_Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
1. Einleitung: Management- & Kommunikationsbedarf 1
2. Begriff und Gegenstand der Kommunikation 3
3. Begriff und Gegenstand des Wissensmanagements
4. Kommunikation im Wissensmanagement 9
5. Lösungsansätze 13 6. Fazit 14
Anhang 15 Literaturverzeichnis 17
_Abbildungsverzeichnis
〉 Abbildung 1: Sender-Empfänger Modell nach Stuart Hall 15
〉 Abbildung 2: Zusammenhang zwischen Wissensmanagement-Erfolg und Unternehmenswert 15
〉 Abbildung 3: Bausteine des Wissensmanagement nach Probst 16
〉 Abbildung 4: Phasen des Wissensmanagement 10
1. Einleitung: Management- & Kommunikationsbedarf Kommunikation im Wissensmanagement. Warum? Die abgedroschene Parole (andere nennen es Claim) der Organisationsberatungen und Werbeagenturen, Kommunikation sei alles 1 , und entsprechend sei ohne Kommunikation alles nichts, ist uns wohl bekannt und weist „subtil“ darauf hin, wie wichtig Kommunikation ist. Wesentlich weniger bekannt zu sein scheint, dass auch irgendwie alles Kommunikation ist. 2 Trotz ihrer scheinbar geringeren Verbreitung (zumindest in den Köpfen der kleinen Minderheit heutiger Internet-User) ist diese umgekehrte, zweite Variante des Wort-Tripels die m. E. bedeutsamere: betont erste, dass Kommunikation außerordentlich wichtig ist, offenbart sich aus zweiter die Erkenntnis, dass alles, wirklich alles mit Kommunikation verbunden ist. 3 Wenn dies so ist, sollte schon diese Argumentation reichen, die Analyse von Wissensmanagement und Kommunikation in einem Zug zu rechtfertigen. Doch gibt es weitere, wichtige Aspekte, die den über diese allgemeingültige Formel hinausgehenden Zusammenhang beider Begriffe erklären:
a. (Nicht)Wissensintensität
In der Historie lässt sich eine exponentielle oder besser: explosionsartige Zunahme von verfügbarem Wissen feststellen. Auch die Zunahme von Nichtwissen ist in dem Zusammenhang genannt. 4 Mit jedem Forschungsergebnis, mit jedem Stück „Wissen“, wissen wir mehr, was wir nicht wissen. Nichtwissen ist also oft wichtiger und produktiver als Wissen. Es wird geschätzt, dass sich das Volumen von Wissen und Nichtwissen (einschließlich sog. Wissensschrott) alle fünf Jahre verdoppelt 5 .
Die Rolle des Nichtwissens ist insofern bedeutsam, als dass es notwendig ist, um Wissen einordnen zu können, sprich: zu kontextualisieren. Derjenige, der sich als vermeintlicher Experte mit „geklautem“ Wissen schmückt, also Informationen „nur“ unreflektiert reproduziert, wird allzu oft bereits durch die einfachste Nachfrage als lächerlicher Hochstapler enttarnt. Dies gilt ebenso für Organisationen wie Unternehmen oder Staaten: der gleichzeitige Import des Nichtwissens ist also zur produktiven Anwendung des Wissens unerlässlich und zudem im
1 Vgl. z.B. netzwerkmedia.de, stark-kommunikation.de, sven-lehmann.de.
2 Eine Abfrage in google.de brachte am 07. März 2006 für „Kommunikation ist alles“ ca. 26.800 Treffer, für „Alles ist Kommunikation“ gerade 403 Treffer in jeweils 0,3 Sekunden hervor, woraus zu schließen ist, dass
analog zur Verbreitung dieser Weisheiten auch das Verständnis sehr unterschiedlich verteilt zu sein scheint.
3 Vgl. Baecker, D. (Kommunikation 2005), S. 13.
4 Im Bereich der Biologie vgl. Speck, T. (Biomimetik 1999), S. 11 oder hinsichtlich ökonomischer und gesellschaftlicher Aspekte vgl. Evers, H.-D., Gerke, S., Menkhoff, T. (Wissen 2005), S. 5
5 Vgl. Stehr, N. (Knowledge 2001), S. 90
Volumen sogar bedeutsamer als das eigentliche Wissen. Folge dieser Entwicklung ist die gestiegene Bedeutung des Organisierens von Wissen, dem kontextbezogenen Import und Export von Wissen und Nichtwissen, also des Wissensmanagements.
b. Komplexität in der Kooperation
Eine weitere Entwicklung von thematischer Relevanz ist die komplexer werdende Struktur des Zusammenlebens und -arbeitens, der Interaktion. Spezialisierung hat dazu geführt, dass früher vom Familienbund durchgeführte Dienstleistungen, wie z. B. die Altenpflege oder das Babysitten, mittlerweile größtenteils ausgelagert werden an Dritte. Dieses Phänomen, das sog. Outsourcing, kennen wir ebenso aus der Unternehmenswelt. 6 Will heißen: in allen Bereichen unseres komplexer werdenden Lebens nimmt Spezialisierung zu; einhergehend damit steigt auch das Expertentum. Ergebnis dieser Entwicklung ist eine Zunahme von Situationen der Experten-Laien-Kommunikation.
