Aufrechterhaltung der physiologischen Körpertemperatur
von: Christian Ley
Inhalt
1 Bedingungsebene 4
1.1 Bedingungen der Lernenden 4
1.1.1 Beschreibung der Lerngruppe 4
1.1.2 Förderung der beruflichen Handlungskompetenzen 6
1.2 Bedingungen des Lehrenden 8
1.3 Bedingungen der Organisation 9
1.4 Bedingungen der gesetzlichen und curricularen Vorgaben 10
2 Entscheidungsebene 12
2.1 Herleitung der Lernsituation 12
2.2 Berufswissenschaft (Pflege) 13
2.2.1 Bedeutung des Themas in der Pflegetheorie 13
2.2.2 Naturwissenschaftliche Grundlagen 14
2.2.3 Messung der Körpertemperatur 14
2.2.4 Beobachtungskriterien für die Körpertemperatur 15
2.2.5 Hypothermie 15
2.2.6 Hyperthermie 15
2.2.7 Fieber 16
2.2.8 Pflegerische Maßnahmen zur Unterstützung der Temperaturregulation bei Fieber 19
2.2.9 Physikalische Maßnahmen zur Unterstützung der Temperaturregulation 20
2.2.10 Fiebersenkung durch Antipyretika 21
2.2.11 Komplikationen der Abweichungen von der physikalischen Körpertemperatur 22
2.2.12 Inhaltsstruktur 22
2.3 Didaktische Reduktion 23
2.4 Übergeordnete Handlungs- und Themenstruktur 25
2.5 Einbettung der Lernsituation in die Unterrichtsreihe 27
2.6 Thema der Lernsituation 29
2.7 Übergeordnete Ziele und zu fördernde Kompetenzen 30
2.8 Didaktischer Ansatz 31
2.9 Allgemeine und pflegeimmanente didaktische Prinzipien 33
2.10 Methoden 34
2.11 Sozialformen 36
2.12 Medien 37
3 Artikulationsschema 39
4 Literaturverzeichnis 42
5 Anhang 44
5.1 Flip-Chart-Bögen zum Informierenden Unterrichtseinstieg 44
5.2 Wandzeitung zum Informationsinput 46
5.3 Arbeitstext zur Lernaufgabe 47
5.4 Arbeitsblatt zur Lernaufgabe 49
5.5 Erwartungshorizont zur Lernaufgabe 50
5.6 Folie Fallbeispiel Frau Müller 52
5.7 Folie Fallbeispiel Herr Meier 53
5.8 Folie Fallbeispiel Frau Schulz 54
5.9 Tafelbild Evaluation durch Ein-Punkt-Abfrage 55
1 Bedingungsebene
1.1 Bedingungen der Lernenden
1.1.1 Beschreibung der Lerngruppe
Der Kurs, in dem die Lehrprobe stattfinden wird, hat die Ausbildung im April 2003 begonnen. Somit liegt etwas mehr als die Hälfte der Ausbildung schon hinter den Teilnehmern. Die Teilnehmer haben in ihren praktischen Einsätzen sowohl im stationären als auch im ambulanten Arbeitsfeld Erfahrungen gesammelt. Der Einsatz im Krankenhaus beginnt für die Teilnehmer nach diesem Theorieblock am 24. Januar 2005. Der Kurs befindet sich zurzeit in der Phase des Zwischenexamens, das das Fachseminar für Altenpflege immer zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres durchführt. Das schriftliche und das mündliche Zwischenexamen liegen zum Zeitpunkt der Lehrprobe bereits hinter den Teilnehmern. Die fachpraktischen Zwischenprüfungen finden Ende Januar statt. Aufgrund der Tatsache, dass die theoretischen Prüfungen zum Zeitpunkt der Lehrprobe bereits stattgefunden haben, denke ich, dass die Gruppe relativ entspannt sein wird. Ansonsten wäre in einer Prüfungsphase möglicherweise mit einer gewissen Unruhe und Anspannung zu rechnen. Der Kurs besteht insgesamt aus 21 Teilnehmern. Die Altersstruktur