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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Was umfasst der Begriff „Clinical reasoning“? 3
3 . hypothetico-deductive reasoning 4
3.1 Fallbeispiel: Stimmpatientin 5
3.2 Hypothesenbildung aufgrund logopädischer und ärtzlicher
Befundung 6
3.2.1 Anamnese 6
3.2.2 Phoniatrische Diagnostik 7
3.2.3 Logopädische Diagnostik 8
3.3 Deduktion 9
3.4 Schematische Darstellung des hypothetico-deductive
reasonings zur Diagnosefindung 10
4 . pattern recognition 11
4.1 Fallbeispiel: Aphasiepatient 12
4.1.1 Erste Stufe des pattern recognition: Beobachtung 12
4.1.2 Zweite Stufe: Merkmalsidentifizierung und
reduktion 13
4.1.3 Dritte Stufe: Zusammenhänge erkennen 13
4.1.4 Vierte Stufe: Klassifikation 14
5. Fazit 15
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1. Einleitung
Clinical Reasoning lässt sich für den Bereich Logopädie in folgende Formen unterteilen:
1. hypothetico-deductive reasoning
2. pattern recognition
3. predictive/conditional reasoning
4. collaborative reasoning
5. ethical/pragmatic reasoning
6. narrative reasoning
Im Folgenden werden bewusst die englischen Begriffe verwenden, da eine eins zu eins Übersetzung ins Deutsche ohne einen Bedeutungsverlust nur eingeschränkt möglich ist. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Beschreibung des hypothetico-deductive reasonings und des pattern recognition, sowie deren Anwendbarkeit in der logopädischen Diagnostik. Zur Verdeutlichung der Anwendbarkeit der genannten Formen wird jeweils ein Fallbeispiel dienen.
2. Was umfasst der Begriff „Clinical Reasoning“?
Um einen Einstieg in die Thematik des „Clinical Reasonigs“ zu ermöglichen, folgt zunächst eine inhaltliche Beschreibung des Begriffs. Die Inhalte wurden vom 4. Semester (WS 05/06) der Fachhochschule Hildesheim zusammengestellt:
Clinical Reasoning ist ein Mittel zur Selbstreflektion. Es stellt eine Möglichkeit dar, therapeutisches Handeln (in Diagnostik, Therapie, Beratung und Prävention) transparent zu machen, zu beschreiben, zu hinterfragen, zu verbalisieren und Veränderungen theoriegestützt zu begründen. Clinical Reasoning dient zudem der Bewusstmachung von Entscheidungsprozessen, da es Denkprozesse beschreibt, die zur Ziel- bzw. Entscheidungsfindung beitragen. Bei der Anwendung der einzelnen Formen findet ein Nachdenken/Reflektieren über den Patienten, seine Störung, das
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Umfeld, Therapiestrukturen, Ziele, Handlungsweisen, Theorien und sich selbst als Therapeut statt. Es ist der Weg zu einem reflektierenden Therapeuten, der dadurch nicht nur die Objektivierung seines Handelns unterstützt, sondern auch zum Qualitätsmanagement beiträgt. Letztendlich stellt „Clinical reasoning“ einen Leitfaden des therapeutischen Agierens dar.
3. Hypothetico-deductive reasoning
Die Definition der beiden Begriffe hypothetisch und deduktiv sowie deren Zusammenhang soll zur Vereinfachung des Verständnisses der oben genannten Reasoningform dienen.
„Als eine Hypothese (altgriechisch: (hypóthesis) - die Unterstellung, Voraussetzung, Grundlage) bezeichnet man in der Wissenschaft eine vorläufig durch Beobachtungen oder Überlegungen begründete Annahme oder Vermutung, die zur Erklärung bestimmter Phänomene dient, jedoch noch nicht an der Erfahrung oder im Experiment so eingehend überprüfbar ist, dass sie zur Formulierung einer Theorie ausreichen würde. Eine Hypothese, die sich im Experiment oder an Erfahrungen bewährt hat ("verifizierte" Hypothese) bzw. die durch logische Folgerungen basierend auf gültigen Prämissen schlüssig bewiesen werden kann, kann zur Theorie oder zum Bestandteil einer Theorie werden. Eine widerlegte Hypothese muss verworfen, modifiziert oder ersetzt werden.“ (Wikipedia, 2006) „Die Deduktion (v. lat.: deducere = herabführen) oder deduktive Methode ist in der Philosophie und der Logik eine Schlussfolgerungsweise vom Allgemeinen auf das Besondere […]. Genauer gesagt werden mithilfe der Deduktion spezielle Einzelerkenntnisse aus allgemeinen Theorien gewonnen. Sie bezeichnet die Gesamtheit der Regeln und Verfahren, mit deren Hilfe es möglich ist, aus gegebenen Prämissen auf rein logischem Wege, d.h. auf extensionaler Grundlage, Schlussfolgerungen abzuleiten.“ (Wikipedia, 2006)
Das hypothetico-deductive reasoning umfasst somit die Aufstellung von Hypothesen (z.B. über ein Störungsbild) auf der Basis klinischer Daten. Es
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beinhaltet den top-down Prozess, indem es vom Allgemeinen (z.B. Störungsbild „Aphasie“) zum Besonderen (auf den Einzelnen bezogen, z.B. Wernicke-Aphasie mit besonders starker Ausprägung eines semantischen Jargons) verläuft.
Beobachtungen des Patienten durch den Therapeuten und diagnostische Interventionen helfen bei der Erhebung klinischer Daten. Die Erhebung wird im besten Fall interdisziplinär durchgeführt, d.h. von Ärzten (z.B. HNO-Arzt, Neurologe, Kinderarzt, etc.) und Therapeuten (z.B. Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten). Dadurch ist es möglich ein Gesamtbild der Krankheit mit seinen einzelnen Symptomen zu erstellen. Aufgrund der Symptome, die der Patient schon während der Anamnese zeigt, kann der Logopäde auf der Basis seines Wissens, Hypothesen bzgl. des möglichen Störungsbildes aufstellen und danach eine gezielte Diagnostikauswahl treffen. Diese Form des Clinical reasonings wird hauptsächlich von Berufsanfängern genutzt bzw. herangezogen, da der Aufbau sehr kleinschrittig und strukturiert erfolgt. Berufserfahrene Therapeuten wenden diese Form nur an, wenn ihnen ungewöhnlich komplexe Syndrome oder unbekannte Störungsbilder vorliegen. Das hypothetico-deductiv reasoning ermöglicht es ihnen nämlich, noch genauere, differenziertere Details erfassen und deuten zu können. Daraus ist erkennbar, dass das hypotheticodeductive reasoning eine recht ausführliche Möglichkeit zur Problemanalyse darstellt. Im Folgenden wird ein Fallbeispiel einer Logopädieschülerin zum hypothetico- deductive reasoning vorgestellt.
3.1 Fallbeispiel: Stimmpatientin
Fr. M. (43 Jahre, Grundschullehrerin) wird von einem HNO-Arzt zu einer logopädischen Therapie in einer Fachschule für Logopädie angemeldet. Der HNO-ärztliche Befund beinhaltet: Stimmstörung. Die Therapie wird von einer Logopädieschülerin (4. Semester) durchgeführt, die zuvor noch keine Stimmpatienten behandelt hat.
Sina Schmidt
Arbeit zitieren:
B.Sc. Sina Schmidt, 2006, Die Anwendung des hypothetico-deductive reasonings und des pattern recognition in der logopädischen Diagnostik, München, GRIN Verlag GmbH
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