Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung in das Thema
2. Was ist Emotionale Intelligenz?
3. Goleman und sein EQ
4. Emotionale Intelligenz im Berufsleben?
5. Zusammenfassung, Schlussteil
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1. Einführung in das Thema
Seit mehreren Jahren ist die Forschung soweit vorgedrungen, sagen zu können, dass das Gehirn nicht nur dafür da ist, unsere Körperprozesse zu steuern und einen Intelligenzquotienten bereitzustellen, der uns das ganze Leben über erhalten bleibt. Forscher beschäftigen sich mit dem Begriff Intelligenz, der sich unter anderem dadurch definieren lässt, dass Intelligenz das ist, was wir in einem Intelligenztest messen können. Wie schon im Seminar herausgearbeitet wurde, gehört dazu wesentlich mehr. Ich habe mich mit diesem Thema beschäftigt, weil es erstens im Seminar nicht so ausführlich behandelt werden konnte und weil es mich interessiert. Um eine kleine Einführung in die Thematik zu geben und um Grundlagen für das Verständnis zu schaffen, werde ich im zweiten Teil besonders auf die verschiedenen Definitionen der Emotionalen Intelligenz eingehen und auch die verschiedenen Forschungszweige ein wenig näher beleuchten. I m dritten Teil behandele ich die Bücher: „Emotionale Intelligenz“ und „Der Erfolgsquotient“ von Daniel Goleman etwas genauer, denn beim Studieren seiner Lektüre sind doch einige Aspekte aufgefallen, die man näher betrachten sollte. Auch Kritik zu diesem Buch vor allem aus den Reihen der Psychologen betrachte ich hier etwas näher. Der vierte Teil schließlich bringt die Verbindung der Emotionalen Intelligenz etwas näher an den Leser heran. Hier stelle ich heraus, ob es (nach meinem Wissen) sinnvoll ist, die Emotionen außen vor zu lassen, unbedingt als Muss anzusehen, oder ob es eine Art Mischform gibt, mit der beide Seiten leben können, dies besonders bezogen auf das Berufsleben des Menschen. Im Teil Fünf fasse ich die Kernaussagen zusammen und versuche abschließend eine eigene Theorie aufzustellen.
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2. Was ist Emotionale Intelligenz?
Neurobiologen und Psychologen beschäftigen sich mit dem Phänomen der mehrschichtigen Intelligenz, welches verdeutlicht, dass ein Mensch dessen Gehirn besser verknüpft ist und der die jeweiligen Prozesse zu steuern in der Lage ist, besser in der heutigen Welt zurecht kommt. Kognitive Fähigkeiten des Gehirns, die mit einem Intelligenztest im herkömmlichen Sinne gemessen werden können, testen in der Regel Funktionen des Neokortex, einer äußeren Schicht des Gehirns. Emotionale Fähigkeiten sind beim Menschen jedoch schön in prähistorischer Zeit gegeben gewesen. Eine Frau hat schon immer sensibel auf Kinderschreie reagiert, der Mann, der meist mit der Jagd beschäftigt war, hatte hier emotionale Nachteile, weil seine Bindung nicht so stark gewesen ist. Diese Intelligenzform wird in tieferen Gehirnschichten gemessen, nämlich dem Subkortex. 1 Die Emotionale Intelligenz beruht nun darauf, beide Schichten sinnvoll miteinander zu verknüpfen.
Emotionale Intelligenz bedeutet nicht, nur den Gefühlen freien Lauf zu lassen. Dies hätte ja wenig mit Intelligenz zu tun. Nein, Emotionale Intelligenz bezeichnet jenen Begriff, der versucht, bestimmte Gefühlsregungen mit Intelligenz zu verknüpfen. „Es ist die Fähigkeit uns ere eigenen Gefühle zu erkennen, uns selbst zu motivieren und gut mit Emotionen in uns selbst und in unseren Beziehungen umzugehen“ 2 Die Emotionale Intelligenz lässt sich (nach Goleman) in verschiedene Kompetenzen aufteilen. Dazu gehören zum einen die Persönlichen Kompetenzen zu denen Dinge zählen wie: Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung und Motivation. Zum anderen existieren Soziale Kompetenzen zu denen die Empathie und soziale Fähigkeiten gehören. Um sich jedoch mit dem Begriff Emotionaler Intelligenz weiter beschäftigen zu können, muss man sich ein Bild über die eigentliche Definition verschaffen. Was also ist Intelligenz? Dazu gibt Zimbardo folgende Aussage: „Intelligenz ist ein psychologischer Begriff zur Beschreibung des Kompetenzaspektes von Verhalten. Nach D. Wechsler ist Intelligenz die allgemeine Fähigkeit des Individuums, die Welt, in der es lebt, zu verstehen und sich in ihr zurecht zu finden.“ 3 Die Intelligenz wurde dafür geschaffen, dass sich der Mensch in seiner Umwelt und mit seiner Umwelt zurecht findet. Was würde geschehen, wenn er über keinerlei Intelligenz verfügte? Wahrscheinlich würde er nicht überleben, weil dadurch ja seine Merkfähigkeit,
1 aus Pease, 2000, S. 93 ff.
