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Die Entstehungsgeschichte der Europäischen Währungsunion
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1 Die wirtschaftlichen Motive zur Gründung der Europäischen Währungsunion 4
2 Der Weg zur Europäischen Währungsunion 5
2.1. Bretton-Woods-System 5
2.2. Werner-Plan 6
2.3. Währungsschlange 7
2.4. Das Europäische Währungssystem 7
2.5. Delors-Bericht 8
3 Der Vertrag von Maastricht als Grundlage zur EWU 9
3.1. Der Vertragsabschluß und die Einführung des Euro 9
3.2. Die Konvergenzkriterien 10
3.3. Die Länderauswahl 11
4 Heutiger Stand der EWU 12
Zusammenfassung 13
Quellenverzeichnis 14
3
Einleitung
Der 1. Januar 1999 war ein historischer Tag für die Europäische Union: es begann die dritte Stufe der Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion mit der Einführung der einheitlichen Währung - dem Euro. Die ses große Vorhaben war vor allem auf den Schutz des Gemeinsamen Marktes vor währungspolitischen Störungen gerichtet. Für die Stabilität der gemeinsamen Währung sorgt jetzt die Europäische Zentralbank.
Mit der Schaffung der EWU ist ein wesentliches Ziel des Integrationsprozesses in Europa erreicht worden, nämlich die Errichtung eines Gemeinsamen Marktes und einer Wirtschafts- und Währungsunion. Doch die Erreichung dieses Zieles war ein langer Prozess und hat über vierzig Jahre gedauert.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Entstehung der Europäischen Währungsunion darzulegen und die früheren Versuche der Errichtung einer Währungsunion zu analysieren.
Im ersten Teil werden die wirtschaftlichen Gründe zur Errichtung der EWU genannt. Es wird das Problem der Wechselkursrisiken und Transaktionskosten sowie Preistransparenz behandelt. Außerdem wird die neue Positionierung Europas in der Weltwirtschaft betrachtet.
Teil 2 wird den verschiedenen Konzepten zur Errichtung einer Währungsunion gewidmet: vom Bretton-Woods System über den Werner-Plan und Währungsschlange zum Europäischen Währungssystem und Delors-Bericht.
Der dritte Teil behandelt den Abschluss des Vertrags von Maastricht und umfasst die in diesem Vertrag verankerten Voraussetzungen zum Eintritt in die Europäische Währungsunion, die als Konvergenzkriterien bekannt sind.
Über den heutigen Stand der Europäischen Währungsunion wird im abschließenden vierten Teil dieser Arbeit berichtet.
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1 Die wirtschaftlichen Motive zur Gründung der Europäischen
Währungsunion
Eine Währungsunion besteht aus mindestens zwei Ländern mit einer gemeinsamen Geld- und Währungspolitik. Dabei macht nur eine Institution die gemeinsame Geldpolitik für das gesamte Gebiet der Währungsunion, und es gibt nur noch eine Währung bzw. mehrere Währungen, deren Wechselkurse unwiderruflich fixiert werden. 1 Die Teilnahme eine einer Währungsunion hat eine Wohlstandssteigerung in den betroffenen Ländern zum Ziel, die durch Senkung der Transaktions- und Infor-mationskosten sowie durch Stimulierung des Außenhandels und der Investitionen erreicht kann. 2 Bei der Gründung der Europäischen Währungsunion haben explizit folgende Motive eine entscheidende Rolle gespielt:
- Beseitigung der Wechselkursrisiken: in der Vergangenheit kam es innerhalb der Gemeinschaft häufig zu Wechselkursschwankungen, die hohe volkswirtschaftliche Kosten verursachten: bei der Aufwertung einer Währung verteuerten sich folglich die inländischen Produkte , was den Export wesentlich beeinträchtigte 3 Auf dem Gebiet des grenzüberschreitenden Handels führte das zu langen Verhandlungsphasen, da für Anbieter und Abnehmer Unsicherheit über den in ihrer Währung im Endeffekt zustande gekommenen Preis bestand. Das Währungsrisiko war aber oft für kurzfristige Anleger erwünscht, denn das ermöglichte die Erzielung eines Spekulationsgewinns. Für die langfristigen Anleger war das dagegen ein erhebliches Hindernis; 4
- Verringerung der Transaktionskosten: fremdwährungsbedingte Gebühren für Auslandsüberweisungen, Reisezahlungen etc. verursachten deutlich hö here Informations-, Dispositions- und Verrechnungskosten als Zahlungen ohne Währungstausch. Laut Berechnungen der EG-Kommission von 1990 betrugen die
1 Vgl. Mundschenk, S.; Schwarzer, D.; Collingon, S. (1999): Die Währungsunion - Chance für Europa:
Handbuch zur Europäischen Währungsunion. - Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, S.20.
