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Die vorliegende Hausarbeit zur Veranstaltung „Markttheorie“ soll die Abhängigkeit der Marktzutrittsbedingungen von der Entwicklung der Marktphasen analysieren. Jede Marktphase ist durch bestimmte Bedingungen und Merkmale und somit auch durch spezifische Wettbewerbssituationen zwischen den Anbietern gekennzeichnet. Dieser Wettbewerb stellt sich dann ein, wenn zum einen die äußeren Bedingungen erfüllt sind und zum anderen mehrere Anbieter eines vergleichbaren Marktobjekts, die Möglichkeit und den Willen zu wettbewerblichem Verhalten haben. Die Anbieter müssen nach Olten 1 auf transparenten Märkten ihre Chancen erkennen können, frei in ihren Entscheidungen sein, ein Gewinnmaximum (Verlustminimum) anstreben wollen, über technische, ökonomische und kreative Ressourcen verfügen, flexibel und schnell auf Veränderungen der Nachfrage und Aktionen der Konkurrenz reagieren können und bereit sein, den Erfolg in der ökonomischen Auseinandersetzung ohne Wettbewerbsbeschränkungen suchen zu wollen. Wirksamer Wettbewerb kann dauerhaft nur erhalten bleiben, wenn für neue Anbieter und Nachfrager die Chance des Markteintritts aber auch des Marktaustritts besteht. Im Rahmen dieser Abhandlung ist es zunächst wichtig, den Begriff Marktzutritt und dessen Bedingungen wie auch das Marktphasenmodell definitorisch zu erläutern, um eine theoretische Ausgangslage für die Abhandlung des Themas zu schaffen.
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t I Q P ¢ R ! S T t R a I Q U 7 R W R ! X Q b ` Q c 4 U ¢ g e 0 T W e B g ) b e
In den folgenden Ausführungen werden die Einflussfaktoren, die sich letztendlich durch die Charakteristik der Marktphasen ergeben und den Marktzutritt hemmen bzw. fördern, in allgemeiner Form näher beleuchtet. Zunächst gilt es, den Begriff Marktzutritt einzuschätzen. Der Marktzutritt beinhaltet allgemein die Schaffung neuer Outputkapazitäten im Markt und erfolgt durch
räumliche Erweiterung (market extension),
produktmäßige Erweiterung (product extension) durch etablierte Unternehmen in Form externer bzw. interner Diversifikation in einen anderen Markt oder durch Neugründung eines Unternehmens (de-novo-Eintritt) 2 .
Abzugrenzen ist der Marktzutritt von der Schaffung neuer Märkte bzw. dem Aufkauf schon vorhandener Kapazitäten am Markt.
1 Vgl. Olten, Rainer (1998). Wettbewerbstheorie und Wettbewerbspolitik, 2. Auflage, München 1998, S. 13
2 Vgl. Schmidt, Ingo (1999). Wettbewerbspolitik und Kartellrecht, 6. Auflage, Stuttgart 1999, S. 67
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Mit dem Markteintritt wird die zuvor latente potentielle Konkurrenz sichtbar. Potentielle Konkurrenten sind Unternehmen außerhalb des Marktes, die wahrscheinlich dann eintreten, wenn die im Markt tätigen Unternehmen (etablierte Anbieter) Angebotsschwächen aufweisen. Bei Markteintritt wird der potentielle Konkurrent zum aktuellen Wettbewerber. In diesem Zusammenhang ist ein „echter Markteintritt“ mit einer Zunahme der Anzahl unabhängiger Anbieter und einer Erhöhung der Angebotsmenge verbunden. 3
Die Etablierung am Markt bzw. das Verlassen desselben durch den potentiellen Anbieter ist mit der Überwindung von Marktschranken verbunden. Dabei sind Marktschranken „... eine Reihe von Faktoren, die marktstruktur- und marktverhaltensbedingte Nachteile potentieller Konkurrenten gegenüber den etablierten Anbietern verursachen und die Wahrscheinlichkeit eines profitablen Eintritts verringern.“ 4 Marktzutrittsschranken (MZS) lassen sich also in strukturelle (eine extern vorgegebene Größe) und strategische (verhaltensbedingte) Komponenten einteilen. Marktaustrittsschranken können den Marktzutritt ebenfalls beschränken. Im weiteren wird unterschieden, ob die Marktschranken vom Staat oder privat veranlasst worden sind. 3ULYDWHVWUXNWXUHOOH0=6sind
• 3URGXNWGLIIHUHQ]LHUXQJVYRUWHLOH der Etablierten. Sie erzeugen Kundenpräferenzen,
denen Newcomer nur durch niedrigere Preise und umfangreiche
Verkaufsanstrengungen begegnen können.
