1. Territorialinfarkte: Verschluss der großen Hirn-basisarterie (A. cerebrie anterior/ media/ posterior). Im CT sieht man ein dreieckiges Infarktgebiet, wobei die Spitze auf die Verschlussstelle zeigt. 2. Endstrom- und Grenzzoneninfarkte: Diese hämo -dynamischen I nfarkte treten dann auf, wenn die arteriosklerotisch verengten Gefäße nicht mehr in der Lage sind, Kollaterale zu bilden, die diese Verengung umgehen können. Diese K ollaterale werden durch den Circulus willisii cerebrie gebildet. Grenzzoneninfarkte sind seltener als Endstrom-infarkte. Diese finden wir meist beim Moya-Moya-Syndrom und bei Dissektionen der A. carotis interna.
3. Lakunäre Infarkte: Die häufigste Form des ischämischen Insultes. Bei diesen 1,5cm runden Infarkten handelt es sich, um eine typische Folge-erkrankung der arteriellen Hypertonie. Diese finden wir meist in der Kortex und Medulla obligata. Das Infarktgebiet stellt sich im CT keilförmig dar. (vgl. Weiller 1996,S.39) Epidemiologie
Der Schlaganfall ist in Europa nach wie vor die dritthäufigste Todesursache nach kardiovaskulären und Krebserkrankungen. Außerdem ist er die häufigste Ursache für lebenslange Behinderungen und Einschränkungen der Körperfunktionen.
Die Letalität is t hoch. Nach dem Auftreten des Er-eignisses sterben ca. 1/5 der Betroffenen innerhalb eines Monats und 1/3 innerhalb eines Jahres. Etwa 50% der Erkrankten bleiben hilfsbedürftig. In Deutschland erleiden nach Schätzungen 250.000 Menschen pro Jahr einen Apoplex. Angaben über die Inzidenz gehen nur aus ein paar Studien bzw. aus Bevölkerungsregistern hervor. Anhand dieser Studien lässt sich schnell erkennen, dass die Rate bei den >55 Jährigen stark zunimmt. ( ca. 200 - 400/100000 E inw.). Das Schlaganfallrisiko betrifft laut dieser Statistiken ein fünftel der >65 Jährigen. Schätzungen zur Prävalenz liegen für Deutschland allerdings nicht vor. (Leitlinie Schlaganfall Sachsen 2001)
In den entwickelten Ländern ist die Epidemiologie dadurch gekennzeichnet, dass die Senkung der Mortalität, und nicht die der Inzidenz, entscheidend ist, für die die Anzahl der Adjusted Life Years (globales Maß für die Bürde des Phänomens „Verlust an Leben durch Funktionseinschränkung und vorzeitigen Tod“) Als Hauptursache geben die Wissenschaftler an, dass dies mit der Verschieb-ung des Schlaganfalls ins höhere Alter zu-sammenhängt. Dieses betrifft häufiger die Männer als die Frauen. Z .Zeit findet in den ost-europäischen Ländern eine gegenläufige Ent-wicklung statt. Dort nimmt die Sterblichkeit wegen Herzkrankheiten und Schlaganfällen dramatisch zu.
Die Ursachen für das Abnehmen der Mortalität beim Schlaganfall ist noch nicht geklärt. Die Wissenschaftler nehmen an, dass sowohl die Identifizierung der Risikofaktoren, die Entwicklung und die Implementierung von Strategien (Prävention/ Behandlung) dafür verantwortlich sind. Eine entscheidende Rolle spielt aber auch die Verkürzung des Insult-Aufnahmeintervalls, also dem Zeitintervall zwischen dem Einsetzen der Symptome und der Klinikaufnahme. Dies konnte von 24 Stunden auf weniger als 6 Stunden gesenkt werden. (vgl. Yadav JS
et al., 1997; vgl. Leitlinie Schlag-anfall Sachsen 2001). Die hohe Mortalitätsrate und die daraus folgenden Kosten für die Akutbehandlung und Rehabilitation
machen den Schlaganfall nicht nur zu einem medizinischen , sondern vielmehr zu einem
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gesellschaftlichen Problem. Da die Anzahl der älteren Bürger in den nächsten Jahren zunehmen wird, werden auch die Kosten für die Behandlung drastisch steigen. Primärprävention
Unter der Primärprävention der Schlaganfalls (Apoplexie) versteht man aus medizinischer Sicht die Behandlung bzw. die Vermeidung verschied- ener Risikofaktoren, wobei hier zwischen be-stimmten Erkrankungen und risikoreichen Ver-haltensweisen zu unterscheiden ist.
