Kurzzusammenfassung
Die vorliegende Arbeit bietet eine kritische Darstellung der Qualifikationen, der Aus-
bildung und der Berufsvollzugsbelastungen des Clubanimateurs. Ein besonderes
Anliegen ist dabei die Widerlegung von Vorurteilen, die diesen Freizeitberuf und di e
damit verbundenen Tätigkeiten und Belastungen gering schätzen. Zunächst erfolgt
ein Überblick über die Grundlagen der Urlaubsanimation, die wesentlichen Charakte-
ristika eines Cluburlaubes und ausgewählte internationale Clubanbieter. Anschli e-
ßend wird auf die Sonderstellung des Clubanimateurs im touristischen Dienstlei s-tungsunternehmen eingegangen, indem seine vielfältigen Funktionsrollen erläutert
und sein Arbeitsfeld beschrieben werden. In einem weiteren Schritt kommt es zu ei-
ner Darstellung der Einstellungsanforderungen und eines Berufsanforderungsprofils,
um die in diesem Beruf geforderten Qualifikationen zu verdeutlichen. Der nächste
Teil dieser Arbeit beinhaltet eine Beschreibung der Berufsvollzugsbelastungen in
Hinblick auf soziale, berufliche und körperliche Probleme, Zukunftsperspektiven und
Schwierigkeiten beim Berufsausstieg. Abschließend wird ein Überblick über die Zu-gangsmöglichkeiten zu diesem Beruf und über die Ausbildungsprogramme ausge-
wählter internationaler Clubanbieter gegeben.
Abkürzungsverzeichnis
Zitierung
Die Zitierung erfolgt in folgender Weise: An erster Stelle steht die Zahl, unter der das
Werk im Literaturverzeichnis angeführt ist, an zweiter Stelle steht die Angabe der
Seite(n), auf die Bezug genommen wird, zum Beispiel (03, S. 22-23).
In der vorliegenden Arbeit wird auf eine Differenzierung zwischen männlicher und
weiblicher Formulierung verzichtet, um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen.
1. EINLEITUNG. 5
2. THEMATISCHE EINFÜHRUNG 7
2.1 BEGRIFFSABGRENZUNG „ANIMATION“ 7
2.2 DER CLUBTOURISMUS. 8
2.2.1 DER CLUBGEDANKE 9
2.2.2 KURZBESCHREIBUNG AUSGEWÄHLTER CLUBANBIETER. 9
2.3 DER CLUBANIMATEUR. 11
2.4 RESÜMEE 13
3. QUALIFIKATIONEN DES CLUBANIMATEURS 14
3.1 EINSTELLUNGSANFORDERUNGEN - CLUBANBIETER IM VERGLEICH. 14
3.2 BERUFS - UND QUALIFIZIERUNGSANFORDERUNGSPROFIL DES CLUBANIMATEURS 15
3.3 ANIMATIONSRICHTLINIEN FÜR CLUBANIMATEURE 18
3.4 RESÜMEE 20
4. BERUFSVOLLZUGSPROBLEME DES CLUBANIMATEURS 21
4.1 BERUFLICHE BELASTUNGEN 21
4.2 SOZIALE BELASTUNGEN 22
4.3 KÖRPERLICHE BEEINTRÄCHTIGUNGEN 23
4.4 GERINGE ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN. 23
4.5 BERUFSAUSSTIEG 24
4.6 RESÜMEE 25
5. AUSBILDUNG DES CLUBANIMATEURS 26
5.1 AUSBILDUNGSPROGRAMM DES CLUBANBIETERS MAGIC LIFE. 27
5.2 AUSBILDUNGSPROGRAMM DES CLUBANBIETERS ALDIANA. 28
5.3 AUSBILDUNGSPROGRAMM DES CLUBANBIETERS ROBINSON. 28
5.4 RESÜMEE 29
6. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER ARBEIT MIT
SCHLUSSBEMERKUNGEN 30
7. LITERATURVERZEICHNIS 33
8. ABBILDUNGSVERZEICHNI 34
9. TABELLENVERZEICHNIS 34
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1. Einleitung
