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1. Einleitung 2
2. Historischer Überblick 3
3. Außenpolitische Rahmenbedingungen. 5
3.1 Die Rolle der Sowjetunion 5
3.2 Die fehlende Einflussnahme der Vereinigten Staaten von Amerika 6
3.3 Die chinesische Position 6
3.4 Die Interessen Pakistans 7
4. Ursachen und Wirkungszusammenhänge für das militärische
Eingreifen Indiens in den Ostpakistan Konflikt. 9
4.1 Die Flüchtlingsproblematik 10
4.1.1 Soziale Spannungen. 10
4.1.2 Wirtschaftliche Probleme 11
4.2 Territoriale Integrität 12
4.3 Die Terrorproblematik 13
4.4 Das Interesse an einer gemäßigten Regierung 14
4.5 Verhinderung eines islamischen Blocks. 14
5. Fazit 16
Literatur. 21
1
1. Einleitung
Seit der Gründung der Staaten Indien und Pakistan nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft auf dem indischen Subkontinent, führten beide Staaten drei Kriege gegeneinander. 1 Der Konflikt um die Region Kashmir beherrscht bis heute die Aussenpolitik beider Länder. 2 Beim Unabhängigkeitskampf von Ostpakistan trat dieser Konfliktherd in den Hintergrund. Das militärische Eingreifen der Indischen Union führte zum dritten Krieg mit Pakistan und schließlich zur Teilung Pakistans und zur Gründung von Bangladesch. 3 Die Besonderheit dieses Konfliktes war, dass nicht Gebietsansprüche, wie in Kashmir zu ihm führten.
„The Bangladesh crisis 1970-71 is the best historical example of a war into which India and Pakistan were drawn by domestic factors.” 4
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit folgenden Fragen zu dem Krieg der Indischen Union mit Pakistan 1971.
• Welche außenpolitischen Rahmenbedingungen bestanden für Indien? • Welche Ursachen führten zum militärischen Eingreifen Indiens auf der Seite der Unabhängigkeitsbewegung in Ostpakistan? • Was waren die Hauptgründe?
• Was für Rückschlüsse lassen sich daraus für die heutige Situation ziehen?
Um diese Fragen zu beantworten, gliedert sich die Hausarbeit in vier Kapitel. Nach der Einleitung wird in Kapitel zwei ein historischer Überblick gegeben, welcher die Ausgangssituation vor dem Eingreifen Indiens in den Konflikt auf dem indischen Subkontinent betrachtet. Im dritten Kapitel werden die außenpolitischen Rahmenbedingungen analysiert, die dem militärische Eingreifen Indiens zugrunde lagen. Das Kapitel vier diskutiert die Gründe für das Eingreifen, gewichtet sie und unterzieht sie einer Gesamtbewertung. Die Arbeit schließt mit einem Fazit, in
1 1947, 1965, 1971, Vgl. Bradnock, Robert W.: Indias´s Foreign Policy since 1971, London 1990, S. 19
2 Vgl. Wagner, Christian: Globalisierung und außenpolitischer Wandel in der Indischen Union, SWP- Studie, Berlin 2001, S. 13
3 Vgl. Fritsche, Klaus: Die indisch- pakistanische Rivalität und Zentralasien, Köln 1994, S. 9
4 Joeck, Neil: Maintaining Nuclear Stability in South Asia, New York 1997, S. 22
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welchem die Ausgangsfragen beantwortet werden und Rückschlüsse für die heutige Situation gezogen werden. Für diese Arbeit wurde in erster Linie angelsächsische Literatur herangezogen. Besonders hervorzuheben ist das Buch „War and secession. Pakistan, India, and the creation of Bangladesh” 5 von Richard Sisson und Leo E. Rose, welches einen guten Einblick in die Thematik verschafft und in dieser Arbeit umfangreich Erwähnung findet.
