Belegarbeit von Dirk Franke 2
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 2
VORWORT 3
1 EINLEITUNG 4
2 KOMPETENZ UND KRANKENPFLEGE 5
2.2 WESENSMERKMALE VON KOMPETENZ 6
2.2.2 DIMENSIONEN INDIVIDUELLER UNTERSCHIEDE 8
2.2.3 KOMPETENZ UND SOZIALE INTERAKTION IN
KRANKENPFLEGEPROZESSEN 10
3 POTENZEN VON KOMPETENZ IN
KRANKENPFLEGEPROZESSEN. 11
4 ZUSAMMENFASSUNG UND ABSCHLIEßENDE
WERTUNG. 144
5 AUSBLICK (ODER: WEITERFÜHRENDE
FRAGESTELLUNG / RESÜMEE) 155
LITERATURVERZEICHNIS 16
Belegarbeit von Dirk Franke Seite 3
Vorwort
Auch auf der Intensivpflegestation (IPS) des St. Vincenz-Krankenhauses, Datteln, auf der ich seit 1993 arbeite und seit 1998 als Praxisanleiter tätig bin, werden Krankenpflegeschüler/Innen zur praktischen Ausbildung eingesetzt. Die Einsatzlänge dauert zwischen sechs und zehn Wochen. Es werden Krankenpflegeschüler/Innen des Mittel- und Oberkurses von der Krankenpflegeschule bei uns eingesetzt. Ganz selten absolvieren auch Unterkursschüler bei uns ihre Einsatzzeit.
Die Schüler werden nicht nur von mir, sondern auch von anderen erfahrenen Mitarbeitern der IPS während ihres Einsatzes begleitet. Ich sehe bei deren Anleitung oft die Tendenz, Schüler als „Arbeitshelfer“ einzusetzen und weniger die Absicht, ihnen manuelles und mentales Geschick im Umgang mit alltäglichen und besonderen Situationen beizubringen. Diese, für den späteren Alltag im Pflegeberuf notwendige Kompetenz, wird nur selten bewusst oder unbewusst als Lernziel gesehen. Ich möchte mit diesem Bericht eine systematische Erarbeitung des Themas der Kompetenzentwicklung von Schülern auf der IPS erreichen, um meinen Kollegen und mir eine kompetente Argumentationsgrundlage zu schaffen.
Ich möchte meinen Kolleginnen und Kollegen auf meiner IPS danken, die mir in anregenden Gesprächen Tipps und Gesichtspunkte zur Erarbeitung dieses Themas gaben. Ich hoffe, dass der Blick der Mitarbeiter für die Ausbildung kompetenter Schüler einen ebenso großen Stellenwert bekommt, wie die Bewältigung der momentanen Situation, die es zu meistern gilt. Denn die Ausbildung von kompetenten Schülern, entlastet jeden Mitarbeiter in Zukunft mehr, als nur willige Arbeitskräfte, die ihr aufgetragenes Arbeits- soll erledigen.
Belegarbeit von Dirk Franke Seite 4
1 Einleitung
Mit dieser theoretischen Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob es reicht, dass Krankenpflegeschüler auf einer so komplexen Station, wie der Intensivpflegestation, in einem Zeitrahmen von sechs bis zehn Wochen den Anspruch haben sollten, Routinearbeitstechniken zu erlernen, oder der hohe Anspruch der Kompetenzentwicklung angegangen oder sogar erreicht werden sollte.
Mit dieser Arbeit möchte ich die Arbeitshypothese aufstellen, dass zu erwarten ist, dass Krankenpflegeschüler, die so eingearbeitet wurden, dass sie gewisse Anforderungen der Kompetenz entwickeln, nicht nur in Standartsituationen, sondern auch neue oder nur durch innovative Handlungen zu lösenden Aufgaben, flexibler im Arbeitsalltag und in ihrem eigenen Lebensalltag, zu lösen imstande sind.
