Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung. 3
2. Geschichte der Ostpolitik von 1949 bis 1969. 4
2.1 Die Ostpolitik Adenauers. 4
2.2 Die Ostpolitik Ehrhards und Kiesingers. 5
3. Die Ostverträge. 6
3.1 Der Moskauer Vertrag. 6
3.2 Das Viermächteabkommen 7
3.3 Der Grundlagenvertrag. 7
3.4 Die neuen Elemente der Ostpolitik. 8
4. Innenpolitische Kritik an der Ostpolitik von 1969 bis 1972 9
4.1 Verlauf des innenpolitischen Streits um die Ostpolitik. 9
4.2 Inhalte der Kritik. 12
5. Bilanz. 15
6. Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung und Fragestellung
Die „Westintegration“ unter Adenauer und die „neue Ostpolitik“ unter Willy Brandt beide waren wichtige Wendepunkte in der deutschen Geschichte. Beide legten Grundlagen, die bis heute andauern und beide waren innenpolitisch, wie keine andere außenpolitische Idee, heftigst umstritten.
„Hart und unversöhnlich stehen sich die Meinungen über die neue Ostpolitik einander gegenüber.“, so schriebt Graf Huyn in dem Vorwort zu seinem Buch „Ostpolitik im Kreuzfeuer“. Die Ereignisse z.B. das Misstrauensvotum gegen W. Brandt und die Verfassungsklage gegen die Ostverträge scheinen ihm Recht zu geben. Doch was kritisierte die CDU/CSU an den Ostverträgen? Waren ihre politischen Perspektiven in der Ostpolitik überhaupt wirkliche Alternativen oder war es nur ein Festhalten an Altem, an Gewohntem und der Mangel an Mut Neues zu wagen? Um die Grundlagen und Vorraussetzungen der Ostpolitik und auch der CDU Position von 1969 bis 1972 besser verstehen zu können beschreibe ich im ersten Teil die Ostpolitik von 1949 bis 1969. Danach gebe ich einen kurzen Überblick über die Ostverträge. Weiter versuche ich zu veranschaulichen was die neuen Elemente der Ostpolitik Brandts ausmachen. Anschließend stelle ich die innenpolitischen Ereignisse von 1969 bis 1972 dar, die die Diskussion und den Streit um die Ostpolitik betreffen. Weiter stelle ich die inhaltliche Kritik der CDU/CSU an den Ostverträgen dar. Zum Schluss will ich mich noch der eingangs gestellten Frage nach der Alternative zur Ostpolitik Brandts zuwenden.
2. Ostpolitik vor 1969
2.1 Außenpolitik Adenauers
Als Adenauer 1949 erster Bundeskanzler wurde war das erste Ziel seiner Außenpolitik das Wiedererlangen der staatlichen Souveränität. Allein schon deshalb war seine erste Orientierung der Westen, da nur dieser der Bundesrepublik die volle Souveränität wiedergeben konnte. Wichtige Schritte in Richtung Souveränität waren das Petersberger Abkommen vom 22.11.1949, schon dort erreichte die Regierung Adenauer die erste Unabhängigkeit für die deutsche Außenpolitik. Weitere Schritte in Richtung Souveränität waren der Deutschlandvertrag (26.5.1952), die EVG (Europäische Verteidigungsgemeinschaft) (27.5.1952) und schließlich die Pariser-Verträge
3
(23.10.1954), mit denen die Bundesrepublik nahezu die volle staatliche Souveränität zurückerlangte.
Das Konzept der Westintegration wurde kontinuierlich fortgesetzt, auch um den Preis der Wiedervereinigung im Wege zu stehen. Mit zunehme nder Einbindung der Bundesrepublik in das westliche und der DDR in das östliche System vergrößerte sich die Kluft zwischen den beiden Staaten.
Daher entwarf Adenauer sein Konzept der „Politik der Stärke“. Je länger sich die Frage der Wiedervereinigung allerdings hinzog und je mehr Probleme oder besser gesagt Krisen, für das Ost-West Verhältnis sich daraus ergaben wie z.B. Berlin Ultimatum Chruschows 1958, desto mehr war es auch im Interesse der Westmächte einen Statusquo in Deutschland zu erhalten.
Adena uers „Politik der Stärke“ beruhte auf der Unterstützung durch die Verbündeten, vor allem den USA und deren „roll - back“ Politik. Als 1961 Kennedy neuer Präsident der Vereinigten Staaten wurde und nachdem die Welt während der Kubakrise am Rande eines 3.Weltkrieges gestanden hatte, änderte sich die Politik der beiden Flügelmächte. An die Stelle eines bisher propagierten globalen Engagements durch die USA in der ganzen Welt, trat nun die Konzentration auf die Führungsrolle in der westlichen Welt. Die USA erkannten die Hegemonialstellung der Sowjetunion im sozialistischen Lager an und erkannten somit auch den politischen Status-quo in Europa an. 2.2 Außenpolitik Ehrhards und Kiesingers
Unter Ehrhard und seinem Außenminister G.Schröder kam es zu einer ersten, vorsichtigen Öffnung nach Osten, dort wurden Handelsvertretungen eingerichtet (1963 Warschau, Bukarest, Budapest; 1964 Sofia 1967 Prag). Allerdings war die Regierung nicht zur Aufgabe der Hallstein-Doktrin oder Anerkennung der „Oder-Neiße“ Grenze bereit und somit auch nicht zu einer neuen Politik gegenüber der DDR. Ehrhards wichtigster außenpolitischer Beitrag zur Ostpolitik war seine „Friedensnote“ vom März 1966, in der ein wichtiger Bestandteil der späteren Ostverträge genannt wurde - das Angebot zum Gewaltverzicht an die osteuropäischen Staaten. Ende 1966 kam erstmals die SPD in der großen Koalition mit der CDU an die Regierungsmacht. Das außenpolitische Programm wurde stark vom Koalitionspartner SPD, besonders von der Gruppierung die für eine neue Ostpolitik eintrat, darunter auch der neue Außenminister W. Brandt, mitbestimmt.
