- 2 -
Gliederung
1 Einführung
1.1 Die Ergebnisse der PISA-Studie - Finnland - Deutschland
2 Qualitätatsstandard der LehrerInnenbildung
2.1 Begriffliche Klarstellung
2.2 Schule als Lernende Organisation
3 LehrerInnenbildung
3.1 Finnland
3.1.1 Studienvoraussetzungen
3.1.2 Arten der LehrerInnenbildung
3.1.3 Institutionen der LehrerInnenbildung
3.1.4 Ausbildungsdauer
3.1.5 Abschlüsse
3.2. Deutschland
3.2.1. Studienvoraussetzungen
3.2.2 Arten der LehrerInnenbildung
3.2.3 Institutionen der LehrerInnenbildung
3.2.4 Ausbildungsdauer
3.2.5 Abschlüsse
4 Unterschiede im Vergleich
4.1 Ausbildung
4.2 Soziale Absicherung
4.3 Sozialer Status
5 Bewertung
5.1 Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung
6 Literaturliste
- 3 - 1 Einführung 1.1 Die Ergebnisse der PISA-Studie Finnland - Deutschland
PISA steht für "Programme for International Student Assessment" und ist ein Programm, welches eine internationale Studie über die grundlegenden Lernkompetenzen von 15-jährigen erfasst. Diese Erfassung findet periodisch in einem Dreijahreszyklus statt. In jedem dieser Zyklen wird der Schwerpunkt auf einen Hauptbereich gelegt. Dieser war im Jahr 2000 die Lesekompetenz, im Jahr 2003 die mathematische Grundbildung und die naturwissenschaftliche Grundbildung wird den Schwerpunkt 2006 darstellen. Durchgeführt wird PISA von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (O-ECD) und sowohl gemeinschaftlich von allen Mitgliedsstaaten getragen, als auch verantwortet.
Im Jahr 2000 nahmen ca.180.000 SchülerInnen aus 32 Staaten an der ersten PISA-Untersuchung weltweit teil. Als "Sieger" ging Finnland hervor, dessen
1 liegen, wohingegen sich Leistungen "signifikant über dem OECD-Mittelwert" die Leistungen deutscher Schüler bedeutend unter diesem Mittelwert befi nden. Dieser Ergebnisse führten natürlich zu heftigen Diskussionen im deutschen Bildungswesen. Eine der wichtigsten Fragen hierbei war: "Was machen die Länder anders, die bei der internationalen Pisa-Studie bessere Ergebnisse 2 erzielt haben als Deutschland?"
Dazu gibt es verschieden Thesen. Eine dieser, die wir an dieser Stelle nur kurz anreißen möchten, ist die Idee der Integration von Bildungswegen, in denen das Lernen im Vordergrund steht, wie es an finnischen, schwedischen oder kanadischen Gesamtschulen der Fall ist. Man ist der Auffassung, dass Deutschland bessere Ergebnisse hätte erzielen k önnen, wenn die Schüler nicht nach ihrem sozialen Stand auf die verschieden Schularten verteilt wür-
1 http://www.crue.upm.es/eurec/
2 ebed.