2. Historischer Überblick
Nach dem Ende der britischen Kronkolonie auf dem indischen Subkontinent 1947 entstanden Indien und Pakistan. Während Indien als Staat mit zusammenhängenden Territorium gebildet wurde, sah sich Pakistan damit konfrontiert, von Indien in ein westliches und ein östliches Territorium getrennt zu sein. 6 Diese Konstruktion war einzigartig. 7 Als problematisch erwies sich nicht nur die räumliche Trennung in zwei weit voneinander entfernt liegende Territorien, die wirtschaftliche Trennung in West und Ost, sondern insbesondere die kulturellen Unterschiede zwischen West- und Ostpakistan. 8 Verknüpft mit einer nicht gleichberechtigten Beteiligung an politischen Entscheidungen und einer wirtschaftlichen Ausbeutung des östlichen Landesteils durch den westlichen Teil Pakistan, führte dies zu steigenden Spannungen zwischen beiden Teilen Pakistan. 9
Auslöser der Eskalation, die Ende 1970 schlussendlich zu einer Spaltung Pakistan führte, war ein Zyklon in November 1970 der in Ostpakistan verheerende Zerstörungen zur Folge hatte. 10 Die Schätzungen über die Todesopfer schwanken in der Literatur zwischen 150,000 bis 200,000 Opfer. 11 Der westliche Teil Pakistans war mit dem Ausmaß der Katastrophe überfordert. Die Hilfe für den östlichen Teil Pakistans lief nur schleppend und unzureichend organisiert an. 12 Dies führte zu einer
5 Sisson, Richard; Rose, Leo E.: War and secession. Pakistan, India, and the creation of Bangladesh, Oxford; New York; Toronto u.a. 1992
6 Vgl. Heß, Peter: Bangladesh. Tragödie einer Staatsgründung, Stuttgart 1972, S. 21
7 Vgl. ebenda
8 Vgl. Khan, Roedad: The British Papers. Secret and Confidential. India- Pakistan-Bangladesh Documents 1958- 1969, Oxford; New York; Auckland u.a. 2002, S. 924
9 Vgl. Aumüller, Jutta: Flucht und Migration in Bangladesch, Berlin 1993, S. 8
10 Vgl. Dixit, J.N.: India-Pakistan in War & Peace, London; New York 2002, S. 170
11 Vgl. Dixit, J.N.: a.a.O., S.170 und Heß, Peter: a.a.O., S. 49
12 Vgl. Heß, Peter: a.a.O., S. 49
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Steigerung des Unmutes der Ostpakistanis gegenüber der Zentralregierung in Islamabad. Die unmittelbar bevorstehenden Wahlen für die Nationalversammlung und das ostpakistanische Provinzparlament wurden aufgrund der Flutkatastrophe um einige Wochen verschoben. Bei diesen Wahlen ging die auf Ostpakistan fokussierte Awami League unter der Führung von Mujibur Rahman 13 als Sieger für den östlichen Teil Pakistans hervor. 14 Die Awami League war mit Forderungen einer weitreichenden Autonomie Ostpakistans in den Wahlkampf gezogen. Die Zentralregierung erkannte das Wahlergebnis nicht an und verhängte das Kriegsrecht über Ostpakistan. Dies hatte landesweite Proteste in Ostpakistan zur Folge. 15 Armeeeinheiten aus Westpakistan unternahmen Versuche die öffentliche Ordnung wiederherzustellen, was zu Zusammenstößen mit Ostpakistanis führte. 16 Nachdem diese vereinzelten militärischen Eingriffe keine Wirkung zeigten, griff die Armee massiv ein. 17 Der daraufhin ausbrechende Bürgerkrieg, der von dem East Bengal Regiment 18 und den East Pakistan Riffels, einer paramilitärischen Einheit geführt wurde, richtete sich gegen Infrastruktur und militärische Einrichtungen Westpakistans in Ostpakistan. 19
Als unmittelbare Folge der Kampfhandlungen kam es zu Flüchtlingsbewegungen nach Indien. Schätzungen gehen von 10 Millionen Flüchtlingen aus, die aus Ostpakistan in Richtung Indien flohen. 20 Die nur sporadischen Angriffe der ostpakistanischen Guerillaeinheiten wurden wirksamer, nachdem diese von indischem Territorium und indischen Militärberatern ausgebildet wurden. 21 Ein militärischer Erstschlag vonseiten Pakistans gegen die indische Luftwaffe führte zu einem offenen Krieg zwischen Indien und Pakistan, der mit der Niederlage Pakistans endete und zur Gründung von Bangladesch führte. Im folgenden Kapitel wird auf die außenpolitischen Rahmenbedingungen eingegangen.
