Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Historische Genese Reykjaviks 4
1.1. Vorstädtische Phase von 877 1768 4
1.2. Die frühe Wachstumsphase von 1768 1920 4
1.3. Der Bauboom von 1918 1944 5
1.4. Die Stadtentwicklung ab 1944 5
2. Stadtökologie Reykjaviks 6
3. Fazit und Ausblick auf die weitere Entwicklung 8
Literaturverzeichnis 9
2
Einleitung
Am Beginn der Betrachtung der Stadtgeographie von Reykjavik soll die zunächst Frage stehen warum es überhaupt sinnvoll erscheint, sich mit diesem Themenkomplex im Rahmen eines landeskundlichen Seminars zu beschäftigen. Wenn man sich Reykjaviks Stellung im isländischen Staat betrachtet, so läßt sich unbestritten sagen, daß Reykjavik der kulturelle, wirtschaftliche sowie sozio-politische Mittelpunkt Islands ist. Somit handelt es sich hier gleichzeitig um den wichtigsten Siedlungsraum der Insel oder anders herum formuliert böte der Großraum Reykjavik bei einer humangeographischen Betrachtung Islands genügend Datenmaterial, um das moderne Island unter den eingangs genannten Aspekten weitestgehend darzustellen. In der Stadtgeographie zeigt sich nun ein enger Bezug zu Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur zum jeweiligen Betrachtungsraum. Somit wäre die Stadtgeographie ein geeignetes Medium um im Rahmen der Landeskunde Islands ein breites Spektrum an landeskundlich relevanten Bereichen anzusprechen, wobei das größte Augenmerk hier zweifelsohne auf humangeographische Aspekte fällt. Abgesehen davon bietet die Stadt Reykjavik, als nördlichste Hauptstadt der Welt einige Eigenheiten, die wohl einzigartig in der Welt sind. Zu nennen wäre hier, daß Reykjavik zu 98% mit geothermaler Energie versorgt wird, sowie daß der in Island weit verbreitete Geisterglaube sogar im Rahmen der Stadtplanung berücksichtigt wird. Im Rahmen einer stadtgeographischen Betrachtung Reykjaviks soll im Folgenden zunächst auf die historische Entwicklung der Stadt und die damit verbundene Siedlungsgeschichte der Insel eingegangen werden, was die Stellung Reykjaviks nochmals hervorhebt. Da auch in Reykjavik mit zunehmendem Stadtwachstum die Umweltprobleme zunehmen, scheint es sinnvoll auch einige Anmerkungen zur Stadtökologie Reykjaviks zu machen, um schließlich anhand dieser beiden Punkte abschließend ein Fazit so wie eine Prognose für die Zukunft zu erstellen.
3
1. Historische Genese Reykjaviks
Von einer Stadtgenese Reykjaviks im eigentlichen Sinne kann man erst seit dem 19. Jh. sprechen, da Reykjavik in den ersten 900 Jahren seines Bestehens nichts weiter als ein Gehöft darstellte auf dem die Nachfahren Ingolfur Arnarssons lebten.
