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Inhalt
1 Einleitung. 3
2 Begriffsklärung: Verantwortung. 5
2.1 Die Herkunft des Verantwortungsbegriffs. 5
2.2 Verantwortung als ethisches Prinzip. 6
3 Die verschiedenen Ethiksysteme. 10
3.1 Gesinnungsethik. 10
3.2 Erfolgsethik. 11
3.3 Verantwortungsethik. 13
4 Fazit. 15
6 Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Klare und deutliche gesellschaftliche Vorschriften für das Handeln haben immer mehr an Bedeutung verloren. Die gesellschaftlichen Strukturen sind offener, der normative Druck auf den einzelnen Menschen ist geringer geworden. Wolfgang Bender stellt zu Beginn seines Sammelbandes „Ethische Urteilsbildung“ fest, dass sich das Lebensumfeld des Einzelnen heute am „Ausgang der Moderne“ so geändert hat, dass die herkömmliche Moral in Zweifel gezogen werden muss. Für Bender ist daher eine Auseinandersetzung mit der Verantwortungsethik unerlässlich, da strukturelle Schwierigkeiten der Gesellschaft, durch die Arbeitslosigkeit, durch die Konsum -Freizeit-, Informations -und
Kommunikationsgesellschaft sowie durch das wachsende Ansehen oder den Wegfall von sinnvermittelnden Instanzen, wie zum Beispiel religiösen oder politischen sinnvermittelnden Institutionen, immer mehr zugenommen haben (vgl. W. BENDER 1988, S. 15 ff.). Hans Jonas beschreibt im seinem Buch „Das Prinzip Verantwortung“ die Entstehung eines ethischen Vakuums und damit die Entstehung des Werterealitivismus vor allem durch die neuartigen Möglichkeiten der modernen Technik. Die dadurch erweiterte Handlungsmächtigkeit fordert auch nach Hans Jonas eine Auseinandersetzung mit einer Ethik der Verantwortung (vgl. H.JONAS 1979, S. 7 f.). Diese von Bender und Jonas beschriebene Entwicklung unterstützt das Bestreben des Menschen nach Freiheit. In dieser wachsenden Freiheit wird es für den einzelnen Menschen immer schwieriger zwischen „guten“ und „schlechten“ Handlungen zu unterscheiden, da explizite Sinn und Werte in der Gesellschaft nicht mehr klar und eindeutig vorgeschrieben sind. Vielmehr muss der einzelne Mensch fast absolut alleine über seine Handlungen und Entscheidungen urteilen. Damit trägt er ein sehr hohes Maß an Eigenverantwortung.
Im zweiten Kapitel dieser Arbeit wird daher der Begriff der Verantwortung näher untersucht werden. Anschließend werden die gängigsten ethischen Systeme genauer betrachtet und daraufhin geprüft, ob sie auf die Orientierungsschwierigkeiten des Einzelnen im Bezug auf die Sinn- und Wertfragen der Gesellscha ft eingehen können. Für die Pädagogik stellt sich die Frage, wie sie auf diese Orientierungsprobleme des Einzelnen reagiert, das heißt
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wie sie dem Subjekt hilft, Sinn und Wertfragen befriedigend zu bearbeiten. Letztendlich soll durch die Bearbeitung der drei ethischen Systeme verdeutlicht werden, dass die Verantwortungsethik für die Pädagogik unverzichtbar geworden ist um auf diese aufgeführten Problembereiche Einfluss nehmen zu können.
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2. Begriffsklärung: Verantwortung
Der Verantwortungsbegriff ist durch zahlreiche Zusatzannahmen und Vorbedingungen gekennzeichnet, die nicht immer klar ausgewiesen sind und ihm einen mehrdeutigen Charakter verleihen. Um diese Schwierigkeit zu vermeiden, bedarf es einen genaueren Blick auf den Begriff der Verantwortung. Die Durchsetzung des Verantwortungsbegriffs zu einer moralischen und sozialpolitischen Leitkategorie hochmoderner Gesellschaften hat sich nicht von heute auf morgen vollzogen, weshalb auch ein genauerer Blick auf die Geschichte des Verantwortungsbegriff geworfen wird.
2.1 Die Herkunft des Verantwortungsbegriff
Das Substantiv Verantwortung lässt sich im Deutschen seit der zweiten Hälfte des 15. Jh. nachweisen. Der Begriff wurde im Sinne von Rechenschaft in der Rechtsphäre verwendet (vgl. J. RITTER 2001, S. 566). Sich für etwas verantworten, bedeutet ursprünglich, vor einem Gericht Rede und Antwort zu stehen, sein Handeln zu verteidigen und zu rechtfertigen: man hat für seine Tat einzustehen und sie gegenüber einer höheren Instanz zu legitimieren, die über das Maß der Strafe oder Vergeltung entscheidet. Wer zur Verantwortung gezogen wird, hat gegen eine bestehende Ordnung von Gesetzen, Normen oder Werten verstoßen und steht unter dem Zwang, rechtfertigende Erklärung für sein Handeln zu finden. Von seinem Ursprung her ist der Verantwortungsbegriff ein reaktives Legitimationskonzept.
Vom rechtlichen wurde der Begriff auf andere Bereiche (Gott, Parlament, Geschichte, Volk usw.) übertragen. Die Gleichsetzung von Verantwortung mit Rechtfertigung hat vor allem in der christlichen Philosophie des Mittelalters, die Frage nach der Zurechnung aufgeworfen (vgl. ebd.). In der neuzeitlichen Ethik schließt der Begriff der Verantwortung an den in der christlichen Philosophie des Mittelalters ausgebildeten Begriff der „imputatio“ an. Aus dieser begrifflichen Tradition resultiert die Zurechenbarkeit der Handlung als ein Aspekt der Verantwortung. Die menschliche Willensfreiheit stellt die unabdingbare Voraussetzung für Verantwortung da. Der Begriff der
Arbeit zitieren:
Maria Priebst, 2005, Über die Notwendigkeit einer Verantwortungsethik in der Pädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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