Über den oben hergestellten generischen Zusammenhang von Kommunikation und Wissensmanagement hinaus zeigen das Zusammentreffen der in a und b beschriebenen Entwicklungen (a = steigende Relevanz des Wissensmanagements; b = Zunahme von Situationen der Experten-Laien-Kommunikation) die Notwendigkeit auf, sich mit Aspekten der Kommunikation im Wissensmanagement auseinanderzusetzen.
Die folgende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, das Wissensmanagement insbesondere auf problematische Situationen der Kommunikation zu überprüfen. Ihr liegt die Annahme eines Unternehmens- bzw. Organisationskontextes zugrunde, weniger wird das Wissensmanagement aus Perspektive einer Einzelperson oder eines Staates betrachtet. Wissensmanagement wird dabei begriffen als ein geregelter Umgang mit Wissen innerhalb verteilter Systeme von Wissensträgern (wie Menschen, Dokumenten, Dateien etc.) 7 .
Kommunikation 8 bedeutet in dieser Arbeit insb. die menschliche Kommunikation 9 , und bezeichnet den wechselseitigen Austausch von Gedanken in Sprache, Gestik, Mimik, Schrift oder Bild.
6 Ähnlich Argumentiert McKinsey die Veränderungen der Interaktion (vgl. dazu Johnson, B. C., Manyka, J. M., Yee, L. A. (Interactions 2005): S. 22
7 Vgl. dazu Dick, M, Wehner, T. (Wissensmanagement 2003).
8 Lat. communicare „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen“. Differenzierung des Begriffes unter Punkt 2. Begriff und Gegenstand der Kommunikation
2. Begriff und Gegenstand der Kommunikation
Die Perspektiven - um nur einige wichtige der sich mit Kommunikation befassenden Wissenschaften zu nennen - der Soziologie, der Psychologie, der Sprachwissenschaft oder der Philosophie im Bezug auf Kommunikation sind durchaus unterschiedlich. Es muss jedoch auch bedacht werden, dass es keinen für die jeweilige Disziplin eindeutigen Begriff der Kommunikation gibt. Es gibt Überschneidungen zwischen Disziplinen, es gibt innerhalb einzelner Disziplinen verschiedene (und teilweise sogar gegensätzliche) Auffassungen…: der durch die im folgenden aufgeführten Definitionsversuche sicherlich hervorgerufene Dissens bei dem ein oder anderen Leser ist also durchaus zu akzeptieren, wird aber einer m. E. sonst unmöglichen Begriffs-Abgrenzung vorgezogen. Bevor ich gewissermaßen die Perspektiven miteinander vermenge, um nicht zu sagen, in Übereinkunft zu bringen versuche, seien sie an dieser Stelle zunächst in ihren Unterschieden in aller gebotenen Kürze dargestellt.
a. Perspektive der Sprachwissenschaft
Wenn es um Kommunikation geht, denken wir zunächst an Verbalisierung und somit auch an die Sprachwissenschaft. Sie definiert Kommunikation als zwischenmenschliche Verständigung, vor allem durch Sprache als besondere Form sozialer Interaktion sowie als absichtsgelenktes und zielgerichtetes (intendiertes), auf das Bewusstsein von Partnern einwirkendes und eigenes Bewusstsein veränderndes sprachliches Handeln 10 .
b. Perspektive der Psychologie
Nicht von ungefähr kommt die Ergänzung des sprachwissenschaftlichen Begriffes der Kommunikation aus der Psychologie. In der Psychologie wird der Begriff Kommunikation für den Prozess der Zeichenübermittlung und Verständigung zwischen Menschen (Humankommunikation) verwendet, geht also über die reine Versprachlichung hinaus. Es handelt sich um einen intentionalen und wechselseitigen Prozess des Sendens und Empfangens von Informationen, Nachrichten und Botschaften (siehe Sender-Empfänger-Modell 11 ). Kommunikation kann zwischen Personen oder Personengruppen stattfinden; in diesen Fällen spricht man von interpersonaler Kommunikation. 12
9 In Abgrenzung zur technischen, biochemischen oder Maschinenkommunikation.
10 Vgl. dazu das Glossar der Sprachwissenschaftler der Universität Leipzig, http://www.uni-leipzig.de/~kluck/a1/glossar.htm
11 Sender-Empfänger-Modell: vgl. dazu Abbildung 1, im Anhang.
12 Vgl. hierzu Wikipedia (Kommunikation in der Psychologie 2006)
Arbeit zitieren:
Florian Jansen, 2006, Kommunikation im Wissensmanagement, München, GRIN Verlag GmbH
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