Kurzzusammenfassung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Teilsaspekten des österreichischen Bildung ssystems und zwar im Speziellen mit dem Nachholen von Bildungsabschlüssen im Ra hmen des Dritten und des Vierten Bildungsweges. Ziel ist es, einzelne Elemente der Studienberechtigungsprüfung und der Berufsreifeprüfung darzuste llen und bezüglich Zielsetzungen, Zielgruppen und rechtlicher Grundlagen zu vergleichen. Da die Studienb erechtigungsprüfung seit der Einführung der Berufsreifeprüfung im Jahr 1997 zunehmend an Bedeutung verliert, ist es ein besonderes Anliegen der Autorin, die Relevanz der Existenz beider Aufstiegsweiterbildungsformen zu verdeutlichen. Zunächst werden grundlegende Informationen zum österreichischen Bildungssystem, der Aufstiegsweiterbildung sowie zur historischen Entwicklung der Studienberechtigungsprüfung und der Berufsreifeprüfung gegeben. Im Hauptteil dieser Arbeit kommt es zu einer detaillierten Darstellung der wichtigsten Elemente beider Aufstiegsweiterbildungsfo rmen.
Abkürzungsverzeichnis
Zitierung
Die Zitierung erfolgt in folgender Weise: An erster Stelle steht die Zahl, unter der das Werk im Literaturverzeichnis angeführt ist, an zweiter Stelle steht die Angabe der Seite(n), auf die Bezug genommen wird, zum Beispiel (03, S. 22-23).
In der vorliegenden Arbeit wird auf eine Differenzierung zwischen männlicher und weib- licher Formulierung verzichtet, um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen.
1. EINLEITUNG. 6
2 THEMATISCHE EINFÜHRUNG 7
2.1 DAS ÖSTERREICHISCHE BILDUNGSSYSTEM 7
2.2 AUFSTIEGSWEITERBILDUN G 10
2.3 ENTWICKLUNG DER STUDIENBERECHTIGUNGS - UND BERUFSREIFEPRÜFUNG 11
2.4 RESÜMEE. 11
3 STUDIENBERECHTIUNGSPRÜFUNG. 13
3.1 ZIELSETZUNG UND ZIELGRUPPE DER STUDIENBERECHTIGUNGSPRÜFUNG 13
3.2 ZULASSUNG ZUR STUDIENBERECHTIGUNGSPRÜFUNG 14
3.3 PRÜFUNGSVERFAHREN DER STUDIENBERECHTIGUNGSPRÜFUNG 16
3.3.1 PRÜFUNGSFÄCHER UND -ABLAUF DER STUDIENBERECHTIGUNGSPRÜFUNG 16
3.3.2 VORBEREITUNG ZUR STUDIENBERECHTIGUNGSPRÜFUNG. 19
3.4 RESÜMEE. 20
4. BERUFSREIFEPRÜFUNG 22
4.1 ZIELSETZUNG UND ZIELGRUPPE DER BERUFSREIFEPRÜFUNG. 22
4.2 ZULASSUNG ZUR BERUFSREIFEPRÜFUNG. 22
4.3 PRÜFUNGSVERFAHREN DER BERUFSREIFEPRÜFUNG. 23
4.3.1 PRÜFUNGSFÄCHER UND -ABLAUF DER BERUFSREIFEPRÜFUNG. 23
4.3.2 VORBEREITUNG ZUR BERUFSREIFEPRÜFUNG. 25
4.4 RESÜMEE. 25
5. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER ARBEIT MIT SCHLUSSBEMERKUNGEN
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6. LITERATURVERZEICHNIS
7. ABBILDUNGSVERZEICHNIS. 30
8. TABELLENVERZEICHNIS. 31
9. SACHREGISTER. 32
10. ANHANG 36
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Teilaspekten des österreichischen Bildung ssystems. Dieses weist aufgrund des Angebots vieler verschiedener Ausbildungsmöglichkeiten eine starke Differenzierung auf. Ein besonderes Kennzeichen des österreichischen Bildung ssystems ist seine Durchlässigkeit. Das heißt, es gibt keine Bildungssackgassen und die lebenslange Chance auf den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen wird gewährleistet (vgl. 02, S. 8). Angesichts der raschen Änd erungen der beruflichen Anforderungen ist ein möglichst hohes Bildungsniveau in jedem Land eine wesentliche Voraussetzung, um Beschäftigung und Wohlstand zu sichern. Daher bildet das Nachholen von Bildungsabschlüssen einen bildungspolitischen Schwerpunkt des österreichischen Bildungsministeriums. Wäre diese Möglichkeit nicht in das Bildungssystem inte griert, so könnte es der heutigen Notwendigkeit „permanenter Bildung “ nicht gerecht we rden. Sowohl die Studienberechtigungsprüfung als auch die Berufsreifeprüfung stellen einen alternativen Weg des Zugangs zu höherer Bildung dar und tragen somit zur Verbesserung der Durchlässigkeit des Bildungswesens bei.