- 4 - den,sondern nach ihrem Leistungsniveau. Überhaupt wird das dreigliedrige Schulsystem als einziger deutscher Bildungsweg als äußerst nachteilig b e-trachtet. A uch als ein Grund für die einerseits herausragenden Ergebnisse Finnlands und die andererseits schlechten Deutschlands wird die LehrerI n-nenausbildung benannt. Diesen Aspekt möchten wir im Folgenden beleuch-ten, diskutieren, zwischen diesen beiden Ländern vergleichen und daraus mögliche Schlussfolgerungen ziehen.(vgl. http://www.crue.upm.es/eurec/)
Anzumerken ist an dieser Stelle noch, dass wir in unserer Ausarbeitung auf die von den europäischen BildungsministerInnen verabschiedeten Ziele der Bologna-Erklärung von 1999 nicht weiter eingehen werden.(vgl. http://www.crue.upm.es/eurec/) Zielsetzung dieser Erklärung ist die Einführung einer einheitlichen europäischen Hochschulbildungspolitik. Die dort vereinbarten Qualitätsmerkmale beziehen sich im Wesentlichen auf die Einführung
• vergleichbarer Diplome
• des Credit-Systems ECTS (European Credit Transfer System)
• eines 2-zyklischen Hochschulbildungssytems
• einer gemeinsamen Qualitätssicherung im Bezug auf vergleichbare Kriterien und Methodologien
• eine Zusammenarbeit zwischen Institutionen der Hochschulbildung und StudentInnen sowie
• der Förderung der Attraktivität des europäischen Hochschulbildungsraums (vgl. Burow/Schmieling-Burow: Art Coaching. S.4) Wir möchten im Folgenden jedoch unser Augenmerk auf die Qualitätsstandards und -sicherung bezüglich der zu bildenden LehrerInnenpersönlichkeit fokussieren und damit auf den (zu)künftigen Erfolg von Bildung in der Gesel l- schaft.
- 5 - 2 Qualitätsstandards der LehrerInnenbildung
2.1 Begriffliche Klarstellung
Das Wort Qualität stammt ursprünglich aus dem lateinischen „qualis“ und bedeutet „wie etwas beschaffen ist“.
In den 30er Jahren bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde Qual ität produktbezogen definiert. Hieraus entwickelten sich bis heute verschiedene Ansätze, die jedoch ein gemeinsames Merkmal beinhalten: Qualität ist nicht als absolute Größe zu sehen sondern variabel, sie ist nur mit Hilfe von individuell unterschiedlichen Kriterien und Anforderungen beschreibbar. Nach dem produktbezogenen Ansatz entwickelte sich in den 80ern des 20. Jahrhunderts der prozessbezogene, später der kundenbezogene und in jüngster Zeit der wertbezogene Ansatz (vgl. Ott/Scheid: 2002).
Obwohl der Qualitätsbegriff seine Wurzeln in der Güterproduktion hat, werden im Bildungsbereich primär immaterielle Güter in Form von Kompetenzerweiterung erstellt. Die wesentlichen Kennzeichen der Bildungsdienstleistungen sind in folgender Abbildung tabellarisch zusammengestellt.
Abb.1.1: Kennzeichen von Bildung als Dienstleistung in : Bernd Ott/Thomas Scheib (2002) Qualitäts - und Projektmana-
gement in der beruflichen Bildung. Berlin: Cornelsen
- 6 - Betrachtetman AusBildung als Qualitätsprodukt, so lassen sich die Anforde-rungen an dieses Produkt in drei Bereiche gliedern.
• Die Ergebnisqualität
Sie zeigt sich im erreichten Abschluss bzw. der Prüfungsnote (vgl. Alt, Christel: 2000)
• Die Prozessqualität
Sie wird auch als „pädagogische Qualität“ bezeichnet. Wichtig sind hier vor allem die Motivation der SchülerInnen bzw. TeilnehmerInnen, deren Gruppenverhalten und die eingesetzten Medien und Methoden. Messbar ist sie in den erzielten Lernfortschritten.
• Die Potentialqualität
Sie bezieht sich auf räumliche, technische und organisatorische Rahmenbedingungen der gesamten Bildungseinrichtung. Sie schließt auch die Qualifikationen der Lehrenden mit ein.
Ergebnis-, Prozess- und Potentialqualität bedingen sich gegenseitig, werden jedoch nach individuell verschiedenen Grundbedürfnissen unterschiedlich bewertet. 2.2. Schule als Lernende Organisation
Laut PISA-Bericht (vgl. Klemm, Klaus: 2001) wurden in Deutschland lediglich rund ein Zehntel der jungen Leute, die beim Leseverständnis die unterste Kompetenzstufe nicht erreichten, von Ihren LehrerInnen als „leseschwach“ erkannt. Daraus folgt, dass eine adäquate Förderung spezifischer Teilleistungsschwächen der Lernenden dort massiv behindert wird, wo Lehrkräfte durch mangel nde Schulung selbst unfähig sind, diese zu erkennen. Betrachtet man jedoch die immense Bedeutung, die der Lesefähigkeit in unserer Gesellschaft zu einen und der fächerübergreifenden Lernfähigkeit zu anderen zukommt, wird eines klar:
- 7 - Umdas Leistungsvermögen der heranwachsenden jungen Menschen in der Gesellschaft zu verbessern, kommt der diagnostischen Kompetenz der Lehren-den, gerade in der schulischen Aus- und Weiterbildung, eine Schlüsselqualifika-tion zu.
