Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 2
1 Einleitung 3
2 Übersetzungsvergleich 3
2.1 Der Übersetzungsvergleich 3
2.2 Vergleich der Übersetzungen. 4
2.3 Verschiedene Übersetzungen von Jesaja 62,1-12 5
2.4 Übersetzungsvergleich von Jesaja 62,1-12 8
3 Literarkritik 11
3.1 Die Literarkritik 11
3.2 Literarkritik von Jesaja 62, 1-12 11
3.2.1 Einordnung in den Kontext des Buches Jesaja. 11
3.2.1 Literarkritik des Kapitels 62 13
4 Gattungskritik. 16
4.1 Die Gattungskritik. 16
4.2 Gattungskritik von Jesaja 62,1-12. 16
5 Traditionskritik. 18
5.1 Die Traditionskritik. 18
5.2 Traditionskritik von Jesaja 62,1-12. 18
6 Fazit. 20
7 Literaturverzeichnis 22
2
1 Einleitung
Propheten sind Sprecher Gottes, die seine Botschaft an die Menschen verkünden. Sie ermahnen, warnen oder ermutigen das Volk als Sprachrohr Jahwes und äußern sich häufig auch sozialkritisch. Ein solcher Prophet war auch Jesaja, der, wie auch später seine Schüler, den Völkern das Gericht, aber auch das Heil ankündigte. Auch das Kapitel Jesaja 62, das im Folgenden behandelt werden soll, fällt unter die Kategorie der prophetischen Schriften im Alten Testament. Wie alle Texte der Bibel weist auch diese Stelle inhaltliche, sprachliche und semantische Besonderheiten auf, die beim bloßen Lesen nicht sofort einleuchtend sind. Um dem Text, seinen Auffälligkeiten und seiner Botschaft näher zu kommen, werden in diesen Ausführungen einige Methodenschritte der historisch-kritischen Exegese auf die Passage Jes 62,1-12 angewandt. Die Exegese soll helfen, eine Brücke zwischen dem Leser und dem Text aufzubauen dem Rezipienten den Umgang mit der Lektüre erleichtern.
Zunächst werden in dieser Arbeit verschiedene Übersetzungen der Textstelle mitein-ander verglichen um dem hebräischen Original möglichst nahe zu kommen. Anschließend werden in der Literarkritik Spannungen oder Widersprüche aufgedeckt, bevor die Gattungskritik Aufschluss über die formalen Besonderheiten von Jesaja 62 geben wird. Mit der Untersuchung der Metaphorik des Textes in der Traditionskritik schließt die Arbeit ab.
2 Übersetzungsvergleich
2.1 Der Übersetzungsvergleich
Der Ausgangspunkt jeder Bibelarbeit ist der hebräische oder griechische Originaltext, der viele sprachliche und stilistische Eigenheiten beinhaltet. Die dem Exegeten vorliegenden, muttersprachlichen Übersetzungen sind stets bereits Auslegungen der Übersetzer und müssen immer als Interpretation derselben betrachtet werden. Um möglichst genau auf den Urtext schließen zu können, ist es notwendig verschiedene Bibelübersetzungen miteinander zu vergleichen. Bei einem solchen Übersetzungsvergleich soll im Besonderen darauf geachtet werden, welche zentralen Begriffe in den einzelnen Versionen voneinander abweichen, ob es inhaltliche Differenzen gibt, ob Handlungen
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oder Personen unterschiedlich dargestellt werden und ob an bestimmten Stellen unterschiedliche Verben auftauchen. 1
Im Folgenden werden nun die Übersetzungen der Luther- und der Elberfelder Bibel und die Einheitsübersetzung miteinander verglichen und deren Besonderheiten benannt. Anschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse auf das Kapitel 62 des Buches Jesaja angewandt.
2.2 Vergleich der Übersetzungen
Die Einheitsübersetzung trägt diesen Namen, da sie die Übersetzung der Heiligen Schrift ist, die den offiziellen Text darstellt, der in allen Diözesen benutzt wird. Sie kommt vor allem im Gottesdienst, in den Schulen oder privat zum Einsatz. 2 Dieser praktische Gebrauch setzt voraus, dass der Text keine veralteten Begriffe enthält, sondern sich am gehobenen Deutsch orientiert. 3 Einige Übersetzungen enthalten in Klammern oder Fußnoten angegebene, zusätzliche Informationen, die das Verständnis erleichtern oder über die Entstehung der Texte Aufschluss geben. 4 Durch die einfache Sprache bietet die Einheitsübersetzung einen besseren Zugang zum Text, so dass er auch für Laien gut verständlich ist. Das Ziel dieser Übersetzung ist es, durch gutes Deutsch in der Praxis gebräuchlich zu sein, aber auch nicht zu sehr vom Urtext abzuweichen. Die Sprache hat einen höheren Stellenwert als die wörtliche Wiedergabe, doch eine hohe Genauigkeit ist ebenfalls sehr wichtig. 5 Die Lutherbibel von 1984 ist eine im hohen Maße wörtlich wiedergegebene Fassung des Urtextes. An manchen Stellen hat Luther den Sinn jedoch auch frei nach seinem Ermessen formuliert. Diese Bibel verfügt über einen sehr gehobenen, zum Teil auch altertümlich erscheinenden Stil. Luther hat bei seiner Bearbeitung die biblischen Grundbegriffe einerseits übernommen, andererseits hat er einige, die Reformation prägende Begriffe, vielfach für die ursprünglichen Worte benutzt, um diese zu verbreiten. Der Text ist nicht sehr leicht zugänglich und wird neben der Nutzung in evangelischen Gottesdiensten hauptsächlich von historisch und stilistisch gebildeten Menschen gelesen. 6
Auch die Elberfelder Bibel ist eine sehr wörtliche Übersetzung des hebräischen Textes. 7
1 vgl. Meurer, Thomas, Einführung in die Methoden alttestamentlicher Exegese, Münster, 1999, S.10f
2 vgl. Kassülke, Rudolf, Eine Bibel - viele Übersetzungen. Ein Überblick mit Hilfen zur Beurteilung,
Wuppertal, 1998, S.56
3 ebd., S.55
4 ebd., S.56
5 vgl. Dohmen, Christoph, Vom Umgang mit dem Alten Testament, Stuttgart, 1995, S.26
6 vgl. Kassülke, Eine Bibel - viele Übersetzungen, S.86ff
7 ebd., S.61
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Da ihr der Grundgedanke der Verbalinspiration zugrunde liegt, gibt sie den Urtext möglichst genau wieder und kann somit als eine der zuverlässigsten Übersetzungen angesehen werden. Der Treue zum hebräischen Wort wird in der Elberfelder Übersetzung mehr Beachtung geschenkt als der sprachlichen Eleganz obwohl die Übersetzer sich um verständliches Deutsch bemühen und deshalb häufig schwere Satzkonstruktionen beseitigen. 8
2.3 Verschiedene Übersetzungen von Jesaja 62,1-12 9
8 vgl. Dohmen, Vom Umgang mit dem Alten Testament, S.27
9 Anmerkung: Die fettgedruckten Markierungen zeigen die von mir als Unterschiede angesehenen Passa-
gen an.
5
Arbeit zitieren:
Melanie Kloke, 2005, Historisch-Kritische Exegese zu Jesaja 62,1-12, München, GRIN Verlag GmbH
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