Inhaltsverzeichnis
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Einleitung 04
1 Darstellung der problemorientierten Pflege
1.1. Einführung
1.1.1 Die problemorientierte Grundhaltung. 05
1.1.2 Die nicht gesehenen Prozesse. 07
1.1.3 Die unreflektierte Beziehung. 09
1.2. Problemorientierte Interaktionen mit den Patienten
1.2.1 Kontaktaufnahme, Gesprächsführung, Wirken. 10
1.2.2 Starre Reglementierungen. 14
1.2.3 Das Überschreiten von Grenzen, rechtliche Aspekte. 15
1.2.4 Gewalt durch das Personal. 16
1.3. Die Rolle der Pflegekraft
1.3.1 Eigenanteile, innere Motive und „der Schatten“ 17
1.3.2 Ausbildung und Kompetenz. 21
1.4. Äußere Faktoren
1.4.1 Organisatorische Probleme. 22
1.4.2 Problemverstärkende Faktoren des Umfeldes. 23
2 Prozessorientierte psychiatrischen Pflege
2.1. Die prozessorientierte Grundhaltung
2.1.1 Grundsätzliche Betrachtungen. 25
2.1.2 Die Klientenzentrierung. 26
2.1.3 Der Auftrag des Patienten. 28
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2.2. Prozessorientierte Begegnungen
2.2.1. Die Kommunikation. 29
2.2.2. Das Empowerment. 30
2.2.3. Das Prinzip der Ähnlichkeit. 31
2.2.4. Umgang mit Konflikten. 33
2.3. Der Prozess der Pflegekraft
2.3.1 Selbstreflektion. 34
2.3.2 Die eigenen Grenzen sehen. 35
2.3.3 Selbstbefähigung, Professionalisierung, Ausbildung. 36
2.3.4 Psychohygiene. 36
2.4. Äußere Faktoren
2.4.1 Prioritäten setzend organisieren. 37
2.4.2 Die Gestaltung des Umfeldes. 38
3. Ein Fazit, Pro und Kontra.
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Literaturverzeichnis 40
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Einleitung
Diese Einleitung zu schreiben bereitet mir in diesen Moment die größte Schwierigkeit, weil ich einfach nicht die richtigen Worte finde, um in mein Thema einzuführen. Sicher, ich könnte ausführen, dass ich über Probleme und Schwierigkeiten schreiben wollte, die ich im Pflege- und Beziehungsprozess bei uns Pflegekräften wahrgenommen habe. Probleme, die auf einer Grundhaltung beruhen, die wir uns teilweise nur sehr schwer bewusst machen können oder wollen. Ich könnte mitteilen, dass ich in meiner Hausarbeit einer problemorientierten und direktiven Pflege eine prozessorientierte und klientenzentrierte entgegenstelle, welche ich für die deutlich bessere halte, weil sie den Patienten und uns zu mehr Selbstbefähigung verhilft.
Aber das beschreibt eben nicht, wie sich dieses Thema für mich anfühlt, was es in mir bewegt und bewirkt hat und wie ich dazu gekommen bin. Denn auch ich habe mich in meinem Prozess verändert, fühle mich befähigter, fühle aber auch klarer meine Grenzen. Es hat sich einiges in mir gewandelt und obwohl ich manchmal nicht wusste wohin die Reise geht, haben diese Veränderungen doch dazu geführt, dass es sich heute anders anfühlt, wenn ich mit einem Patienten in Kontakt geheachtsamer und sanfter, vor allem aber auch berührbarer. Für dieses „Berührbar-Werden“ danke ich vor allem meinen Patienten, denen ich mich heute näher fühle und ähnlicher und von denen ich vieles lernen durfte. Lernen, was es heißt alte Überzeugungen loszulassen und lernen, was es heißt sich wirklich einzulassen. Und so möchte ich meine Einleitung jetzt mit dem Satz beenden, welcher mich auf meinem Weg und bei meinem Prozess oft sehr bewegt hat:
Es liegt nur so lange im Schatten, bis man sich traut einmal hinzuschauen.
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1 Darstellung der problemorientierten Pflege
1.1. Einführung
1.1.1 Die problemorientierte Grundhaltung
Mit einer problemorientierten Grundhaltung innerhalb der psychiatrischen Pflege bezeichne ich eine Pflege, welche sich ausschließlich auf Krankheitssymptome, Defizite, Verhaltensauffälligkeiten (z.B.: Regelverstöße), den pflegerischen Aufwand bei den Aktivitäten des täglichen Lebens und ähnliche Probleme fokussiert und versucht, durch geeignete Maßnahmen gegenzusteuern, um diese Probleme zu beseitigen. Leider ist der dann dazu angewandte Mechanismus fast immer ein suppressiver also unterdrückender, der sich gegen das Problem richtet und es dadurch zu beseitigen sucht. Durch das problem- oder defizit- orientierte Arbeiten, beschränkt sich aber die Wahrnehmung in der Pflege erheblich. Aus dem Wunsch heraus, das Problem schnell zu beseitigen, werden so Faktoren und Ursachen, die das Problem hervorgebracht haben ignoriert, bzw. nicht in Erfahrung gebracht und eine fehlgeschlagene pflegerische Problemlösung wird dann meist noch stärker und intensiver mit erneuter Suppression beantwortet.
