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Zwischen 1900 und 1924 fanden 8 mal Olympische Spiele statt. Davon 7 mal Sommer- und 1 mal Winterspiele. Es gab viele Probleme, Kontroversen und Zwischenfälle, weshalb die Olympische Bewegung schon kurz vor dem Aus stand. Coubertin hielt jedoch an seiner Idee fest und so überdauerten die Olympischen Spiele auch diese schweren Anfangsjahre. Coubertin hatte dabei mit vielen Problemen und Kritikern zu kämpfen. Er opferte für diese Spiele und die Olympische Idee fast sein gesamtes Vermögen um sie am Leben zu erhalten. Die Olympischen Spiele haben sich in den 24 Jahren grundlegend verändert. Für, aber auch gegen den Willen von Coubertin. Zahlreiche Sportarten wurden in das Olympische Programm aufgenommen, der Frauensport hielt Einzug und die Zahl der Teilnehmenden Länder und Athleten stieg stetig an.
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Spiele der II. Olympiade
20.05.-28.10.1900 Teilnehmer: 1227 Länder: 26 Wettbewerbe: 95 in 20 Sportarten
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Nach der erfolgreichen Wiederaufnahme der Olympischen Spiele 4 Jahre zuvor in Athen wurden Stimmen laut, Griechenland als permanenten Austragungsort festzulegen. Coubertin jedoch war gegen diese Regelung und so kam man zu dem Kompromiss, die Spiele zirkulierend alle zwei Jahre im Wechsel zwischen Athen und einer anderen Stadt der Welt durchzuführen. So kam es, dass die Olympischen Spiele 1900 an seine Heimatstadt Paris vergeben wurden. Aus Budget-Gründen wollte Coubertin die Spiele an die Exposition Universelle International, die Weltausstellung angliedern, die im selben Zeitraum in Paris stattfinden sollte. Zum Generaldirektor der „nationalen und internationalen Wettbewerbe der Leibesübungen und des Sports“ wurde Daniel Mérillon berufen, der seit 1887 Präsident des französischen Schützenbunds, der „Société de Tir“, war. Das Organisationskomitee der Weltausstellung, sowie die französische Regierung bootete Coubertin aus und führte in eigener Regie sportliche Wettbewerbe im Rahmen der Weltausstellung durch, so dass bis heute nicht ganz klar ist, welche Wettbewerbe „olympisch“ waren und welche der Weltausstellung angehörten. Viele Athleten wussten Jahre später noch nicht, dass sie an Olympischen Spielen teilgenommen hatten und glaubten ihre Wettbewerbe hätten zur Weltausstellung gehört. 9HUODXI
Die Spiele der II. Olympiade begannen am 20.Mai mit den ersten Entscheidungen im Segeln und endeten erst 5 Monate später mit dem Rugby Finalspiel zwischen Frankreich und Deutschland. Es gab noch keine offizielle Eröffnungs- und Schlussfeier. Im Vergleich zu den Olympischen Spielen 4 Jahre zuvor in Athen hatte sich die Zahl der Sportarten auf etwa 20 mehr als verdoppelt. Neu waren z.B. Motorbootrennen, Ballonwettfahren, Unterwasserschwimmen, Fechten, Fußball und Rudern. Erstmals nahmen auch einige wenige Frauen teil, jedoch nur im Tennis und Golf.
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Beide Sportarten waren jedoch um 1900 nicht als „olympisch“ klassifiziert. Coubertin war Zeit seines Lebens gegen die Teilnahme von Frauen an Olympischen Spielen, konnte die Entwicklung der steigenden Anzahl teilnehmender Frauen jedoch nicht aufhalten. Die Athleten reisten nicht als Mannschaften der Länder zu den Spielen, sondern kamen einzeln zu den jeweiligen Wettbewerben an denen sie teilnehmen wollten. Frankreich war das erfolgreichste Land, dass mit ca. 880 Männern und 4 Frauen auch die meisten Athleten stellte. Bis heute existieren keine korrekten Zahlen, weil das IOC keine wirkliche Kontrolle über die Spiele hatte. Da es kein Hauptstadion zur Durchführung der Wettbewerbe gab, wurden die vorhandenen Anlagen in Paris genutzt. Diese waren jedoch nicht in solch einem schlechten Zustand wie oft zu lesen ist. Diese Informationen sind auf Coubertins Unmut über die Durchführung eigenständiger Wettbewerbe im Rahmen der Weltausstellung, sowie die mangelnde Beachtung die „seinen“ Olympischen Spielen zukam, zurückzuführen. 1 Sie sind jedoch nachweislich übertrieben bzw. nicht korrekt und beruhen auf Informationen aus Coubertins Olympischen Erinnerungen. Coubertins Memoiren sind lange Zeit aus Mangel an weiterer Literatur als Standardwerk für Olympische Spiele genutzt worden. Dieses Werk ist jedoch ermöglicht jedoch keinesfalls einen objektiven Blick darauf.
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Die Spiele von 1900 werden häufig als ein „Chaos von 162 Tagen“ dargestellt. Aus heutiger Sicht mag das auch so erscheinen, objektiv betrachtet stellt man jedoch fest, dass die Olympischen Spiele zur Jahrhundertwende einen ganz anderen Stellenwert und die Organisatoren einfach andere Vorstellungen hatten.
Die Umstände waren nicht so katastrophal wie häufig berichtet wird. Der geringe Bekanntheitsgrad der Spiele um 1900 und die damit verbundenen lückenreichen Aufzeichnungen machen eine vollständige Rekonstruktion nahezu unmöglich. Man kann dennoch sagen, dass Coubertins Versuch, das Interesse an den Olympischen Spielen zu verstärken, fehlschlug. Durch die Angliederung an die Weltausstellung wurden die Spiele um 1900 nur als Randerscheinung und nicht als eigenständiges internationales Sportfest wahrgenommen. 4 Jahre später sollte sich dies wiederholen.
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Spiele der III. Olympiade
01.07.-23.11.1904 Teilnehmer: 687 Länder: 13 Wettbewerbe: 94 in 18 Sportarten
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„Griechenland, Frankreich, die Vereinigten Staaten: eine Dreiheit, zum Anfang sehr geeignet, den weltweiten Charakter der Stiftung hervorzuheben und ihr eine unbestreitbare Grundlage zu geben.“²
1 P. de Coubertin: Olympische Erinnerungen. Frankfurt/M: Ullstein, 1996, S. 51 ff.
² P. de Coubertin: Olympische Erinnerungen. Frankfurt/M: Ullstein, 1996, S. 62
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Arbeit zitieren:
Christian Hackel, 2002, Coubertin und die Olympischen Spiele 1900-1924, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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Christian Hackel's Text Coubertin und die Olympischen Spiele 1900-1924 ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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