Universität Wien
Frauenstudien
Seminararbeit
Töchter Ägyptens
Die Geschichte der Frauen am Nil
eingereicht von:
Elisabeth Bergmann
SoSe 2003
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort ... 1
2. Einleitung ... 2
3. Die Frau im Alten Ägypten ... 2
3.1. Die Göttinnen Ägyptens ... 3
3.1.1 Die Göttin Isis – das Vorbild aller ägyptischen Frauen ... 4
3.2. Öffentliche Rechte und Pflichten von Frauen ... 5
3.3. Liebe und Ehe im Alten Ägypten ... 6
3.3.1 Ehe zwischen Verwandten ... 7
3.3.2 Polygamie ... 8
3.3.3 Scheidung ... 9
3.4. Die ägyptische Familie ... 9
3.4.1 „Die Herrin des Hauses“ (nebet per) ... 10
3.5 Die Ausbildung von Frauen ... 11
3.6 Die Frau im Berufsalltag ... 11
3.7 Frauen im Priesteramt ... 13
3.8 Die Rolle der Frau beim Totenkult ... 14
4. Einfluss der griechischen und römischen Kultur ... 15
4.1 Die „neue“ Ägypterin ... 15
4.1.1. Rechte in der Ehe ... 15
4.2. Der Isiskult ... 16
4.3. Der Einfluss des Christentums in Ägypten ... 16
5. Die Kopten in Ägypten ... 17
6. Der Einfluss der Araber in Ägypten ... 18
6.1 Der Islam – die neue Religion Ägyptens und ihre Auswirkungen ... 19
6.2 Zahlreiche Einschränkungen ... 20
6.3 Die Frauen von Kairo ... 21
6.4 Die Rechte der Frau in der Ehe ... 22
6.5 Der Harem ... 23
7. Frauen auf dem Land ... 24
8. Die Sklavinnen ... 26
9. Ägyptische Frauenbewegung ... 27
9.1 Die Anfänge der ägyptischen Frauenbewegung ... 27
9.2. Die Frauenbewegung als nationalistische Bewegung ... 28
9.3. Forderung nach politischer Gleichstellung ... 29
9.4 Der Schleier – Symbol für die Unterdrückung der Frauen? ... 30
9.5 Neue Gesetze zum Schutz der Frauen ... 30
9.6 Der Zerfall der Frauenbewegung ... 31
9.7 Jehan Sadat ... 31
10. Die aktuelle Situation ... 32
10.1 Die Bildung von Frauen ... 34
10.2. Die Beschäftigungssituation von Frauen ... 34
10.3 Die Beschneidung von Frauen ... 36
10.4. Die Rückkehr des Schleiers ... 37
10.5 Die Situation in der Familie ... 38
11. Literaturverzeichnis ... 40
12. Abbildungsverzeichnis ... 42
1. Vorwort
Geschichte hat mich immer schon sehr interessiert. Vor allem die Geschichte des Alten Ägypten mit seinen Dynastien, Pharaonen, Pyramiden, Tempeln und Hieroglyphen fasziniert mich. Eher durch Zufall bin ich vorletztes Jahr an ein Buch geraten, in dem die außergewöhnliche Gleichberechtigung der Frau in Ägypten zur Zeit der Pharaonen behandelt wurde. Ich war zutiefst erstaunt über die Freiheiten, die die Ägypterin so vollständig von anderen Frauen dieser Epoche unterschied. Allerdings musste ich, als ich mich weiter in dieses Thema vertiefte, feststellen, dass angesichts der heutigen Situation der Frauen in Ägypten, kaum noch etwas von diesen Freiheiten übrig ist. Das einst strahlende und bewunderte Lichtwesen ist hinter einem Schleier verschwunden und auch aus dem Bewusstsein der meisten Menschen entwichen. Ein wichtiger Bestandteil der pharaonischen Kultur, die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist verschwunden.
In dieser Arbeit wollte ich nun die Entwicklung aufzeigen, die die ägyptischen Frauen im Laufe der verschiedenen Epochen durchliefen. Ein besonderes Augenmerk lege ich auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft und auf das Ansehen, das sie genießt. Gerade dieses ist im Laufe der Zeit einer starken Veränderung unterworfen. Außerdem möchte ich ebenfalls zeigen, dass ihr Ansehen auch sehr stark von den religiösen Vorstellungen geprägt ist, doch dass aber nicht alleine die islamische Religion für die Abwertung des Ansehens der Frau verantwortlich ist, sondern vor allem jene, die die islamischen Lehren interpretieren.
