Inhalt
Inhalt ............................................................................................................................II
Abbildungsverzeichnis................................................................................................III
1 Einleitung 1
2 Inhalt und Ziel der Arbeit 2
3 Kulturspezifik vs Corporate Identity....................................................................3
3.1 Kultur und Kulturspezifik 4
3.2 Corporate Identity........................................................................................5
3.3 Kulturspezifik vs Corporate Identity 6
4 Formale Inkongruenzen 6
4.1 Äussere Form 7
4.1.1 Anteil nonverbaler Textelemente 7
4.1.2 Art und Ausführung nonverbaler Textelemente 8
4.1.3 Format Layout Typographie Makrostruktur 8
4.1.4 Einfluss der Corporate Identity auf die äußere Textform 9
4.2 Innere Form 10
4.2.1 Standardtexte 10
4.2.2 Verbale Proposition 12
4.2.3 Nonverbale Proposition 15
4.2.4 Beispiele Produktempfehlungen 22
4.2.5 Stil 23
5 Ergebnis Zusammenfassung 23
Literaturverzeichnis 25 NA
III NA
Abbildungsverzeichnis
1 Display des MP3-Players von Sony 16
2 Wiedergabemenü der Digitalkamera von Sony 17
3 Aufladen des Akkus des Sony Ericsson K750i 18
4 Steckerverbindung beim Rasenmäher von Bosch 19
5 Tabelle zu Wasserhärtebereichen in der deutschen Bedienungsanleitung von
Bauknecht 20
6 Tabelle zu Wasserhärtebereichen in der spanischen Bedienungsanleitung
von Bauknecht 21
IV NA
1 Einleitung
Die große Mehrzahl aller berufstätigen Übersetzer arbeitet heutzutage im Bereich der Technik. Bei den zu übersetzenden Texten handelt es sich dementsprechend mehrheitlich um Fachtexte. Dass diese Fachtexte nicht, wie lange von einer Mehrheit von Übersetzungstheoretikern vertreten, kulturell unspezifisch sind und durch simples „Ersetzen“ der Fachtermini der Ausgangssprache durch solche der Zielsprache zu Übersetzen sind, ist bekannt und anerkannt. Es gibt zahlreiche sehr gute Bücher und Veröffentlichungen darüber, wie man Fachtexte richtig übersetzt beziehungsweise was man beim Übersetzen von Fachtexten zu beachten hat. Zum großen Teil sind diese Abhandlungen sogar im Stil von Lehrbüchern oder Nachschlagewerken gehalten 1 und stellen mit ihren zahlreichen Beispielen, Tips und
Ratschlägen eine echte Bereicherung für die alltägliche Arbeit von Übersetzern dar. Leider ist damit aber nicht allen Übersetzern geholfen. Jeder der schon einmal versucht hat, ein Nachschlagewerk zum Übersetzen von Fachtexten für das Sprachenpaar Deutsch-Spanisch zu finden, wird wissen, dass er damit vor einer unlösbaren Aufgabe steht. Alle diese hervorragenden Bücher brillieren mit Beispielen für das Sprachenpaar Deutsch-Englisch, was sicher damit zu begründen ist, dass die absolute Mehrheit an Fachveröffentlichungen in der lingua franca Englisch geschrieben ist und somit auch die meisten Fachtexte aus dem Englischen oder ins Englische übersetzt werden. Es gibt aber vor allem eine Fachtextsorte, für die solche Nachschlagewerke und Lehrbücher auch für andere Sprachenpaare durchaus sinnvoll wären: die Bedienungsanleitung.
In der Regel verkaufen namhafte Hersteller von Geräten für den privaten Gebrauch ihre Produkte in aller Welt oder haben dies zumindest als Ziel. Dass aber alle Welt die Sprache Englisch in solch einem hohen Maß beherrscht, dass die Übersetzung der Bedienungsanleitungen in die jeweiligen Landessprachen nicht notwendig ist, ist nicht anzunehmen. Es besteht also ein Übersetzungsbedarf für die Textsorte Bedienungsanleitung in allen erdenklichen Sprachenpaaren. Hilfreiche
Nachschlagewerke für alle erdenklichen Sprachen sind aber Mangelware
2
.