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die einzelnen Elemente der Studienb erechtigungsprüfung und Berufsreifeprüfung darzustellen und somit die Relevanz der Existenz beider Aufstiegsweiterbildungsformen aufzuzeigen. Ausgegangen wird dabei von folgender Fragestellung: Wodurch unterscheiden sich die Studienberechtigungsprüfung und die Berufsreifeprüfung voneinander und warum ist eine Weiterführung beider Aufstiegsweiterbildungsformen sinnvoll? Hypothetisch wird angenommen, d ass eine getrennte Weiterführung der Studienberechtigungsprüfung und der Berufsreifeprüfung relevant ist, da sich beide Aufstiegsweiterbildungsformen hinsichtlich ihrer Zielsetzungen, Zielgruppen und rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden.
Zur Beantwortung der Fragestellung und der damit verbundenen Hypothese erfolgt eine literarische Auseinandersetzung mit der Thematik. Im folgenden Kapitel werden grundlegende Informationen zum österreichischen Bildungssystem, der Aufstiegsweiterbildung , sowie zur Entwicklung der Studienberechtigungsprüfung und Berufsreifeprüfung gegeben. Der nächste Teil dieser Arbeit beinhaltet einen Überblick über rechtlichen Rahmenbedingungen, die Zielsetzungen und Zielgruppen der Studienberechtigungsprüfung und der Berufsreifeprüfung. Abschließend findet eine Gegenüberstellung beider Aufstiegsweiterbildungsformen statt, in der die jeweiligen Stärken und Schwächen he r- ausgearbeitet werden.
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2 Thematische Einführung
Dieses Kapitel dient der Einführung in die Thematik der vorliegenden Arbeit. Zunächst wird der Aufbau des österreichischen Bildungssystems erläutert, um einen Überblick über seine Differenziertheit zu geben. Im Anschluss erfolgt eine Darstellung der Möglichkeiten zur Aufstiegsweiterbildung . Abschließend wird spezifisch auf die geschichtliche Entwicklung der Studienberechtigungsprüfung und der Berufsreifeprüfung eing egangen.
2.1 Das österreichische Bildungssystem
Unter Bildungssystem wird die Darstellung des Gesamtzusammenhangs der Organisation der Bildungsstufen und Schularten verstanden (vgl. 04 , S. 8). Das österreichische Bildungssystem stellt in seinem Aufbau eine Einheit dar, die sich in allgemein bildende und berufsbildendende Schulen und Anstalten der Lehrerbildung gliedert. Weiters erfolgt eine Staffelung nach Bildungshöhe in Pflichtschulen, mittlere und höhere Schulen, Bildungsanstalten, Akademien, Fachhochschulen und Hochschulen. Zusätzlich wird dieses Bildungsangebot durch eine Vielzahl von Weiterbildungseinrichtungen und Erwachs enenbildungseinrichtungen ergänzt (vgl. 01, S. 7). Als Charakteristikum des österreichischen Bildungssystems gilt die Gliederung in Vierjahres-Systemstufen. Diese zeigen aufsteigend zunehmende Differenzierung nach Schularten. In der ersten Systemstufe absolvieren 97 Prozent der Schülerschaft die Volksschule, d.h. beinahe alle Schüler eines Altersjahrganges besuchen die gleiche Schule. Dieser „Gesamtschulcharakter“ geht in der der zweiten Systemstufe verloren. Es kann zwischen fünf verschiedenen Schultypen gewählt werden, wobei der Großteil der Schüler entweder eine Hauptschule oder die Unterstufe einer Allgemein bildenden höheren Schule eintritt. In der dritten Systemstufe erfolgt eine noch stärkere Differenzierung nach Schularten (vgl. 04, S. 8). Nach jeder Systemstufe befinden sich „Nahtstellen“ des Bildungssystems, an denen Entscheidungen für die weitere Bildungslaufbahn getroffen werden müssen. Tab. 01 gibt einen Überblick über den Aufbau und das differenzierte Angebot des österreichischen Bildungssystems.