%HWULHEVJU|HQYRUWHLOH (economics of large scale production) können zu einer MZS werden, wenn sie zu einer mindestoptimalen Betriebsgröße (MOTB) führen, die im Vergleich zur gesamten Marktnachfrage relativ groß ist. Aus Effizienzgründen gegenüber den Etablierten muss der Newcomer rasch einen großen Marktanteil erobern. Dies ist sehr riskant, hinsichtlich der Gefahr von Abwehrkämpfen und des hohen Investitionsvolumens, v.a. problematisch bei hohen sunk cost.
• $EVROXWH.RVWHQYRUWHLOH der etablierten Unternehmen schmälern die Gewinnerwartung
der Newcomer durch eine weitgehende Verfügungsmacht der Etablierten über Rohstoffe, Arbeitskräfte und technisches Wissen. 3ULYDWHVWUDWHJLVFKH0=6
'LH /LPLWSUHLVVWUDWHJLH betreiben Unternehmen am Markt, indem sie den Preis so niedrig setzen, dass es sich für den Newcomer nicht lohnt, in den Markt einzutreten.
3 Vgl. Neumann, I. (1998). Pay-TV in Deutschland: Markteintritts- und Wettbewerbsbedingungen für neue
Anbieter, Wiesbaden 1998, S. 11
4 Kolbe, C. (1991). Eintrittsbarrieren und die Eintrittsfähigkeit potentieller Konkurrenten, Göttingen 1991, S. 51
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'LH hEHUNDSD]LWlWVVWUDWHJLH verhilft den Etablierten mit einer schnelleren und kostengünstigeren Befriedigung der Nachfrage, die Newcomer vom Markteintritt abzuhalten. 3URGXNWGLIIHUHQ]LHUXQJVVWUDWHJLH Die erschwert potentiellen Konkurrenten den
Marktzutritt dadurch, dass Etablierte durch das Angebot möglichst vieler Produktvarianten die Marktchancen für neue Produktvarianten verringern. 9HUWLNDOH %LQGXQJHQ erschweren Konkurrenten den Zugang zu Zuliefer- und Absatzmärkten. 3ULYDWHVWUXNWXUHOOH0$6sind sunk costs (versunkene Kosten). Um absolute Kosten-, Betriebsgrößen- und Produktdifferenzierungsvorteile zu realisieren sind sehr spezifische Investitionen vorzunehmen, deren nicht amortisierter Teil bei Marktaustritt als versunken angesehen wird. Etablierte haben gegenüber Newcomern den Vorteil, diese Ausgaben in der Vergangenheit schon unwiederbringlich getätigt zu haben. 3ULYDWHVWUDWHJLVFKH0$6
Imagepflege, Vermarktungsmöglichkeiten oder der Zugang zu Finanzmärkten können für Etablierte eine größere strategische Bedeutung für den Verbleib im Markt haben, als die erzielte Profitrate.
Die Kenntnis dieser MAS kann potentielle Konkurrenz vom Marktzutritt abhalten, obwohl die strukturellen und strategische MZS sehr niedrig sind.
Neben den Marktschranken, die aus Entscheidungen der Wirtschaftssubjekte resultieren, sind auch die Marktschranken, die ursächlich in den vom Staat gesetzten rechtlichen Rahmenbedingungen des Wirtschaftens bzw. in konkreten Maßnahmen staatlicher Wirtschaftspolitik zu suchen sind, zu betrachten. 6WDDWOLFKHVWUXNWXUHOOH0DUNWVFKUDQNHQ
sind die Gestaltung des Markt- und Patentsystems als MSZ oder hinsichtlich des MAS die Gestaltung der Sozialpläne für die Beschäftigten im Insolvenzfall. 6WDDWOLFKHVWUDWHJLVFKH0DUNWVFKUDQNHQ sind z.B. die moral suasion - Politik im Fall drohender Entlassung von Arbeitnehmern. 5
Marktzutrittsbedingungen umfassen also alle Grundvoraussetzungen der Penetration eines Marktes durch die potentiellen Konkurrenz in Abhängigkeit von der Marktstruktur, dem Marktergebnis und dem Marktverhaltens in der betreffenden Marktphase.
5 Vgl. Schmidt, Ingo (1999). a.a.O., S. 67-69
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Elke Mache, 2001, Die Abhängigkeit der Marktzutrittsbedingungen von der Entwicklung der Marktphasen, München, GRIN Verlag GmbH
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