1 Sehr gelungen finde ich zum Beispiel die beiden Veröffentlichungen von Susanne Göpferich, u.a. die Titel Interkulturelles Technical Writing – Fachliches adressatengerecht vermittelt (Tübingen 1989: Gunter Narr Verlag) oder Textproduktion im Zeitalter der Globalisierung – Entwicklung einer Didaktik des Wissenstransfers (Tübingen 2002: Stauffenburg Verlag).
2 Dies gilt in gleichem Maße auch für Fachwörterbücher.
1
Aus diesem Grund möchte ich mit dieser Arbeit einen (zumindest kleinen) Beitrag zu diesem vernachlässigten Thema leisten und mich dem Vergleich von Bedienungsan- leitungen im Sprachenpaar Deutsch-Spanisch widmen.
2 Inhalt und Ziel der Arbeit
Da ich das Buch „Translation und Technik“ von Peter A. Schmitt für ein besonders empfehlenswertes Nachschlagewerk und Lehrbuch zum Übersetzen von Fachtexten und speziell von Bedienungsanleitungen für das Sprachenpaar Deutsch-Englisch halte, habe ich meine Untersuchungen auf der Grundlage der in dieser Veröffentlichung dargelegten Theorien durchgeführt, auf die ich später noch genauer eingehen werde, und die Strukturierung des Hauptteils meiner Arbeit an der Gliederung des relevanten Themenbereichs dieses Buchs orientiert. Bei den von mir analysierten Texten handelt es sich um Bedienungsanleitungen von Haushaltsgeräten und elektronischen Kleingeräten, die sowohl im deutschen als auch im spanischen Sprachraum alltäglich sind, das heißt, die von fast allen Bevölkerungsschichten erworben und tagtäglich benutzt werden, und deren Hersteller ausnahmslos große, international vertreibende Unternehmen sind. Konkret habe ich Bedienungsanleitungen zu folgenden Geräten untersucht:
• Akkuschlagbohrschrauber, Kreissäge und Rasenmäher von Bosch
• Geschirrspülmaschine von Bauknecht
• Mobiltelefon von Nokia
• Mobiltelefon von Sony Ericsson
• MP3-Player und zwei Digitalkameras von Sony Bei der Untersuchung habe ich mich auf die Kulturspezifik bei der formalen Gestaltung dieser Bedienungsanleitungen beschränkt, da die Ausweitung auf die von Schmitt in seinem Buch ebenfalls beschriebene Kulturspezifik im funktionalen und semantischen Bereich, den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Die Untersuchung dieser Bereiche für das Sprachenpaar Deutsch-Spanisch scheint mir nichtsdestotrotz nicht nur empfehlenswert, sondern auch dringend notwendig und kann eventuell zu späterer Zeit nachgeholt werden.
Ziel der Arbeit war also zu untersuchen, inwiefern die Theorien und Ratschläge von
2
Schmitt für die Übersetzung von Bedienungsanleitungen im Sprachenpaar Deutsch- Spanisch anwendbar sind. Weiterhin können die angebrachten Beispiele dem Leser dieser Arbeit hilfreich für die zukünftige übersetzerische Tätigkeit sein, da sie die mühsame Suche nach Paralleltexten eventuell erspart. Es konnten natürlich nicht alle gefundenen Beispiele aufgeführt werden, da auch dies den Rahmen meiner Arbeit gesprengt hätte.
Bevor ich nun auf die Details meiner Untersuchung eingehe, möchte ich kurz die Schlüsselbegriffe erläutern, die für die Analyse von Bedeutung waren.
3 Kulturspezifik vs. Corporate Identity
Zu Beginn muss man sich die Frage stellen, wieso ist die Gestaltung von Bedienungsanleitungen überhaupt so wichtig? Die einfachste Antwort auf diese Frage ist natürlich, dass die Bedienungsanleitung, wie der Name schon sagt, den Benutzer eines Gerätes anleitet, wie dieses zu bedienen ist. Sie soll also vor allem sicherstellen, dass der Käufer eines Gerätes alle dessen Funktionen benutzen kann und sich selbst und dem Gerät bei der Benutzung keinen Schaden zufügt. Dafür ist es aber im Prinzip egal, wie diese Bedienungsanleitung gestaltet ist, denn auch eine optisch qualitativ „schlecht“ gemachte Bedienungsanleitung wird diesen Zweck erfüllen.