13 Vgl. Aumüller, Jutta: a.a.O., S. 8
14 Vgl. Heß, Peter: a.a.O., S. 50
15 Vgl. Dixit, J.N.: a.a.O., S. 174
16 Vgl. Heß, Peter: a.a.O., S. 57
17 Vgl. ebenda S. 59
18 Das East Bengal Regiment und die East Pakistan Riffels, waren der Ostbengalische Flügel der Gesamtpakistanischen Streitkräfte, Vgl. Dixit, J.N.: a.a.O., S. 175
19 Vgl. Heß, Peter: a.a.O., S. 101
20 Vgl. Aumüller, Jutta: a.a.O., S. 9
21 Vgl. Heß, Peter: a.a.O., S. 77
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3. Außenpolitische Rahmenbedingungen
Der Konflikt um Ostpakistan fand vor dem Hintergrund des Kalten Krieges statt. Die beiden Blöcke, mit der Sowjetunion (SU) und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) an der Spitze, hatten beide Interessen und Verbündete in dieser Weltregion. Damit die außenpolitischen Rahmenbedingungen, die Indien unmittelbar vor und während des Unabhängigkeitskampfes von Ostpakistan vorfand, sich besser einordnen lassen bietet es sich an, die einzelnen Länder die relevant bei diesem Konflikt waren gesondert zu betrachten. Demnach werden die Interessen und Positionen der damaligen SU, der USA, von der Volksrepublik China und von Pakistan besprochen.
3.1 Die Rolle der Sowjetunion
Das Hauptinteresse der damaligen Sowjetunion bestand darin, den Einfluss von China einzudämmen b zw. zurückzudrängen. 22 China wurde als unmittelbarer Nachbar der SU als natürlicher Konkurrent angesehen. Demnach war eine Unterstützung Indiens in den siebziger Jahren eine logische Konsequenz dieser Position. Indien wurde von der SU als ein mögliches Gegengewicht zu China angesehen. Durch einen möglichen Sieg in Ostpakistan und einer Spaltung Pakistans konnte auch die Position Indiens gestärkt und die Chinas geschwächt werden.
Ausdruck dieser Politik war der 1971 geschlossene Vertrag zwischen Indien und Russland über Frieden und Freundschaft für die kommenden 20 Jahre. 23 Zwar enthielt dieser Vertrag keine militärische Beistandsverpflichtungen für den Fall eines Krieges, jedoch darf die Außenwirkung auf die Region nicht unterschätzt werden. Es bleibt zweifelhaft, ob die SU, im Falle eines Eingreifens Chinas oder der USA in den Konflikt militärisch interveniert hätte. Aber Indien gewann dadurch einen wichtigen Verbündeten, der eine Verurteilung durch den Sicherheitsrat mit seinem Veto verhindern konnte. 24 Die SU verhinderte damit, dass Indien international isoliert
22 Vgl. Khan, Roedad: a.a.O., S. 544
23 Vgl. Tahir- Kheli, Shirin R.: India, Pakistan and the United States. Breaking with the past, New York 1997, S. 37
24 Vgl. Fritsche, Klaus: a.a.O., S. 9
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Arbeit zitieren:
Andreas Feld, 2005, Ursachen für das militärische Eingreifen Indiens in den Ostpakistan Konflikt, München, GRIN Verlag GmbH
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