zeigt eine Dominanz der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren. Nur fünf Teilnehmer sind jünger als 30 Jahre; sieben Teilnehmer sind älter als 40 Jahre. Somit sind neun Teilnehmer zwischen 30 und 40 Jahre alt. Vierzehn Teilnehmer haben Kinder. Auffällig ist, dass von diesen 14 Teilnehmern acht geschieden sind oder getrennt vom Partner leben. In der Geschlechterverteilung sind drei Teilnehmer männlich und 18 weiblich. Von der Schulbildung her stellt der Kurs eine homogene Gruppe dar. Dreizehn Teilnehmer haben die Fachoberschulreife in verschiedenen Schulformen absolviert, acht Teilnehmer haben einen Hauptschulabschluss. Allerdings sind unter den Absolventen der Fachoberschulreife fünf Teilnehmer, deren ausländische Schulabschlüsse als Fachoberschulreife anerkannt wurden, obwohl sie in den Herkunftsländern zum Teil Abschlüsse höherer Bildungslaufbahnen waren. So hat ein Teilnehmer in der Türkei die Hochschulreife erworben und Betriebswirtschaftslehre studiert; sein Abschluss wurde dennoch nur als Fachoberschulreife anerkannt. Insgesamt 14 Teilnehmer haben abgeschlossene Berufsausbildungen absolviert, bevor sie die Ausbildung zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger begonnen haben. Darunter sind drei Hotelfachangestellte, zwei Einzelhandelskaufleute, ein Schuhfertiger, eine Friseurin und eine Erzieherin. Zwei Teilnehmer haben vorher als Kranken- und Altenpflegehelferin gearbeitet. Im Kurs sind fünf Teilnehmer mit einer anderen als der deutschen Staatsbürgerschaft. Zudem sind noch drei weitere Teilnehmer mit einer anderen als der deutschen Muttersprache aufgewachsen. Die Sprachkenntnisse dieser Teilnehmer sind allerdings sehr unterschiedlich. Drei Teilnehmer haben noch deutliche sprachliche Probleme und benötigen besonders bei schriftlichen Aufgaben noch einige Begleitung.
Vom Sozialverhalten her ist der Kurs recht unkompliziert. Bei Problemen helfen sich die Teilnehmer gegenseitig. Im Unterricht ist die Atmosphäre meist sehr ruhig und konzentriert. Den Teilnehmern sind alle gängigen Sozialformen vertraut. Die Arbeit mit verschiedenen Methoden und Sozialformen hat sich als unkompliziert erwiesen, da die Teilnehmer stets offen sind, neue Elemente im Unterrichtsgeschehen zu akzeptieren. So haben die Teilnehmer die Einführung der Gruppenrollen sofort akzeptiert und bereitwillig umgesetzt. Kleinere Probleme gibt es nur, wenn die Teilnehmer ihre festen Arbeitsgruppen verlassen und neue Arbeitsgruppen bilden sollen. Diese beschränkten sich allerdings auf kurze Unmutsäußerungen; echte Widerstände gegen neue Arbeitsgruppen sind bisher nicht aufgetreten. Allerdings haben etliche Teilnehmer noch deutliche Schwierigkeiten bei der Präsentation von Arbeitsergebnissen. Sie neigen dazu, die Ergebnisse nur vom jeweiligen Medium abzulesen. Hier ist im Bereich der Methodenkompetenz (Umgang mit verschiedenen Medien) und der sozialen Kompetenz (Präsentation von Ergebnissen vor einer größeren Gruppe) noch einige Förderung notwendig.