2 Vgl. Willms, M. (1998): Die Europäische Währungsunion im Lichte der Theorie optimaler
Währungsräume. In: Francke, H.-H.; Ketzel, E.; Kotz, H.-H. (Hrsg.): Europäische Währungsunion: Von
der Konzeption zur Gestaltung. - Bonn: Duncker & Humblot, S. 42.
3 Vgl. Reupke, M. (2000): Die Wirtschafts- und Währungsunion: Die Bedeutung für die Europäische
Union unter politischer und internationales Berücksichtigung. - Oldenburg: BIS, S. 36.
4 Vgl. Poser, A. M. von (1998): Europäische Währungsunion: der Weg zum Euro-Kapitalmarkt. 3., vollst.
überarb. Aufl. - Stuttgart: Dt.Sparkassenver., S. 22 f.
5
Transaktionskosten 0,4% des akkumulierten BIP der damaligen 12er-Gemeinschaft; 5
- Verbesserung der Preistransparenz: mit der Einführung einer einheitlichen Währung können die Preise europaweit direkt verglichen werden. Dies bedeutet einen stärkeren Wettbewerb zwischen den Unternehmen. Dadurch können, zusammen mit dem Wegfall der Transaktionskosten, auch Preise für einige Produkte sinken. Der Verbraucher bekommt die Möglichkeit günstiger einzukaufen und dadurch mehr zu sparen. Durch die verbesserte Markttransparenz können die Unternehmen ihre Preise besser kalkulieren und so wettbewerbsfähiger werden; 6
- Bessere Positionierung Europas in der Weltwirtschaft: die Gründung der Europäischen Währungsunion bedeutet einen einheitlichen Wirtschafts- und Währungsraum für mehr als 370 Mio Menschen, gemessen an der Wirtschaftskraft sollte dieser sogar vor den USA liegen. 7 Auf dem Gebiet des weltweiten Rohstoffhandels würde dies die Möglichkeit der Zahlung in eigener Währung bedeuten, und folglich die Reduzierung der Abhängigkeit vom US-Dollar; 8
- Langfristiges Nutzen: die Vollendung des Binnenmarkts durch die Einführung von Euro sollte auch zum verschärften Wettbewerb auf dem Kapitalmarkt und folglich zum niedrigeren Zinsniveau führen. Dies bedeutete eine Erhöhung der Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Langfristig sollte das mehr Raum für Wachstum und mehr Beschäftigung schaffen. 9
2 Der Weg zur Europäischen Währungsunion
2.1. Bretton-Woods-System
Die marktwirtschaftliche Ordnung in Europa funktionierte von 1945 bis 1969, d.h. vor dem ersten Plan einer Wirtschafts- und Währungsunion in Europa, nach dem weltweit angewandten Bretton-Woods-System und stellte schon damals eine Art „Währungsunion“ dar. 10 Das Währungs-Abkommen sah für seine Mitglieder eine Begrenzung der Schwankungsmarge gegenüber dem US-Dollar von maximal 1 Prozent vor. Durch die
5 Vgl. Poser, A. M. von (1998), a.a.O., S. 23 f.
6 Vgl. Reupke, M. (2000), a.a.O., S. 38; Poser, A. M. von (1998), a.a.O., S.25.
7 Vgl. Reupke, M. (2000), a.a.O., S. 39.
8 Vgl. Poser, A. M. von (1998), a.a.O., S. 26 f.
9 Vgl. Reupke, M. (2000), a.a.O., S. 38 f; Mundschenk, S.; Schwarzer, D.; Collingon, S. (1999), a.a.O., S.
14.
Arbeit zitieren:
Karina Boldyreva, 2005, Die Entstehungsgeschichte der Europäischen Währungsunion, München, GRIN Verlag GmbH
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