4
3. Die Ostverträge
Erst mit dem Regierungsantritt der Sozialliberalenkoalition am 22.Oktober 1969 unter Willy Brandt begann ein von Grund auf neues Verhältnis zwischen der DDR und der Bundesrepublik. Aus der strikten Nicht - Anerkennung der DDR wurde die „zwei Staaten eine deutsche Nation“ These. Aus der „Politik der Stärke“ wurde die Politik des „Wandels durch Annäherung“. Das Ziel war hin zu einem geregelten Miteinander zu kommen ein Vertragswerk zu errichten dessen Aufkündigung für beide Seiten - für die „kapitalistischen“ und die „sozialistischen“ Staaten - von Nachteil wäre. Schon 1970 begannen daher die Verhandlungen um die Ostverträge und führten zu den 5 wichtigen Verträgen: Moskauer Vertrag, Warschauer Vertrag, Vier-Mächte Abkommen, Deutsch-Tschechische Vertrag und Grundlagenvertrag 3.1 Der Moskauer Vertrag: (12.8.1970)
Präambel: Übergeordnetes Ziel des Vertrages ist der Beitrag zum Frieden und zur Sicherheit in Europa und in der Welt. Konkretes Ziel ist die bilaterale Zusammenarbeit zwischen den Vertragspartnern
Artikel 1: Konkretisierung des in der Präambel genannten Ziels. Aufrechterhaltung des internationalen Friedens und Erreichen der Entspannung Artikel 2: Gege nseitiger Gewaltverzicht, Lösung eventueller Streitfragen mit friedlichen Mitteln
Artikel 3: Anerkennung der gegenwärtigen Grenze in Europa, Achtung der territorialen Integrität und Unverletzlichkeit der Oder-Neiße Grenze Der Vertrag behielt sich allerdings eine friedliche Neuregelung der im Vertrag garantierten Grenzen vor. Der erste wichtige Schritt war allerdings durch diesen Vertrag getan und nun stand auch einer neuen Außenpolitik mit den andere Ostblockstaaten nichts mehr im Wege. Im gleichen Jahr no ch wurde mit Polen der Warschauer Vertrag abgeschlossen, der im Grunde ähnlich wie der Moskauer Vertrag ist. Er war eine Ergänzung dazu, in der aber noch mal klar und deutlich gegenüber Polen folgendes zum Ausdruck kam: Die beiden Länder stellten in Artikel I "übereinstimmend" fest, dass die "bestehende Grenzlinie (die Oder-Neiße-Linie) die westliche Staatsgrenze
5
Arbeit zitieren:
Sascha Woditsch, 2004, Ostpolitik der CDU/CSU 1960/70 - Eine politische Alternative zu Willy Brands Ostpolitik?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Die Haltung der Opposition zur Ostpolitik der Regierung Brandt
Die Ostpolitik Willy Brandts -...
Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Referat (Ausarbeitung), 8 Seiten
Die "Neue Ostpolitik" - Ursachen, Ziele, Hindernisse
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Seminararbeit, 18 Seiten
Das Prinzip des exemplarischen Lernens in der Politischen Didaktik
Wie erreicht die Methode der F...
Politik - Didaktik, politische Bildung
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Dialektik der Aufklärung: Kulturindustrie - Aufklärung als Massenbetru...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Helmut Kohls Politik der Wiedervereinigung in den Jahren 1989/90
Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Bachelorarbeit, 41 Seiten
Die CDU in den 80er und 90er Jahren
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Die Verträge von Moskau und Warschau als Ergebnis der "neuen"...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Der wissenschaftliche Anarchismus des Peter Kropotkin
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 12 Seiten
Die CDU - Vom Kanzlerwahlverein zur modernen Partei
Die Modernisierung der CDU in ...
Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Konjunkturen der Totalitarismustheorie - Zwischen politischer Instrume...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 17 Seiten
Die Bewertung der Ostpolitik in Übersichtsdarstellungen
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Seminararbeit, 20 Seiten
Konzeptionelle Grundlagen der Außenpolitik Kohls - Die Regierungserklä...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Das Verhältnis der Türhüter-Parabel zum Erzählkontext in Kafkas Roman ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 12 Seiten
Sascha Woditsch's Text Ostpolitik der CDU/CSU 1960/70 - Eine politische Alternative zu Willy Brands Ostpolitik? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sascha Woditsch hat den Text Ostpolitik der CDU/CSU 1960/70 - Eine politische Alternative zu Willy Brands Ostpolitik? veröffentlicht
Sascha Woditsch hat einen neuen Text hochgeladen
Politische Psychologie und politische Bildung
Gerd Meyer zum 65. Geburtstag
Rolf Frankenberger, Siegfried Frech, Daniela Grimm
Das politische Lied in Politik- und Musikunterricht
Unter besonderer Berücksichtig...
Eva-Maria Schauenberg
politik.wirtschaft.gesellschaft. Politische Willensbildungsprozesse
Ingo Langhans, Stefan Prochnow
The Modern Utopian: Alternative Communities of the '60s and '70s
Richard Fairfield, Timothy Miller, Nick Tosches
0 Kommentare