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Bürgerversicherung versus Kopfpauschalen - Wirkungen verschiedener Finanzierungsformen für die GKV

Titel: Bürgerversicherung versus Kopfpauschalen - Wirkungen verschiedener Finanzierungsformen für die GKV

Seminararbeit , 2005 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexander Wittkopp (Autor:in)

VWL - Gesundheitsökonomie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung kann nur durch grundlegende Reformen nachhaltig gesichert werden" [Bericht der Rürup-Kommission (2003), S. 148.]. Dieses Zitat veranschaulicht stellvertretend die in der politischen Parteienlandschaft und der einschlägigen Literatur einhellig vertretene Auffassung, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mittel- und langfristig vor schwierigen Herausforderungen steht. Das gegenwärtige GKV-System sieht sich mit zunehmenden Finanzierungsproblemen konfrontiert, da einerseits eine anhaltende Erosion der Einnahmen und andererseits ein stetiger Anstieg der Gesundheitsausgaben zu verzeichnen sind. Aus diesem Grund wurde die "Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme" ("Rürup-Kommission") mit der Entwicklung von Reformkonzepten beauftragt, die eine langfristige Finanzierung der Sozialversicherungssysteme sicherstellen und zugleich ein hohes Maß an sozialer Gerechtigkeit erfüllen sollen. Als Ergebnis wurde am 28.08.2003 der Bericht der Rürup-Kommission zur Reform der Sozialversicherungssysteme vorgelegt und darin mit der Bürgerversicherung auf der einen und dem Modell pauschaler Gesundheitsprämien auf der anderen Seite zwei grundlegend verschiedene Alternativen für die künftige Finanzierung der GKV präsentiert.
Sowohl in der Politik als auch in der wissenschaftlichen Literatur werden vielfältige Varianten der beiden Konzepte diskutiert. Im Hinblick auf den begrenzten Umfang dieser Arbeit wird der Schwerpunkt jedoch vorwiegend auf den beiden von der Rürup-Kommission formulierten Modellen liegen. Diese werden nach einführender Darstellung des gegenwärtigen Systems der GKV und den daraus resultierenden Problemen im dritten Abschnitt ausführlich vorgestellt. Im Anschluss erfolgt in Kapitel 4 eine umfassende vergleichende Analyse der beiden Finanzierungsvarianten in Bezug auf ihre Nachhaltigkeitswirkungen, ihre interpersonellen und intergenerativen Umverteilungseffekte und ihre wachstums- und beschäftigungspolitischen Folgen. Thema des fünften Abschnitts ist mit der Bürgerprämie ein drittes Finanzierungskonzept, das gewissermaßen eine Synthese zwischen den beiden vorgenannten Modellen darstellt. Abschließend werden dann in Kapitel 6 die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitssystem gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Gegenstand dieser Arbeit

2. Das gegenwärtige System der Gesetzlichen Krankenversicherung

2.1 Darstellung des Status Quo

2.2 Probleme des Status Quo

3. Alternative Finanzierungsmodelle für die GKV

3.1 Überblick über die aktuellen Reformvorschläge

3.2 Kernelemente und Ziele der Finanzierungsalternativen

3.2.1 Bürgerversicherung

3.2.2 Kopfpauschalen

4. Auswirkungen der Finanzierungsalternativen im Vergleich

4.1 Nachhaltigkeitswirkungen

4.1.1 Quantifizierung der Nachhaltigkeitslücke

4.1.2 Nachhaltigkeitswirkungen der Reformkonzepte

4.2 Interpersonelle Verteilungswirkungen

4.2.1 Bürgerversicherung

4.2.2 Kopfpauschalen

4.3 Intergenerative Verteilungswirkungen

4.3.1 Die Analysemethode von Felder/Kifmann

4.3.2 Bürgerversicherung

4.3.3 Kopfpauschalen

4.4 Wachstums- und beschäftigungspolitische Wirkungen

4.4.1 Bürgerversicherung

4.4.2 Kopfpauschalen

5. Die Bürgerprämie als Synthese beider Finanzierungsalternativen

6. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Finanzierungsformen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vor dem Hintergrund der durch die Rürup-Kommission vorgeschlagenen Reformmodelle. Dabei wird analysiert, welche Auswirkungen die Bürgerversicherung, Kopfpauschalen sowie das Konzept der Bürgerprämie auf die Nachhaltigkeit der Finanzierung, die Verteilungsgerechtigkeit und die gesamtwirtschaftliche Beschäftigungssituation haben.