Der Zugang zum tertiären Bildungssektor ist mit bestimmten Berechtigungen verbunden. In der Regel werden diese durch die Reifeprüfung bzw. die Reife- und Diplomprüfung nach Absolvierung einer Allgemein bildenden höheren Schule, einer Berufsbildenden höheren Schule oder der Bildungsanstalt für Kindergarten bzw. Sozialpädagogik erwo r-
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ben. Da das österreichische Bildungssystem durch eine hohe Durchlässigkeit gekennzeichnet ist, können Zugangsberechtigungen zum tertiären Bildungssektor auch im Rahmen des Zweiten, Dritten oder Vierten Bildungsweges erlangt werden (s. Kapitel 2.2). Abb. 01 gibt einen Überblick über die derzeitigen Zugangsmöglichkeiten zum tertiären Bildungssektor.
Abb. 01: Derzeitige Zugangsmöglichkeiten zum tertiären Bildungssektor (vgl. 03, S. 17).
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2.2 Aufstiegsweiterbildung
Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt auf der nebenberuflichen Aufstiegsweiterbildung . Nach Schwendenwein (2002) sind darunter studienberechtigungsorientierte Bildungswege im Rahmen des Zweiten, Dritten oder Vierten Bildungsweges zwecks beruflichen Aufstieges zu verstehen (vgl. 05, S. 88). Studienberechtigungsorientierte Bildungswege umfassen vier Makrobausteine des österreichischen Bildungssystems, nämlich (1) den Regulären Zweiten Bildungsweg, (2) den Gestuften Zweiten Bildungsweg, (3) den Dritten Bildungsweg und (4) den Vierten Bildungsweg (vgl. 05 , S. 88).
Der Reguläre Zweite Bildungsweg. Im Rahmen des Regulären Zweiten Bildungsweges können Bildungsabschlüsse in Form von höheren allgemeinbildenden oder höheren berufsbildenden Schulen nachgeholt werden. Für allg emeine Weiterbildung stehen (1) Gymnasien und Realgymnasien für Berufstätige, (2) das Bundesrealgymnasium für zeitverpflichtete Soldaten und (3) das Aufbaugymnasium und Aufbaurealgymnasium zur Auswahl. Gymnasien und Realgymnasien für Berufstätige werden als Abendschulen geführt und enden nach neun Semestern mit einer einfachqualifizierenden Matura. Das Bundesrealgymnasium für zeitverpflichtete Soldaten umfasst sechs Semester und wird ebenso wie das vierjährige Aufbaugymnasium und Aufbaurealgymnasium als Tagesschule geführt. Als berufsbildende Schulen werden im Rahmen des Regulären Zweiten Bildungsweges (1) die Handelsakademie für Berufstätige und (2) die Höhere Technische Lehranstalt für Berufstätige angeboten. Beide Schulformen führen als vierjährige Abendschulen zu einer doppelqualifizierenden Matura (vgl. 05, S. 88).
Der Gestufte Zweite Bildungsweg. Im Rahmen des Gestuften Zweiten Bildungsweges wird berufliche Weiterbildung durch Vorbereitungslehrgänge und anschließende Aufba ulehrgänge erreicht. Absolve nten einer Handelsschule oder reguläre kaufmännische Fachkräfte müssen einen zweisemestrigen Vorbereitungslehrgang positiv abschließen, um anschließend entweder (1) in den dritten Jahrgang einer Handelsschule für Berufstätige oder (2) in einen fünfsemestrigen Aufbaulehrgang für Berufstätige eintreten zu kö nnen. Absolventen einer berufsbildenden mittleren Schule oder einschlägig qualifizierte reguläre Fachkräfte müssen eine geeignete Werkmeisterschule für Berufstätige zwei Jahre hindurch erfolgreich absolvieren, um danach einen fünf- bis achtsemestrigen Aufbaulehrgang für Berufstätige besuchen zu können. Sowohl die Vorbereitungslehrgänge, als auch die Aufbaulehrgänge werden als Abendschule für Berufstätige geführt (vgl. 05, S. 89).
Arbeit zitieren:
Silke Hirschberger, 2005, Studienberechtigungsprüfung und Berufsreifeprüfung im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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