Zwei Teilnehmer haben zurzeit große Probleme, den Lernstoff zu bewältigen. In diesen beiden Fällen ist das Ziel der Ausbildung in Gefahr. Hier laufen momentan Gespräche zur Klärung der Situation. Eine Teilnehmerin ist momentan besonders gefährdet, da sie bereits über 70 Fehltage aufzuweisen hat. Da sie zudem des Öfteren unentschuldigt dem Unterricht oder der fach-praktischen Ausbildungsstätte ferngeblieben ist, wird sie aller Voraussicht nach in den nächsten Wochen die Kündigung erhalten. Es wurden zahlreiche Gespräche mit der Teilnehmerin geführt, um sie zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Dies führte jedoch zu keinem befriedigenden Ergebnis.
1.1.2 Förderung der beruflichen Handlungskompetenzen
Wie es wahrscheinlich in den allermeisten Ausbildungseinrichtungen üblich ist, liegt der Schwerpunkt der Kompetenzförderung auch an diesem Fachseminar eindeutig im Bereich der Fachkompetenz. Viele Inhalte, die Berührungspunkte mit den Inhalten meiner Unterrichtsreihe haben, wurden bereits in anderen Fächern unterrichtet. Im Fach Altenkrankenpflege wurde die Überwachung der Vitalzeichen bereits zu Beginn der Ausbildung unterrichtet. Die Lernenden kennen also die Verbindungen zwischen der Körpertemperatur und den anderen Vitalzeichen, insbesondere die Auswirkungen von Temperaturabweichungen auf die Atmungs- und Kreislaufsituation. Deswegen soll in meiner Reihe nur kurz darauf eingegangen werden. Des Weiteren wurde bereits der Bereich der Krankenbeobachtung thematisiert. Aus diesem Grund sind die beobachtbaren Zeichen der verschiedenen Temperaturabweichungen bekannt, müssen also nur noch gebündelt und verdichtet auf das Thema fokussiert werden. Ebenso sind die Bereiche Körperpflege und Kleidung bereits hinreichend behandelt worden, weswegen auch hier außer kurzen Verweisen keine Klärung notwendig sein sollte. Außerdem wurde das Thema des Flüssigkeitshaushalts alter Menschen hinreichend behandelt. Im Fach Arzneimittellehre wurden die fiebersenkenden Medikamente ebenfalls bereits besprochen. Im Fach Krankheitslehre / Geriatrie wurden diverse Infektionserkrankungen thematisiert. In diesem Bereich wurde auch über das Symptom Fieber gesprochen, allerdings nicht fokussiert auf das Thema Temperaturregulation. Im Fach Anatomie / Physiologie wurde das zentrale Nervensystem noch nicht behandelt. Haut und Blutkreislauf, die ebenfalls von Bedeutung für die Reihe sind, wurden jedoch ausführlich besprochen.
Der Bereich der Methodenkompetenz wurde unter anderen im Fach „Methodik und Technik des Lernens“ gefördert. Dabei ist allerdings anzumerken, dass das in diesem Fach erörterte Methodenrepertoire sehr eingeschränkt ist. Die Auswahl der Methoden hängt sehr vom Repertoire des jeweiligen Fachdozenten ab. Die Gruppe der Lernenden ist jedoch jederzeit bereit, sich auf neue Methoden einzustellen.
Im Bereich der sozialen Kompetenz betrachte ich die Gruppe als recht weit fortgeschritten. Speziell in den Fächern Kommunikation, Psychohygiene und Staatsbürgerkunde wird viel Wert darauf gelegt, den Unterricht schüler-zentriert und offen zu gestalten. Die Lernenden zeigen in Diskussionen und Debatten ein sehr konstruktives Diskussionsverhalten. In Gruppenarbeiten erfolgt die Arbeit in der Regel stringent und zielgerichtet unter Einbeziehung aller Gruppenmitglieder. „Soziales Faulenzen“ einzelner Teilnehmer während Gruppenphasen habe ich bisher nicht erlebt. Die einzigen Schwächen zeigen sich bei einigen Teilnehmern im freien Reden vor der großen Gruppe bei Präsentationen.
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Dipl. Berufspädagoge (FH) Christian Ley, 2004, Aufrechterhaltung der physiologischen Körpertemperatur, Munich, GRIN Publishing GmbH
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