Ein weiterer Aspekt, den ich behandeln möchte sind die Rechte der Frau in der Öffentlichkeit, ebenso wie die innerhalb der Familie, genauso wie die Bildungs- und auch die Arbeitssituation der Frauen. Allerdings konnte ich, aufgrund der begrenzten Länge dieser Fachbereichsarbeit, nicht sämtliche Aspekte dieser Entwicklung so detailliert behandeln, wie ich es gerne gemacht hätte. Für mich war es wichtiger, eine breite Zeitspanne abzudecken, auch wenn ich die Lebensumstände der Frauen teilweise nur in Umrissen skizzieren konnte.
Genauso war es mir leider nicht möglich einige herausragende Frauen zu behandeln, die die Geschicke Ägyptens lenkten, obwohl es in der Zeit der Pharaonen auch Frauen auf dem Thron gegeben hat.
2. Einleitung
Wie die jedes anderen Volkes, beginnt auch die Geschichte der Ägypter mit der Urgeschichte. Die ägyptische Urgeschichte wird von ca. 5000 bis 3000 vor Chr. angesetzt.1
Das große Problem, das sich stellt, wenn man versucht Aussagen über jene Zeit zu machen, ist, dass die Urgeschichtsforschung in Ägypten fast vollständig fehlt. Dennoch nimmt man an, dass es schon in den Jahrtausenden vor der Errichtung des Königtums eine große Zivilisation in diesem fruchtbaren Land gab. So wurde in der westlichen Wüste eine Höhle gefunden, die geschmückt ist mit gemalten Alltagsszenen. Das Alter dieser Malereien wird auf unglaubliche 20000 Jahre geschätzt. So sollen die Wurzeln der ägyptischen Hochkultur in einer matriarchalen Kultur liegen, bei der wenig Wert auf politische Macht, auf die Anhäufung von Besitz oder auf technischen Fortschritt gelegt wurde. Vor allem aus der Zeit von 6100 bis 3800 v. Chr. wurde eine große Anzahl von weiblichen Statuetten gefunden. Von viele Ägyptologen wurden diese als ‚Tänzerinnen’, ‚Konkubinen’ oder ‚Puppen’ bezeichnet. Doch diese Statuetten stellten die Große Göttin dar, die die Wiedergeburt symbolisierte.2 Diese Große Göttin wurde im Laufe der Geschichte dann zur Göttin Neith, die alle männlichen und weiblichen Eigenschaften in sich vereinigte und am Anfang der Schöpfung stand.3
Allerdings gehen sämtliche Hoch- und Schriftkulturen nach unserem jetzigen Wissensstand auf matriarchale Kulturen zurück. Nun stellt sich die Frage warum es den Ägypterinnen, im Gegensatz zu Frauen in anderen Hochkulturen zu dieser Zeit gelang, ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Erstens ist zu nennen, dass sich Ägypten schon sehr früh von der Außenwelt abkapselte und weitgehend von äußeren Einflüssen durch Wanderungsbewegungen verschont blieb. So konnte sich in Ägypten, beeinflusst durch die besondere gesellschaftliche Stellung, die Frauen in Afrika traditionsgemäß hatten, ein Ausgleich zwischen Patriarchat und Matrizentrismus bilden, der auch nach der Öffnung, die später wieder erfolgte, bestehen blieb.4
Zweitens war in Ägypten die weibliche Abstammungslinie immer schon mindestens genauso wichtig wie die männliche.5
3. Die Frau im Alten Ägypten
Ungefähr um 3000 vor Christus begann die vorchristliche Blütezeit Ägyptens mit dem Beginn der ersten Dynastie. Durchbrochen wurde die Linie der Dynastien von mehreren Zwischenzeiten sowie Fremdherrschaften, doch endete diese Epoche schließlich mit dem Tode Kleopatras, der letzten Ptolemäerin, die den ägyptischen Thron innehatte, 30 v. Chr.6
[...]
1 WOLF: Was war vor den Pharaonen, S. 5
2 WOLF: Was war vor den Pharaonen, S. 52-54
3 WOLF: Was war vor den Pharaonen, S. 61
4 WESTPHAL: Die Töchter der Kleopatra, S. 50-51
5 TYLDESLEY: Töchter der Isis, S. 51
6 SCHNEIDER: Lexikon der Pharaonen, S. 313-323
Quote paper:
Mag Elisabeth Bergmann, 2003, Töchter Ägyptens - Die Geschichte der Frauen am Nil, Munich, GRIN Publishing GmbH
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