_Abstract
Der gängige Erlösbegriff umfasst die für den Absatz vorgesehenen Leistungen. 1 Damit bezieht er sich auf Leistungen, die bereits reduziert wurden um nichtmonetäre Dimensionen sowie mehrperiodige Konsequenzen. Ein
Branchenspezifikum des Krankenhauswesens ist ein hoher Anteil von schlecht mess- und damit monetarisierbaren sowie periodisierbaren Leistungen. Der gängige Erlösbegriff umfasst also im Falle eines Krankenhauses einen vergleichsweise sehr geringen Anteil der tatsächlichen intendierten Leistungen. Diese inakzeptabel geringe Repräsentanz der medizinischen Leistungen in der betriebswirtschaftlichen Erlösbegrifflichkeit lässt die Übertragbarkeit fraglich erscheinen.
1 Vgl. Wieding, A. (Leistungsrechnung 2000)
II
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
EINLEITUNG 1
I. ERLÖSBEGRIFF 3
II. BESONDERHEITEN DES KRANKENHAUSWESENS 5
III. SPIEGELUNG DES ERLÖSBEGRIFFES 7
FAZIT IMPLIKATIONEN 8
ANHANG 9
LITERATURVERZEICHNIS 11
III
_Abbildungsverzeichnis
Abb. 3 Übersicht zum wertmäßigen bzw. pagatorischen Erlösbegriff 3
Abb. 4 Differenzierung des Leistungsbegriffs nach Ewert/Wagenhofer 4
Abb. 7 Kurzfristige Qualitätsverbesserungsfalle 7
Abb. 8 Leistungsprozess eines Krankenhauses 10
IV
EINLEITUNG
Die Controllingperspektive auf das Gesundheitswesen im Allgemeinen, erlaubt in der aktuellen Phase der Reform zur Finanzierung desselben interessante Einblicke. Fokussiert man diese Perspektive auf den Krankenhaussektor im Speziellen, wird auch die hohe Relevanz deutlich. Etwa 300 Kliniken, insbesondere solche in öffentlicher Trägerschaft, stehen vor dem finanziellen Ruin 2 , sind vor der Schließung nur noch zu retten durch Hilfe von Außen; so waren in 2004 bereits ca. 100 Kliniken vom Trägerwechseln betroffen, etwa 33% aller ca. 2.200 Kliniken prüfen die Kooperation mit einem Investor, in 155 Kliniken wurde das Angebot um deckungsbeitragsschwache Leistungen verringert. 3
Gründe für die dramatische Finanzsituation sind die Abschaffung der Selbstkostendeckung, die Einführung von Fallpauschalen sowie der notwendiger Ausbau von Qualitätssicherung: Bei gleich bleibenden Fallzahlen sinkt aufgrund kürzerer Verweildauern die Auslastung, die Jahresüberschüsse sinken. Die für eine fallbezogen effiziente Behandlung notwendigen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sind so weder durch Eigenmittel noch durch die immer geringer werdende Investitionstätigkeit der Länder zu finanzieren - ein Teufelskreis. 4 Unter diesen Umständen sind Analysen zu finanziellen Aspekten des Krankenhauswesens also nicht nur von wissenschaftlicher Bedeutung.
Diese Arbeit prüft die Übertragung eines gängigen betriebswirtschaftlichen Erlösbegriffes auf den Krankenhaussektor in vier wesentlichen Schritten: zunächst gilt es in Teil I. den Erlösbegriff zu analysieren und komplementäre Begrifflichkeiten und Aspekte klärend darzustellen. In Teil II. werden die relevanten Besonderheiten des Kliniksektors hinsichtlich der Erlösthematik untersucht, bevor dann in Teil III. der Erlösbegriff an den Besonderheiten des Krankenhaussektors gespiegelt wird. Die Analyse zieht ihr Fazit in Teil IV und schließt mit der Ableitung von Implikationen.
Der verwendete Erlösbegriff von Wieding 5 repräsentiert gewissermaßen den Kern einer Vielzahl von betriebswirtschaftlichen Erlösdefinitionen in einer Prägnanz, die es gegenüber weiter gefassten Erlösdefinitionen überhaupt erst erlaubt, die Kernprobleme des Erlösbegriffes im Krankenhaussektor zu fokussieren.
2 Vgl. Schmidt, H. (Kliniksterben 2005), S. 1 und Mummert Consulting (Pressemitteilung Kliniken 2004), S. 1
3 Vgl. DKG (Lagebericht 2004) und Abb. 1 (Realisierte und geplante Auswege der Krankenhäuser aus Finanzproblematik -Auswertung Lagebericht 2004) (Gründe für dramatische Situation deutscher Krankenhäuser - Auswertung Krankenhausbarometer
2004) im Anhang.
4 Vgl. dazu Blum, K.; Offermanns, M.; Schilz, P. (Krankenhausbarometer 2004), S. 20-26 und 54-58 sowie Abb. 2 (Gründe für dramatische Situation deutscher Krankenhäuser - Auswertung Krankenhausbarometer 2004) im Anhang.
5 Vgl. dazu Wieding, A. (Leistungsrechnung 2000).
1
Arbeit zitieren:
Florian Jansen, 2006, Betriebswirtschaftlicher Erlösbegriff im Krankenhaus, München, GRIN Verlag GmbH
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