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Inhaltsverzeichnis
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1.0 Zum Begriff Projektunterricht 2
2.0 Warum Projektunterricht 3
3.0 Planung von Projekten in der Schule
3.1 Die Ausgangssituation 4
3.2 Bevor ein Projekt beginnt 5
3.3 Weitere Vorüberlegungen- Die Projektskizze des Lehrers 6
4.0 Durchführung von Projekten
4.1 Erste Vorüberlegungen mit der Gruppe 8
4.2 Beginn des eigentlichen Projektes 10
4.2.1 Planung innerhalb der Gesamtgruppe 10
4.2.2 Planung und Durchführung innerhalb der einzelnen Themengruppen 11
5.0 Beendigung des Projektes 12
6.0 Die Bewertung 13
7.0 Entwurf von Projekten im Geographieunterricht 14
8.0 Planung eines Projektes- ein Beispiel einer Projektskizze 17
9.0 Auswertung der Gruppenarbeit 20
Literaturverzeichnis 22
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1.0 Zum Begriff Projektunterricht
Beim traditionellen Unterricht bestimmt größtenteils der Lehrer die Inhalte und die Form des Unterrichts. Die SchülerInnen haben hier wenig Mitspracherecht, sie müssen sich dem Lehrplan bzw. den Vorgaben des Lehrers beugen. Der Projektunterricht unterscheidet sich vom traditionellen Unterricht dadurch, dass er eine offene, schülerzentrierte Unterrichtsform ist. Die Lerngruppe bestimmt Inhalte und Formen des Lernens. Hier steht Selbstorganisation und eigenes Handeln und Tun im Vordergrund. Ganzheitliches Lernen wird forciert und gefördert. Der Lehrer wird als Experte mit dem nötigen Fachwissen in den Lernprozess mit einge-bunden, hat aber eher eine beratende als lehrende Funktion (vgl. Fridrich 2000, S. 68). Die SchülerInnen erhalten so die Möglichkeit, die übliche Rollenverteilung zu verlassen und lernen selbst gesteuert Probleme zu bewältigen.
„Die Projektmethode ist eine offene Lernform. Sie nimmt auf lokale Situationen und auf Teilnehmerinteressen Rücksicht. Die Projektmethode lässt sich folglich auch nicht durch eine präzise Definition beschreiben.“ (Frey 1998, S. 17)
Wie Karl Frey schon gesagt hat, ist es schwierig, die Projektmethode genaustens zu beschreiben, da sie eine sehr facettenreiche, offene Unterrichtsform ist.
Problematisch ist es auch eine einheitliche Definition des Begriffes „Projekt“ zu finden. In der Literatur gibt es dazu verschiedene Ansätze. Es wird von Projeketmethode, Projektunterricht oder projektorientiertem Unterricht gesprochen (vgl. Rinschede 2005, S. 249). Im Folgenden wird kurz der Projektunterricht charakterisiert, um im Weiteren auf die Planung eines solchen eingehen zu können.
Bei einem Projekt werden immer Theorie und Praxis verzahnt. Ein Projekt ist produktorientiert und soll zur Lösung eines realen Problems dienen, welches die SchülerInnen selber betrifft. Als übergeordnetes Ziel des Projektunterrichts in der Schule ist zu nennen, dass es durch Präsentation von Ergebnissen einen Beitrag zur Demokratisierung der Gesellschaft leisten soll. Folgende Eigenschaften sind ebenfalls von besonderer Bedeutung. Zunächst einmal ist ein Projekt planvoll, das heißt, die SchülerInnen planen selbstständig ihr Vorhaben. Dies führt auch schon zum zweiten Merkmal, der Selbstorganisation der Projektgruppe. Des Weiteren muss ein Projekt eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit realen Problemen beinhalten. Es soll sich also auf die tatsächliche soziale und physische Umwelt der Lernenden beziehen und von möglichst vielen Blickwinkeln betrachtet und bearbeitet wird. Dabei spielen verschiedene Unterrichtsfächer und Wissensgebiete eine Rolle. Ein weiteres Merkmal ist das
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gemeinsame Zusammenwirken von SchülerInnen, Lehrern und sonstigen Beteiligten, wie beispielsweise Experten. Es liegt dabei in den Händen der SchülerInnen, welche Experten sie hinzuziehen wollen (vgl. Rinschede 2005, S. 249).