Der Wandel der Freizeit stellt eine Entwicklung dar, die die Einstellungen, Verhaltensweisen und Lebensgewohnheiten der Menschen stark geprägt hat (vgl. 02, S. 12). Im Allgemeinen kann festgestellt werden, dass der Großteil der heutigen Gesel lschaft aufgrund von permanenten Arbeitszeitverkürzungen bzw. ständig steigender Lebenserwartung über ein großes Zeitbudget verfügt. Dieser Umstand bringt jedoch auch psychosoziale Probleme wie Vereinsamung, Langeweile und Stress mit sich (vgl. 04, S. 12). Die Frage nach einer befriedigenden Freizeitgestaltung gewinnt damit immer mehr an Bedeutung. Diese Veränderung im Freizeitverhalten hat viele neue Berufsbilder entstehen lassen. Sie reichen vom Fitnessbetreuer, Aerobic-Trainer, Wellnesstrainer, Freizeitberater, Reiseleiter bis hin zum Animateur (vgl. 02, S. 12). Die Tourismusbranche stellt einen Bereich dar, der von dieser Entwicklung stark beeinflusst wurde. Bei der Wahl des Urlaubszieles spielt das Freizeitangebot vor Ort eine bedeutende Rolle. Der Tourismusbereich zählt europaweit zu den Branchen mit dem größten Beschäftigungswachstum (vgl. 02, S. 35). Vor allem der Clubtourismus bzw. „Alles-inklusive“-Hotelanlagen zählen weltweit zu den zukunftsträchtigsten Wachstumsbranchen (vgl. 04, S. 89). Ein Freizeitberuf, der dadurch bedeutend wird, ist der des Clubanimateurs. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt auf der Darstellung der Berufsanforderungen, der Ausbildung und den Berufsvol lzugsbelastungen des Clubanimateurs. Ziel ist es, das Berufsbild des Clubanimateurs von verschiedenen Seiten zu beleuchten, um einen ausreichenden Überblick über seine Tätigkeiten zu geben. Ein Anliegen dieser Arbeit ist die Widerlegung von Vorurteilen, die diesen Freizeitberuf und die damit verbundenen Tätigkeiten und Belastungen gering schätzen.
Ausgegangen wird von folgender Fragestellung: Welche Anforderungen und Belastungen kennzeichnen den Beruf des Clubanimateurs und welche Ausbildung bereitet darauf vor? Es soll geklärt werden, welche Qualifikationen zur Ausübung dieses Freizeitberufes notwendig sind und auf welche Weise diese erlangt werden können. Zudem sollen die Belastungen, die sich im Berufsvollzug ergeben, ausführlich erläu- tert werden.
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Hypothetisch wird angenommen, dass die Qualifikationsanforderungen im Bereich Clubanimation sehr hoch angesetzt sind und die Bewerber bereits über ein großes Maß an Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen müssen. Als zweite Hypothese wird vermutet, dass keine allgemein geregelte Ausbildung für Clubanimateure existiert, welche für diesen Beruf notwendigen Qualifikationen vermittelt und somit optimal auf den Berufsvollzug und die damit verbundenen Belastungen vorbereitet.
Zur Beantwortung der Fragestellung und der damit verbundenen Hypothesen erfolgt eine literarische Auseinandersetzung mit der Thematik sowie eine Vergleich der vier großen Clubanbieter „Club Méditerranée“, „Magic Life Club“, „Club Robinson“ und „Club Aldiana“ bezüglich Qualifikationsanforderungen und Ausbildung. Im folgenden Kapitel werden grundlegende Informationen über die Urlaubsanimation, den Clubtourismus und das Arbeitsfeld des Clubanimateurs gegeben. Zudem erfolgt eine Kurzbeschreibung der vier genannten Clubanbieter. Anschließend werden im dritten Kapitel die Einstellungsanforderungen und die erforderlichen beruflichen Qualifikationen erläutert. Weiters wird auf die Animationsrichtlinien, die Clubanimateure einzuhalten haben, eingegangen. Der nächste Teil dieser Arbeit beinhaltet eine Beschreibung der Berufsvollzugsbelastung in Hinblick auf soziale und berufliche Probleme, körperliche Beeinträchtigungen, Zukunftsperspektiven und Schwierigkeiten beim Berufsausstieg. Abschließend wird ein Überblick über die Z ugangsmöglichkeiten zum Beruf des Clubanimateurs und über die Ausbildungsprogramme ausgewählter internationaler Clubanbieter gegeben.