Als Beispiel für eine Erkrankung wird im fo lgenden die Hypertonie (Bluthochdruck) kurz aufgeführt. Sie ist der stärkste Risikofaktor der Apoplexie. Gerade deshalb ist das frühzeitige Erkennen und Behandeln dieser Erkrankung so enorm wichtig. Die Wahrscheinlichkeit, einen sogenannten Hirn-infarkt zu erleiden, ist bei Hypertoniekern um das Drei- bis Vierfache höher, im Vergleich zu Menschen, die nicht an Bluthochdruck leiden. (vgl. Kolominsky-Rabas, 1999)
Die Hypertonie wird in drei verschiedene Schwere-grade unterteilt, auf die hier nicht näher einge-gangen wird. Dabei führen bereits leichte Senkung-en des Blutdrucks erstens zu einer signifikanten Reduzierung des Schlaganfallrisikos, zweitens zu größeren Überlebenschancen nach einem Insult und drittens zu einer allgemeinen Verbesserung der Lebensqualität. (vgl. Schütz, 1997)
Weitere Krankheiten, die das Risiko eines Schlag-anfalls verstärken , sind Diabetes Mellitus, Hyper-lipidämie (erhöhte Blutfettwerte), Arteriosklerose (Ablagerungen an den Wänden der Blutgefäße) und Migräne. Zu den risikoreichen Verhaltensweisen gehören das Rauchen, Übergewicht, übermäßiger Alkohol-konsum, Bewegungsmangel und die Einnahme oraler Kontrazeptiva („Antibabypille“). Unter die „unveränderbaren“ Faktoren fallen zu-nehmendes Alter, männliches Geschlecht und ge-netische Disposition. Hiermit sind insbesondere atherosklerotische Erkrankungen bei Familienange-hörigen ersten Grades gemeint. Das Zusammenspiel mehrerer Krankheiten und/ oder risikoreicher Verhaltensweisen tragen zu einer immensen Erhöhung des Risikos bei.
Einerseits bedingen sich die einzelnen Faktoren gegenseitig, so führt zum Beispiel vermehrter Alkoholkonsum auch zu einer Gewichtszunahme. Andererseits sind Frauen, die im prämenopausalen Alter an Migräne leiden, bereits mit einem drei- bis vierfach erhöhten Risiko belastet. Kommen dann noch Rauchen und die Einnahme oraler Kontra-zeptiva hinzu, steigt das Risiko auf das mehr als siebenfache an. (vgl. Henningsen/Ringelstein, 2001).
Die medizinische Primärprävention des Schlag-anfalls ist zum Großteil Aufgabe der Ärzte. Doch Prävention kann sich nicht nur auf ihre medizin-ische Sichtweise reduzieren lassen sondern muss auch immer im Sinne von Gesundheitsförderung verstanden werden. Es geht nicht nur um eine Auf-klärung über krankheitsbegünstigende Verhaltens-weisen oder das „Anmahnen“ bestimmter Ris iko-faktoren und deren „schlimme“ Folgen. Vor allem sollte das Bewusstsein für die Gesundheit ge-fördert werden.
Für kurative Zwecke wurden im Jahr 2002 etwa 92 % der gesamten Gesundheitsausgaben in Deutschland eingesetzt. Nur circa 8% wurden für präventive Maßnahmen aufgewendet. ( Statistisches Bundesamt Deutschland, 2004).
Diese Statistik verdeutlicht, dass in unserem Ge-sundheitssystem immer noch der Grundgedanke der Behandlung und Heilung von Krankheiten und deren Folgen im Vordergrund steht. Diesem Grund-gedanken entsprechend
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müsste das Ministerium für Gesundheit eigentlich Krankheitsministeriu m heißen. Folglich lässt sich schließen, dass die Schichtzugehörigkeit eine große Rolle spielt und einen direkten Einfluss auf die Verhaltensweisen und das Gesundheitsbewusstsein hat.
