Inhaltsverzeichnis
Vorwort. 3
1 Konzeptionelle Rahmenbedingungen von Diagnose- und Vergleichsarbeiten. 4
1.1 Ziele. 4
1.2 Amtliche Vorgaben 4
1.3 Test-Design 5
1.4 Aufgabenentwicklung 6
1.5 Testentwicklung. 6
1.6 Testeinsatz 7
2 Vergleichsarbeit: Hauptschule Klasse 6. 7
2.1 Zu erlernende Kompetenzen und Inhalte zum Textverständnis 7
2.2 Vergleichsarbeit 2004. 9
2.2.1 Ausgewählte Aufgaben zum Textverständnis unter Berücksichtigung der
Hinweise an die Lehrerin und Lehrer und der Rückmeldung der landesweiten
Vergleichswerte 10
3 Schlusswort. 19
Quellenangaben. 20
Anhang. 21
2
Vorwort
Die vorliegende Arbeit zeigt anhand eines Beispiels - einer Vergleichsarbeit der 6. Klasse Hauptschule in Baden-Württemberg - wie man Textverständnis überprüfen kann. Im Unterricht erweist es sich als sehr schwierig individuelle Lernstände von Schülern zu erfassen und zu bewerten. Mithilfe von standardisierten Vergleichsarbeiten sollen möglichst objektiv Defizite im individuellen Lernstand eines jeden einzelnen Schülers erhoben werden. Den Lehrerinnen und Lehrern wird ein Hilfsmittel in die Hand gegeben, um objektive Selbstevaluation zu betreiben und den eigenen Unterricht zu reflektieren. Die Diagnose- und Vergleichsarbeiten dienen ebenso der Überprüfung, ob die vom Kultusministerium festgelegten Bildungsstandards erreicht worden sind oder nicht. Den Arbeiten liegen konzeptionelle Rahmenbedingungen zu Grunde, welche ich im ersten Kapitel näher erläutern werde. Die Formulierung der Ziele und die Verwirklichung von amtlichen Vorgaben von Diagnose- und Vergleichsarbeiten spielen dabei ebenso eine entscheidende Rolle, wie auch die Vorgehensweise bei der Aufgaben- und Testentwicklung.
Das 2. Kapitel setzt sich ausschließlich mit der Vergleichsarbeit der 6. Klasse Hauptschule aus dem Jahre 2004 auseinander. Zu Beginn stelle ich die Kompetenzen vor, die im Laufe des 6. Schuljahres der Hauptschule erworben werden sollen. Dabei gehe ich insbesondere auf die Kompetenzen ein, die das Lesen und den Umgang mit Texten betreffen. Im Anschluss daran analysiere ich, unter Berücksichtigung der Hinweise an die Lehrerinnen und Lehrer und der Rückmeldung der landesweiten Vergleichswerte, die Aufgaben, die das Textverständnis der Schüler überprüfen sollen. Ziel soll es sein Gründe dafür zu finden, warum bestimmte Teilaufgaben von den Schülern verhältnismäßig gut bzw. schlecht gelöst wurden.
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1 Konzeptionelle Rahmenbedingungen von Diagnose- und Vergleichsarbeiten 1
Das folgende Kapitel befasst sich mit den konzeptionellen Rahmenbedingungen unter denen im Land Baden-Württemberg Diagnose- und Vergleichsarbeiten durchgeführt werden. Zu diesen festgelegten Rahmenbedingungen gehören die Ziele von Diagnose-und Vergleichsarbeiten sowie amtliche Vorgaben durch das Kultusministerium von Baden-Württemberg. Ebenso konzeptionell festgelegt ist die Aufgaben- und Testentwicklung, sowie Test-Design und Testeinsatz. Bei den Arbeiten handelt es sich um standardisierte Tests, die nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelt werden.
1.1 Ziele
Diagnose- und Vergleichsarbeiten haben dass Ziel zu überprüfen, inwieweit es den Schulen gelungen ist, die Erwartungen des Bildungsstandards zu erreichen. Sie dienen damit der „empirisch gesicherten, zielgerichteten und systematischen Qualitätsentwicklung vor Ort“. 2 Die Auswertungen der Arbeiten liefern landesweite Vergleichswerte, sodass für die Selbstevaluation der einzelnen Schulen die Fremdevaluationen einbezogen werden sollen.
Außerdem haben die Diagnose- und Vergleichsarbeiten das Ziel den Lehrerinnen und Lehrern, sowie den Schülern und deren Eltern „objektive Informationen über den jeweiligen individuellen Lernstand im Hinblick auf bestimmte Kompetenzen“ 3 zu vermitteln.
1.2 Amtliche Vorgaben
Während in der Grundschule die Arbeiten als Diagnosearbeiten bezeichnet werden, heißen die Arbeiten in den weiterführenden Schulen (Hauptschule, Realschule und Gymnasium) Vergleichsarbeiten. Der ursprüngliche Grund für die unterschiedliche Bezeichnung war, dass bei Grundschülern in der 4. Klasse diagnostiziert werden sollte, welche weiterführende Schule für das Kind in Frage kommt. Ab dem Schuljahr 2005/2006 werden erstmalig in Klasse 2 Diagnosearbeiten geschrieben, um möglichst frühzeitig objektive Informationen über den jeweiligen Lernstand im Hinblick auf bestimmte
1 http://www.schule-bw.de/unterricht/dva/dvarahmenapril05.pdf
2 http://www.schule-bw.de/unterricht/dva/dvarahmenapril05.pdf
3 http://www.schule-bw.de/unterricht/dva/dvarahmenapril05.pdf
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Kompetenzen zu bekommen. Nur so ist es möglich eventuell unerkannte Defizite zu erkennen und diese aufzuheben.
