Inhalt
1. EINLEITUNG 2
2. DER SOUVERÄNITÄTSBEGRIFF 4
2.1. SOUVERÄNITÄT NACH THOMAS HOBBES 4
2.1.1. DER NATURZUSTAND 4
2.1.2. STAATSGRÜNDUNG UND SOUVERÄNITÄT 5
2.2. SOUVERÄNITÄT NACH CARL SCHMITT 6
2.2.1. DAS FREUND-FEIND-SCHEMA 6
2.2.2. DIE POLITISCHE EINHEIT 7
2.3. ÄHNLICHKEITEN BEI SCHMITT UND HOBBES 7
3. LIBERALISMUSKRITIK 9
3.1. LIBERALISMUS BEI HOBBES 9
3.2. LIBERALISMUS BEI SCHMITT 10
3.3. CARL SCHMITTS KRITIK AM LIBERALISMUS DES LEVIATHAN 10
4. FAZIT UND SCHLUSSBETRACHTUNG 12
5. LITERATURVERZEICHNIS 14
6. ZUSAMMENFASSUNG ABSTRACT 15
1
1. Einleitung
In dieser Hausarbeit soll das Bild des Liberalismus von Thomas Hobbes, wie er es in seinem Werk „Leviathan“ von 1651 dargestellt hat, und Carl Schmitt verglichen werden. Hobbes gilt neben Jean Bodin als einer der geistigen Väter des Absolutismus. Der Absolutismus ist auf Grund seiner inhärenten Struktur sicherlich eine der Staatsformen, die eine liberale Gesellschaft am ehesten ablehnen.
Carl Schmitt hat knapp 250 Jahre später viele der Hobbes’schen Aussagen aufgegriffen, und in zahlreichen Büchern einen dem Absolutismus vergleichbar starken Staat gefordert. Während des Nationalsozialismus in Deutschland avancierte er zu einem der bedeutsamsten Theoretiker des totalitären Regimes, und war politisch mit Sicherheit im Lager der Rechten anzusiedeln (Mehring 2001: 8).
In Schlüsselwerken wie „Politische Theologie“ oder „Der Begriff des Politischen“ trat er für einen äußerst starken, wehrfähigen Staat ein, und kritisierte den Liberalismus massiv.
Carl Schmitt war von der Arbeit Hobbes durchaus angetan, zum Abschluss seines Buchs „Der Leviathan in der Staatslehre des Thomas Hobbes“ schreibt er „So ist er für uns der echte Lehrer einer großen politischen Erfahrung; […] (Schmitt 1938: 132). Daher sind auch viele seiner Thesen an Hobbes angelehnt. Doch Schmitt geht in seiner Auffassung eines starken Staats sogar noch weiter als Hobbes, und will Liberales nicht nur unterbinden, sondern fordert zudem auch noch eine durchweg homogene Gesellschaft.
Zur besseren Erklärbarkeit der Liberalismusbegriffe von Schmitt und Hobbes wird vorher auf die Souveränitätsbegriffe der beiden Staatstheoretiker eingegangen, da das Verhältnis von Souveränität, Staatsbegriff und Liberalismus bei beiden Autoren einen zentralen Punkt einnimmt.
2
Die Kritik an der liberalen Gesellschaftsform baut sowohl bei Hobbes als auch bei Schmitt darauf auf, dass der Liberalismus in erster Linie einen instabilen Staat schafft, da er zum einen Staat und Gesellschaft trennt, und zum anderen der Pluralismus auch die Gesellschaft in sich spaltet, anstatt sie, wie von Schmitt gefordert, möglichst homogen zu gestalten.
Um die oben erwähnten Begriffe zu erläutern, wurden die zentralen Schriften von Carl Schmitt und der „Leviathan“, das Schlüsselwerk von Thomas Hobbes, untersucht. Zudem wurde einschlägige Sekundärliteratur herangezogen, um die Aussagen der Autoren zu interpretieren, und die Fragestellung der Hausarbeit zu erörtern.