„Die prävalen verhaltensgebundenen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel nehmen zu, je niedriger die soziale Schicht ist.“ (C. Zenker in Keil/Milles/Müller, 1991, S. 186) Dies zeigt, dass Gesundheitsförderung im Sinne von Verhaltensprävention auch die Veränderung sozialer und ökonomischer Bedingungen meint. Die Bekämpfung sozialer Ungerechtigkeit kann so auch zu einem Ziel des Gesundheitsministeriums werden.
Prävention bezieht sich demnach auf individuelle Verhaltensweisen. Verhaltens- und Verhältnis -prävention als Aspekte der Gesundheitsförderung gehen aber weiter und beziehen sich auch auf die gesamte Gesellschaft. Sie fordern strukturelle Veränderungen, welche Entscheidungen und auch Richtungswechsel in der Bildungs-, Wohn- und Arbeitspolitik mit sich bringen würden.
Auch auf die Entwicklung von Selbstkomp etenz des einzelnen Menschen zielt Gesundheitsförder-ung ab. Dem Einzelnen soll ermöglicht werden, ein eigenverantwortlicher Experte für seine individuelle Gesundheit zu sein. Dies bezieht sich nicht auf eine stärkere finanzielle Eigenbeteilig-ung, sondern auf psychologische Aspekte. Eine Möglichkeit psycho-sozialer Gesundheitsförderung stellen sogenannte mobile Außenberatungen dar. Hier wird vor Ort, zum Beispiel in sozial schwächeren Bezirken, eine Gelegenheit für Ge -spräche mit den Menschen geboten. Da das direkte Angebot, über psycho-soziale Probleme zu sprechen, selten angenommen werde, bieten weniger angstbesetzte Risikofaktoren, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Rauchen oder Über-gewicht einen guten Einstieg in solche Beratungen (vgl. C. Zenker in Keills/Milles/Müller, 1991). Wenn die Rahmenbedingungen sich ä ndern, ändert sich auch der Bürger. Ihm würde so die Möglich-keit gegeben, sich für gesündere Verhaltensweisen zu entscheiden. Akut- und Tertiärphase
In der Akutphase treten Symptome wie Bewusst-seinsstörungen, Aphasien, motorische Lähmungen und Hemiplegien meist spontan auf. Folgende Be-handlungsschwerpunkte sind für diese Phase zu setzen: Ärztliche Maßnahmen, wie die Gabe von Heparin, als Eingriff in das Blutgerinnungssystem und die Senkung des Blutdrucks stehen im Vordergrund. Auf Ebene der Pflege sind Faktoren wie die De-kubitus-Pneumonie- und die Thromboseprophylaxe entscheident.
Die Versorgung der Patienten mit ausreichend-er Flüssigkeit und Nahrung muss gewährleistet sein. Die Rehabilitation sollte frühstmöglich nach einem Insult erfolgen. Es besteht die Gefahr des Eintritts der Spastizität, da der Tonus des Körpers der Erkrankten erlischt. Eine frühzeit-ige Mobilisierung im Hinblick auf einen positiven Rehabilitationsverlauf ist unumgänglich. Dabei darf auch der wirtschaftliche Aspekt nicht außer Acht gelassen werden. Eine erfolgreiche stationäre Rehabilitation eines Apoplektikers wird mit 9500 Euro berechnet (vgl. Füsgen et al.1991). Unterbleibt die Frührehabilitation, kann der Er-krankte zum Pflegefall werden. Die Kosten einer Unterbringung in ein Pflegeheim betragen laut Füsgen 100.000 Euro. Allerdings beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung eines Patienten nach dem Insult lediglich 21 Monate.
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Arbeit zitieren:
Christian J. Pape, 2004, Schlaganfall-Prävention in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Der Schlaganfall - Ursachen, Symptome und Therapie
Wissenschaftlicher Aufsatz, 28 Seiten
Eine Gegenüberstellung von kognitivem Lernen und Brain-Based Learning
Seminararbeit, 17 Seiten
andrea grube folgt nun Schlaganfall-Prävention in Deutschland
Christian J. Pape hat den Text Schlaganfall-Prävention in Deutschland veröffentlicht
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