2 Daniel Goleman, „Der Erfolgsquotient“, S. 387
3 Zimbardo, „Psychologie“, Glossar, S. 752
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seine Denkfähigkeit und alle Vorgänge im Gehirn nicht steuerbar wären. Es bedarf also einer Art Grundintelligenz, um überhaupt als Säugling und Kleinkind zu überleben und zu lernen. Denn was der Mensch in den ersten Lebensjahren lernt, prägt ihn für das gesamte weitere Leben. Was aber sind dann Emotionen?
„Emotionen sind Vorkommnisse von Freude, Traurigkeit, Ärger, Angst, Mitleid, Enttäuschung, Erleichterung, Stolz, Scham, Schuld, Neid, sowie von weiteren Arten von Zuständen, die den genannten genügend ähnlich sind.“ 4 Was haben nun Emotionen mit Intelligenz zu tun? Ist ein Mensch, dessen Intelligenzq uotient unter 90 liegt, emotionslos? Kann ein Mensch mit einem hohen IQ besser mit Emotionen umgehen?
Um überhaupt einen IQ bei einem Menschen feststellen zu können, muss ein Intelligenztest durchgeführt werden. Ursprünglich setzte sich der Intelligenzquo tient aus dem Intelligenzalter geteilt durch das Lebensalter mal 100 zusammen. 5 Das Intelligenzalter ist eine von Binet konstruierte Größe gewesen, um den Entwicklungsstand von Kindern zu bestimmen. Hierbei wurde das durchschnittliche Alter angegeben, in dem Kinder in der Lage waren bestimmte Aufgaben zu lösen. Heute wird der Intelligenzquotient eher als Abweichungsquotient bestimmt. Ein Mensch, der in seinem Leben mehrere Intelligenztests durchführt, wird je nach Bedingungen immer relativ gleich abschneiden. Der IQ- Test misst jedoch nur kognitive Fähigkeiten. Er erfasst also nur Dinge, wie räumliches Denken, Merkfähigkeit, logisches Denken, Sprachfähigkeit, Erinnerungsvermögen. Dazu zählen die Emotionen also nicht. Kann man sie dann messbar machen? Wenn ma n die Emotionen mit dem Begriff Intelligenz verknüpft, müsste es ja eigentlich messbar sein. Es entsteht der Begriff Emotionale Intelligenz. Erstmals haben dieses Modell zwei Forscher im Jahre 1990 entwickelt. Es waren P. Salovey und J.D. Mayer in einem vo n Ihnen verfassten Buch mit dem Titel: „Emotional Intelligence“. Salovey definierte die Emotionale Intelligenz folgendermaßen: „Emotionale Intelligenz beinhaltet die Fähigkeit Emotionen korrekt wahrzunehmen, zu bewerten und auszudrücken; die Fähigkeit Zuga ng zu seinen Gefühlen zu haben bzw. diese zu entwickeln um gedankliche Prozesse zu erleichtern; die Fähigkeit Emotionen zu verstehen und ein emotionales Wissen zu besitzen; und die Fähigkeit Emotionen zu regulieren um emotionales und intellektuelles Wachstum zu unterstützen.“ Damit müsste derjenige mit einem hohen IQ auch automatisch über hohe Emotionale Intelligenz verfügen. Goleman
4 Zimbardo, „Psychologie“, Glossar, S. 748
5 nach Zimbardo, „Psychologie“, Glossar, S. 752
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Arbeit zitieren:
Karsten Hertel, 2002, Ist emotionale Intelligenz im Beruf hinderlich?, München, GRIN Verlag GmbH
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