Ab dem Schuljahr 2005/2006 werden die Arbeiten in der Grundschule in Klasse 2 und 4, in der Hauptschule in Klasse 6, in der Realschule in Klasse 6 und 8 und im Gymnasium in Klasse 6, 8 und 10 eingesetzt. 4
Die Arbeiten sind in der Grundschule in den Fächern Deutsch und Mathematik vorgesehen. In der Hauptschule können die Schüler zwei von den drei Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch wählen, in denen sie Vergleichsarbeiten schreiben. In der Realschule und im Gymnasium schreiben die Schüler in zwei Kernfächern sowie in einem Fach, das nicht Kernfach ist, Vergleichsarbeiten. Der Schule kann eine Auswahlmöglichkeit für die Entscheidung über die beteiligten Fächer durch das Kultusministerium der Gesamtlehrerkonferenz eingeräumt werden. „Fremdsprachen“, so die amtlichen Vorgaben, „werden frühestens im Schuljahr 2008/2009 abgeprüft, wenn die erste Fremdsprache aus der Grundschule „hoch gewachsen“ ist“. 5 Der Zeitumfang pro Arbeit beträgt in der Regel 45 Minuten reine Bearbeitungszeit. Eine Ausnahme bildet das Fach Deutsch, in dem zwei mal 45 Minuten geschrieben werden. Die Diagnosearbeiten in der Grundschule werden nicht benotet. Die Vergleichsarbeiten an den weiterführenden Schulen hingegen werden benotet und zählen wie eine zusätzliche Klassenarbeit. Das Kultusministerium gibt landeseinheitliche Bewertungsmaßstäbe vor.
1.3 Test-Design
Die Arbeiten für die Grundschule und die weiterführenden Schulen werden als standardisierte Test angelegt. Die Entwicklung der Arbeiten erfolgt im Zwei-Jahres-Rhythmus: Im ersten Jahr werden die Aufgaben konstruiert und eine Art „Aufgabenvorrat“ erstellt. Im zweiten Jahr werden Aufgaben ausgewählt und die Diagnose- und Vergleichsarbeiten zusammengestellt.
4 http://www.schule-bw.de/unterricht/dva/dvarahmenapril05.pdf
5 http://www.schule-bw.de/unterricht/dva/dvarahmenapril05.pdf
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1.4 Aufgabenentwicklung
Grundlage für die Arbeiten bilden die stufen- und fachspezifischen Bildungsstandards der Bildungspläne 2004. Sie beziehen sich auf die Kerncurricula. Die Aufgabenentwicklung erfolgt durch Aufgabenfindungsgruppen unter Leitung des Landesinstituts. Für jede Schulart, jede Schulstufe und jedes Schulfach werden spezifische Aufgabenfindungsgruppen eingerichtet. Sie setzen sich aus zwei Schulpraktikern, einem Fachdidaktiker und einem Standardexperten zusammen und werden jeweils durch einen Mitarbeiter des Landesinstituts betreut. Bevor die Aufgaben entworfen werden, wird eine curriculare Analyse vorangestellt. Es werden dabei übergeordnete Kompetenzen, vorrangig der Fach- (bzw. Sach-) und der Methodenkompetenz analysiert. Im Focus der Analyse stehen außerdem die Leitideen zum Kompetenzerwerb, sowie Kompetenzen und Inhalte des spezifischen Standards. In einem Raster wird festgehalten, inwieweit sich bestimmte Kompetenzen operationalisieren lassen. Nach der curricularen Analyse folgt die Zieldefinition: Es wird festgelegt welche Kompetenzen in der jeweiligen Diagnose- oder Vergleichsarbeit thematisiert werden sollen. Im Anschluss daran, werden Aufgaben mit unterschiedlichen Aufgabenformaten entworfen. Dabei finden geschlossene Formate einschließlich Multiple-Choice, wie auch offene Formate Anwendung. Nachdem die Aufgabenformate entworfen wurden, werden diese auf „Itemebene“ 6 (Teilaufgaben) herunter gebrochen. Die Niveaukonkretisierungen der Bildungspläne werden bei der Formulierung des Anforderungsniveaus der Teilaufgaben berücksichtigt.
Nachdem die Aufgaben erstellt und das Anforderungsniveau festgelegt wurde, werden schließlich die Korrekturanweisungen für die Lehrerin oder den Lehrer formuliert.
1.5 Testentwicklung
Um geeignete Aufgaben auswählen zu können, werden diese zu mehreren Erprobungsmodulen zusammengestellt und in einer repräsentativen Stichprobe eingesetzt. Die Rückmeldungen der Stichprobenschulen dienen als Basis für teststatistische und curriculare Untersuchungen. Die Auswahl der Aufgaben für die Diagnose- und Vergleichsarbeiten erfolgt durch das Landesinstitut nach teststatistischen und curricularen Gesichtspunkten. Standardexperten und weitere Mitglieder der Aufgabenfindungsgruppen wirken bei dieser Aufgabenauswahl mit.
6 http://www.schule-bw.de/unterricht/dva/dvarahmenapril05.pdf
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Arbeit zitieren:
Andrea Fuchs, 2005, Textverständnis überprüfen: Diagnose- und Vergleichsarbeiten in Baden-Württemberg am Beispiel einer Vergleichsarbeit der Hauptschule in Klasse 6, München, GRIN Verlag GmbH
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