Das Erlebens- und Arbeitsspektrum auf einer Intensivpflegestation ist sehr vielfältig. Durch den Umstand, dass unsere IPS eine interdisziplinäre Intensivstation darstellt, sind Patienten vieler unterschiedlicher Fakultäten zur selben Zeit auf derselben Station. Es finden sich sowohl Internistische, als auch Unfall- und Bauchchirurgische, sowie Gynäkologische und Patienten der Hals-Nasen-Ohrenabteilung bei uns ein. Das fachpflegerische Wissen kann sich also nicht auf nur ein spezielles Feld der Medizin / Pflege beim Pflegepersonal fokussieren, es muss vielfältig sein. Wegen der unterschiedlichen Fakultäten hat das Pflegepersonal natürlich auch mit ebenso unterschiedlichen Ärzten aller medizinischen Richtungen zu tun. Nicht nur, dass jeder Arzt individuelle Schwerpunkte der medizinischen und pflegerischen Arbeit verfolgt sehen möchte, die unterschiedlichen Fakultäten möchten auch die unterschiedlichsten Gepflogenheiten der Dokumentation, der Standarteinstellungen verschiedener Geräte, der Flüssigkeitsbilanzierung u.v.m ge-handhabt sehen. Dies verlangt von der Pflegekraft eine komplexe Übersicht über die zu verrichtenden Arbeiten, die von ihr verlangt werden. Zudem kommen natürlich noch die patientenindividuellen pflegerischen Verrichtungen, die es ebenfalls zu erfüllen gilt, dazu. Die Komplexizität der unterschiedlichen Handlungsabläufe, die individuellen Unterschiede der eigentlich standardisierten Handlungen und die Notwendigkeit der korrekten Prioritätensetzung bei allen Anforderungen, verlangen von der Pflegekraft ein hohes Maß an Kompetenz, die im Folgenden näher beschrieben werden soll.
Belegarbeit von Dirk Franke Seite 5
2 Kompetenz und Krankenpflege
Krankenpflege versteht sich heute nicht mehr nur als verlängerter Arm oder Ausführungs- und Assistenzorgan der Ärzte. Dies setzt die Kooperation der im Therapeutenteam gemeinsam arbeitenden Berufsgruppen voraus. „In diesem therapeutischen Team haben die Pflegepersonen allein zeitlich betrachtet den weitaus häufigsten Kontakt zum Patienten und verfügen daher über differenzierte Kenntnisse der jeweiligen Situation des Patienten. Durch ihre täglichen Beobachtungen sind sie eine wesentliche Informationsquelle für die an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen. Daneben erfüllen sie mit der Grundpflege sowie mit der Behandlungspflege originäre, aber aufgrund der hinzukommenden Koordinationsaufgaben darüber hinaus komplementäre Aufgaben im Sinne der effektiven Arbeit des gesamten therapeutischen Teams.“ (Kellnhauser et.al. 2000: 100) Pflege befindet sich auf dem „Weg zur Professionalisierung“ (vgl. Kellnhauser et.al. 2000: 91). Die Pflegewissenschaftlerin Patricia Benner nimmt bei ihrer Beschreibung des Professionalisierungsprozesses die Perspektive der Handlungskompetenz in der Berufspraxis ein. Sie beschreibt insgesamt fünf Stufen des individuellen Qualifizierungsprozesses von Pflegepersonen: Stufe 1: Neuling/Anfänger/Schüler
Berufliche Anfänger haben noch keinerlei Berufserfahrung. Sie sind deswegen auf Regeln angewiesen, um sich in ihrer Arbeitsausführung sicher zu fühlen. Diese Regeln ermöglichen es ihnen, das Richtige im geeigneten Moment zu tun. Sie vermögen ihnen aber nicht zu sagen, was in einer bestimmten Pflegesituation nun oberste Priorität hat bzw. wann z.B. Ausnahmen gemacht werden können. Stufe 2: fortgeschrittener Anfänger
Durch ihre Berufserfahrung haben sie die Fähigkeit erlangt, situationsbedingte wiederkehrende Muster zu erkennen und entsprechend zu handeln. Das Erkennen alleine genügt aber noch nicht. Durch fehlendes selbständiges Prioritäten setzen können, sind sie bei komplexen Situationen noch auf feste Regeln angewiesen. Stufe 3: kompetente Pflegeperson
Kompetente Pflegepersonen besitzen schon mehr Berufserfahrung in komplexen Situationen. Sie können ihr Handeln auf langfristige Ziele und Pläne ausrichten und erkennen, welche Aspekte in einer Situation wichtiger sind als andere. Sie fühlen sich in jeder Situation ihrer Berufsausübung sicher, sind aber dennoch nicht so schnell und flexibel wie erfahrene Pflegepersonen. Stufe 4: erfahrene Pflegepersonen
Arbeit zitieren:
Dirk Franke, 2002, Kompetenzentwicklung von Krankenpflegeschülern auf der Intensivstation - Probleme, Möglichkeiten, Notwendigkeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Ziele und Methoden aktueller Personalentwicklungskonzepte
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Rezension / Literaturbericht, 16 Seiten
Dirk Franke's Text Kompetenzentwicklung von Krankenpflegeschülern auf der Intensivstation - Probleme, Möglichkeiten, Notwendigkeiten ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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