken gesetzt sind. Asylmigration: Die internationale Flüchtlingskonvention garantiert den in ihren Heimatländern verfolgten Menschen temporären Schutz.
Tourismus: Hierzu gehören so unterschiedliche trananationale Bewegungen wie der Massentourismus, der Ethno-, Öko-, Konferenz- und Managertourismus. Rentner/innenmigration: Ältere Menschen aus Hochlohngebieten, die nach der Pensionierung in ein sonniges Tieflohngebiet ziehen, um dort ihre Altersbezüge zu genießen.
Prostituiertenmigration: Dieser geht oft mit organisiertem Frauenhandel einher. 5
4. Kulturelle Aspekte des Pflegens
Wie jeder Beruf hat auch Pflege ihre eigene Berufskultur. Die Art zu pflegen, wie wir sie in Deutschland kennen, unterscheidet sich von der in anderen Ländern üblichen Pflege. Sicherlich gibt es viele übereinstimmende Aspekte, doch dadurch, dass in den verschiedenen Ländern und Kontinenten der Erde, verschiedene Werte und Normen gelten, veränderte sich auch die Pflegepraxis dementsprechend. 6 Pflege und pflegerisches Handeln wird bestimmt durch das vorhandene Berufsbild der jeweiligen Gesellschaft. Dieses wird geprägt durch Normen, Werte, kulturelle Aspekte sowie religiöse Überzeugungen.
4.1. Aspekte der Pflegekultur
Verschiedene Aspekte bzw. die Art und Weise wie der Beruf von inne n und von außen gesehen wird, bestimmen maßgeblich die Pflegekultur . Beispielsweise das Bild der fürsorglichen Schwester, das nach allgemeiner Meinung eine typisch „weibliche“ Eigenschaft ist, die „angeboren" zu sein scheint. Durch solche Meinungen
5 Dagmar Domenig 2001, S.49
6 Vgl. Visser u. de Jong 2002, S.122
5
und Bilder stellt sich dann die Frage, ob eine gute Ausbildung in der Pflege, oder sogar ein Pflegestudium notwendig sind. 7
Das Bild der „weiblichen Intuition" macht einen weiteren Aspekt der Pflege aus. Pflegerisches Wissen wird oft als „Intuition" gedeutet, da Pflegekräfte dieses nicht gut in Worte fassen und dokumentieren können. Pflegende entwickeln im Laufe ihrer beruflichen Praxis, genauso wie Ärzte, einen „klinischen Blick", doch wird dieser dann oftmals als „Intuition" bezeichnet. 8
4.2. Kulturelle Alltagstheorien in der Pflegepraxis
Begriffe wie Macht, Geschlecht, Religion und die lokale Kultur des Landes haben einen großen Einfluss auf die Aspekte der Pflegekultur und prägen entscheidend den Umgang mit dem Patienten.
Es ist davon auszugehen, dass Angehörige der Pflegeberufe, ebenso wie andere Berufs- oder Bevölkerungsgruppen, gewisse Alltagstheorien über k ulturelle Phänomene im Kopf haben und diese in ihrer Interaktion mit Patienten oder anderen Berufsgruppen deutlich zum Ausdruck bringen. Gerade im Umgang mit Patienten anderer ethischer und sozialer Herkunft, oder mit Berufskollegen aus anderen Ländern führen diese unreflektierten Kulturvorstellungen nicht selten zu Problemen. 9 Dieser Sachverhalt wird leider nur selten in der Ausbildung thematisiert und Pflegetheorien wie die von M. Leininger finden wenig Beachtung.
5. Die Theorie von M. Leininger
Bei dieser Theorie handelt es um eine der ersten Pflegetheorien, die ihre Anwendung in verschiedenen Kulturen finden soll, und für den Fortschritt des transkulturellen Wissens in der professionellen Pflege wesentlich ist.
Die Theorie von Leininger konzentriert sich darauf, für die Pflege Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Fürsorge der verschiedenen Kulturen zu beschreiben und dieser Handlungsmuster für die Patienten orientierte Pflege zu geben. Diese Überlegungen gehen auf die praktischen Erfahrungen als Krankenschwester in den 40er Jahren zurück. 10
7 Vgl. Visser u. de Jong 2002, S.130 ff
8 Vgl. Visser u. de Jong 2002, S.134 ff
9 Vgl. Dornheim in Uzarewicz u. Piechotta 1997, S.14 ff
10 Vgl. Leininger 1998, 19 ff
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Arbeit zitieren:
Diplom Pflegewirt (FH) Christoph Poß, 2004, Transkulturelle Pflege, München, GRIN Verlag GmbH
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