Bei einer Grundhaltung, die ich problem- oder auch defizit- orientiert nenne, wähnt sich die Pflegekraft in der Rolle der Wissenden und Führungskompetenten. Wissend
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was die Entstehung eines Problems betrifft und wissend, welche Maßnahmen zu dessen Beseitigung führen und kompetent in der Anleitung und Führung des Patienten. Pflegerische Problemlöse-Strategien bestehen darin, den Patienten stetig mit seinen Problemen und Defiziten zu konfrontieren und von ihm zu erwarten, dass er in ein vorgezeichnetes Muster einwilligen soll: - den Anweisungen und Ratschlägen des Pflegepersonals Folge leisten, um die Probleme abzustellen. Ich bin der Meinung, dass diese Grundhaltung wichtige Wirklichkeitsbereiche des Patienten (-und von uns-) ausklammert und ihn in seiner Autonomie sehr stark einschränkt. Und zwar deswegen, weil er nicht dahingehend motiviert wird, eigene Bewertungen seiner Situation und eigene Erklärungsmodelle und Lösungsvorschläge zu entwickeln. Statt dessen bewerten wir seine Situation. Dieses Bewerten hilft aber keinem Patienten.
Wie der Patient seine Problematik selbst erlebt, ob er überhaupt etwas ändern möchte, oder ob er eigene Lösungsansätze entwickelt, wird aber oft eben nicht in Erfahrung gebracht, weil es auch nicht erwünscht ist. Diese Art der Begegnung geschieht nicht auf gleicher Augenhöhe, denn wir können den Patienten aus dieser Grundhaltung heraus nicht als kompetenten Partner wahrnehmen. Wir halten ihn so in Abhängigkeit und verfehlen damit (im Bereich der Pflege) das Ziel einer jeden Therapie: den Patienten von der Therapie unabhängig zu machen.
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1.1.2 Die nicht gesehenen Prozesse
Ein Prozess ist ja ein Geschehen, was sich entwickelt, verändert, keinen fest umrissenen Anfang und kein Ende hat. Bei einer problemorientierten Grundhaltung wird der Fokus auf das Problem und auch überwiegend nur auf den Moment gelegt. Entweder ist der Alkoholiker motiviert oder nicht, nach dem Prinzip Schalter ein, Schalter aus. Aber auch Motivation, um beim Beispiel zu bleiben, ist ein Prozess. Mit der eingeschränkten Sichtweise der Problemorientierung klammert man die verschiedensten Prozesse aus. Zum einen übersieht man Coping Strategien, deren sich der Patient bedient, welche ihm im Moment Probleme und Konflikte bereiten, welche er aber auch nicht einfach aufgeben kann. Und so kommt es, dass bestimmte Verhaltensweisen mit fehlender Motivation, einem schwachen Willen oder fehlender Krankheitseinsicht erklärt werden, welche eigentlich Abwehrmechanismen wie Isolieren, Verdrängen, Rationalisieren, Projektionen usw. sind (Coping n. Heim). Hier wird wiederum nur auf das Problem bzw. Symptom geschaut und erwartet, dass der Patient sein Verhalten einfach ändert. Dabei wäre es wichtig, eine Coping Strategie erst einmal als solche zu erkennen und dann vorurteilsfrei anzuschauen. Denn um eine Coping Strategie zu ändern, sie von einer nicht hilfreichen in eine hilfreiche zu verwandeln, braucht jeder Mensch wirkliche Bewältigungsalternativen, die sich nur aus einer individuellen Selbstbefähigung heraus entwickeln können. Und dafür braucht es Zeit, Wertschätzung, empathische Begleitung und eine tragfähige Beziehung.
Als eine weiteres Argument gegen die Problemorientierung, möchte ich einwerfen, dass man, wenn man nur auf das Problem als solches schaut, die Differenziertheit einer Situation bezüglich ihrer Bedeutung leichter übersieht. Im Umgang mit Individuen können wir nicht jedes Verhalten normativ mit einer Schablone überziehen und bewerten. Der persönliche Lebensprozess eines jeden Patienten fordert, dass ich sein ganz individuelles Verhalten auch in einem ganz individuellen Licht betrachte. Das hieße, es mit seiner Eigenheit, Biographie, dem bisherigen Krankheitsverlauf etc. in einen Kontext zu setzen. Und so kann das gleiche Verhalten zweier Patienten individuell betrachtet, für den einen auch kein Problem, sondern vielleicht sogar ein großer Fortschritt sein:
Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, wird aus einer problemorientierten, vereinfachenden und direktiven Sichtweise heraus leider ebenfalls oft übersehen, nämlich krankheitsspezifische Prozesse und Erscheinungen, die einen differenzierten Umgang fordern und nicht vereinheitlicht werden können.
Wenn wir nur auf das Problem, die Symptome und die Diagnose schauen, übersehen wir häufig auch die Ganzheitlichkeit des Menschen, dass nämlich jeder Mensch in seinem Lebensprozess nicht nur Defizite und „kranke“ Anteile, sondern auch immer
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Arbeit zitieren:
Marco Helmert, 2005, Prozessorientierte psychiatrische Pflege, München, GRIN Verlag GmbH
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