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2. Thematische Einführung
In diesem Kapitel erfolgt zunächst eine Erläuterung des Begriffes Animation, wobei sich diese ausschließlich auf die Urlaubs-Animation bezieht. Im Weiteren werden einige Informationen über den Clubtourismus und die Clubanbieter „Club Méditerranée“, „Magic Life Club“, „Club Robinson“ und „Club Aldiana“ gegeben. Abschließend kommt es zur Charakterisierung des Clubanimateurs und dessen Arbeitsfeld.
2.1 Begriffsabgrenzung „Animation“
Der Ursprung des Wortes „Animation“ liegt im Lateinischen. Ausgehend vom Nomen „animus, anima“, das mit „Lebenshauch, Seele“ übersetzt wird, entwickelte sich das Verb „animare“, welches „beleben, beseelen“ bedeutet. Im 17 Jahrhundert wurde des Wort „Animation“ aus dem Französischen („animer“) entlehnt (vgl. 05, S. 8).
Finger und Gayler (2003) definieren Animation als die „durch eine Person ausgesprochene freundliche fröhliche liebevolle herzliche attraktive Aufforderung Einladung Anregung Ermutigung zum gemeinsamen Tun zu jeder beliebigen Aktivität, solange sie nur gemeinsam mit anderen Menschen und mit Freude am Neuen, am Erlebnis, an der gemeinsamen Aktivität, an Menschen, Umgebung, Ort, Kultur und Land geschieht“ (01, S. 27). Diese Definition umfasst den gesamten Bereich der Animation, nämlich ihren Vorgang, ihren Inhalt und ihre Wirkungen. Es wird deutlich, dass Animation ein aktiver von Personen ausgehender Vorgang der Anregung ist. Animation geht über Information, Angebot und Zur-Verfügung-Stellung von Infrastruktur hinaus. Weiters kommt in der Definition von Finger und Gayler die Wichtigkeit der Gemeinsamkeit zum Ausdruck. Animation ist prinzipiell immer mit Gruppen von Menschen vorstellbar. Sie ist durch Interaktion und Partizipation gekennzeichnet. Ein weiteres Charakteristikum von Animation ist ihre Aufforderung zu einer aktiven Handlung. Animation bedeutet nicht „passives konsumieren“, sondern „gemeinsames aktives Tun“. Wie in Abb. 01 dargestellt, umfassen die Inhalte von Animation folgende fünf Teilbereiche: Abenteuer, Eindrücke, Kreatives Tun, Muße und Bewegung. Allen Bereichen sind die zentralen Elemente „Erlebnis“, „Spiel“ und „Geselligkeit“ gemein. Die dargestellten Animationsinhalte stehen in enger, direkter Beziehung und überlagern einander (vgl. 01, S. 28).
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Als erstrebenswertes Ziel der Animation ist in erster Linie die Bereicherung der Zeit während des U rlaubs bzw. die Intensivierung des Urlaubserlebnisses zu nennen. Animation muss sich unter allen Umständen an den Bedürfnissen der Urlaubsgäste orientieren. Im Einzelnen hat die Animation die Ziele (1) Bedürfnisse zu realisieren, (2) Eigenaktivität zu steigern, (3) Kontakte zu vermehren, (4) Kommunikation zu i ntensivieren, (5) Urlaub abwechslungsreich zu gestalten, (6) das Urlaubserlebnis zu intensivieren, (7) Spaß und Vergnügen zu erhöhen und (8) es zu ermöglichen gemachte Erfahrungen weiterzuentwickeln (vgl. 01, S. 34).