Sollte einer dieser Punkte beim Projektunterricht wegfallen, so spricht man nicht von einem Projekt sondern von projektorientiertem Unterricht (vgl. Rinschede 2005, S. 249). Projektorientierter Unterricht ist also immer situtationsbezogen, wirklichkeitsnah und zielgerichtet bzw. produktorientiert. Dabei stehen soziales Lernen, die Einbeziehung möglichst vieler Sinne und die gesellschaftliche Praxisrelevanz im Vordergrund. Ein standardisierter Ablauf würde Initialphase, Planungsphase, Durchführungsphase, Auswertungsphase und Anwendungsphase beinhalten (vgl. Rinschede 2005, S. 251). Inwieweit Projekte in der Schule aber planbar sind, ist fraglich, denn eine konkrete, straffe Planung eines Projektes seitens des Lehrers würde dem Punkt „Selbstorganisiert“ schon widersprechen. Weiterhin kann man beispielsweise Projektwochen in der Schule in der Regel nicht zu Projekten zählen, da dort das Rahmenthema generell vorgegeben ist, und es fraglich ist, ob die SchülerInnen sich auch aus eigenem Antrieb und Interesse heraus mit diesem Thema oder Problem beschäftigt hätten.
2.0 Warum Projektunterricht?
Warum ist der Projektunterricht so wichtig für die schulische Erziehung? Dafür gibt es viele Gründe, die man anbringen könnte. Im Folgenden wird ein Teil dieser Argumente genannt, um auszugsweise dazustellen, warum Projektunterricht so wichtig für die Entwicklung eines jeden Schülers ist.
Ein übergeordnetes Ziel der Schulbildung ist es, einen Beitrag zur Demokratisierung der Gesellschaft zu leisten. Vernetztes Denken und soziales Lernen unterstützen diesen Gedanken. Projektunterricht fördert gerade diese Eigenschaften. Die SchülerInnen gewinnen durch die Sozial- und Aktionsformen des Projektunterrichts Schlüsslequalifikationen, die sie in ihrem späteren Berufs- und Privatleben benötigen (vgl. Rinschede 2005, S. 157). Des Weiteren wird in der schulischen Bildung das Prinzip der Realbegegnung und Anschauung gefordert. Auch hier setzt der Projektunterricht an. Die SchülerInnen befassen sich mit realen Problemen, sie lösen diese eigenständig und lernen so mit vielen verschiedenen Sinnen (vgl. Rinschede 2005, S. 249). Das mehrkanalige Lernen wird also unterstützt. Gegenwarts-und Zukunftsbedeutung spielen eine weitere Rolle. Die SchülerInnen haben im Idealfall am Ende eines Projektes ein reales Problem gelöst.
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Selbsttätigkeit und Handlungsorientierung erklären sich von selbst. Die SchülerInnen lernen Probleme zu lösen. Dies ist die höchste Stufe der kognitiven Leistung und wird von der Schule gefordert. Die SchülerInnen lernen ihr Wissen zu vernetzen und interdisziplinär Probleme anzugehen.
Es gibt also sehr viele Argumente für den Projektunterricht. Und wenn man sich intensiv damit beschäftigt, kann man auch skeptischen Schülern, Eltern oder auch Lehrern argumentativ klar machen, warum dieser Unterricht sinnvoll und angemessen ist.
3.0 Planung von Projekten in der Schule
3.1 Die Ausgangssituation
Zunächst einmal gibt es natürlich verschiedene Ausgangssituationen, aus denen ein Projekt in der Schule entstehen kann. Möglicherweise kommt eine, einer oder mehrere SchülerInnen mit einem aktuellen Thema, welches sie oder ihn beschäftigt auf einen Lehrer zu. Dies entspricht dem ursprünglichen Projektgedanken in vollem Maße, denn der Projektunterricht soll sich mit realen Problemen beschäftigen, die sich auf die Lebenswirklichkeit der SchülerInnen bezieht (vgl. Rinschede 2005, S.249). Des Weiteren wäre dies ein Thema, welches nicht von außen gesteuert bzw. initiiert wurde. Die SchülerInnen ergreifen selbst die Initiative und machen deutlich, was ihre Bedürfnisse sind, wofür sie sich interessieren und was sie lernen bzw. wissen wollen.