  • Analyse des Status Quo und der Finanzierungsprobleme der GKV
  • Gegenüberstellung von Bürgerversicherung und Kopfpauschalen
  • Untersuchung der Nachhaltigkeitswirkungen durch Generationenbilanzierung
  • Analyse interpersoneller und intergenerativer Verteilungseffekte
  • Wachstums- und beschäftigungspolitische Folgenabschätzung
  • Evaluation der Bürgerprämie als Synthesemodell

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Bürgerversicherung

Grundidee der von einer Gruppe der Rürup-Kommission um Regierungsberater Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach favorisierten Bürgerversicherung ist die Finanzierung der GKV nach dem Prinzip der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, „wobei das Ziel der personellen Einkommensumverteilung integrierter Bestandteil des Systems bleibt“22. Ein Kernelement ist die Ausweitung des versicherten Personenkreises einerseits durch Einbeziehung der bisher nicht pflichtversicherten Gruppen23 in die Finanzierung der GKV und andererseits durch die Abschaffung der VPG. So soll die „individuelle Ensolidarisierungsoption für besserverdienende Arbeitnehmer“24 beseitigt werden.25

Des weiteren wird die Beitragsbemessungsgrundlage durch Einbeziehung aller Einkunftsarten26 verbreitert und durch die gleichzeitige Anhebung der BBG auf das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung27 zusätzlich gestärkt.28 Die dritte wesentliche Maßnahme des Konzeptes ist die Beschränkung des GKV-Leistungskataloges auf medizinisch notwendige Maßnahmen. Darüber hinausgehende Leistungen sollen über entsprechende Zusatzversicherungen durch die private Krankenversicherung (PKV) abgedeckt werden.29 Als konkrete Ziele der Bürgerversicherung nennt die Rürup-Kommission „die Lohnzusatzkosten zu senken, die Beitragsgerechtigkeit zu erhöhen, die Konjunktur zu fördern und insgesamt die Gesetzliche Krankenversicherung für die kommenden demographischen Herausforderungen nachhaltig zu stärken“30.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gegenstand dieser Arbeit: Einführung in die Problematik der GKV-Finanzierung und Vorstellung der zentralen Reformmodelle der Rürup-Kommission.

2. Das gegenwärtige System der Gesetzlichen Krankenversicherung: Darstellung der aktuellen Finanzierungsweise sowie der strukturellen Probleme wie Einnahmeerosion und steigende Gesundheitsausgaben.

3. Alternative Finanzierungsmodelle für die GKV: Vorstellung der theoretischen Kernelemente und Ziele der Bürgerversicherung und des Kopfpauschalenmodells.

4. Auswirkungen der Finanzierungsalternativen im Vergleich: Umfassende Analyse der Nachhaltigkeitslücken, Verteilungseffekte und beschäftigungspolitischen Wirkungen beider Konzepte.

5. Die Bürgerprämie als Synthese beider Finanzierungsalternativen: Erörterung der Bürgerprämie als Kompromissmodell, das Elemente der Solidarität mit Wachstumspotenzialen verbindet.

6. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Fazit über die Überlegenheit der betrachteten Konzepte gegenüber dem Status Quo und die Notwendigkeit ergänzender anreizorientierter Reformen.

Schlüsselwörter

Gesetzliche Krankenversicherung, GKV, Bürgerversicherung, Kopfpauschalen, Rürup-Kommission, Nachhaltigkeitslücke, Generationenbilanzierung, Verteilungsgerechtigkeit, Lohnnebenkosten, Bürgerprämie, Finanzierungsmodelle, Demographischer Wandel, Beitragsbemessungsgrenze, Solidarausgleich, Gesundheitsökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Reformvorschläge zur nachhaltigen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angesichts demographischer und finanzieller Herausforderungen.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen sind Nachhaltigkeit der Finanzierung, interpersonelle und intergenerative Verteilungsgerechtigkeit sowie wachstums- und beschäftigungspolitische Effekte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist der Vergleich der von der Rürup-Kommission entwickelten Reformmodelle (Bürgerversicherung und Kopfpauschalen) hinsichtlich ihrer Eignung für eine zukunftsfähige GKV.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt neben ökonomischen Analysen vor allem die Methode der Generationenbilanzierung zur Quantifizierung der Nachhaltigkeitslücken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Modelle, deren vergleichende Analyse bezüglich Verteilung und Beschäftigungseffekten sowie die Erörterung der Bürgerprämie.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nachhaltigkeitslücke, Beitragsbemessung, Kopfpauschale, Bürgerversicherung und intergenerative Gerechtigkeit.

Wie unterscheidet sich die Bürgerversicherung beim Thema Beitragsbemessung?

Die Bürgerversicherung sieht eine Ausweitung der Beitragsbemessung auf alle Einkunftsarten bei gleichzeitiger Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze vor.

Warum gelten Kopfpauschalen als beschäftigungsfreundlicher?

Sie ermöglichen eine Abkoppelung der GKV-Finanzierung von lohnbezogenen Beiträgen, was die Lohnnebenkosten senkt und Anreize zur Arbeitsausweitung setzt.

Was macht die Bürgerprämie als Modell besonders?

Sie dient als Synthesemodell, das die Solidarität einer Versicherungspflicht mit der Transparenz und den Beschäftigungseffekten pauschaler Prämien kombiniert.

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Details

Titel
Bürgerversicherung versus Kopfpauschalen - Wirkungen verschiedener Finanzierungsformen für die GKV
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Finanzwissenschaft
Note
1,3
Autor
Alexander Wittkopp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
29
Katalognummer
V47643
ISBN (eBook)
9783638445405
ISBN (Buch)
9783638597517
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bürgerversicherung Kopfpauschalen Wirkungen Finanzierungsformen Finanzwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Wittkopp (Autor:in), 2005, Bürgerversicherung versus Kopfpauschalen - Wirkungen verschiedener Finanzierungsformen für die GKV, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47643
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Leseprobe aus  29  Seiten
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