Abb. 01 Die Bereiche der Animation (Finger,Gayler, S. 29)
2.2 Der Clubtourismus
Der Clubtourismus bzw. „Alles-inklusive“-Hotelanlagen zählen von allen Sparten des Tourismus weltweit zu den zukunftsträchtigsten Wachstumsbranchen. Die erste Clubanlage wurde im Jahr 1950 von Club Méditerranée in Alcudia auf Mallorca errichtet. Bereits im ersten Jahr wurden 2.300 Clubgäste verzeichnet. Gründer dieser Anlage war der Belgier Gerard Blitz, der mit dem von ihm erfundenen „touts compris“ Gedanken als „Vater der Clubidee“ gilt. In den Jahren 1970 und 1973 folgten weitere
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Eröffnungen von Clubanlagen, nämlich von Club Robinson und von Club Aldiana. Im Jahr 1991 wurde der erste Magic Life Club eröffnet (vgl. 04, S. 89).
2.2.1 Der Clubgedanke
Bei einem Cluburlaub steht nicht das Urlaubsland im Vordergrund, sondern die Stimmung innerhalb einer Clubanlage. Auf Kommunikation zwischen den Menschen wird großer Wert gelegt, denn Urlauber aller Altersgruppen und verschiedenster Länder sollen sich kennen lernen. Durch eine persönliche und private Atmosphäre wird versucht, Urlaubern die Hemmung gegenüber fremden Menschen zu nehmen (vgl. 03, S. 13). Ein wesentliches Merkmal aller Clubs ist die Ausrichtung auf eine große Gemeinschaft, welche das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Solidarität und der geringen sozialen Distanz schaffen soll. Ein weiteres Charakteristikum von Clubs ist die Isolierung der Clubanlage. Die Clubanlage ist ein eigener fest umrissener und genau definierter Lebensraum, der fremden Einfluss, sowohl gegenüber der einheimischen Bevölkerung als auch gegenüber anderen Gästen, die im gleichen Gebiet Urlaub machen, aber nicht Mitglieder des Clubdorfes sind, isoliert ist (vgl. 04, S. 89). Neben einem Animationsprogramm mit zahlreichen Sport- und Spielangeboten weisen Clubanlagen ein großes Angebot an Dienstleistungen, Einkaufsmöglichkeiten und gastronomischen Einrichtungen auf. Ein Verlassen der Clubanlage ist nicht notwendig. Bei einem „Alles-inklusive“-Cluburlaub fallen keine Zusatzkosten an, da Vollpension und Animation mitgebucht werden (vgl. 03, S. 13-14). Die Clubanimateure spielen eine bedeutende Rolle in jeder Clubanlage. Sie repräsentieren den Club und dessen Philosophie, treten als Vermittler zwischen Gästen auf und betreuen die Urlaubsgäste bei ihrer Freizeitgestaltung (s. auch Kapitel 2.3).
2.2.2 Kurzbeschreibung ausgewählter Clubanbieter
Club Mèditerranèe gilt, wie bereits im Kapitel 2.2 erwähnt, als Erfinder des Cluburlaubes. Mit rund 100 Ferienanlagen ist Club Méditerranée auf allen fünf Kontinenten vertreten. Grundsätze der Unternehmensphilosophie sind Lebensfreude, Toleranz und Großzügigkeit. Diese spiegeln sich in Unterhaltungs- und Ausflugsprogrammen wider. Der Clubgedanke bei Club Méditerranée ist sehr stark ausgeprägt, denn Geselligkeit und Austausch zwischen den Kulturen stehen im Mittelpunkt des Clubl e- bens (vgl. http://www.clubmed.de [Stand 07.01.2005]). Im Club Méditerranée werden
Arbeit zitieren:
Silke Hirschberger, 2005, Freizeitberuf Clubanimateur - Qualifikationen, Ausbildung und Berufsvollzugsbelastungen, München, GRIN Verlag GmbH
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