Eine andere Situation wäre gegeben, wenn eine Projektwoche in der Schule anstünde. Hier ist der Handlungsrahmen etwas eingeschränkter, denn nun muss das Projektthema nicht unbedingt mit einem aktuellen Problem, welches die SchülerInnen unmittelbar beschäftigt, zusammenhängen. Dadurch orientiert sich das Projekt nicht immer an den Bedürfnissen der SchülerInnen. Problematisch wird es hier, wenn die Themen zu „schülerfern“ und zu nah am Curriculum orientiert sind (vgl. Duncker1984, S. 59). “Was in Projektwochen gelernt und gearbeitet wird, darf sich nicht aus einem vorgegebenen Lehr- und Stoffverteilungsplan ableiten […]“ (Duncker 1984, S. 47). Vielmehr soll auch in einer Projektwoche die Möglichkeit bestehen, dass die SchülerInnen frei wählen, was sie interessiert und woran sie arbeiten wollen. Dennoch muss man in diesem Falle, aufgrund der voran genannten Gründe, von projektorientiertem Unterricht sprechen.
Bei der Themenaufstellung sollten SchülerInnen sowie Lehrer beteiligt sein. Vorteilhaft ist es, wenn Themen in allen Klassen und im Kollegium gesammelt werden und dann öffentlich in
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der Schule aushängen. In den Klassen kann die Themenfindung beispielsweise durch ein Brainstorming oder durch einen Ideenwettbewerb initiiert werden. Dies sollte in geraumer Zeit vor dem Projektwochenbeginn stattfinden, damit die Möglichkeit besteht, dass diese Themenauswahl verändert und modifiziert werden kann. Denn nicht jedes Projektthema kann durchgeführt werden. Es gibt Themen, für die nicht die nötigen Mittel zur Verfügung stehen oder möglicherweise findet sich kein Lehrer der dieses Thema durchführen kann oder möchte. Andererseits sollte man als Lehrkraft auch darauf achten, dass die angestrebten Ziele nicht zu hoch gesteckt sind, damit es nicht all zu großen Enttäuschungen kommt, wenn sie nicht erreicht werden. Denn dies würde für die SchülerInnen sehr demotivierend wirken. Funcke-Bartz bezeichnet diese Überprüfung als so genannte „Realisierbarkeitsprüfung“ (Funke-Bartz, 1998, S.32). Diese Planung soll beispielsweise helfen diejenigen Ziele abzustecken, die „durch eigenes Handeln tatsächlich erreichbar sind“ (Funcke-Bartz, 1998, S. 32). Eine Schwierigkeit bei dieser Methode besteht darin, dass sich die SchülerInnen bei der Entscheidung für eine Projektgruppe im Grunde genommen schon im Klaren darüber sein müssen, was sie besonders interessiert. Dies ist zum einen problematisch, weil sich die SchülerInnen oftmals unter dem jeweiligen Thema gar nicht so viel vorstellen können. Wenn die Themenausschreibungen allerdings sehr detailliert und anschaulich sind, kann es wiederum sein, dass gerade dadurch die SchülerInnen angesprochen werden. Allerdings ist zu bedenken, dass durch zu detaillierte Aufstellungen der Vorhaben die Kreativität und der Freiraum sehr eingeschränkt werden und der Lernprozess in großem Maße vorgeformt ist. Es könnte sein, dass ein vorstrukturiertes Projektvorhaben „den Eindruck der Endgültigkeit erweckt und die Erwartungen der SchülerInnen auf Mitsteuerung blockiert.“ (Duncker 1984, S. 59). In beiden Fällen aber muss der Lehrer auf jeden Fall darauf achten, wie man das jeweilige Thema mit Hilfe des Lehrplanes begründen kann.
3.2 Bevor ein Projekten beginnt
Als erstes muss die Unterrichtsform „Projektarbeit“ als solche in der betreffenden Klasse oder Gruppe eingeführt werden. Nicht jeder Schüler bzw. jede Schülerin hat schon mal ein Projekt innerhalb der Institution Schule durchgeführt und kennt sich damit aus (vgl. Gudjons 1998, S. 86). Allen SchülerInnen muss klar sein, dass es sich dabei um eine offene Unterrichtsform handelt, bei der sie sich aktiv am Entscheidungs- und Verlaufsprozess beteiligen können bzw. sollen (vgl. Ittermann 1992, S. 8). Die SchülerInnen müssen also realisiert haben, dass bei
Arbeit zitieren:
Ulrike Weiß, 2006, Entwurf von Projekten im Geographieunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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