3
2. Der Souveränitätsbegriff
2.1. Souveränität nach Thomas Hobbes
In dem Werk „Leviathan“ konstruiert Thomas Hobbes einen absolutistischen Staat, und begründet zum einen, warum dies die einzig sinnvolle Staatsform ist, zum anderen entwirft er auch ein Bild vom Menschen im Naturzustand. Auf diesem Bild baut er sowohl seine Vertragstheorie als auch seine Staatstheorie auf.
2.1.1. Der Naturzustand
Bevor Hobbes seine Staatstheorie entwickelt, konstruiert er einen Naturzustand, in dem es noch keine Staaten oder Gesellschaften gibt. Dieses Konstrukt ist nötig, um im Folgenden die Entstehung von Staat und Souveränität zeigen zu können. Zudem ist es wichtig, das nach seiner Auffassung alle Menschen gleich sind, oder zumindest als gleich anzusehen sind, da kein Mensch bereit wäre, sich selbst als weniger wert einzuschätzen. Aus diesem Grund ist nach Hobbes immer von Gleichheit unter Menschen auszugehen. „Aber selbst wenn sie von Natur aus nicht gleich wären, würden sie doch von ihrer Gleichheit überzeugt sein. […] Man muß eine solche Gleichheit also auf jeden Fall annehmen.“ (Hobbes 1965: 122). Allerdings räumt er ein, dass es durchaus möglich ist, individuell unterschiedlich zu sein, wenn es um Intelligenz, Kraft oder Geschick geht.
Das Bestreben der Menschen im Naturzustand liegt in der Anhäufung von Macht und der Vermeidung eines vorzeitigen Todes, was von Hobbes als Selbsterhaltung bezeichnet wird. Da die Menschen sich im Naturzustand bekriegen, um ihrem Streben nach Macht und Selbsterhaltung nachzukommen, ist es ihnen ohne eine neutrale, also unparteiische Instanz nicht möglich, Regeln des Zusammenlebens festzulegen. Zum Vergleich bemüht Hobbes in Kapitel 17 des Leviathan den Vergleich mit Bienen und Ameisen. Diese Insekten galten schon für Aristoteles als „politische Lebewesen“ (Hobbes 1992: 133), da sie zur Staatenbildung fähig sind.
4
Quote paper:
Andreas Kleine, 2006, Carl Schmitts Liberalismuskritik im Vergleich zu Hobbes "Leviathan", Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Carl Schmitt und der Leviathan des Thomas Hobbes
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Termpaper, 18 Pages
Demokratiefähigkeit der Islamischen Republik Pakistan
Politics - International Politics - Region: Near East, Near Orient
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Fiskalpolitik und Preisstabilität
Economics - Monetary theory and policy
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Rousseau: Republikanismus und Kontraktualismus
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Das Scheitern des EU-Verfassungsvertrages - Krise der europäischen Int...
Politics - International Politics - Topic: European Union
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 17 Pages
Containment: Die Eindämmungspolitik George F. Kennans 1945-1950
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 24 Pages
Zum Soldaten geboren? Militärische Sozialisation und politische Ideolo...
Sociology - War and Peace, Military
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
Souveränität und sogenannte humanitäre Intervention zum Schutz von Min...
Law - European and International Law, Intellectual Properties
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
Aberglaube und Magie im Werk Martin Luthers
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 23 Pages
Praxisbericht zur Erlangung der staatlichen Anerkennung für Diplomsozi...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 24 Pages
Die Europäische Zentralbank - Tätigkeiten, Aufgaben und Ziele
Termpaper, 22 Pages
Vorfahrt für die Bürgergesellschaft – Sozial ist, was Verantwortung sc...
Essay zur Analyse der Zivilges...
Essay, 14 Pages
Andreas Kleine's text Carl Schmitts Liberalismuskritik im Vergleich zu Hobbes "Leviathan" is now available as a printed book
Andreas Kleine has published the text Carl Schmitts Liberalismuskritik im Vergleich zu Hobbes "Leviathan"
Andreas Kleine has uploaded a new text
Carl Schmitt and Leo Strauss: The Hidden Dialogue
Heinrich Meier, Joseph Cropsey, J. Harvey Lomax
0 comments