Wozu also das Bestreben, eine qualitativ hochwertige Bedienungsanleitung zu erstellen? Der Grund ist in ökonomischen Beweggründen zu suchen: Wie auch Schmitt in seinem einführenden Kapitel feststellt, hängen die Marktanteile eines Produkts heutzutage „oft weniger von der Qualität des Produkts selbst ab als von dessen Präsentation – und diese wird nicht zuletzt geprägt von der Qualität der produktbegleitenden Dokumentation.“ (Schmitt 1999: 15) Das bedeutet, dass vor allem im Bereich von Haushaltsgeräten und elektronischen Kleingeräten, die Produktqualität der Geräte verschiedener Marken oft (fast) gleich ist. Es gilt also für den Hersteller, die Qualität seiner Produkte und seinen Markennamen durch andere Merkmale hervorzuheben und sich so von den Mitanbietern abzugrenzen. Dabei spielt, wie Schmitt feststellt, die Dokumentation der Produkte, zu der Bedienungs- anleitungen gehören, eine tragende Rolle.
3
Die Qualität von Bedienungsanleitungen steigert man vor allem dadurch, dass bei der Erstellung beachtet wird, dass in verschiedenen Kulturkreisen verschiedene Konventionen für diese Textsorte gelten. Es muss also die Kulturspezifik beachtet werden.
Für die Abgrenzung eines Unternehmens von seinen Mitstreitern, ist es außerdem äußerst wichtig, dass sich das Unternehmen in allen Bereichen und für alle, die in irgendeiner Form mit ihm in Berührung kommen, einheitlich präsentiert. So wird sowohl der Erkennungswert des Unternehmens als auch der Produkte gesteigert. Der Begriff der Corporate Identity spielt in diesem Zusammenhang die zentrale Rolle. Beide Begriffe, Kulturspezifik und Corporate Identity, werden im folgenden erläutert.
3.1 Kultur und Kulturspezifik
Da ich in dieser Arbeit vor allem auf die Theorien aus dem Buch „Translation und Technik“ von Peter A. Schmitt berufe, möchte ich an dieser Stelle kurz darlegen, wie er Kultur definiert und diese Definition weiterhin ergänzt (Schmitt 1999: 157): Kultur umfasst alles das, was man wissen, empfinden und können muß, um sich in einem Umfeld unauffällig wie ein Angehöriger dieses Umfelds aufhalten zu können.
Mit dem Begriff „aufhalten“ soll sowohl das (unbewußte) Verhalten als auch das (bewußte) Handeln abgedeckt werden. Das „Umfeld“, das man auch als Kulturkreis bezeichnen könnte, kann eine von Staatsgrenzen eingerahmte „Makrokultur“ (Nationalkultur) sein oder eine „Mikro-Kultur“. Mikrokulturen sind Unternehmenskulturen (Corporate Cultures), bestimmte gesellschaftliche Gruppen (Soziokulturen), Familien (Familienkulturen) oder Einzelpersonen (Individual- oder Idiokulturen). In bezug auf die Anzahl angehörender Personen oder globale Verbreitung kann eine Unternehmenskultur durchaus größer sein als eine Nationalkultur (vgl. z.B. Microsoft und Monaco).
Der Hinweis darauf, dass sich der Begriff „Kultur“ nicht nur auf Nationalkulturen sondern auch auf Unternehmenskulturen beziehen kann, ist mir hier besonders wichtig, da sich bereits im nächsten Kapitel aber auch in den darauf folgenden Kapiteln zeigen wird, wie wichtig die Rolle von Unternehmenskulturen und deren Spezifik für die formale Gestaltung von Bedienungsanleitungen ist.
Bezogen auf die Problematik von Bedienungsanleitungen heißt das, eine Bedienungsanleitung fügt sich unauffällig in eine bestimmte Kultur ein, wenn sie
4
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Kathrin Jendrzeyewski, 2006, Kulturspezifik bei der formalen Gestaltung von Bedienungsanleitungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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