Weitere Schlüsselqualifikationen rangieren laut Senge (1996) im Tagesgeschäft noch vor der fachlichen Qualifikation. Diese Fähigkeiten stehen mittlerweile auch in der Wirtschaft als so genannte „Soft Skills“ hoch im Kurs. Es handelt sich hierbei um die Arbeit an mentalen Modellen, die Entwicklung gemeinsamer Ideen und Visionen, das Lernen in Teams und systemhaftes Denken. Gehlert und Pohlmann (2001) sehen dies ähnlich. Sie verlangen von guten Berufspädagogen die folgenden Kompetenzen:
• Humankompetenz
• Fachkompetenz
• Didaktische Kompetenz und
• Innovationskompetenz
Versteht sich Schule also wie in Finnland oder Schweden auch als „Lernende Organisation“ (vgl. Senge, Peter: 1996) hat dies deutliche Auswirkungen auf die LehrerInnenpersönlichkeit.
Dies wiederum bedeutet, dass man Qualität als Kompetenzerweiterung sowohl auf Seiten des Lehrenden als auch des Lernenden verstehen kann.
Arbeit zitieren:
Marie Louis Freyberg, Barbara Schwalm, 2003, Post PISA: LehrerInnenbildung im Ausland am Beispiel von Finnland - ein Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Finnland - der PISA-Sieger, Deutschland nur im Mittelmaß. Ist dies (au...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit, 25 Seiten
Lehrerbildung in den USA, Japan und Finnland
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Hausarbeit (Hauptseminar), 13 Seiten
Fragebogen zur Erfassung des Klimas an einer Schule
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Psychische Belastung im Lehrerberuf und Burnout
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Hausarbeit, 18 Seiten
Ein Vergleich der bei Polybios als erster und zweiter römisch-karthagi...
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Alltag und Leben französischer Frauen im Spätmittelalter. Versuch eine...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Bordelle - Frauenhaus und Prostitution im späten Mittelalter und in de...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Dyskalkulie - Ursachen, Bedingungen, Erscheinungsformen und Diagnose d...
Mathematik - Mathematik als Schulfach
Hausarbeit, 25 Seiten
Bildung und Körper in der NS Pädagogik
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Belastungen im Lehrerberuf und Aspekte der Bewältigung
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Examensarbeit, 79 Seiten
Unterrichtsklima - Definition, Strukturen und Einflüsse auf das Unterr...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Studienarbeit, 41 Seiten
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge: Post PISA: LehrerInnenbildung im Ausland am Beispiel von Finnland - ein Vergleich ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Marie Louis Freyberg hat den Text Post PISA: LehrerInnenbildung im Ausland am Beispiel von Finnland - ein Vergleich veröffentlicht
Marie Louis Freyberg hat einen neuen Text hochgeladen
Europäischer Referenzrahmen: A1 - B1 in thematischen Feldern. Französi...
Lextra - Grund- und Aufbauwort...
Erwin Tschirner, Cécile Hoene
PISA zufolge PISA /PISA recording to PISA
Hält PISA, was es verspricht? ...
Stefan T. Hopmann, Gertrude Brinek, Martin Retzl
Was sollen unsere Kinder lernen?
Zur bildungspolitischen Diskus...
Annegret Eickhorst, Michael Hirschfeld, Joachim Kuropka, Hans Lösener, Norbert Pütz, Sandra Thom, Hermann von Laer
A Generous Orthodoxy: Why I Am a Missional, Evangelical, Post/Protesta...
Brian D. McLaren, Phyllis Tickle, John R. Franke
0 Kommentare