1.1 Vorstädtische Phase von 877-1786
Aufgrund von politischen Spannungen im 9. Jh. brachen viele Norweger auf der Suche nach neuem Siedlungsraum nach Westen auf. Einer der ersten war Ingolfur Arnarsson, der im Jahre 877 die erste dauerhafte Siedlung Islands unter dem Namen Reykjavik, was soviel heißt wie „Rauchbucht“, gründete. In den folgenden 900 Jahren kam es jedoch noch zu keinem Wachstum dieser Siedlung, was mehrere historische Gründe hatte. 1 1786 schließlich erhält Reykjavik die Stadtrechte und formell kann ab hier von einer Stadtentwicklung gesprochen werden. Tatsächlich besaß aber Reykjavik zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als 250 Einwohner. 2
1.2 Die frühe Wachstumsphase von 1786-1920
Die Gründe für die Verleihung der Stadtrechte lagen daran, daß Reykjavik bzw. die der Stadt vorgelagerte Insel Holmur ein wichtiger Handelsort war, sowie einer Vergrößerung der Siedlung durch die Gründung von Textil- und Wollmanufakturen durch Skuli Magnusson. 3 Im Verlauf des 19. Jhds. erlangte Reykjavik zunehmend an Bedeutung, da sich wichtige politische Institutionen wie z.B. der Althing ansiedelten. Dies erklärt auch das mit dem Beginn des 19. Jhds. einsetzenden stetigen Stadtwachstums. Von einer industriellen Revolution wie sie in Mitteleuropa stattgefunden hatte, kann man hier noch nicht sprechen, denn eine vergleichbare Entwicklung setzt erst zu Beginn des 20. Jhds. ein. Zu dieser Zeit erlebte die Fischereiwirtschaft eine starke Konjunktur, was durch modernere Fischfangflotten, sowie dem Ausbau des Hafens bedingt war. Weiterhin wurden weitere wichtige öffentliche Einrichtungen gegründet (Theologisches Seminar als Vorläufer der Universität, Banken) und schließlich erlangte Island nach und nach mehr Autonomie, was eine Grundlage für den künftigen Ausbau der Infrastruktur darstellte. Diese Entwicklung der Stadtbevölkerung Reykjaviks ist gezeichnet durch einen sprunghaften Anstieg der Bevölkerungskurve ab ca.
1 Anm.: Gründe für diese Stagnation waren u.a.: Die Eingliederung Islands unter die dänische Krone, Vulkanausbrüche, Mißernten, Pest, schlechte Versorgung von außen, das dänische Handelsverbot, sowie die Verwicklung des Mutterlands Dänemark in große Kriege.
2 Vgl.: Schnütgen, A.: Island, Köln 1988, S. 228
3 ebenda
4
Arbeit zitieren:
M.A. pol. Simon Stumpf, 2000, Stadtgeographie von Reykjavik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Liebeskonzepte in Rojas‘ "La Celestina"
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 14 Seiten
Naturrisiken in Lateinamerika und der Karibik und ihre Implikationen f...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hauptseminararbeit, 33 Seiten
Die Geschichte Dänemarks, der Färöer Inseln, Islands und Grönlands
Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie
Hauptseminararbeit, 19 Seiten
Der Propagandafilm im Dritten Reich am Beispiel von Hans Steinhoffs &q...
Hausarbeit, 34 Seiten
Kriegs- & Antikriegsfilme - Definitionen, Geschichte & Kontrov...
Hausarbeit, 20 Seiten
Theorien der semantischen Entwicklung am Beispiel der Semantischen Mer...
Hauptseminararbeit, 12 Seiten
Arbeitsteilung in Manufaktur und Industrie
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Seminararbeit, 14 Seiten
Motive für die Nicht-Teilnahme der EFTA-Staaten an der Europäischen Un...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hauptseminararbeit, 30 Seiten
Staat und Industrialisierung in Sachsen 1815-1830
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Hausarbeit, 23 Seiten
Psycholinguistik - Wortbedeutung, Worterkennung und Pluralbildung
Seminararbeit, 4 Seiten
DDR-Medien als Konstrukteure kollektiver Erinnerung an den Nationalsoz...
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Bachelorarbeit, 46 Seiten
Skandinavismus und nordische Zusammenarbeit
Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Hauptseminararbeit, 18 Seiten
Nationalsozialistische Propaganda im Dritten Reich und im 2. Weltkrieg
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Hausarbeit, 24 Seiten
Die Mitgliedschaft der skandinavischen Staaten im Völkerbund
Geschichte Europa - and. Länder - Zeitalter Weltkriege
Hauptseminararbeit, 33 Seiten
Simon Stumpf hat den Text Stadtgeographie von Reykjavik veröffentlicht
Simon Stumpf hat einen neuen Text hochgeladen
Reykjavik 1972: Fischer V Spassky - 'The World Chess Championship' and...
Harry Golombek, George Steiner, Arthur Koestler
From Feminism to Class Politics: The Rise and Decline of Women's Polit...
Audur Styrkarsdottir
Encountering Foreign Worlds: Experiences at Home and Abroad: Proceedin...
Christina Folke Ax, Anne Folke Henningsen, Niklas Thode Jensen
0 Kommentare